Weinernte 2019: Der Stand der Dinge

Fleißig haben unsere Erntehelfer in den letzten Tagen Träubchen für Träubchen Riesling geerntet und selektiert. Leider hatten wir des Öfteren Regen und abends standen die Arbeitsschuhe zum trockenen im warmen.

Für den Riesling war der Regen nicht so gut. Beginnende Fäulnis ist das Resultat. Da wir sehr fleißig selektiert haben, hängen jetzt, bis auf einen Weinberg, nur noch gesunde Trauben. Voraussichtlich diese Woche noch und die Weinernte 2019 ist beendet. 

Qualitativ finden die 2019er Rieslingtrauben regen Zuspruch. Vögel haben uns in einem Weinberg jede Menge Trauben weggefressen und unsere Erntemenge verringert.

Weinernte 2019: läuft

Seit zwei Tagen läuft die Weinernte und die ersten Fässer sind gefüllt. Die Trauben sind noch sehr gesund. Einige, wenige Fäulnisnester werden aus den Trauben herausgeschnitten und verworfen. Die bisherigen Qualitäten sind vielversprechend, die analytischen Zahlen stimmen und der Most schmeckt. Mengenmäßig wird es durch die sommerliche Trockenheit und die großen Sonnenbrandschäden einiges weniger.

Etwas Sorgen bereitet mir das Wetter. Zu einem erschwert es das Abernten unserer Steillagen, zum anderen ist der Regen nicht gerade förderlich für den Gesundheitszustand der Weintrauben.

Nächste Woche versuchen wir mit unserer großen Erntemannschaft, möglichst viele Weinberge in der regenfreien Zeit zu ernten, da dann einige Helfer wieder abreisen werden.

Weinernte 2019: Ein Rückblick und ein kleines Prognöschen

 

Wir blicken mit Vorfreude auf die kommende Ernte. Schöne gesunde Rieslingtrauben hängen in den Weinbergen. Wenige kompakte Trauben haben Fäulnisbefall, der nicht dramatisch ist und sich durch die gemeldeten kühlen Temperaturen nicht weiter ausbreiten dürfte. Obwohl es im Boden wieder sehr trocken ist, wünschen wir uns keine größeren Niederschläge, die die dünnen Beerenhäute des Rieslings zum Aufplatzen bringen würden. Fäulnis mit den verbundenen Problemen wäre die Folge.

Unsere Vorfreude wird durch die Auswirkungen der  Trockenheit und Hitze des vergangenen Sommers getrübt. An einigen Stellen in den Weinbergen, wo die Bodenauflage über dem Schiefergestein geringer ist, blieben die Trauben trockenheitsbedingt klein. Die Hitzewelle Ende Juli mit Temperaturen um 40 Grad (im Schatten!) verursachte massive Sonnenbrandschäden . Geschätzte 25 % der Trauben waren betroffen und sind mittlerweile eingetrocknet.

Glück im Unglück hatten wir, als kurz nach den Rekordtemperaturen ausreichend Regen fiel. So konnten die Beeren bei der darauf folgenden Wachstumsphase noch einiges an Gewicht zulegen und die Verluste durch den Sonnenbrand etwas ausgleichen. Wir erwarten einen unterdurchschnittlichen Ertrag.

Qualitativ sieht es gut aus. Die kühlen Nächte sind ideal, damit der Riesling Fruchtaromen bildet. Als „cool climate“ Pflanze braucht er diese Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, um sein volles Aromenspektrum zu bilden.

Am 4. Oktober wissen wir mehr, Erntebeginn für die Weinernte 2019.

Herbststimmung

Seit einigen Tagen sind die Temperaturen auf Talfahrt und die ersten Vorboten des kommenden Herbstes sind in Form von Nebel  über dem Moseltal sichtbar.

Die Rieslingtrauben sind am reifen. Das für die nächsten Tage gemeldete Wetter mit kühlen Nächten und warmen Tagen ist ideal, um Fruchtaromen in der Traube einzulagern. Der Riesling als „cool climate“ Pflanze braucht diese Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, um sein volles  Aromenspektrum zu bilden.

In den nächsten Tagen fange ich gemütlich mit der Generalreinigung des Weinkellers und der Kellereimaschinen an. Alles durchsehen, Funktionskontrolle der Maschinen, Lesescheren nachzählen und überprüfen, Verbauchsmaterialien in genügender Menge bevorraten und so weiter und so fort. Die Checkliste habe ich schon im Kopf erstellt.

Die Erntemannschaft ist auch schon komplett, der Erntetermin festgelegt und wie jedes Jahr: Man freut sich auf die Früchte der Arbeit der vergangenen Monate. Noch ist man entspannt und gönnt sich die ruhigeren Arbeitstage und weiß genau, dass die Spannung zunimmt und der Erntestress bald beginnt.

Sonnenbrand

Die letzten drei Tage hatten es in sich. Neue Temperaturrekorde in Deutschland und sehr hohe UV Strahlungswerte, die auch für die Winzer Auswirkungen haben. Auf der Sonnenseite der Rebzeilen gibt es durch die Hitzewelle hohe Schäden durch den Sonnenbrand. Ganze Trauben sind am verwelken.

Die Kühlung der Beerenoberfläche durch Verdunstung ist bei den hohen Temperaturen zusammen gebrochen. Die Reben konnten aus dem trockenen Boden nicht genügend Wasser nach oben pumpen, so das die Beerentemperatur zu hoch wurde und diese regelrecht verkochten und mittlerweile am eintrocknen sind.

In den letzten Jahren waren wir vor diesen Schäden weitestgehend verschont geblieben, da wir entsprechende kulturtechnische Maßnahmen wie z. B. das Entblättern der Traubenzone durchführen.

Für die es gerne wissenschaftlicher haben möchten, ein Zitat von Dr. Edgar Müller (Weinbauberatung) zu diesem Thema:

„Die trockene Luft „saugt“ regelrecht das Wasser aus der Pflanze. Diese schließt zwar die Spaltöffnungen um die stomatäre Verdunstung zu minimieren, aber die cutikuläre Verdunstung (auf Beeren jetzt ohnehin dominierend) geht weiter. Wir können nach der Hitzewelle Ende Juni zwar von einer gewissen „Abhärtung“ im Sinne von dickerer Kutikula ausgehen, aber die wachsartige Substanz ändert bei extremen Temperaturen ihre Konsistenz und wird durchlässiger. Das Problem ist dann, dass die Saugspannung im Leitbahnsystem extreme Werte erreicht. Es kommt zu Kavitationseffekten und dem Abreißen von Wasserfäden. Damit kollabiert dann auch die Wasserkühlung und die Beerentemperaturen schießen nach oben. Es bilden sich Sauerstoffradikale, die zu einer Schädigung von Eiweißstrukturen beitragen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass die Wasseraufnahme aus dem Boden aus dem Boden aus verständlichen Gründen erschwert ist und nur noch mit hoher Saugspannung erfolgen kann. Die UV-Strahlung spielt zusätzlich eine Rolle.“

Das nebenbei auch etliche Blätter Strahlungsschäden aufweisen sei nur am Rande bemerkt.

Mittlerweile oder besser Gott sei Dank, ist die Hitzewelle vor einigen Stunden durch zwei kurze, heftige Gewitter beendet worden. Im Regenmesser befinden sich nun 21 Liter Regen je qm und für morgen sind weitere Niederschläge vorausgesagt. Zudem sollen die Temperaturen stark sinken. In der Summe kann man zwar nicht von völliger Entspannung sprechen aber es beruhigt schon etwas.

Binnen weniger Tage

Binnen weniger Tage hat ein gewaltiger Wachstumsschub im Weinberg stattgefunden. In der letzten Woche waren die Rieslingreben noch am blühen und jetzt sind die kleinen Beeren schon gut gewachsen.

Die dafür förderlichen hochsommerlichen Temperaturen erschweren jedoch auch das Arbeiten von Mensch und Maschine im Weinberg. In der Mittagshitze geht nichts mehr. Der Mensch schwitzt das Wasser schneller aus, wie er es trinken kann, beim Kettenschlepper wird das Hydrauliköl heiß und Arbeitspause ist angesagt.

Die händisch zu machenden Laubarbeiten sind größtenteils erledigt. Vorerst wird nur noch Maschinenarbeit gemacht. Aktuell Laubschnitt und das entfernen der Blätter in der Traubenzone.

Jetzt noch ein ausgiebiger Landregen damit die etwas knappen Bodenwasservorräte aufgefüllt werden. Das wäre dann kurz vor perfekt!

ratzfatz erledigt

Eine der  wenigen Ereignisse über die ich mit schöner Regelmäßigkeit berichte, ist die Rebblüte. Dieses Jahr später als in den letzten Jahren. Der kalte Mai verzögerte stark die Entwicklung der Rieslingreben.

Die Wetterbedingungen waren für die Rieslingblüte perfekt und ratzfatz verblühte der Riesling binnen kürzester Zeit. Ich gehe davon aus, das eine sehr gute Bestäubung stattgefunden hat.

Auf dem Bild sieht man die Details. Sobald das Blütenkäppchen abgeworfen ist, erscheint der Fruchtknoten mit Narbe und die Staubgefäße. Dann ist es schon passiert und die Bestäubung erfolgt. Da die Reben Selbstbestäuber sind, werden keine Insekten benötigt.

Gute Startbedingungen

Nachdem am Wochenende reichlich Regen von Himmel gefallen ist, haben wir beste Startbedingungen für die kommende Vegetationsperiode.

Bislang ist das Rebwachstum durch die niedrigen Temperaturen zum Stillstand gekommen. In den nächsten Tagen soll es wärmer werden und das Wachstum wird angekurbelt. Nicht zu warm und nicht zu kalt sagen die Meteorologen. Genau das richtige Winzerwunschwetter, damit wir die kommenden sommerlichen Laubarbeiten zeitgerecht erledigen können.

Stillstand

Das Wachstum im Weinberg ist fast zum Stillstand gekommen. Tiefe Temperaturen bis kurz über dem Gefrierpunkt behinderten in den letzten Tagen das Wachstum unserer Reben.

Der Höhepunkt der aktuellen Kältewelle waren die letzten beiden Tagen mit den Eisheiligen. Wider Erwarten fand ich heute vom Frost geschädigte Rebtriebe. Einige nachgepflanzte Jungreben wiesen erfrorene Blätter und Triebspitzen auf.

Andere Kollegen sind stärker betroffen. Größere Schäden soll es an der Mittelmosel und der Luxemburger Mosel geben. Auch aus der Schweiz und Frankreich wird von Erfrierungen an den Reben berichtet.

Kein Vergleich zu den Schäden von  2016 und 2017, als Europaweit eine Kaltluftfront für massivste Ertragseinbußen sorgte.