Vorbereitungen

2015-02-23 Filter

Die Vorbereitungen für das Abfüllen sind fast alle getätigt. Flaschen, Korken und Etiketten sind bestellt und treffen hoffentlich pünktlich ein.

Das gestrige Schneefall kam gerade recht, um einen Tag im Weinkeller zu verbringen. Abfüllmaschine und Weinfilter wurden penibelst gereinigt und auf Funktionstüchtigkeit überprüft. Jetzt nur noch die Gerätschaften am Arbeitsplatz aufbauen, die Weine in die Abfülltanks pumpen und dann kann es losgehen.

Zeitgleich dann die Weinliste schreiben, verschicken und den Shop aktualisieren. Ab dem 14. März können wir wieder liefern!

Gemütlich, nicht zu schnell und nicht zu langsam

2014-10-22

Gemütlich, nicht zu schnell und nicht zu langsam, gären die Neuen Rieslinge im Weinkeller.  2014-10-23 GärungAm Anfang fast keinerlei Kühlbedarf um die Gärung zu bremsen, nach der Hauptgärung auch ohne Erwärmung stetig in den trockenen Bereich vergärend. Energetisch gesehen ökologisch korrekt.

Mit jedem Tag Gärfortschritt werden die Weine probierfähiger.  Es ist immer wieder spannend die Entwicklung des Weines, das Weinwerden zu erleben und den Lohn eines ganzen Jahres erschmecken zu können.

Beim täglichen Verkosten unterstützt mich Praktikant Pierre. Er ist übrigens Weinbaustudent in Angers, Frankreich.

Und Sie schmecken uns, die jungen Weine.

Weinernte 2014: Vorbereitungen

2014-08-27 Riesling

So langsam rückt die Weinernte näher und die ersten Vorbereitungen und Planungen müssen getroffen werden. Draussen im Weinberg sieht es trotz der vergangenen Regenwochen sehr gut aus. Die Rieslingtrauben sind noch Top gesund. Bei anderen Rebsorten und anderen Weinbaugebieten sieht es anders aus, wie Berhard Fiedler berichtet.

„Durch den extremen Wetterverlauf der letzten Wochen ist der Vegetationsvorsprung nicht mehr erkennbar und wir liegen in einem relativ „normalen“ Reifefenster. Der aktuelle Oechsle- und Säureverlauf ähnelt momentan dem Jahrgang 2009.“ so unsere Agrarberatung. Das hört sich ja gut an und ich hoffe, das es in den nächsten Wochen das gewünschte Winzerwetter gibt, also trocken und tagsüber warm und für die Aromaausprägung nachts kühl.

In den nächsten Tagen fange ich gemütlich mit der Generalreinigung des Weinkellers und der Kellereimaschinen an. Alles durchsehen, Funktionskontrolle der Maschinen, Lesescheren nachzählen und überprüfen, Verbauchsmaterialien in genügender Menge bevorraten und so weiter und so fort. Die Checkliste habe ich schon im Kopf erstellt.

Die Erntemannschaft ist auch schon komplett, der Erntetermin festgelegt und für die verlustig gegangene Azubine gibt es wahrscheinlich auch Ersatz, aber das wird sich am Montag klären.

Wie jedes Jahr: Man freut sich auf die Früchte der Arbeit der vergangenen Monate. Dieses Jahr freue ich mich besonders – nach zwei quantitativ schwachen Jahren – über die erwartete große Ernte. Noch ist man entspannt und gönnt sich die ruhigeren Arbeitstage und weiß genau, dass die Spannung zunimmt und der Erntestreß bald beginnt.

Weinernte 2013: Randgeschehen

2013-10-28 KinderDer Kleinste immer im Tragetuch oder im Kinderwagen dabei, die beiden Größeren, die abends beim Kistenreinigen halfen, kamen mit dem Mittagessen in den Weinberg. Das bei Kleinkindern übliche „kann ich mal auf der Raupe mitfahren“ und natürlich am Wegesrand spielen, dabei Figuren aus Matsch formend, der dieses Jahr überaus reichlich vorhanden war.…………………………………………………………………2013-10-24 RaupeZwischendurch musste den Kindern noch die heimische Fauna erklärt werden.

2013-05-21 DreckSpaß mit dem Matsch hatte auch unser Praktikant beim Reinigen des Kettenschleppers. Erst nach mühseligem Hochdruckreinigereinsatz war die Raupe sauber, der Praktikant von oben bis unten bespritzt und an der Waschstelle lag einiges an Erde.

2013-10-28 Eidechse

Ich kämpfte mit dieser Weinbergseidechse, die ich in einer Erntekiste entdeckt hatte. Erst nach dreimaligem umfüllen der Trauben wurde ich des Tieres habhaft und konnte es in die Freiheit entlassen, bevor es auf der Weinpresse sein Leben gelassen hätte.2013-10-26 KellerIm Weinkeller sind alle Moste am Gären. Bei der täglichen Gärkontrolle wird natürlich probiert und wir sind zufrieden, zumindest qualitativ. Die Menge ist sehr bescheiden. Das zweite Erntejahr mit wenig Ertrag in Folge. Die gärenden Weine schmecken alle sehr sauber und reintönig. Keinerlei negative Einflüsse durch vergammelte Trauben, da wir diese im Weinberg hängen gelassen haben. Ich denke, dass wir auch in diesem Jahr alles richtig gemacht haben.

Jetzt noch in Ruhe die Gärung der jungen Weine abwarten und dann wir können mehr zu den 2013er Weinqualitäten sagen.

Zipfelmützenwetter

Gestern während dem Abfüllen ein Anruf: „Es soll morgen schneien, können wir die Flaschen noch heute vorbei bringen?“. Kein Problem, eine Stunde später waren die für heute georderten Flaschen geliefert. Gut, dass im Büro meines Flaschenlieferanten ein Hobbymeterologe sitzt, der auch während der Arbeit auf die Wettervorhersage schaut. Heute massivstes Schneetreiben beim Blick aus dem Weinkeller, die andere Moselseite nicht zu sehen.

Wären die Bouteillen gestern nicht geliefert worden, heute wäre für den Lieferwagen kein durchkommen gewesen, zumindest in unseren steilen Hof. So kann nun morgen abgefüllt werden.

Letzte Woche hatten wir warmes und schönes Frühlingswetter, aber im Weinkeller sind immer noch eisige Temperaturen.

Für den Wein ist das sehr gut! So können wir aromaschonend Abfüllen.

Als Bekleidungsstück ist die Zipfelmütze zum Wärmen obligatorisch. Chefin Marita mit einem modischen und schicken Mützchen stellt die leeren Flaschen auf die Abfüllmaschine und beaufsichtigt diese.

Unser Sohn entnimmt die gefüllten Flaschen vom Band und legt sie in Gitterboxen. Der Winzer selbst führt die Aufsicht, ist für Flaschenzufuhr und -abfuhr zuständig, schaut nach den Weinfässern und macht nebenbei noch Fotos für die Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß.

Weinernte 2012: Der Alptraum wurde wahr

Gestern noch über Freud und Leid geschrieben, heute die Fortsetzung. Nicht über die Freude, nein, über das Leid. So richtig desaströs! Ein richtiges Debakel. So etwas ähnliches gab es schon im letzten Jahr. Scheint sich zu wiederholen.

Aber nun vom Anfang an. Heute morgen, beim inspizieren der großen Holzfässer, konnte ich in eine der Faßdauben locker einen Schraubenzieher stoßen. Der Alptraum jedes Holzfassausbauenden Winzers wurde wahr: Holzschwamm!! (Link führt zu einem ähnlichen holzzerstörenden Pilz) Mit einer Holzküferei telefoniert, ob es reparabel ist. Im Prinzip ja. Aber! Holzfass abbauen, in die Werkstatt bringen (über 100 km), zusammenbauen und Reparatur, abbauen und in den Keller und wieder zusammenbauen. Und im übrigen und sowieso und überhaupt haben wir vor Mitte 2014 keine Zeit, die Auftragsbücher sind voll. Kurz noch eine Schnellkalkulation geben gelassen und festgestellt, das es sich wirtschaftlich nicht lohnt.

Also mit dem Abbau des Fasses begonnen. Gar nicht so einfach! Eichenholz, 5-6 cm Fassholzdicke, nicht wie bei Ikea furniert und leicht, sondern massiv und richtig schwer! So abbauen, das das daneben liegende Faß nicht beschädigt wird. Mit der Faßwinde schräg stellen, Faßreifen lockern, Faßdauben vom Faßboden lösen, mit dem richtig dicken Hammer vorderen Faßboden lockern und entfernen. Dann ging es nicht mehr weiter. Sind richtig stabil gebaut. Die hinteren Faßreifen, die nur gelockert waren, hielten mit aller Macht das Holz zusammen.

Nach einigem Grübeln – ich hoffe, dass die Berufsgenossenschaft hier nicht mitliest – den Winkelschleifer genommen und ganz vorsichtig, zum wegspringen bereit, halb versteckt hinter dem Nachbarfass, die Fassreifen durchtrennt. Schlagartig hatte sich mein Problem gelöst.

Das war einmal ein 3000 l Holzfass. Zum trocknen auf der Palette. Zu schade, um es im Ofen zu verheizen. Im Gegensatz zum gestrigen Moselfuderfass doppelt so dickes Eichenholz!  Ideales Möbelbauholz!  Lange abgelagert und Jahrzehnte mit Riesling gebeizt! Ich werde meinen Schreiner fragen. Oder hat sonst jemand Interesse?

Das ist eine der beiden beschädigten Dauben. Der Holzschwamm  hat 80% der Daubendicke zerstört. Als Ersatz habe ich mir kurzfristig únd mit viel Glück noch den letzten verfügbaren Edelstahltank bei meinem Kellereiartikelhändler geordert. Zwar nur ein zweitausender, aber, wie ich schon schrieb, bei Holzfässern hat man lange Lieferzeiten, sind fast doppelt so teuer und für die erwartete kleinere Ernte wird der Platz im Weinkeller reichen.

Weinernte 2012: Die ersten Vorbereitungen

Während die Winzerkollegen in den südlicheren Weinbauregionen schon am ernten sind, wird es so langsam  Zeit, sich tiefere Gedanken über die kommende Weinernte zu machen und mit den Vorbereitungen im Weinkeller zu beginnen.

Gedanken habe ich mir schon gemacht. Zwar noch nicht so viele, aber der Erntebeginn beim Rivaner wird voraussichtlich Ende September sein, beim Riesling so um den 15. Oktober. Natürlich sehr variabel, je nach Witterung. Bis jetzt sieht es noch gut aus. Kühleres Wetter, optimal für die Aromaausprägung des Riesling und kein Regen in Sicht, der frühzeitige Fäulniss verursachen könnte. Nächste Woche werde ich meine Weinberge einmal genauer inspizieren.

Im Weinkeller haben wir mit den ersten Vorbereitungen für den Herbst begonnen. Bodenreinigung und Wandreinigung, Behälter (Holzfass, Stahltank) Aussen-, dann Innenreinigung. In dieser Reihenfolge! Zwischendurch Kleinteile, Armaturen usw. säubern, Maschinen säubern und überprüfen. Aber so weit sind wir noch nicht. Die Kellerfußböden und die Edelstahltanks sind mittlerweile sauber. Man kann nun vom Boden essen. Zwar ist der Wein ein relativ unproblematisches Lebensmittel, dass nicht so vom Verderb bedroht ist wie z.B. Milch oder Fleisch, jedoch können Hygienemängel die geschmackliche Qualität sehr negativ beeinflussen. Die Grundreinigung erfolgt mit Natronlauge, die den Schmutz aufweicht, dazu kommt noch Wasserstoffperoxid, den Hausfrauen als Aktivsauerstoff bekannt. Wasserstoffperoxid desinfiziert und bleicht. Beim Frisör zum blondieren verwendet. Harmlos und umweltverträglich.

In früheren Jahren wurden – im ökologischen Weinbau schon immer verboten – chlorhaltige Reiniger verwendet, die mittlerweile verpönt sind, da durch den Einsatz andere Chlorverbindungen entstehen, die in den Wein diffundieren können und ihn geruchlich beeinträchtigen. 2,4,6-Trichloranisol ist eine dieser Verbindungen. Besser bekannt als Korkgeschmack. Diese Verbindungen können dazu führen, das sogar mit Schrauber verschlossene Weine einen sogenannten Korkton haben. Weitergehende Information, unter anderem zu dieser Reinigerproblematik, finden Sie hier beim Spiegel und in einem älteren Artikel von mir auf diesem Blog.

Die Holzfässer werden in einer Woche für die Ernte vorbereitet. Dort wird zur Innenreinigung anstatt Natronlauge Heißdampf verwendet. Ich berichtete hier darüber. Das dazu gehörende Bild ist leider irgendwo im Nirwana des Internets verschwunden, leider auch viele weitere Bilder aus dem Jahr 2007.