Flaschengeklapper

Seit einigen Tagen und noch einige weitere Tage hallt aus dem Weinkeller das Klappern der Weinflaschen. Die ersten Weine sind abgefüllt und nächste Woche soll der 2018er Riesling komplett auf der Flasche sein.

Vor Tagen haben wir mit den exakten Planungen begonnen. Verlässlich lieferte der Flaschenhändler und der Verschlusslieferant auf den Tag genau nach Absprache. Die Etiketten kamen heute von der Druckerei.

An den Abfüllfreien Tagen wird etikettiert und ab der zweiten Märzwoche kann der neue Jahrgang geliefert werden. Bestellungen nehmen wir jetzt schon gerne entgegen.

Apropos Neuer Jahrgang: Die Weine zeigen sich von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik mit außergewöhnliche Aromen. Alles schmeckt extrem klar und balanciert mit einer angenehmen Säure, die sehr gut eingebunden ist. Etwas kräftiger und schmelziger wie man es von unseren Moselweinen gewohnt ist. Ein Ergebnis des ungewöhnlichen Ausnahmejahres 2018.

Finalprobe Zwanzichachtzehn

Das Steffens-Keß Verkosterteam hat wieder zugeschlagen. Fast alle waren da: Vom Azubi bis hin zum studierten Vollprofi, die Hobbywinzer und Endverbraucher natürlich auch, ergänzt durch eine Azubine des Berufes Weintechnologin, die dieses Jahr das Team verstärkte.

Kurze Unterrichtung meinerseits, was denn so ungefähr auf dem Tisch steht, dann durften alle nacheinander probieren.

Fast wie jedes Jahr. Diskussionen, ob der Wein in der qualitativen Reihenfolge richtig eingereiht war oder nicht. Bei der zweiten und dritten Proberunde wurden einzelne Weine in eine andere Reihenfolge gestellt. Die Jungweine waren mittlerweile wärmer geworden, hatten etwas Luftsauerstoff gezogen und probierten sich besser.

Heute werden noch einige Weine nachprobiert und dann kann es an die Sortiments- und Abfüllplanung gehen.

Ende Februar beginnen wir mit dem Abfüllen, kurz danach ist der 2018er Riesling käuflich hier im Shop erwerbbar und Sie können sich selbst ein Bild über den neuen Jahrgang machen.

Vorbereitungen

Die ersten Vorbereitungen zum Abfüllen der 2018er Rieslinge sind getroffen.

Heute wurde der Kieselgurfilter, den ich mir mit mehreren Kollegen teile, ins Weingut geholt. Die Einkaufsliste für die Filtrationshilfsstoffe ist auch schon geschrieben. Am Donnerstag, Regenwetter ist vorhergesagt, werden dann die Vorbereitungen wie Materialeinkauf, Vorreinigung der benötigten Geräte und so weiter erledigt.

Ebenfalls zum gemeldeten sehr kalten Wetter in der nächsten Woche können wir dann im relativ warmen Keller unsere Rieslingweine filtrieren.

Die vor der Filtration noch vorhandene leichte Hefetrübung behindert das Freisetzen des Bouquets. Erst  nach der Filtration kann man die ganze Bandbreite der Aromen riechen und schmecken.  Ich lasse mich überraschen, welche weiteren Aromen dann bei den überaus guten 2018er Rieslingen schmeck- und riechbar werden.

Zu guter Letzt haben wir heute bei unserem Steffens-Keß Verkosterteam nachgefragt, wann sie denn Zeit hätten, um unsere 2018er Weine zu beurteilen und mit uns das neue Weinsortiment zu gestalten.

Alles passt!

Wie immer wurden zum Jahreswechsel Proben der neuen Weine gezogen und zum Weinlabor gebracht. Neben der chemischen Analyse wurde unser Wein auch der viel wichtigeren sensorischen Analyse unterzogen. Bei dieser ersten Verkostung, die von neutralen, betriebsfremden Verkostern durchgeführt wird, – wir sind ja bekanntermaßen betriebsblind – geht es um vor allen Dingen um die Fehlerfreiheit unserer Weine. Die genaue qualitative Beurteilung erfolgt später durch das Steffens-Keß Verkosterteam.

Die Oenologen des Labors bescheinigten den 2018er Rieslingen fehlerfreiheit und hohe Qualitäten. DIe chemischen Werte sind sehr gut. Insbesondere die ausgewogenen Säuregehalte und die recht tiefen pH-Werte sind sehr erfreulich für den typischen Rieslinggeschmack. Die Alkoholausbeute ist in diesem Jahr etwa höher, aber nicht so hoch wie erwartet. Er liegt immer noch in einem moderaten Bereich für unsere Spaßweine.

Besonders freut es uns, das die Rieslingweine, die für unseren Rieslingsekt vorgesehen sind, analytisch und geschmacklich exakt passend sind.

Bisher alles zu unserer vollsten Zufriedenheit. Alles passt!

Ein sehr guter Jahrgang.  Das Wort Jahrhundert- oder Jahrtausendjahrgang möchte ich nicht verwenden, da diese durch die Klimaänderung häufiger auftreten werden. Superlative, die schon in der Vergangenheit inflationär benutzt wurden.

Weinstein

Wir haben in den letzten Tagen den jungen Rieslingwein von der Grobhefe abgetrennt. Beachtenswert war der sehr hohe Weinsteinausfall im neuen Wein. Insbesondere an den Zapfen der Holzfässer führte es zu kleinen Problemen beim Anstich.

Zapfen losschlagen, etwas lockern und dann schnell rausziehen und den Anstichhahn in das Zapfenloch stoßen war nicht so ganz einfach. Der Weinstein blockierte das Herausziehen des Zapfens. Da der Azubi vor der Ernte viel geübt hatte und ich ihm noch einige Tipps aus Kellermeisters Trickkiste gezeigt hatte, klappte es trotzdem sehr gut.

Bei den im Tank gelegenen Armaturen das gleiche Bild. Richtig viel grobkörniger Weinstein, der die dahinter liegende Armatur nicht erkennen lässt.

Weinsteinausfall heißt auch immer Säureminderung, da sich die Weinsäure des Weines mit dem im Wein vorhandenem Kalium verbindet und ausfällt. Chemisch gesehen Kaliumhydrogentartrat (Summenformel KC4H5O6), ein begehrtes Produkt, das bei auch als Küfergold bezeichnet wird. Diese Verringerung der Säure trägt zu der Harmonisierung des Weines bei.

Apropos Riesling: Die Weine zeigen sich momentan von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik und außergewöhnliche Aromen. Alles schmeckt extrem klar und balanciert mit einer angenehmen Säure, die sehr gut eingebunden ist.

Einfach gesagt: Es schmeckt, sehr gut!

Weinernte 2018: Eine kleine Zusammenfassung

Eine kleine Zusammenfassung zum Weinjahr 2018:

Sehr früh, schon Mitte April, ergrünten die Weinberge. Jede Rebknospe trieb aus und der Blütenansatz war sehr groß. Die Rebblüte erfolgte extrem früh im Mai. Trotz niedriger Winterniederschläge sah die Wasserversorgung der Rieslingreben bis Mitte Juni noch sehr gut aus. Dann folgte eine bisher noch nie gekannte Trockenphase, die bis heute anhält. Wir machten uns große Sorgen und hangelten uns von einem Gewitterniederschlag zum nächsten. Die Reben standen unter dauerndem Trockenstreß.

Ab September gab es nach den heißen Sommertemperaturen endlich die gewünschten kühleren Nachttemperaturen, damit der Riesling als cool climate Pflanze seine typischen Aromen in die Trauben einlagern konnte. Mit etwas Glück und einem extra Gewitter über Reil gab es bei uns keine Notreife mit den damit verbundenen Problemen wie niedrige Zuckergehalte in den Beeren, Bitternoten, Säuremangel usw.

Die Weinernte begann schon sehr zeitig Ende September bei bestem Wetter. Keinerlei Wetterwidrigkeiten wie Kälte oder Regen behinderten die Ernte. Die Rieslingtrauben waren ausnahmslos perfekt und Fäulnis suchte man vergebens. Erstmalig konnten wir ohne die bei uns übliche strenge Selektion ernten.

Die Trauben waren alle vollreif und hocharomatisch, die analytischen Werte im optimalen Bereich. Vom Basiswein – dieses Jahr auf einem etwas höheren qualitativem Niveau – über den Sektgrundwein bis hin zur Auslese konnten wir alle Qualitäten ernten.

Die neuen Rieslingweine schmecken extrem gut. Die Erntemengen sind mehr als ausreichend und füllen nach mehreren kleinen Ernten unseren Weinkeller.

Weinernte 2018: tänzelnde Eleganz

Rieslingtrauben an den steilen Moselhängen ernten, heißt auch harte körperliche Arbeit. Das Abschneiden der Trauben ist noch relativ einfach, dass Aufsammeln der Erntekisten und stapeln auf dem Anhänger ist schon bedeutend anstrengender. Um die körperliche Belastung zu minimieren, wechselten die Erntehelfer sich untereinander ab.

Auch die Mädels packten mit an, um die Kisten in die Weinpresse zu entleeren.  Bewundert durch die männlichen Helfer wanderten die Trauben in die Weinpresse und die männliche Hauruck Fraktion staunte nicht schlecht über die tänzelnde Eleganz mit der Dies geschah. Ein weiteres Bild gibt es hier.

Weinernte 2018: Wir haben fertig!

Nachdem der Kampf um die letzten Rieslingtrauben in der letzten Rebzeile ohne gegenseitige Schnittverletzung beendet war, kann ich jetzt verkünden: „Wir haben fertig!“

Und wie immer an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unsere Lesemannschaft Niels, Tjaakje, Chefin Marita, Nena, Halil (knieend), Felix, Freddy, Azubi Ken, Barış, (v.l.n.r.) und die heute nicht dabei gewesenen Alice, Christoph, Louis, Greta, Emma, Valentin, Rosi, Maria, Elke, Jörn, Lea und Sophie.

Wie immer: Rasend schnell, immer gut drauf und alle Neuigkeiten aus dem Dorf wissend.

Weinernte 2018: Winzerwunschwetter

Die morgendliche Ernte startet fast immer im dichten Nebel bei kühlen Temperaturen. Das Vorauskommando verteilt am Weinberg die Erntekisten.

Kurze Zeit später folgt die froh gelaunte, warm angezogenen Erntemannschaft (hier nur ein Teil), um mit dem Tagewerk zu beginnen.

Aber dann, wenn der Nebel sich gelichtet hat, scheint die Sonne bei strahlend blauem Himmel bis in die Abendstunden.

 

So warm, dass die mitgenommenen Gummibärchen für die Frühstückspause zu schmelzen beginnen und eine einheitliche Masse werden.

Bisher haben wir noch nie eine solche Weinernte erlebt. Es herrscht bester Altweibersommer ohne jeglichen Regen, morgendlich angenehme, kühle Temperaturen und mittags hat, hitzebedingt, fast keiner Lust zum Arbeiten.

Die Rieslingtrauben erfreuen sich noch nie da gewesener Gesundheit, dazu beste Qualität und es ist auch die bisher größte Weinernte, die wir ernten durften.

Weinernte 2018: Teamwork mit dem Dream-Team

Es läuft! Sehr gut! Hand in Hand arbeiten unsere Erntehelfer im Weinberg und Weinkeller. Seit etlichen Jahren sind sie ein eingespieltes Team. Neue Helfer werden umgehend eingebunden. Ohne das großartige Anweisungen unsererseits gegeben werden, verteilen sich die Helfer im Weinberg auf die Rebzeilen zum Ernten. Auch der Transport der Trauben aus dem Weinberg organisiert sich fast von selbst.

Kaum im Weingut angekommen wird sofort der Raupenschlepper vom Tieflader gefahren und dieser abgehängt.

Für das Entleeren der Erntekisten in die Weinpresse finden sich,

wie auch für das Einstampfen der Pressrückstände für die Tresterbrandherstellung, schnell fleißige Hände (und Füße).

An dieser Stelle einmal ein Dankeschön an unsere Helfer und Helferinnen für die sehr entspannte Zusammenarbeit und für das tolle Teamwork.