schnipp schnapp

Die Trockenheit macht mir zunehmend Sorge. Die letzten zwei Wochen mit den sehr hohen Temperaturen haben sehr stark am Bodenwasservorrat gezehrt.

Während ältere Weinberge noch tadellos aussehen und noch keine Anzeichen von Wassermangel zeigen, sieht es in jungen Rebanlagen anders aus. Die ersten Rieslingreben sind schon vertrocknet.

Andere Jungreben haben massive Trockenschäden. Kümmerwuchs, gelbe Blätter, Blattschäden durch die intensive UV-Strahlung der Sonne usw.

Um die jungen Reben zu entlasten und um sie für die Zukunft vital zu halten, habe ich heute bei den betroffenen Reben Fruchtruten und Trauben abgeschnitten. Schnipp, schnapp!

Die Trockenheit ist bis jetzt vergleichbar mit dem letzten Jahr. Der kleine Unterschied ist nur, dass die Langfristprognose der Wetterfrösche weder Landregen noch Gewitter vorhersagt. Zumindest sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen sinken.

Es wird spannend!

Binnen weniger Tage

Binnen weniger Tage hat ein gewaltiger Wachstumsschub im Weinberg stattgefunden. In der letzten Woche waren die Rieslingreben noch am blühen und jetzt sind die kleinen Beeren schon gut gewachsen.

Die dafür förderlichen hochsommerlichen Temperaturen erschweren jedoch auch das Arbeiten von Mensch und Maschine im Weinberg. In der Mittagshitze geht nichts mehr. Der Mensch schwitzt das Wasser schneller aus, wie er es trinken kann, beim Kettenschlepper wird das Hydrauliköl heiß und Arbeitspause ist angesagt.

Die händisch zu machenden Laubarbeiten sind größtenteils erledigt. Vorerst wird nur noch Maschinenarbeit gemacht. Aktuell Laubschnitt und das entfernen der Blätter in der Traubenzone.

Jetzt noch ein ausgiebiger Landregen damit die etwas knappen Bodenwasservorräte aufgefüllt werden. Das wäre dann kurz vor perfekt!

ratzfatz erledigt

Eine der  wenigen Ereignisse über die ich mit schöner Regelmäßigkeit berichte, ist die Rebblüte. Dieses Jahr später als in den letzten Jahren. Der kalte Mai verzögerte stark die Entwicklung der Rieslingreben.

Die Wetterbedingungen waren für die Rieslingblüte perfekt und ratzfatz verblühte der Riesling binnen kürzester Zeit. Ich gehe davon aus, das eine sehr gute Bestäubung stattgefunden hat.

Auf dem Bild sieht man die Details. Sobald das Blütenkäppchen abgeworfen ist, erscheint der Fruchtknoten mit Narbe und die Staubgefäße. Dann ist es schon passiert und die Bestäubung erfolgt. Da die Reben Selbstbestäuber sind, werden keine Insekten benötigt.

Chance verpasst

Bei der heutigen Weinbergsarbeit begegnete mir heute ein ausgeschwärmtes Bienenvolk, das sich in einem Rebstock zu einer Schwarmtraube zusammen gefunden hatte.

Äußerst friedlich ging es zu. Kein hektisches Treiben wie am Bienenstock im  Weingut. Wie im Streichelzoo hätte man die Bienen anfassen und streicheln können.

Da ausgeschwärmte Bienenvölker als Herrenlos gelten, hatte  der Winzer jedoch andere Gedanken. Schnell noch die Rebzeile fertig machen, dann den Kurzzeitpraktikanten abholen. Die Bienenfangutensilien wären auch schnell zusammen gesucht, aber…

Leider hatte dann der Bienenschwarm das Weite gesucht und der Traum von einem weiteren Bienenvolk hatte sich erledigt.

Gute Startbedingungen

Nachdem am Wochenende reichlich Regen von Himmel gefallen ist, haben wir beste Startbedingungen für die kommende Vegetationsperiode.

Bislang ist das Rebwachstum durch die niedrigen Temperaturen zum Stillstand gekommen. In den nächsten Tagen soll es wärmer werden und das Wachstum wird angekurbelt. Nicht zu warm und nicht zu kalt sagen die Meteorologen. Genau das richtige Winzerwunschwetter, damit wir die kommenden sommerlichen Laubarbeiten zeitgerecht erledigen können.

Stillstand

Das Wachstum im Weinberg ist fast zum Stillstand gekommen. Tiefe Temperaturen bis kurz über dem Gefrierpunkt behinderten in den letzten Tagen das Wachstum unserer Reben.

Der Höhepunkt der aktuellen Kältewelle waren die letzten beiden Tagen mit den Eisheiligen. Wider Erwarten fand ich heute vom Frost geschädigte Rebtriebe. Einige nachgepflanzte Jungreben wiesen erfrorene Blätter und Triebspitzen auf.

Andere Kollegen sind stärker betroffen. Größere Schäden soll es an der Mittelmosel und der Luxemburger Mosel geben. Auch aus der Schweiz und Frankreich wird von Erfrierungen an den Reben berichtet.

Kein Vergleich zu den Schäden von  2016 und 2017, als Europaweit eine Kaltluftfront für massivste Ertragseinbußen sorgte.

Sedum album

Sedum album oder weißer Mauerpfeffer genannt. Er ist sehr häufig auf unseren trockenen Schieferböden zu finden.

Er kann in der Küche verwendet werden. Vor der Blüte geerntete, junge Triebe können roh an Salate oder gekocht zu Gemüsegerichten gegeben werden. Das Kraut, das einen scharfen, pfeffrigen Geschmack besitzt, soll ganz jung als Salatwürze zubereitet werden können.

Der Weiße Mauerpfeffer ist  eine beliebte Futterpflanze für Schmetterlinge, zum Beispiel für den seltenen Apollofalter.

Er zählt zu den uralten Arzneipflanzen und schon in den hippokratischen Schriften als Mittel gegen Schwellungen und Entzündungen bezeichnet. Wegen des scharfen Saftes wird der Mauerpfeffer auch zum Vertreiben von Wanzen, Flechten und Hühneraugen gebraucht.

Sedum album ist aber mit Vorsicht für die menschliche Ernährung zu gebrauchen. Alle Quellen sprechen von einer gewissen Giftigkeit, die zu Erbrechen führt, die aber auch therapeutisch bei Diphtherie und anderen Krankheiten zu Nutzen war. Das Kraut soll sogar gelegentlich benützt worden sein, um plötzliches Erkranken zu simulieren, da schon kleine Gaben, besonders bei jüngeren Personen, leicht Erbrechen hervorrufen können, wie man hier nachlesen kann.

es fängt wieder spannend an

Der Austrieb der Rieslingreben hat begonnen. Dank Klimaänderung wieder zu früh. Die meisten Knospen sind im sogenannten Wollestadium, der braune Haarbesatz der Knospe wird sichtbar. Die Knospen werden dick und der Austrieb steht kurz bevor.

Bei einigen wenigen, die etwas weiter sind, erkennt man schon die ersten Blätter. Beginn des Knospenaufbruches nennt man dieses Wachstumsstadium.

Das Vegetationsjahr fängt spannend an. Ein leichter Spätfrost ist für das Wochenende vorhergesagt. Wenn es bei diesen leichten Minustemperaturen bleibt, ist es kein Problem, da die Knospen zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas unempfindlich sind.

Ich möchte nicht nochmals die Bilder aus den vergangenen Jahren sehen, als weite Teile Europas von Spätfrösten betroffen waren und die Winzer große Verluste hinnehmen mussten.

Zum Nachlesen: hier,hier und hier! 

Terrassensaison

Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die Knospen der Bäume werden dick und fangen an zu treiben. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Weinbergspfirsichbäume haben mit ihrer wunderschönen Blüte den Anfang gemacht. Die anderen Obstbäume werden binnen weniger Tagen folgen.

Bei den Weinreben schwellen so langsam die Knospen an und es fängt ein neuer Lebenszyklus an, der sich schon durch das Bluten der Rieslingreben bemerkbar gemacht hat.

Da die Temperaturen wärmer werden, eröffne ich nun die Terrassensaison und freue mich auf ein Gläschen Riesling auf unserer Terrasse.