Weinernte 2019: Vorläufiges Fazit

Nachdem die Weinernte beendet ist, die Weinpresse in der Ecke auf die nächste Ernte wartet und das Weingut wieder im Normalbetrieb funktioniert, ein vorläufiges Fazit der Weinernte 2019:

Durch die diesjährige Trockenheit und die massiven Sonnenbrandschäden befürchteten wir eine sehr kleine Ernte. Die verbliebenen Trauben haben diese Verluste durch dickere Beeren teilweise ausgleichen können und so ist die Erntemenge größer als erwartet, aber leider immer noch unterdurchschnittlich. Ärgerlich waren auch Vögel, denen unsere Rieslingtrauben so gut schmeckten, dass in einem Weinberg für den Winzer nicht viel übrig blieb.

Es war eine der nassesten Weinernten seit Jahren. Die Beeren waren permanent Regen und Feuchtigkeit ausgesetzt. Dazu kamen die hochsommerlichen, schwülen Temperaturen am zweiten Oktoberwochenende. Der Riesling mit seiner empfindlichen, dünnen Beerenschale fing an zu faulen (Im Bild links oben). Da wir vor diesem Wochenende fleißig selektiv vorgeerntet hatten, konnten wir die verbliebenen Trauben fast ohne Verluste schnell ernten.

Qualitativ sind wir zufrieden! Von Erntetag zu Erntetag wurden die Trauben reifer und aromatischer. Bei der täglichen Gärungskontrolle im Weinkeller sind intensive Aromen wie z.B. reife Birne, Pfirsich, Maracuja und andere tropische Früchte wahrnehmbar. Eine kleine Entschädigung für die geringe Erntemenge.

Weinernte 2019: Wir haben fertig

Die Weinernte 2019 ist beendet. Am Freitag ernteten wir bei ruhigem Herbstwetter mit einer kleinen Erntemannschaft die letzten Rieslingtrauben.

Wie jedes Jahr ein dickes Lob und ein Dankeschön an unsere Erntemannschaft, die wie immer ihr bestes beim Ernten gab. Rasant schnell, einsame Spitze im Selektieren und immer gut drauf: Leon, Azubi Lukas, Exazubi Ken und Chefin Marita (v.l.n.r.) und die nicht im Bild dabei gewesenen: Uli, Willem, Hennes, Vigen, Ole, Halil, Niels, Teis, Selina, Manfred, Rosi, Margit, Felix, Vanessa, Freddy, Vali, Elke, Dieter und Karin.

Weinernte 2019: Der Stand der Dinge

Fleißig haben unsere Erntehelfer in den letzten Tagen Träubchen für Träubchen Riesling geerntet und selektiert. Leider hatten wir des Öfteren Regen und abends standen die Arbeitsschuhe zum trockenen im warmen.

Für den Riesling war der Regen nicht so gut. Beginnende Fäulnis ist das Resultat. Da wir sehr fleißig selektiert haben, hängen jetzt, bis auf einen Weinberg, nur noch gesunde Trauben. Voraussichtlich diese Woche noch und die Weinernte 2019 ist beendet. 

Qualitativ finden die 2019er Rieslingtrauben regen Zuspruch. Vögel haben uns in einem Weinberg jede Menge Trauben weggefressen und unsere Erntemenge verringert.

Weinernte 2019: läuft

Seit zwei Tagen läuft die Weinernte und die ersten Fässer sind gefüllt. Die Trauben sind noch sehr gesund. Einige, wenige Fäulnisnester werden aus den Trauben herausgeschnitten und verworfen. Die bisherigen Qualitäten sind vielversprechend, die analytischen Zahlen stimmen und der Most schmeckt. Mengenmäßig wird es durch die sommerliche Trockenheit und die großen Sonnenbrandschäden einiges weniger.

Etwas Sorgen bereitet mir das Wetter. Zu einem erschwert es das Abernten unserer Steillagen, zum anderen ist der Regen nicht gerade förderlich für den Gesundheitszustand der Weintrauben.

Nächste Woche versuchen wir mit unserer großen Erntemannschaft, möglichst viele Weinberge in der regenfreien Zeit zu ernten, da dann einige Helfer wieder abreisen werden.

Weinernte 2019: Ein Rückblick und ein kleines Prognöschen

 

Wir blicken mit Vorfreude auf die kommende Ernte. Schöne gesunde Rieslingtrauben hängen in den Weinbergen. Wenige kompakte Trauben haben Fäulnisbefall, der nicht dramatisch ist und sich durch die gemeldeten kühlen Temperaturen nicht weiter ausbreiten dürfte. Obwohl es im Boden wieder sehr trocken ist, wünschen wir uns keine größeren Niederschläge, die die dünnen Beerenhäute des Rieslings zum Aufplatzen bringen würden. Fäulnis mit den verbundenen Problemen wäre die Folge.

Unsere Vorfreude wird durch die Auswirkungen der  Trockenheit und Hitze des vergangenen Sommers getrübt. An einigen Stellen in den Weinbergen, wo die Bodenauflage über dem Schiefergestein geringer ist, blieben die Trauben trockenheitsbedingt klein. Die Hitzewelle Ende Juli mit Temperaturen um 40 Grad (im Schatten!) verursachte massive Sonnenbrandschäden . Geschätzte 25 % der Trauben waren betroffen und sind mittlerweile eingetrocknet.

Glück im Unglück hatten wir, als kurz nach den Rekordtemperaturen ausreichend Regen fiel. So konnten die Beeren bei der darauf folgenden Wachstumsphase noch einiges an Gewicht zulegen und die Verluste durch den Sonnenbrand etwas ausgleichen. Wir erwarten einen unterdurchschnittlichen Ertrag.

Qualitativ sieht es gut aus. Die kühlen Nächte sind ideal, damit der Riesling Fruchtaromen bildet. Als „cool climate“ Pflanze braucht er diese Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, um sein volles Aromenspektrum zu bilden.

Am 4. Oktober wissen wir mehr, Erntebeginn für die Weinernte 2019.

Erster!

Erster! Nachdem uns in den letzten Jahren öfters die ganze oder die halbe Ernte des Weinbergpfirsichs geklaut wurde,  war ich heute als erster da und habe geerntet. Mangels genügender Erntebehältnisse werden morgen früh die restlichen Pfirsiche (Prunus persica) gepflückt.

Von einem weiteren Pfirsichbäumchen, dass ich vor fünf Jahren gepflanzt hatte, konnte ich dieser Tage die erste Ernte einfahren. Leider erst die erste. Die eigentlich erste Ernte fiel meinem Mähgerät zum Opfer, als ich versehentlich über das im Weinberg stehende Bäumchen mit dem Kettenschlepper fuhr. Die zweite und dritte Ernte, jeweils nur eine Handvoll Früchte, wurden auch geklaut.

Es stellte sich jetzt heraus, dass das Bäumchen, das ich als Weinbergspfirsich von einem befreundetem Hobbygärtner bekommen hatte, ein weißer Pfirsich ist, der äussert wohlschmeckend und aromatisch ist.

Herbststimmung

Seit einigen Tagen sind die Temperaturen auf Talfahrt und die ersten Vorboten des kommenden Herbstes sind in Form von Nebel  über dem Moseltal sichtbar.

Die Rieslingtrauben sind am reifen. Das für die nächsten Tage gemeldete Wetter mit kühlen Nächten und warmen Tagen ist ideal, um Fruchtaromen in der Traube einzulagern. Der Riesling als „cool climate“ Pflanze braucht diese Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, um sein volles  Aromenspektrum zu bilden.

In den nächsten Tagen fange ich gemütlich mit der Generalreinigung des Weinkellers und der Kellereimaschinen an. Alles durchsehen, Funktionskontrolle der Maschinen, Lesescheren nachzählen und überprüfen, Verbauchsmaterialien in genügender Menge bevorraten und so weiter und so fort. Die Checkliste habe ich schon im Kopf erstellt.

Die Erntemannschaft ist auch schon komplett, der Erntetermin festgelegt und wie jedes Jahr: Man freut sich auf die Früchte der Arbeit der vergangenen Monate. Noch ist man entspannt und gönnt sich die ruhigeren Arbeitstage und weiß genau, dass die Spannung zunimmt und der Erntestress bald beginnt.

Tigerstreifenmuster

Das Tigerstreifenmuster lässt erkennen, das diese Rebe von der Viruskrankheit Esca befallen ist. Ich berichtete hier über diese Erkrankung und die beim Rebschnitt zu ergreifenden Maßnahmen, um den Weinstock wieder vital zu bekommen.

Durch die bis Ende Juli herrschende Trockenheit traten diese Blattverfärbungen früher auf als in vergangenen Jahren. Die betroffenen Reben sind von mir gekennzeichnet worden, damit sie beim Rebschnitt gefunden werden und bis auf das gesunde Holz zurückgeschnitten werden können. Die Kennzeichnung ist auch wichtig für die Erntehelfer, damit diese die minderwertigen Trauben der kranken Weinstöcke nicht ernten.

Als wäre nichts gewesen

Als wäre nichts gewesen präsentieren sich die Begrünungen in den Weinbergen. Keinerlei Spuren sind von der extremen Trockenheit zu sehen, die bis vor zweieinhalb Wochen in den Weinbergen zu verdorrten Begrünungen und anderen Problemen geführt hat.

Die Spuren der Trockenheit sieht man den Reben, bzw. den Trauben an. An Stellen, an denen die Reben nicht genügend Wasser aus dem Boden ziehen konnten, sind die Trauben klein geblieben. Im Extremfall wurden sie von uns abgeschnitten, damit diese Rebstöcke entlastet und überleben konnten. Größere Sorgen bereiten die Verluste durch Sonnenbrand, die etwas hoch sind. Es wird sicherlich bestimmt eine unterdurchschnittliche Erntemenge.

Gut, dass die für die Reben ausreichenden Niederschläge zur rechten Zeit kamen. Die Beeren und Trauben können noch etwas wachsen. Es ist genügend Wasser da, damit in der kommenden Reifephase Zucker und Geschmacksstoffe optimal gebildet und in den Trauben eingelagert werden können.