es fängt wieder spannend an

Der Austrieb der Rieslingreben hat begonnen. Dank Klimaänderung wieder zu früh. Die meisten Knospen sind im sogenannten Wollestadium, der braune Haarbesatz der Knospe wird sichtbar. Die Knospen werden dick und der Austrieb steht kurz bevor.

Bei einigen wenigen, die etwas weiter sind, erkennt man schon die ersten Blätter. Beginn des Knospenaufbruches nennt man dieses Wachstumsstadium.

Das Vegetationsjahr fängt spannend an. Ein leichter Spätfrost ist für das Wochenende vorhergesagt. Wenn es bei diesen leichten Minustemperaturen bleibt, ist es kein Problem, da die Knospen zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas unempfindlich sind.

Ich möchte nicht nochmals die Bilder aus den vergangenen Jahren sehen, als weite Teile Europas von Spätfrösten betroffen waren und die Winzer große Verluste hinnehmen mussten.

Zum Nachlesen: hier,hier und hier! 

Es gibt ihn noch…

Es gibt ihn noch, den liebevoll mit Hand geschriebenen Brief. Ab und zu auf feinstem Papier unter Zuhilfenahme eines Füllhalters geschrieben, innen drin eine Bestellung oder einfach ein Kompliment über unsere Rieslingweine. Dieses Mal ist das Kompliment schon bei der Adressierung ersichtlich.

Ich freue mich richtig über diese Briefe (gibt es aber auch als E-Mail)! Die schmeicheln dem eigenen Ego mehr als irgendeine Urkunde von einem Weinwettbewerb und es ist Balsam für die Seele. Und dieses Feedback zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Terrassensaison

Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die Knospen der Bäume werden dick und fangen an zu treiben. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Weinbergspfirsichbäume haben mit ihrer wunderschönen Blüte den Anfang gemacht. Die anderen Obstbäume werden binnen weniger Tagen folgen.

Bei den Weinreben schwellen so langsam die Knospen an und es fängt ein neuer Lebenszyklus an, der sich schon durch das Bluten der Rieslingreben bemerkbar gemacht hat.

Da die Temperaturen wärmer werden, eröffne ich nun die Terrassensaison und freue mich auf ein Gläschen Riesling auf unserer Terrasse.

Unterwegs nach Frankreich

Ein Kunde schrieb mir, dass von einer Lieferung ein Karton Wein fehlt.  Also bei der Sendungsverfolgung von DHL nachgeforscht.

Überraschung! Unterwegs nach Frankreich, obwohl er nur nach Süddeutschland reisen sollte. Der Kunde wurde über den Verbleib des Weines unterrichtet und der fehlende Wein ist mit einem Ersatzpaket schon an diesen geliefert worden.

Nun warte ich darauf, dass das verreiste Paket sich wieder bewegt und in der Sendungsverfolgung neue Nachrichten erscheinen. Seit Tagen liegt es in einem französischen Paketzentrum und bewegt sich nicht. Urlaub für den Moselriesling?

Vor einigen Jahren ist ein Weinpaket von uns sogar über den Äquator nach Sambia in Afrika gereist, um dann zwei Monate später, nach einem vermeintlichen Badeurlaub, wieder bei uns im Weingut aufzutauchen.

Ich werde die Sendungsverfolgung im Auge behalten und lasse mich überraschen, welche weitere Reise unser Riesling in Frankreich macht.

Flaschengeklapper

Seit einigen Tagen und noch einige weitere Tage hallt aus dem Weinkeller das Klappern der Weinflaschen. Die ersten Weine sind abgefüllt und nächste Woche soll der 2018er Riesling komplett auf der Flasche sein.

Vor Tagen haben wir mit den exakten Planungen begonnen. Verlässlich lieferte der Flaschenhändler und der Verschlusslieferant auf den Tag genau nach Absprache. Die Etiketten kamen heute von der Druckerei.

An den Abfüllfreien Tagen wird etikettiert und ab der zweiten Märzwoche kann der neue Jahrgang geliefert werden. Bestellungen nehmen wir jetzt schon gerne entgegen.

Apropos Neuer Jahrgang: Die Weine zeigen sich von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik mit außergewöhnliche Aromen. Alles schmeckt extrem klar und balanciert mit einer angenehmen Säure, die sehr gut eingebunden ist. Etwas kräftiger und schmelziger wie man es von unseren Moselweinen gewohnt ist. Ein Ergebnis des ungewöhnlichen Ausnahmejahres 2018.

Bois noir und Esca

Bois noir und Esca, zwei Viruskrankheiten, die uns Kummer machen.

Klimaerwärmung und Klimastress, insbesondere die letzten Jahre mit ihrer extremen Witterung (Trockenheits- und Nässephasen), fördern diese Viruserkrankungen, die quasi die Saftleitbahnen der Rebe verstopfen.

Als  einzige Maßnahme bleibt der Weg, die Rebe bis auf einen kleinen Stammrest zurückzuschneiden. Dabei wird das von Erregern befallene Rebholz komplett entfernt. Aus den im kommenden Frühjahr sich neu bildenden Trieben kann der Rebstock dann wieder aufgebaut werden.

In der Regel stellt das kein allzu großes Problem dar. Nur in einem kleinen Weinberg von uns ist die Befallshäufigkeit sehr hoch. Ich weiß nicht warum, aber in den letzten Jahren mussten ca. 25 % der Reben zurückgeschnitten werden. Das bedeutet leider für einige Zeit keine Ernte von diesen Rebstöcken.

Ich schrieb schon  hier und hier über diese beiden Viruserkrankungen.

Finalprobe Zwanzichachtzehn

Das Steffens-Keß Verkosterteam hat wieder zugeschlagen. Fast alle waren da: Vom Azubi bis hin zum studierten Vollprofi, die Hobbywinzer und Endverbraucher natürlich auch, ergänzt durch eine Azubine des Berufes Weintechnologin, die dieses Jahr das Team verstärkte.

Kurze Unterrichtung meinerseits, was denn so ungefähr auf dem Tisch steht, dann durften alle nacheinander probieren.

Fast wie jedes Jahr. Diskussionen, ob der Wein in der qualitativen Reihenfolge richtig eingereiht war oder nicht. Bei der zweiten und dritten Proberunde wurden einzelne Weine in eine andere Reihenfolge gestellt. Die Jungweine waren mittlerweile wärmer geworden, hatten etwas Luftsauerstoff gezogen und probierten sich besser.

Heute werden noch einige Weine nachprobiert und dann kann es an die Sortiments- und Abfüllplanung gehen.

Ende Februar beginnen wir mit dem Abfüllen, kurz danach ist der 2018er Riesling käuflich hier im Shop erwerbbar und Sie können sich selbst ein Bild über den neuen Jahrgang machen.

Eine „verrückte“ Idee, bei einem Fläschchen Riesling geboren

Eine „verrückte“ Idee, bei einem Fläschchen Riesling geboren. Aber der Reihe nach.

Weinköniginnen, insbesondere die Ortsweinköniginnen werden immer rarer. Während vor einigen Jahren sich die jungen Frauen – die Mütter auch – darum stritten, wer denn Weinkönigin wird,  blieb in den letzten Jahren der Nachwuchs aus. Unsere letzte Weinkönigin Franziska war sogar vier Jahre im Amt. Doch nun geht es weiter, zwar anders als gedacht, aber…

Bei der Eröffnungsfeier des Weihnachtsmarktes in der Nachbarstadt Traben-Trarbach traf ein junger Repräsentant unseres Ortes auf die Ehrengäste des amerikanischen Fliegerhorstes Spangdahlem,. Dabei auch zwei Amerikanerinnen, die sich sehr für Wein, insbesondere den Moselriesling, interessieren, und vom deutschen Weinköniginnenkult sehr angetan sind. Im Laufe des Gespräches, unterstützt von einem – oder mehr? – Fläschchen Riesling, wurde eine skurrile Idee geboren.

Da der Riesling bekanntermaßen die Zunge löst, den Schweigsamen zum Reden bringt und verborgene Gedanken frei werden lässt, zudem Esprit und Fantasie beflügelt, anstatt sie zu lähmen, wurde ein Plan geschmiedet. Per Handschlag wurde vereinbart, dass die beiden als Weinbotschafter – der Titel Weinkönigin ist ja jüngeren, unverheirateten Frauen vorbehalten – Reil und die Mosel präsentieren sollen.

Gemeinderat und Winzerschaft stimmten dem nachträglich zu.

Wir freuen uns, das seit letzten Wochenende Frau Dr. Erin Bailey, als Weinbotschafterin und Stephanie Retka, als Vizebotschafterin, den Reiler Riesling in der Welt repräsentieren werden!

Zudem spricht Dr. Erin Bailey nicht nur Englisch. Bei der Einführung in Ihr Amt hielt Sie Ihre Rede auf Deutsch und Englisch, was die Kommunikation bedeutend vereinfacht.

Und ganz wichtig: Im Vorgespräch sagte Sie, dass, wenn Sie Riesling trinkt, Ihr Deutsch besser wird! 🙂

Lasst uns Riesling trinken. Prost!

Vorbereitungen

Die ersten Vorbereitungen zum Abfüllen der 2018er Rieslinge sind getroffen.

Heute wurde der Kieselgurfilter, den ich mir mit mehreren Kollegen teile, ins Weingut geholt. Die Einkaufsliste für die Filtrationshilfsstoffe ist auch schon geschrieben. Am Donnerstag, Regenwetter ist vorhergesagt, werden dann die Vorbereitungen wie Materialeinkauf, Vorreinigung der benötigten Geräte und so weiter erledigt.

Ebenfalls zum gemeldeten sehr kalten Wetter in der nächsten Woche können wir dann im relativ warmen Keller unsere Rieslingweine filtrieren.

Die vor der Filtration noch vorhandene leichte Hefetrübung behindert das Freisetzen des Bouquets. Erst  nach der Filtration kann man die ganze Bandbreite der Aromen riechen und schmecken.  Ich lasse mich überraschen, welche weiteren Aromen dann bei den überaus guten 2018er Rieslingen schmeck- und riechbar werden.

Zu guter Letzt haben wir heute bei unserem Steffens-Keß Verkosterteam nachgefragt, wann sie denn Zeit hätten, um unsere 2018er Weine zu beurteilen und mit uns das neue Weinsortiment zu gestalten.

Alles passt!

Wie immer wurden zum Jahreswechsel Proben der neuen Weine gezogen und zum Weinlabor gebracht. Neben der chemischen Analyse wurde unser Wein auch der viel wichtigeren sensorischen Analyse unterzogen. Bei dieser ersten Verkostung, die von neutralen, betriebsfremden Verkostern durchgeführt wird, – wir sind ja bekanntermaßen betriebsblind – geht es um vor allen Dingen um die Fehlerfreiheit unserer Weine. Die genaue qualitative Beurteilung erfolgt später durch das Steffens-Keß Verkosterteam.

Die Oenologen des Labors bescheinigten den 2018er Rieslingen fehlerfreiheit und hohe Qualitäten. DIe chemischen Werte sind sehr gut. Insbesondere die ausgewogenen Säuregehalte und die recht tiefen pH-Werte sind sehr erfreulich für den typischen Rieslinggeschmack. Die Alkoholausbeute ist in diesem Jahr etwa höher, aber nicht so hoch wie erwartet. Er liegt immer noch in einem moderaten Bereich für unsere Spaßweine.

Besonders freut es uns, das die Rieslingweine, die für unseren Rieslingsekt vorgesehen sind, analytisch und geschmacklich exakt passend sind.

Bisher alles zu unserer vollsten Zufriedenheit. Alles passt!

Ein sehr guter Jahrgang.  Das Wort Jahrhundert- oder Jahrtausendjahrgang möchte ich nicht verwenden, da diese durch die Klimaänderung häufiger auftreten werden. Superlative, die schon in der Vergangenheit inflationär benutzt wurden.