Wasser!

2015-08-08 HoffestAm Samstag habe ich als Gastwinzer beim Hoffest meines Kollegen Reinhard Schäfer unsere Moselrieslinge präsentiert.  Der Hof des Weingutes war sehr gut gefüllt, Speis und Trank gab es reichlich und die Liveband machte ausgezeichnete Musik. Zwar brütend heiß und etwas schwierig die Weine gekühlt zu halten, aber ein sehr schöner Abend.

Auch in Württemberg ist die extreme Trockenheit ein allgegenwärtiges Thema. Die kleineren Regenschauer, die wir in den letzten Wochen an der Mosel hatten, fehlten dort komplett. Gestern kam allerdings die Erlösung für den Kollegen. Abends erreichte mich die freudige Nachricht per Mail:

„Hallo Harald,

innerhalb einer Stunde 50 Liter Wasser. Halle schwimmt. Alle Regenwasser-Tanks laufen über. Mussten am Haus die Hochwasser-Sperre anbringen!

Gruß

Reinhard“

Wie unser Weingut, liegt auch das Weingut Schäfer nahe am Fluss (Bottwar). Als Moselanlieger würde ich eher Bach sagen. Und wie das nun mal bei Flussanliegern ist, die zudem direkt im Talgrund liegen, gibt es mal leichte Überschwemmungen. Nicht meterhoch wie wir es an der Mosel gewohnt sind, aber plötzlich 15 cm Wasser in Hof und Halle sind ja auch schon was.

Für Reinhard ist auf jeden Fall die Sorge um die Trockenheit im Weinberg sehr schnell und ausreichend erledigt. Da nimmt er gerne die kleine Überschwemmung in Kauf.

Für uns ist das Problem mittlerweile auch kleiner geworden. Letzte Nacht gab es fast 20 Liter/qm Regen, kommende Nacht soll es auch noch regnen. Etwas Entspannung!

Ich hoffe und wünsche, dass genügend Regen für alle Winzer fällt, da die extreme Hitze und Trockenheit die Wasserreserven in ganz Europa schwinden lässt. Beispielsweise schreibt auch unser Kollege Bernhard Fiedler in Österreich über die Auswirkungen des Wassermangels.

Gut und sehr gut

2015-06-22 Regen

Gut, sehr gut! Es regnet! Ein schöner Landregen, den ganzen Tag lang. Die Nacht soll es auch durchregnen. Zusammen mit den in den vergangenen Tagen gefallenen Regenschauern dürfte unser Trockenheitsproblem in den Weinbergen vorerst behoben sein. Zwar keine Luxusversorgung der Rieslingreben, aber es reicht vorerst. Nun noch wärmere Temperaturen, damit die letzten Rebblüten auch noch bestäubt werden und der Winzer schon Vorfreude auf die kommende Weinernte hat, falls nicht etwas anderes schief läuft. Aber daran denke ich noch nicht.

Laubarbeiten

2015-06-18 HeftenWir schlaufen die Rebtriebe zurzeit in den Drahtrahmen, damit kein Windbruch entsteht.  Die Reben haben dadurch eine optimale Belichtung und Besonnung. Der erste Durchgang erfolgte letzte Woche, nun sind wir bei der zweiten und letzten Runde.

Das Ganze dazu noch ganz gemütlich und stressfrei. Leider!

Die anhaltende Trockenheit bremst das Wachstum der Rieslingreben stark. Es gab zwar im Wochenrhythmus 15, 10 und heute 11 Liter Regen, aber das hilft nur einige Tage. Nicht wirklich befriedigend und ausreichend. In einer jungen Rebanlage wird es nur noch wenige Tage dauern, bis die ersten Trockenstressanzeichen massiv auftreten. Zumindest sind die Weinbergserdbeeren, die am verdorren waren, wieder ins Leben zurückgekehrt.

Die Meteorologen machen uns für die nächsten Tagen Hoffnung. Ich lasse mich überraschen.

Ich will nicht jammern und zu laut Regen herbei wünschen. Das ging schon im letzten Jahr schief, als wir bei der damals herrschenden Trockenheit viel Regen wünschten. Leider wurden diese Wünsche reichlich erfüllt und es regnete ab Juli fast ununterbrochen und wir hatten eine problematische Weinernte. Ich berichtete auch hier und hier.

Es hat geholfen

2015-06-03 Autowäsche

Es hat geholfen! Sie wissen schon, das mit dem Auto und den Fenstern putzen. Wie auch schon im letzten Jahr praktiziert, der Notnagel, wenn es an Regen fehlt.

Letzte Nacht gab es ein Gewitter mit 15 Liter je qm und damit ist uns vorerst geholfen.  Für die Reben genau zum richtigen Zeitpunkt. 2015-06-02 Erdbeeren

Die Weinbergserdbeeren im Weinberg sind trockenheitsbedingt sehr klein geblieben. Also nicht mal kurz bücken, um eine Handvoll während der Arbeit ernten. Es ist schon etwas mehr Arbeit, um an diese köstliche Zwischenmahlzeit zu kommen.

Wieder eine Chance vorbei

2015-05-28 Triebspitze

Wieder eine Chance vorbei. Es sollte heute und morgen passieren, aber die Wetterfrösche lagen schon wieder daneben. Schon seit einigen Wochen wurde für die nahe Zukunft, also vier bis fünf Tage im Voraus, Regen gemeldet. Mit jedem Tage, mit dem sich der gemeldete Regen näherte, verringerte sich die Prognose bis auf null. Heute Morgen waren es magere 5 Liter im Regenmesser, gerade genug um den Staub zu binden.

Die Bodenwasservorräte sind sehr knapp. Das Längenwachstum vieler Triebe hat sich verlangsamt und die Triebspitze ist bei vielen Reben schon gestreckt. Nachgepflanzte Reben leiden schon massiv unter der Trockenheit. Das bislang kühlere Wetter schonte zwar noch das Bodenwasser, aber diese Woche soll – den Meteorologen zufolge, wenn man diesen noch glauben darf –  die 30 Grad Marke überschritten werden.

Noch sind es kleine Sorgen, die jedoch zu großen Sorgen werden könnten, wie ich letztes Jahr schrieb.

Wir nehmen alles was an Regen vom Himmel kommt sehr gerne. Auch Starkregen mit 40 Liter je Quadratmeter, wenn es denn nur Eisfrei ist, wie Kollege Bernhard Fiedler schon vor zwei Wochen in seinem Blog anmerkte.

Weinernte 2014: Regenzeit

 2014-10-10 FreddyUnsere Erntemannschaft ist hoch motiviert. Kiste für Kiste Riesling wird sauber selektiert.2014-10-09 Frühstück2

Beim zweiten Frühstück wird sich das passende Brötchen aus der Tupperdose ausgesucht – so ähnlich wie bei der Wundertüte, wenn der Deckel geöffnet wird: Überraschung! 2014-10-11 FrühstückNatürlich noch ein Schwätzchen und sich kurz erholt, bevor es wieder in den Weinberg geht. ……………………………………………………………………………………………………..2014-10-08 Riss1Es wäre alles noch schöner, wenn das Wetter mitspielen würde. Wie beim ersten Starkregen vor einigen Wochen, konnten wir letzten Freitag nach der ergiebigen Niederschlägen vom Mittwoch und Donnerstag wieder aufgeplatzte Beeren sehen. Gestern abend auch wieder ausreichend Wasser vom Himmel. Anne, eine unserer Erntehelferinnen die einige Jahre in der Entwicklungshilfe gearbeitet hatte, meinte nur „Regenzeit“. ………………………………………………………………………………………………………….2014-10-12 Riesling

Rasent schnell macht sich im Moment wieder frische Fäulnis in den vorselektierten Weinbergen breit oder die Rieslingtrauben kollabieren regelrecht wie im obigen Bild.  Es ist alles andere als erfreulich. Dazu T-Shirtwetter und nahezu 100% Luftfeuchte. Keine idealen Bedingungen für unseren Riesling. Dazu der Regen, der aus den aufgeplatzten Trauben die Inhaltsstoffe auswäscht. Weiterer Regen ist für die Woche vorhergesagt. Wir geben Vollgas!

Einige Tage noch… und dann ist Bestandsaufnahme beim 2014er.

Weinernte 2014: Es stinkt

2014-10-08 Riesling Rohfäule

Es stinkt und müffelt teilweise in den Weinbergen. Das kleine Problemchen ist erwachsen geworden und damit hat sich für uns einiges erledigt. Bei stark wachsenden Rebstöcken, also die mit den dicken Trauben und Beeren ist der Gammel so weit fortgeschritten, das teilweise ganze Rebstöcke nicht mehr abgeerntet werden können. Auch nicht mehr selektierbar. Ich habe noch nie so viele essigstichige Trauben beim Riesling gesehen gerochen.

2014-10-08 Riesling gesund

Aber nun zur Sonnenseite des Winzerdaseins: Wir haben haben noch viele, sehr viele Rebstöcke, die schwächer wüchsig sind, mit lockerbeerigen Trauben, mit Trauben, die durch den starken Regen von vor drei Wochen nicht aufgeplatzt sind. Dort lohnt sich das selektieren. Befallene Trauben werden geerntet, die negative Fäulnis auf den Boden geschnitten. Die verbleibenden Trauben sehen noch stabil aus, als ob sie noch Wochen hängen könnten zum Weiterreifen.2014-10-08 Erntekisten

Im Vergleich zum letzten Jahr, als der zu erwartende Ertrag niedrig war und Wetterbedingt täglich weit nach unten korrigiert werden musste, sieht es dieses Jahr ganz anders aus. Die diesjährige Fäulnis hat bisher nur die Trauben betroffen, die durch den Regen Ende September aufgeplatzt sind. Es bleibt noch sehr viel für den Winzer übrig, wenn der in den vergangenen zwei Tagen reichlich gefallene Regen  kein weiteres Unheil für den Riesling bringt.

Die erwartete Erntemenge ist im Moment immer noch sehr groß. Wir werfen einiges weg, haben nach der Vorlese immer noch vieles am Rebstock hängen und alle Erntekisten auf dem Anhänger sind voll.

Ungebremst

2014-08-10 Trieb

Ungebremst wachsen die Reben weiter. Die Triebspitzen sind noch gekrümmt und die Reben voll auf Wachstum eingestellt. Ich denke, dass ich in zwei Wochen zum dritten Mal mit dem Laubschneider in den Weinberg muß. Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich jemals dreimal Laubschneiden musste.

2014-08-10 Regen

Die momentane Luxusversorgung mit Wasser ist verantwortlich für das exzessive Wachstum. Im Juni hatte ich mich noch über die Trockenheit beschwert und jetzt hätte ich es gerne anders rum.

Gestern gab es wieder reichlich, so um die 30 Liter. Eine längere Trockenphase ist auch nicht in Sicht, die für die Gesunderhaltung der Trauben wichtig wäre. Mit Schrecken denke ich noch an die letzte Ernte, bei der der Regen den Trauben übel mitspielte und ein großer Teil der Ernte verfaulte.

Überversorgt

Im Weinberg ist der dringend erforderliche Regen in den letzten Tagen gefallen. Über 70 Liter je qm und nun sind wir mit Wasser ausreichend versorgt. Schon fast überschüssig, aber ich möchte nicht meckern.

Auch im Weingut sind wir überversorgt. Vorletzte Woche fing es an. Das Finanzamt meldete sich und mahnte die Einkommens- und Umsatzsteuererklärung an. Der Zoll kam noch schnell, so ganz nebenbei, zur Buchprüfung.

Diese Woche dann massiv. Der TÜV checkte unseren Lastenaufzug in den Weinkeller. Zeitgleich checkte Gerhard Eichelmann vom gleichnamigen Weinführer unsere Weine, wobei diese „Überprüfung“ die angenehmste diese Woche war.

2014-07-10

Einen Tag später kam die Berufsgenossenschaft um den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu prüfen. Neben einigen, mir schon bekannten, Kleinigkeiten, muss ich nun die Elektrik mit einem speziellen Fehlerstromschutzschalter (FI Schalter) ausrüsten, der mächtig ins Geld geht.………………………………………………………… 2014-07-11 Lacon

Gestern dann die Ökokontrolle. Schnell in die Weinberge und dann stundenlang Papier gewälzt. Meine Aufzeichnungen wurden penibel geprüft: Kellerbücher, die Dokumentation der Arbeiten im Weinberg, der Warenfluss usw. Dazu noch einige Blicke in die Finanzbuchführung, die intensive Überprüfung der Kennzeichnungspflichten auf den Flaschen, den Geschäftspapieren, der Weinliste, Homepage und so weiter und so fort. Nach vier Stunden bin ich unbeschadet aus dieser Kontrolle gekommen. Die Kontrolleurin merkte noch an, dass Sie lieber im Ökoweinberg nach der Ökologie schaut, als Formulare ausfüllt.

Für die nächsten Wochen hat sich kein weiterer Kontrolleur angemeldet. Gut so! Die Weinkontrolle wird sicherlich vor der kommenden Ernte vorbei schauen, das Eichamt hat mich „bisher“ in Ruhe gelassen, der Kontrolldienst der Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion Trier ist auch schon seit längerem nicht mehr da gewesen.

Dann wären da noch…

Ich lasse es jetzt lieber sein, dass mit der Aufzählung. Fürs erste reicht es mir, dass mit den Kontrollen. Ich bin überversorgt!

Erste Nacht – Zweite Nacht – Erster Tag…

2014-07-08 Regenmesser

Erste Nacht des angekündigten Regens: 5 Liter je qm. Nicht erwähnenswert.

Zweite Nacht: Endlich ergiebiger Regen, 14 Liter je qm. Schon besser.

Erster Tag, also heute: Nochmals 10 Liter obendrauf. Freude kommt auf!

2014-07-08 Traube

Heute schon den Eindruck im Weinberg gehabt, dass es den Reben besser geht und die jungen Trauben durch den Regen schon viel dicker geworden sind. Kann aber auch Einbildung sein…

Jetzt sind noch zwei weitere Regentage gemeldet. Leider ist die Regenmenge um einiges geringer prognostiziert wie noch vor zwei Tagen. Also doch nicht auf Vorrat Regen, eher knapp am Limit. Dieses Jahr, während der Vegetationsperiode, schon mit 136 Liter je qm Regen, im Vergleich zum langjährigen Mittel, im Rückstand.