Glück gehabt!

2016-04-02 Bienen

Die Bekämpfung der Varoamilbe im Spätjahr war erfolgreich. Sorgen kamen dann mit dem viel zu warmen Winter. Die Bienenvölker waren viel zu aktiv und verbrauchten die angelegten Wintervorräte, so das eine Notfütterung mit Zucker erfolgen musste. Unsicherheit über den Zustand der Honigproduzenten verbreitete sich.

Ein befreundeter Imker, der den beiden Jungimkerinnen (Marita und Freundin Barbara) beratend zur Seite steht, schaute am letzten Wochenende bei den Bienenvölkern vorbei. Neben einigen praktischen Tipps gab es noch ein Lob. Die Bienenvölker haben überlebt, sind sehr vital und gesund. Also alles bestens! Glück gehabt!!!!! Der Einstieg in die Massentierhaltung hat geklappt!

Übrigens: Die Bienen waren sehr vital, der fotografierende Winzer auch, als er von den sonst so friedlichen Insekten angegriffen wurde und Reißaus nehmen musste. Die Bienen waren leider schneller…

Wie ein Schweizer Käse

2016-03-09 Mauseloch

Wie ein Schweizer Käse sehen die Böden in einigen Weinbergen aus. Die letzten warmen Winter haben die Population der Schermaus ernorm anwachsen lassen. Man findet Eingangsloch an Eingangsloch zu den unterirdischen Gangsystemen.

Schäden haben wir bisher keine in den Weinbergen, mit Ausnahme der jungen Reben, die uns vor einigen Jahren abgefressen wurden.  In den jungen Weinbergen sind die Mäuse noch nicht vertreten und wir hoffen, dass es so bleibt. Die alten Reben haben ein so großes Wurzelwerk, dass es die Mäuse sicherlich nicht ganz abnagen können.

Hoffen wir auf ökologische Lösungen:  z. B., dass der Fuchs, den wir letztes Jahr im Weinberg gesehen haben, sich an den Mäusen sättigt. Ebenso könnten Greifvögel, der nächste kalte Winter oder sich durch die Überpopulation der Mäuse verbreitende Krankheiten die Population dezimieren.

Pollenhöschen

2015-07-12 Pollen

Die Bienen von Chefin Marita und Freundin Barbara fühlen sich mittlerweile wohl. Alle zwei Tage werden sie persönlich durch die beiden Imkerinnen betreut. Ab und zu bin ich auch dabei, darf dann mit der Motorsense das Grundstück mähen und bei den Jungimkerinnen zuschauen.

Die Bienen sind fleißig am Arbeiten. Der Bienenstock ist mit Waben gefüllt und die Arbeitsbienen schleppen in ihren Pollenhöschen jede Menge Blütenstaub in den Bienenstock. Bis jetzt scheint das Bienenprojekt geglückt zu sein. In den kommenden Wochen muss noch gegen die Varroamilbe behandelt werden, damit das Bienenvolk nicht geschwächt wird und stark in den Winter kommt.

2015-07-12 PuderzuckerDer Anfang wurde schon gemacht. Mit der Puderzuckermethode wurde eine Befallsgradschätzung durchgeführt und vorbeugend die Milbe bekämpft.

Ist ganz einfach: Puderzucker in den Bienenstock streuen – sieht lustig aus, wenn weiß bestäubte Bienen durch die Gegend fliegen – die Milben verlieren den Halt an den Bienen, bzw. der Putzdrang der Bienen fördert das Loslösen dieser, die Milben fallen nach unten aus dem Bienenstock auf eine weiße Unterlage und können dort für eine Befallsgradschätzung ausgezählt werden. Zudem entzieht der Puderzucker den Milben die Feuchtigkeit und diese verenden. Der Befall ist unserer Meinung nach noch sehr gering. Leider wirkt diese sehr schonende Methode nur auf die Milben, die direkt vom Puderzucker getroffen werden. Für die Milben, die in der Bienenbrut sitzen, müssen andere Mittel vorsichtig angewendet werden, z.B. Ameisensäure.

Apropos, wie das Weingut, wird auch die Bienenhaltung ökologisch betrieben und ist biozertifiziert. Wir können sonst nix anderes 🙂

Umweltschweine

2015-05-15 ReifenIch bin es ja gewohnt, weggeworfene Pizzakartons an der Ruhebank in der Reiler Goldlay aufzusammeln. Bierdosen sind seit Einführung des Dosenpfandes sehr selten geworden. Ärgerlich sind die Weinflaschen – interessanterweise meisten Billigplörre aus dem Discounter – die man des öfteren beim Mähen übersieht und sich in gefährlich herumfliegende Glassplitter verwandeln.

Eine absolute Frechheit dieser alte Traktorreifen, der vor meinem Weinberg lag. So unter dem Motto, der Ökowinzer wird ihn schon entsorgen. 2015-06-27 Reifen

Der Gipfel nun vergangenen Samstag. Ein achtlos in die Landschaft geworfener Pflanzstab, bzw. ein Rest davon, fand prompt den Weg in den Autoreifen. Nicht reparabel und ein neuer Reifen ist nun bestellt. Man sollte von den Kollegen, die von und mit der Umwelt leben, ein anderes Verhalten erwarten. Die Rechnung des neuen Autoreifens würde ich ja zu gern mit einer Anzeige wegen Umweltverschmutzung an den betreffenden Kollgen weiter reichen.

Aber leider war keine Visitenkarte dabei, wie ich es bei einer anderen Gelegenheit erlebt habe. In einer Feuerstelle im Weinbergsgelände – Altpapier wurde verbrannt, anstatt es zur Altpapiersammlung zu geben – fand sich noch der gut leserliche Adressaufkleber eines Versandhandelskataloges.

Und das in einem Land, das eine geregelte Müllabfuhr hat und Recycling in aller Munde ist. Bei vielen ist das Umweltbewusstsein noch auf einem sehr tiefen Niveau oder erst gar nicht angekommen, wenn man die Vermüllung der Landschaft betrachtet.

Projekttreffen

2013-08-27 Biodiversität

Ich berichtete hier schon einmal über das Projekt der Bodenseestiftung und des Global Nature Fund zur Biodiversität. Untersucht werden die direkten ökologischen Auswirkungen eines Betriebs, für die der Winzer direkt verantwortlich ist und die er beeinflussen kann, als auch die indirekten, die durch den Dialog mit seinen Partnern/Zulieferern zustande kommen.

15 ECOVIN Weingüter, darunter auch wir, wurden bisher eingehend auf die ökologischen Auswirkungen untersucht. Heute gab es die erste Zwischenbilanz bei einem Treffen im Weingut Klaus und Susanne Rummel in der Pfalz. Nicht nur der CO2 Fußabdruck, den ein Weingut hinterlässt, sondern auch die Wiederverwendbarkeit und Verwertbarkeit von Betriebsmitteln stand im Focus der Diskussionen. Zudem wurde auch die Reccourchenschonung intensiv betrachtet.2013-08-27 Glasrecycling

Das Weinbehältniss, die Weinflasche, war ein Schwerpunkt des heutigen Tages. Interesannterweise kann die von uns verwendete Grünglasflasche zu 100% aus Altglas gewonnen werden, während Braun- oder Weißglas nur bis max 70% aus Altglas gewonnen wird und immer wieder neue Primärrohstoffe verwendet werden müssen. Natürlich ist das Wiederbefüllen gereinigter Weinflaschen ökologisch noch wertvoller, jedoch nicht immer machbar.

Auch die Flaschenverschlüsse kamen auf den Prüfstand. Ökologisch der geringste CO2 Fußabdruck, allerbeste Umweltverträglichkeit bei der Produktion und der späteren Verwertung wurde dem Korken bescheinigt. Als extremer Gegensatz der Anrollverschluss aus Aluminium, der bei erstmaliger Verhüttung von Aluminiumerz mit extrem hohem Energieaufwand produziert wird und der bei der Produktion die Umwelt und den Menschen durch den dabei entstehenden Rotschlamm stark gefährdet.

Sogar kleinste Details, wie der Klebstoff der Etiketten, wurden angesprochen. Die für Veganer vielleicht wichtige Frage, ob es Knochenleim sein darf, wurde nur am Rande erörtert, da dies nicht Umweltrelevant ist.

Weitere Auswirkungen unseres Tun und Handelns auf die Umwelt kamen ebenfalls zur Sprache. Erste Maßnahmen zur Verringerung dieser Auswirkungen wurden auch schon besprochen. Ein weiteres Jahr wollen die Spezialisten der Bodenseestiftung und des Global Nature Fund die Weingüter analysieren und dann einen Maßnahmenkatalog erstellen, mit dem diese Auswirkungen nochmals minimiert werden können.