Hochwasser 2020, Teil 2: Einige Impressionen

Der Höchststand des aktuellen Mosel Hochwassers wurde heute Morgen erreicht. Die Mosel zieht sich mittlerweile zurück. Morgen früh Keller putzen und einräumen.

Die Holzfässer sind mit Wasser oder Wein befüllt. Damit sie nicht durch den Keller schwimmen mittels Zurrgurten am Fasslager festgebunden.

Nebenbei bemerkt: Ein Hochwasser ist für uns Moselaner etwas ganz normales, „fast“ alltägliches, wenn man direkt an der Mosel wohnt.

Es ist ja nicht so, das die Mosel plötzlich durch die Terrassentür ins Wohnzimmer schwappt und den auf der Couch ruhenden Winzer mit nach draußen reißt.

Man kann damit umgehen. Es ist keine Katastrophe, aber lästig. Ein gutes Vorwarnsystem hilft uns mit seinen Prognosen. Schäden entstehen bei Hochwässern dieser Größenordnung in der Regel nicht. Kostet nur Zeit für die Reinigung.

Folgend noch weitere Impressionen vom Hochwasser.Der Tankkeller

Die mit Flaschen gefüllten Gitterboxen sind auf leere Boxen gestapelt.

Der Kleckerkram aus dem Keller steht neben die Kellertüre im Hof.

Die untere Zufahrt ist durch die Mosel blockiert. Gut, das wir einen Hintereingang haben.

Der Blick auf unser Weingut von der anderen Moselseite.

Weinberge neben der Mosel sind ebenfalls überschwemmt. Beim zwischen den Bäumen gelegenen Campingplatz ist ebenfalls Land unter.

Das Hochwasser behindert den Verkehr zwischen Eifel und Hunsrück, zwischen denen die Mosel liegt. Neben den Fähren wie hier in Pünderich, sind wichtige Verkehrsadern beeinträchtigt oder gesperrt.

Hochwasser 2020, Teil 1: Wenn das nur alles Wein wäre

Wenn das nur alles Wein wäre, ist es aber leider nicht.

Die Mosel hat sich wieder für einen Besuch angemeldet. Die Niederschläge in den vergangenen Tagen, insbesondere an der französischen Mosel, haben den Pegelstand ansteigen lassen. Jetzt, gerade in diesem Moment, läuft der Tankkeller voll. Der etwas höher gelegene Holzfasskeller dürfte in einer Stunde nur noch mit Stiefeln betretbar sein.

Es war eine kurze Nacht vorangegangen. Zuerst den eigenen Keller mit Freunden – übrigens: Dankeschön fürs Helfen! – hochwassersicher machen, dann zu einem Kollegen, der außer Haus war und nervös am Telefon Ratschläge und Anweisungen gab.

Es dürfte ein kleineres Hochwasser wie im letzten Jahr werden, weniger lästig. Vielleicht nur einen Meter hoch im Keller.  Ärgerlicher wird es erst bei höherem Wasserpegel, wenn mit einem Schlauchboot durch den Keller gefahren werden muss, um die Energiesparlampen an der Decke vor dem Wasser zu retten.

Moselstraße

2015-02-10 Hochwasser

Im wahrsten Sinne des Wortes: Unsere Adresse, die Moselstraße in Reil. Die Regenfälle der vergangenen Tage machen sich bemerkbar und stehen auf der Moselstraße. Binnen Stunden ist die Mosel vergangene Nacht stark gewachsen und es stehen schon einige Keller in Reil unter Wasser.  Ein sogenanntes 2 jährliches Hochwasser (HQ2), das, wie der Name schon sagt, alle 2 Jahre auftreten kann. “Leicht erhöhte Wasserstände…” wie der Hochwasserwarndienst es bezeichnet. Heißt real, dass der Pegel ca. 5 Meter über Normal ist.

Nichts dramatisches, für uns Moselbewohner ganz normal, gehört einfach dazu, wie ich hier schon einmal berichtete.

2016-02-10 Hochwasser Hof

Die untere Weingutszufahrt ist durch die Mosel blockiert. Der Weinkeller ist noch trocken und wird voraussichtlich auch nicht nass. Wäre natürlich wieder passend, da nächste Woche abgefüllt werden soll und ein Hochwasser diesen Planungen zuwider laufen würde.

so um die sieben Meter

Reichlich Regen gab es am vergangenen Pfingstwochenende. Binnen kürzester Zeit lief die Mosel über. Ein Hochwässerchen mit einem Pegelstand so um die sieben Meter. Das Moselvorgelände in Reil ist komplett überschwemmt. Ärgerlich für die Personenschifffahrt, die keine Fahrgäste aufnehmen kann, ärgerlich für die Kinder, deren Spielplatz abgesoffen ist und viel Arbeit für die Gemeindearbeiter, die nach dem Hochwasser wieder alles säubern müssen.

Heute wieder schwarz gefärbte Wolken über dem Moseltal. Der Regen blieb in diesen und lässt mich hoffen, dass ich morgen, ohne eine Rutschpartie hinlegen zu müssen, mit dem Kettenschlepper in unseren steilen Weinbergen fahren kann. Morgen noch trocken, das wäre ein Wunsch, das der Sommer endlich zum Sommer wird, der andere.