Kacken für den Biowinzer

Wie seit Jahren schon wurde der Dachboden der Reiler Kirche entmistet. Die große Fledermauskolonie in der Reiler Pfarrkirche war in ihr Winterquartier übergesiedelt und der Weg frei um den Dachstuhl vom Fledermausguano zu befreien. Die neue Bodenkonstruktion, die letztes Jahr eingebaut wurde, erleichterte das Zusammenkehren des für uns wertvollen Düngers.

Leider war die Ausbeute sehr gering. In Spitzenzeiten, als noch fast 5000 Fledermäuse im Dachstuhl lebten – es soll die größte Kolonie des Großen Mausohrs in Deutschland sein – gab es reichlich Dünger für den Biowinzer. Anhand der diesjährig zusammengekehrten Mistmenge gehe ich von einer weniger als halb so großen Sommerkolonie an Fledermäusen aus.

Insektensterben? Veränderte Lebens-, Umwelt- oder/und Standortbedingungen? Oder eine ganz natürliche Schwankung in der Population? Schwierig zu sagen. Ich werde die Spezialisten vom Naturschutzbund (Nabu) Südeifel nach den Ursachen fragen und hoffen, das die Fledermauspopulation sich in den nächsten Jahren wieder erhöht.

Wo kein Mistus, da hilft auch kein Christus

Gestern Morgen saß ich noch mit dem kleinen grünen Schippchen in der Transportwanne des Kettenschleppers, um den Fledermausguano als Dünger im Weinberg zu verteilen. Mittags war der Schleuderstreuer an der Raupe angebaut und der Azubi brachte alleine das pelletierte Federmehl aus. Meine Hilfe beschränkte sich auf das Nachfüllen des Streuers und der Vermittlung von Lerninhalten.

„Wo kein Mistus, da hilft auch kein Christus“, eine alte Bauernweisheit. Der „Mist“ bringt die Nährstoffe in den Boden zurück, die der Winzer ihm mit dem Wein entzieht. Es ist zwar nicht viel was die Rebe benötigt, aber Ersatz ist wichtig, damit die Weinreben nachhaltig vital und gesund bleiben.

Nächste Woche wird der Dünger in einigen Weinbergen mit dem Grubber eingearbeitet und die Grundlage für einen guten Vegetationsstart ist von meiner Seite aus gegeben. Jetzt muss in den nächsten Monaten nur noch das Wetter mitspielen.

Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder: Das Entmisten der Reiler Kirche! Das Zusammenkehren der Fledermauskacke im Dachboden der Reiler Kirche ist die leichteste Übung. Der Abtransport eine andere. Sämtliche Lösungen, durch die kleine Dachgaube mittels eines Rohres den Fledermausguano nach unten zu transportieren, waren sehr mühsam. Vor zwei Jahren endete die Entmistungsaktion desaströs. Letztes Jahr wurde der für uns wichtige Dünger in Säcke gepackt und mit Manpower durch den Kirchturm nach unten getragen. Die bisher beste Lösung.

Dieses Jahr war der Abtransport paradiesisch einfach. Ein Gerüst steht an der Kirche und zum Materialtransport ist ein Dachdeckeraufzug vorhanden. Ratzfatz war der Rebendünger auf dem Anhänger. Leider nur dieses Jahr, denn die Bodenkonstruktion im Dach – Querlattung, Schaltafeln und die darauf liegende Kunststofffolie – wird in den nächsten Tagen vom Naturschutzbund (Nabu) Südeifel erneuert, bzw. renoviert und es muss einiges an Material rauf und runter transportiert werden.

Das mit dem Aufzug würde mir für die nächsten Jahre gefallen. Aber leider aus Kostengründen nicht machbar. Dann wird der Winzer die Säcke schleppen und seine Muskeln trainieren.

Desaströs

2015-12-22 Gestell

Heute sollte es passieren, wie jedes Jahr: Das Ausmisten des Reiler Kirchendaches. Jede Menge Fledermauskacke für den Biowinzer. Ich berichtete schon mehrfach darüber. Da das alte Rohr, durch das die Fledermauskacke über das Dach der Kirche in den Anhänger rutschen sollte, immer wieder verstopft war, heute das Nachfolgemodel. Ein spacig aussehendes Transportwägelchen mit einer innovativen Drehvorrichtung sollte die neuen Metallrohre sanft über das Schieferdach nach unten gleiten lassen und zudem nicht mehr verstopfungsanfällig sein.

Soweit die Theorie!

2015-12-22 RohrLeider verhinderte die Geometrie der Dachgaube das sanfte bergab Rollen des Wägelchens. Nur mit rohen Muskelkräften und mit viel Hauruck konnten wir das Rohr platzieren. Die Konstruktion war leider etwas zu schwer geraten….

Nun das erste Desaster. Da wir doch etwas spät im Jahr den Dung aus dem Dach entfernen wollten, war dieser durch die Luftfeuchtigkeit dermaßen klebrig geworden, dass nix, aber auch gar nix durch das Rohr nach unten wollte. Das Rohr war vollständig verklebt. Frust machte sich breit und es wurde abgebrochen.

Nur noch der Abbau des Rohres stand bevor. War es noch „einfach“ die Rohre morgens zu verlegen, bahnte sich nun ein weiteres Desaster an. Auch hier wieder: Nix, auch rein gar nix ging. Der Ruf nach einer Arbeitsbühne oder ähnlichem wurde laut. Dachdecker? Feuerwehr mit Rettungsleiter?

Drei Männerköpfe überlegten, dachten nach und fanden eine Lösung. Zeitweise hatte ich beim darauf folgenden Abbau der Rohrkonstruktion Muffensausen – es verhakte sich u.a. in der Regenrinne, die Akrobatiknummer des Naturschützers vom Nabu auf der Leiter war auch nicht ohne -, aber es funktionierte.

Im Januar soll der nächste Versuch gestartet werden. Wir haben schon Alternativen diskutiert. Ich hoffe, dass eine funktionierende Lösung darunter sein wird. Falls nicht, muss schlimmstenfalls per Eimerkette über Glockenturm und Sakristei – ich wage nicht daran zu denken – entmistet werden.

Naturdünger

2015-04-21 Guano

Heute war es soweit. Der im Weingut zwischengelagerte Fledermausguano wurde in unseren Weinbergen ausgebracht. Dieses Jahr hatten wir reichlich davon. Nicht nur die ca. 4000 Fledermäuse im Dachstuhl der Reiler Kirche, – ich berichtete schon öfter darüber –   auch grob geschätzte 6000 weitere Fledermäuse aus Kirchendachstühlen am Mittelrhein, haben für den Naturdünger beim Biowinzer gesorgt.

Dabei kam wieder das bekannte Schippchen zum Einsatz, ein Low Tech Werkzeug um den Dung zu verteilen, da der klebrige Dünger nicht mit meinem Düngestreuer ausbringbar ist.

„Also den Fledermausmist in die Transportpritsche des Kettenschleppers füllen, ich sitze mit Schippchen in der Hand auf der Fledermauskacke und Lehrling fährt die Raupe. Den Dünger mit einer geschickten Handbewegung flächig zu verteilen klappt gut. Ich habe ja lange Jahre Erfahrung darin. Dem Lehrling gleichzeitig Fahruntericht zu geben und die eigene Angst zu unterdrücken ist eine andere Geschichte.

Als altgedienter Steillagenwinzer gibt es immer noch Momente, in denen man doch etwas Muffensausen hat und die Hoffnung, dass der Azubi, entgegen seinem sonstigen Verhalten, die Anweisungen lückenlos versteht und auch fehlerfrei in die Tat umsetzt.“

schrieb ich vor drei Jahren, als der damalige Azubi die Raupe fuhr und ich das Schippchen bediente. Heute war es anders rum, der Stift hatte die Ausbringtechnik schnell gelernt, ich fuhr die Raupe und Azubi saß in der Pritsche mit Schippchen auf der Fledermauskacke .

Der Stift roch nach getaner Arbeit etwas streng… 🙂

Eimer für Eimer

2013-12-02 Eimer

Wie jedes Jahr: Ausmisten der Reiler Kirche! Der Fledermausguano der im Kirchendach ansässigen Sommerkolonie des großen Mausohres wurde vom Boden gekratzt und Eimer für Eimer  durch die Dachluke in ein Rohr gekippt.2013-12-02 Schlauch

Leider gab es immer wieder Verstopfungen. Massives Rütteln und Schütteln am Rohr war nötig, damit der Fledermausdünger den Weg im Rohr nach unten zum Anhänger fand. Zu unserem Leidwesen verstopfte es einmal ganz, musste mühselig wieder in den Dachstuhl hochgezogen und zur Reinigung auseinandergebaut werden. 2013-12-02 Rohr

Leider gab es sehr wenig Fledermausguano.  Der kalte Winter forderte seinen Tribut unter den Fledermäusen und im Frühjahr störte ein Waldkauz die Fledermäuse beim beziehen des Sommerquartiers. Zu Höchstzeiten waren bis zu 5000 Tiere im Dachstuhl, dieses Jahr sollen es nur um die 1500 gewesen sein.