erbsengroß

Sehr schnell sind in den vergangenen Tagen die jungen Rieslingbeerchen gewachsen. Sie sind erbsengroß.  Nach ausreichendem Regen können die Rieslingreben nun wieder aus dem Vollen schöpfen. Die Trockenheit zum Anfang der Vegetationsperiode ist Geschichte und die Reben sind ungebremst am wachsen. Eine ganz andere Dimension wie in den letzten drei sehr trockenen Jahren.

Die Weinbergsarbeit ist diesen Sommer bisher sehr gut gelaufen: keinerlei Zeitdruck durch zu schnelles Rebwachstum und normale, „kühlere“ Sommertemperaturen, die das Arbeiten nicht zur Qual werden lassen. Drumherum alles im grünen Bereich, die Maschinen funktionieren wie sie sollen (bis auf kleine Ausnahmen…),  der Fruchtansatz der Reben ist sehr gut und und und…

Der 2020er könnte Wein vom glücklichen Winzer werden, falls nichts dazwischen kommt.

…ein gutes Gefühl

Die Rebblüte ist seit einigen Tagen abgeschlossen. Trotz kühlem Wetter sind viele Rieslingbeerchen bestäubt worden. Das kommende, warme Wetter wird das Dickenwachstum der jungen Rieslingtrauben fördern.

Mittlerweile gab es weitere reichliche Regenfälle, die den Wassergehalt der Böden aufgefüllt haben.

Den Rieslingreben sieht man an, das es reichlich geregnet hat. Die Triebspitzen, die sich durch die Trockenheit schon stellenweise aufgerichtet hatten, sind wieder gekrümmt und im Wachstumsmodus. Weitere Bilder finden Sie hier.

Bislang sieht es gut für den 2020er Jahrgang aus. Bis auf einige Fraßschäden an den jungen Rebknospen durch den Rhombenspanner  im April, ich berichtete schon einmal darüber, ist die Vegetation für uns bis jetzt zufrieden gelaufen. Die Trockenheit ist vorläufig kein Thema mehr, Unwetter mit Hagel, Sturm usw. haben uns auch bis jetzt verschont.

Ich habe da so ein gutes Gefühl, wenn ich an die kommende Ernte denke…

Entspannt

Entspannt laufen die Arbeiten im Weinberg. Nach dem Wetterwechsel vor einer Woche bei dem ausreichend  – jedoch nicht reichlich – Regen fiel, sind die Temperaturen stark gesunken. Das Wachstum der Reben hat sich verlangsamt. Wir kommen beim Einschlaufen der Rieslingreben in den Drahtrahmen gut mit der Arbeit nach.  Kein Vergleich zu den Vorjahren mit schnellem Rebwachstum, als bei hohen Temperaturen und schwülem Wetter noch Helfer gebraucht wurden.

Die Rebblüte ist temperaturbedingt noch nicht abgeschlossen und benötigt gegenüber den Vorjahren etwas mehr Zeit. Die Temperaturen waren nicht zu tief, sodass ich eine gute Befruchtung erwarte. Aber das werden wir in einigen Tagen sehen.

Wetterwechsel

Die Rieslingreben sind am Blühen. Noch einige Tage und dann wären sie fertig, wenn der Wetterbericht nicht anderes Wetter gemeldet hätte. Der vorausgesagte Regen ist äußerst willkommen. Seid dem letzten Monatswechsel gab es keinerlei Regen und die Böden sind ausgetrocknet. Problematischer ist der damit verbundene Temperatursturz um über 10 Grad. Die  eingetretene Schafskälte wird die Rebblüte hinauszögern und vielleicht zu nicht optimalen Befruchtungsergebnissen führen.

Mehr Information zur Rieslingblüte gibt es hier und hier.

Haarscharf vorbei

Haarscharf sind wir am Spätfrost in den letzten Tagen vorbeigekommen. Lediglich einige Blätter zeigen teilweise leichte Frostschäden. Die Eisheiligen haben zugeschlagen! In anderen Weinbaugebieten sieht es anders aus. In Franken, Württemberg und Sachsen wird stellenweise von einer Vollkatastrophe gesprochen. Aus den restlichen Weinbaugebieten hört man von leichten Spätfrostschäden, die fast keinen wirtschaftlichen Schaden bewirken.

Spätfröste hat es immer gegeben, die Häufung in den letzten Jahren und andere zunehmende Wetterkapriolen weisen immer mehr auf die Klimaänderung hin.

Freund Siegfried Perini, der der Wärme wegen seit einiger Zeit in Gandia, Valencia, Spanien lebt, – ich hoffe, das er seine Entscheidung nicht bereut – schreibt auf Facebook, dass in Nordspanien bisher innerhalb 12 Monaten 1000 l Regen gefallen sind.

„Wir sind wieder dabei Regenrekorde im neuen Jahr aufzustellen. Seit Wochen Wetter, wie ich es auch aus Deutschland kannte: mehr Regen- als Sonnentage. Wir sind nicht nur Anbaugebiet für Orangen, Zitrusfrüchte und Wein in unserer Region. Sogar das einzige Anbaugebiet von Reis…“

Ähnliche Nachrichten höre ich von Kollegen aus Südfrankreich. Regen ohne Ende bis die Weinberge aussehen wie die Mecklenburgische Seenplatte. Dazu Bilder in den französischen Winzerforen mit Traktoren, die bis über die Achsen in den Boden eingesunken sind.

In anderen Ländern sieht es anders aus. Winzerkollege Bernhard Fiedler aus Mörbisch am Neusiedler See in Österreich berichtet folgendes:

„Die 45 Liter Regen seit Jahresbeginn, wir haben eine Wetterstation des Weinbauvereines in einem unserer Weingärten stehen, da kann ich online fast in Echtzeit nachschauen und auch Wochen- und Jahresstatistiken abrufen. Am Freitag könnten laut Prognose 5 bis 15 Liter dazukommen. Der Wunsch wäre halt ein nasser Mai wie im Vorjahr, wenn es eine ganze Woche gemütlich durchregnen würde hätte ich die größte Freude….Von den 45 Litern waren außerdem wahrscheinlich 15 oder mehr völlig nutzlos auf Einzelmengen von Nullkommairgendwas bis Zwei- oder Dreikommairgendwas verteilt…“.

Wir sind wieder entspannt

Gemütlicher Regen hat in den letzten Tagen die Trockenheit vorerst beendet. Die ersten Regenfälle hatten nur den Staub gebunden und seit gestern regnet es richtig!  Wasser, das sicherlich bis zu den Rebwurzeln vordringt und bitter notwendig ist.  Beim Mähen der Begrünungen hatte ich gestern die ersten, im letzten Jahr nachgepflanzten, Reben entdeckt, die am verdorren waren.  Für diese Reben kam der Regen zu spät.

Wir sind wieder entspannt, zumindest was die Wasserversorgung unserer Rieslingreben angeht.

Mickrig

Mickrig, wie sich zurzeit die Begrünungen in unseren Weinbergen präsentieren. Schwach wachsend, durch die Trockenheit schon aufgehellt und gelblich werdend.  Seit über vier Wochen gab es keinerlei Regen, eine gegenüber dem langjährigen Mittel höhere Durchschnittstemperatur, doppelt so viele Sonnenscheinstunden und ein austrocknender Wind. Es bahnt sich wieder ein trockenes Jahr an.

Während die Landwirtschaft schon stark am Klagen ist, haben die Rieslingreben im Untergrund noch genügend Wasser.  Nachschub von oben ist baldigst willkommen.

Bedingt durch den Klimawandel ist das Hoch über Mitteleuropa sehr stabil und dürfte uns noch einige Zeit „erfreuen“, bis ein Wetterwechsel einsetzt. Der Jetstream, die sogenannten Starkwindbänder in der Troposphäre, funktioniert nicht mehr richtig. So ist das Wetter über längere Phasen immer gleichbleibend stabil. Lange Trocken- oder Nässephasen.  Nichts mehr mit der kühl gemäßigten Klimazone mit öfter wechselndem Wetter. Die Extreme nehmen zu.

Bilderbuchwetter

Ein stabiles Hochdruckgebiet bescherte uns in den letzten Wochen fantastisches Bilderbuchwetter, auch Kaiserwetter genannt.

Zu Beginn des Hochdruckeinflusses noch mit knackigen Minustemperaturen am Morgen, dann immer wärmer werdend mit sommerlichen Temperaturen am Nachmittag.

Der Himmel im strahlenden Blau, ohne Wolken oder Kondensstreifen von Flugzeugen.

Der zu warme Winter und die letzten warmen Tage haben bei den Rieslingreben zum Austrieb geführt. Ganze drei Wochen zu früh! Eigentlich ein Bilderbuchstart in die neue Vegetationsperiode. Aber nur eigentlich! Wir Winzer haben noch große Angst vor Spätfrösten, die den jungen Rebtrieben gefährlich werden können. In unseren Steillagen ist die Gefahr zwar etwas geringer als in flachen Weinbergen, aber einiges Unwohlsein habe ich trotzdem.

Wichtiger als Sonnenschein und Wärme ist zur Zeit der Regen, der bisher ausblieb. Durch den Wassermangel wachsen die Begrünungen in unseren Steillagen sehr langsam.

Die spannendste Zeit des Winzerjahres fängt an: Mit der Natur arbeiten, täglich von dieser abhängig zu sein, allen Wetterkapriolen strotzend und in einigen Monaten, wenn alles klappt, wie ich es mir vorstelle,  gesunde, vollreife Rieslingtrauben ernten.

Kellersonne

Draußen warmes Wetter mit Sonnenschein und der Winzer nebst Helfer im dunklen Weinkeller beim Abfüllen. Dem dunklen Keller wird abgeholfen mit einer XXL LED Lampe, die strahlend helles Licht bringt und als Kellersonne fungiert.

Als Bekleidungsstück ist die Zipfelmütze zum Wärmen obligatorisch, die über die Jahre hinweg in verschiedenen modischen Ausführungen im Weinkeller beim Abfüllen zu sehen war.

Ideale Abfülltemperaturen!

Aromaschonung ist das Stichwort. Jede Maßnahme am Wein, sei es einfaches umpumpen, filtrieren oder abfüllen,  führt zwangsläufig zu Aroma- und Gärungskohlensäureverlusten.  Um diese Verluste zu minimieren, kommen neben dem handwerklichen Geschick auch kühle Temperaturen hinzu.

Apropos neuer Jahrgang: Die Weine zeigen sich von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik mit feingliedriger Aromatik. Alles schmeckt extrem klar und balanciert mit einer angenehmen Säure, die sehr gut eingebunden ist.

Der 2019er Riesling ist fertig abgefüllt. Ab Morgen wird etikettiert und der neue Jahrgang kann geliefert werden. Bestellungen nehmen wir gerne entgegen.

Mit „Vater unser“ und „Ave Maria“

Mit „Vater unser“ den Berg runter und mit „Ave Maria“ rauf, verbunden mit viel Angstschweiß. So war das in den Anfangsjahren, als mit kleinen Raupenschleppern der Steillagenweinbau mechanisiert wurde.

Verbesserungen bei der Steigfähigkeit wurden mit Winkeleisen erzielt, die in den Gummiketten festgeschraubt waren. Die Steigfähigkeit stieg rasant, das Gefährt vibrierte stark, des Fahrers Wirbel meldeten sich und Asphaltwege waren ein Tabu.

Eine Verbesserung waren Ganzeisenketten. Vibrierten auch und waren für Asphalt und Rückenwirbel ebenfalls weniger geeignet. Trotzdem das der Kettenschlepper am Steilhang nur so klebte, wurde auf die sogenannte Steigeisenkette gewechselt. Der Verschleiß und die dazugehörenden Rechnungen waren nicht zu vernachlässigen.

Auch bei diesen Ketten wurde an der Steigfähigkeit gearbeitet. Aufgeschweißte Vierkanteisen erhöhten die Steilhangtauglichkeit, jedoch wieder Vibrationen…

Dazu der Klimawandel. Wenn Wetter da ist, ist es immer gleich. Also lange Feucht- oder Trockenphasen. In Feuchtphasen verschmierte die Kette und reinigte sich nicht selbst, in Trockenphasen wurde der Boden hart und gab es keinen Bodenschluss.

Da die Welt nicht stillsteht und die Technik fortschreitet, nun die neuesten Lösungen für unser Steigfähigkeitsproblem.

Zu einem ist bei unseren beiden steilsten Weinberge der Pachtvertrag abgelaufen, zum anderen gibt es jetzt seit wenigen Jahren eine neue Generation von Raupenketten. Mit seinem extra hohen Traktorprofil und ausgeprägten Profilstollen soll eine exzellente Traktion gegeben sein. Kollegen, die diese bereits verwenden, berichteten mir darüber. Zudem sollen sensible Untergründe geschont werden.

Schonung der Weinbergsbegrünungen, der Asphaltwege und, sehr wichtig: Schonung meiner Rückenwirbel!