Weinrallye 59: Exotische Weine

Die erste Weinrallye im Neuen Jahr, mittlerweile sogar die 59zigste. Peter Ladinig hat dazu eingeladen:

„Im neuen Jahr wollen wir uns auch neuen Weinen widmen. Es geht um Weine aus fernen Ländern, wo man eigentlich keinen Wein vermuten würde. Ebenso geht es aber auch um unbekannte Weine und Rebsorten aus bekannten Regionen.

Exoten, das nicht alltägliche, so etwas ähnliches hatten wir ja schon einmal bei einer Weinrallye gehabt:  Weine der letzten EU Beitrittstaaten. Aber noch exotischer? Klar kein Problem, mein Weinkühlschrank mit den Gastgeschenken gab noch etwas her.

Na, was wohl? Riesling! Zwar als Rebsorte nicht exotisch, jedoch die Herkunft! Aus Brasilien als Gastgeschenk zu mir gekommen und mit Freunden verkostet. Wir fragten uns, was denn die Cool Climate Pflanze Riesling in den Tropen, bzw. Subtropen Brasiliens zu suchen hat.

„Reifebeginn bei warmen Nächten, bzw. ohne große Tag/Nacht Temperaturamplitute, bedeutet Zuckereinlagerung, null Aroma! Warme Tage/kühle Nächte bedeutet Zucker und Aromaeinlagerung! Um ein Maximum an Aroma, diese bezaubernden Fruchtaromen des Rieslings,  bilden zu können, braucht der Riesling kühle Reifenächte.“  schrieb ich einmal in einem anderen Beitrag zu einer Weinrallye.

Erwartungsgemäß null Rieslingaroma, – wie gesagt, die warmen Reifenächte – insgesamt, passend zu dieser Weinrallye, ein sehr, sehr exotischer Geschmack, man könnte auch sagen seltsam. Jenseits von uns bekannter positiver Aromatik. Jeder meiner Mitverkoster probierte, schüttelte den Kopf – nicht in Richtung Zustimmung – und trotz der kleinen Flasche verblieb ein überaus großer Rest in dieser, der den Weg in den Ausguß fand. Das, obwohl die Homepage wie folgt schwärmt: „aroma de frutas cítricas típico da variedade Riesling“. Auch ohne portugiesisch zu sprechen verständlich.

Nun ja, die Geschmäcker und Geschmacksempfindungen anderer Kulturen sind halt anders als meine. Der eine mag Lebertran, der andere vergorene Fische, ich halt einen Riesling aus den kühleren Klimazonen dieser Erde.

 

Weinrallye 58: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

 „Dem Winzerblog habe ich viel zu verdanken, unter anderem unzählige Teilnahmen an Veranstaltungen, viele großartige Bekanntschaften, aber auch wahre Freundschaften! Und Freundschaften soll man pflegen, die meisten Weinblogger kennen sich mittlerweile persönlich  und darum möchte ich anregen das wir uns zum Jahresende hin mit dem beschenken was wir alle gemeinsam so lieben – Wein!

Der Grundgedanke dieser Weinrallye ist ganz einfach, Vorbild ist das Wichteln, nur wir verzichten dabei auf die Anonymität.

Ich möchte diese Weinrallye so handhaben wie eine Ringverkostung, jeder Teilnehmer bekommt eine Flasche Weine geschenkt und jeder Teilnehmer verschenkt eine Flasche Wein. Mir ist klar das diese Weinrallye somit durch das Porto jedem Teilnehmer zusätzlich Geld kosten wird, aber ich habe irgendwie die Hoffnung das sich trotzdem genügend Leute finden werden die bereit sind für diesen Spass dieses “Extra” in Kauf zu nehmen.“

So die Vorgabe von Thomas Lippert für die aktuelle Weinrallye. Da musste ich natürlich unbedingt mitmachen, nachdem ich nun einige Male nicht an der Weinrallye teilnehmen konnte.

Thomas sortierte die Teilnehmer und dann kam schon recht schnell ein Päckchen für mich. Gottseidank vom Zoll unberührt. Ich wusste ja schon was drin war. Peter Züllig aus der Schweiz hatte mir den Wichtelwein geschickt, anschließend hier im Blog gelesen und festgestellt, das ich schon einmal über dieses Weingut geschrieben hatte. Und so schrieb er mir folgende Mail:

„Gestern ist die Flasche, die Du von mir erhalten wirst, weg, weg aus der Schweiz. … Ich wollte Dir einen Schweizer Weisswein zukommen lassen, damit Du auch siehst, dass Schweizer auch Weissweine machen können. Leider habe ich erst nachträglich Dein Beitrag bei der Weinrallye über Schweizerweine nochmals gelesen und… Ich habe just den gleichen Wein, den Du damals beschrieben hast (anderer Jahrgang) gewählt. Eigentlich schade.
Trotzdem: Der damalige Beschrieb, respektive Deine Zurückhaltung als Produzent von hervorragenden Weissweinen, kannst Du nun überprüfen, revidieen und berichten. Dies erleichtert wohl die Arbeit.
Ich bin gespannt!
Herzlich
Peter“

Da war ich natürlich erfreut! Hocherfreut! Man hat ja nicht alle Tage einen Kultwein im Hause. Ausser dem eigenen natürlich. Herzlichen Dank an Peter für diese gute Flasche Wein. Hier berichtet er über seinen Wichtelwein, den er von Thomas Lippert erhalten hat.

Das ist er, mein Wichtelwein. Ich mußte mich beherrschen, ihn nicht vor Weihnachten zu trinken. So lag das Fläschchen dann untern Weihnachtsbaum und wurde Heiligabend nebst anderen Weinen probiert. Ich berichtete hier darüber.

Ich wusste so ungefähr, was ich erwarten konnte, da ich schon bei der Weinrallye 53 zum Thema Schweizer Weine vom Weingut Gantenbein eine Flasche Kultwein auf dem Tisch stehen hatte. Ich zitiere kurz:

„Die beiden wichtigeren Weine sollten sogenannte Kultweine aus Graubünden sein. Mit Respekt öffneten wir sie und erwarteten, ja was erwarteten wir eigentlich? Das  neunte Weltwunder? Nie gekannte Geschmackserlebnisse? Oder was auch immer. Aber die ersten Probeschlucke zeigten mal wieder, das alle Winzer und Kellermeister mit dem gleichen Wasser kochen. Der eine kanns besser, der andere weniger. Respekt muß man nur vor dem Preis haben, den diese Kultweine am Markt erzielen….

Die zweite Probe ein 2005er Chardonnay von Gantenbein. Da kann ich natürlich mehr mitreden. Ich bin ja selbst Weißweinproduzent und kenne mich da viel besser aus als beim Roten…. „

Also mit Respektlosigkeit beim Essen geöffnet – interessanterweise gab es wie bei der Schweizer Weine Weinrallye Reiler Goldlayschwein – und probiert. Jetzt bitte nicht mit mir diskutieren, ob ein 2007er Chardonnay aus Graubünden in der Schweiz zum wilden Schwein passt. Wichtig ist: Kein Bier zum Essen!

Wie erwartet! Fast genau so, wie ich es bei der Weinrallye 53 geschrieben hatte:

„Ich schmeckte förmlich die hochreifen, top gesunden Trauben. Sauberst vinifiziert! Man könnte neidisch werden, kurz vor perfekt,…“

Genau so! Wieder kurz vor perfekt. Aber nun das Aber! Auch genau so wie bei der Weinrallye:

„…wäre da nicht dieses kleine Holzfass.

Ich mag es halt nicht, das kleine Holzfass, das Eichenholzaromen an den Wein abgibt. Evtl. beim Rotwein ein wenig. Ich will die Traube pur riechen. Es ist ja auch gut so, das wir nicht alle den gleichen Geschmack haben. Hier geht es zu meinem Weinrallyebeitrag über Schweizer Weine.

Natürlich habe ich auch Wein zum Wichteln verschickt. Mangels kleinem Postkarton habe ich drei Flaschen auf den Weg gebracht. Ich habe ja genügend im Weinkeller. Bastian Foerg vom Blog geschmacksreich hat sich gefreut: 3 Flaschen statt einer – woher der Harald Steffens wohl weiß, dass ich in diesem Jahr so brav war? Hoch erfreut ziehe ich“

Er hat alle geöffnet und alle für gut befunden. Danke für den positiven Bericht.

Die Zusammenfassung der Weinrallyebeiträge wird es in einigen Tagen beim Winzerblog geben.

Weinrallye 53: Schweizer Weine

„Auf den ersten Blick vielleicht ein etwas exotische Thema. Doch es gibt ihn, den Schweizerwein, allen Unkenrufen zum Trotz. Die Schweiz ist mit knapp 15‘000 Hektaren Rebland ein kleiner und wenig bekannter Weinproduzent, vor allem im Vergleich mit Nachbarn wie Frankreich und Italien. Nur ein ganz kleiner Teil der Gesamtproduktion wird exportiert (gerade mal 2-5 %). Schweizerweine sind also ausserhalb der Schweiz nur schwer erhältlich. Sozusagen eine Rarität. „

Der jetzige Aufruf zur Weinrallye von Peter Züllig ließ ja auch nichts anderes erwarten, da Peter Züllig in der Schweiz studiert, gearbeitet hat und dort auch lebt. Schweizer Weine hatten wir zwar schon einmal, es war bei der Weinrallye 29, aber die jetzige Weinprobe zu diesem Thema hatte viel mehr spaß gemacht und es war hochkarätiges Publikum angereist!

Nach langem hin und her – der Termin für einen Besuch war schwer zu finden – war es am letzten Wochenende soweit. Thomas Lippert und Theo Huesmann nebst Gattin und Tochter kamen mich besuchen. Mosel kennen lernen, gut Essen und Riesling trinken. Am Freitag Abend eine kleinere Wein-, Essig- und Mosto Cotto Probe, die sich bis spät in die Nacht zog.

Samstags ging es dann auf Schusters Rappen durch die Weinberge zum Aussichtturm bei Pünderich. Thomas berichtete hier und hier davon.

Schweizer Weine für diese Weinrallye hatte Thomas (rechts, Theo links) einige Tage vorher angekündigt. War natürlich super, denn bis dahin hatte ich noch keine Flasche greifbar. Greifbar jedoch ein weiterer Winzer, der mit uns diese Weine probieren wollte. Karl-Josef Thul – das ist der, der sich hinter den Flaschen versteckt – ergänzte das Probenteam.

Natürlich blieb es bei dieser Sonntagvormittäglichen Weinprobe nicht bei den drei Schweizer Weinen. Weitere Weine aus Südtirol, Österreich und natürlich unser Moselriesling ergänzten die Probe.

Doch nun zu den eidgenössischen Weinen:

Den Anfang machte ein Charmant Sekt, ein hellgekelterter Spätburgunder, der sich sehr blumig, fruchtig präsentierte. War aber weniger wichtig in dieser Weinprobe. Vielleicht auch etwas zu süß.

Die beiden wichtigeren Weine sollten sogenannte Kultweine aus Graubünden sein. Mit Respekt öffneten wir sie und erwarteten, ja was erwarteten wir eigentlich? Das  neunte Weltwunder? Nie gekannte Geschmackserlebnisse? Oder was auch immer. Aber die ersten Probeschlucke zeigten mal wieder, das alle Winzer und Kellermeister mit dem gleichen Wasser kochen. Der eine kanns besser, der andere weniger. Respekt muß man nur vor dem Preis haben, den diese Kultweine am Markt erzielen.

Der 2009er Pinot Noir von Thomas Studach ein Gedicht. Glasklar in der Aromatik, ein eher schlanker Spätburgunder mit eher dezenten Holzaromen aus der Barriquelagerung. Der Rest der Flasche wurde abends zum Reiler Goldlay Schwein serviert. Passte hervorragend!

Die zweite Probe ein 2005er Chardonnay von Gantenbein. Da kann ich natürlich mehr mitreden. Ich bin ja selbst Weißweinproduzent und kenne mich da viel besser aus als beim Roten. Ich schmeckte förmlich die hochreifen, top gesunden Trauben. Sauberst vinifiziert! Man könnte neidisch werden, kurz vor perfekt, wäre da nicht dieses kleine Holzfass.

Diese viel zu viel geübte Lagerung im Barrique, dass an den Wein die Eichenholzaromatik abgibt. Ein alter Kellermeisterspruch sagt, das gute Weine dadurch besser werden können. Können! Leider mittlerweile auch bei dürftigsten Weinen gehandhabt. Vielleicht besser so, um das Dürftige nicht schmecken zu müssen. Leider aber auch sehr oft übertrieben wie bei diesem Chardonnay. Viel zu stark diese Eichenholzaromatik. Erschlug die typischen Aromen des Chardonnays. Ich hasse das! Von der Eichenholzlatte tot geschlagen. Eine künstliche Aromatisierung auf die ich gerne verzichten kann. Egal ob Kultwein oder nicht.

Zum neidisch werden die Preise der Weine. Der Rote so um 50, der weiße um die 90. Euro wohlgemerkt, sind halt Kultweine. Kultweine hab ich zwar auch, leider hat es noch keiner gemerkt, geschweige denn soviel Geld dafür bezahlt. Irgendetwas mache ich verkehrt…

Wie Thomas diese Weine geschmeckt haben und welche Eindrücke er hatte, können sie auf seinem Blog 25cl.de nachlesen.

 

Weinrallye 52: Hitzewallungen im Weinberg, Klimawandel

 

 

 

 

Da ist Sie wieder: Die Weinrallye! Es war einige Zeit sehr ruhig um diese Internetveranstaltung. Längere Pause und einige Themen, die ich mangels Zeit und/oder Ideen nicht mit Leben erfüllen konnte. Aber zum jetzigen Thema muß ich einfach schreiben. Thorsten Goffin vom Blog Glasklare Gefühle hat das Thema vorgegeben:

„Ein paar kurze Worte zum Thema: Cabernet Sauvignon von der Mosel, Syrah aus der Pfalz, Sauvignon Blanc allüberall – die Zeichen der globalen Erwärmung und der damit einhergehenden Klimaverschiebung sind auch in der Weinwelt nicht zu übersehen. Diese Weinrallye möchte sich den weingewordenen Auswirkungen dieses Wandels widmen. Gefragt und erwünscht sind dabei nicht nur Beiträge, die die oben erwähnten Neuzugänge in Deutschland thematisieren. Ebenso willkommen sind Beiträge, die sich mit den Auswirkungen dieses Wandels auf den tradtionellen Weinbau beschäftigen. Alkoholstarken Rieslingen von der Mosel, 16%-Alkohol-Monstern aus dem Süden Europas. Vielleicht mag ja auch jemand Weine probieren aus Gegenenden, in denen der Weinbau vor kurzem noch undenkbar schien (Belgien, Niederlande oder Cornwall anyone?). Ich rufe ausdrücklich dazu auf, dieses Thema so weit, wie nur irgend möglich zu interpretieren.“

Leider Gottes ist die Klimaänderung ein Problem, dass hauptsächlich die Weißweinsorten betrifft. Den Rotwein weniger. Ich möchte nicht über alternative, klimawandelgerechte Rebsorten schreiben, die überall gleich langweilig schmecken und ihre Herkunft nicht verraten. Ebenso werde ich nicht über die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wetter  schreiben.

Ich schreibe lieber über den Riesling, Moselriesling!

Gehen wir einmal tiefer in die Materie. Es wird wärmer, wird wohl jeder bemerkt haben! Oder? Subjektiv sieht es teilweise so aus: Die ganze Woche warm und Sonnenschein, Mensch sitzt im Büro, natürlich klimatisiert, am Wochenende, Mensch will in die Natur oder ins Schwimmbad, Regen und kühles Wetter. Was sagt dieser Mensch: Scheiß Sommer!.

Gehen wir aber einmal weg von diesen subjektiven Wettergefühlen, dann sieht das ganze etwas anders aus. Seit 1988 gab es an der Mosel keine schlechten Jahrgänge! Abgeschafft dank Klimaänderung. Natürlich gab es seit 1988 Weinjahrgänge ohne hohe Qualitäten wie z.B. Spätlese oder Auslese, aber die Alltagsweine waren gut, aromatisch.  Ich kenne da noch Jahrgänge, die würde man heute an die Automobilindustrie zum Lackabbeizen verkaufen. Wurde damals alles getrunken, man kannte es nicht anders. Die Pflanze ist als Messstab viel genauer wie wir Menschen. Seit 1988 gab es eine durchschnittliche Blüteverfrühung von ca. 14 Tage! 14 Tage längere Reifezeit der Trauben! Gerade hier an der Moselsehr sehr positiv für den Riesling, der nun jedes Jahr vollreif wird. Unsere Väter hätten bei den Trauben, die wir Jahr für Jahr ernten, jedesmal einen Jahrhundertjahrgang ausgerufen! Sie waren es gewohnt, das es in einem Jahrzehnt etliche grottenschlechte Jahrgänge gegeben hat. Und heute? Da werden leichte Variationen nach unten, vermeintlich „schlechte“ Jahrgänge, als Arschjahrgang bezeichnet. Das ganze als die Ernte noch teilweise am Rebstock hing und keiner den Jahrgang überhaupt geschmacklich beurteilen konnnte. Wäre vor dreissig Jahren sicherlich als Jahrhundertjahrgang oder nicht weit davon entfernt bezeichnet worden.

14 Tage mehr Reifezeit, bzw. 14 Tage früherer Reifebeginn. Auf der einen Seite sehr gut für den Wein, auf der anderen Seite teilweise ein Problem. Die Rieslingtrauben kommen früher in die Reifephase. Eigentlich gut, wenn denn der Riesling nicht eine cool climate Pflanze wäre. Reifebeginn bei warmen Nächten, bzw. ohne große Tag/Nacht Temperaturamplitute, bedeutet Zuckereinlagerung, null Aroma! Warme Tage/kühle Nächte bedeutet Zucker und Aromaeinlagerung! Um ein Maximum an Aroma, diese bezaubernden Fruchtaromen des Rieslings,  bilden zu können, braucht der Riesling kühle Reifenächte. Alkohol macht nur besoffen und davon kann ruhig weniger drin sein. Die Aromareife ist wichtig. Bislang in Ansätzen 2003 erstmalig und letztmalig aufgetreten diese „Aromalosigkeit“.

Ein weiteres Problem sind reife Trauben und warme Tage. Reife Früchte neigen zu faulen, insbesondere wenn es warm ist. Das Ziel, gesunde Trauben zu produzieren ist mittlerweile sehr wichtig geworden. Viele biotechnische Maßnahmen ergreifen wir im Weinberg, z.B. Bodenpflege, Laubarbeiten, entblättern usw.,  um zu verhindern, dass frühzeitige Fäulniss auftritt. Oder gar, wie auf obigen Bild zu sehen ist, Leben in den faulen Trauben ist.

Bei dieser Reifeverfrühung muß man ansetzen! Ehemals gute Lagen werden aus oben genannten Gründen in Zukunft die schlechteren sein. Die Reifeverfrühung dieser sehr warmen Lagen wird dem Aroma nicht zuträglich sein, eher dem Alkoholgehalt. Weniger klimatisch bevorzugte Lagen werden Qualitativ zulegen.

Natürlich werde ich meine Weinberge nicht wechseln wie die Unterhosen. Es gibt noch andere Möglichkeiten. Zuerst kann man die kulturtechnischen Maßnahmen ausreizen. Reifeverzögerung ist das Stichwort. Im Moment noch nicht notwendig, aber sicherlich in Zukunft wichtig. Die Fachwelt diskutiert schon darüber. Forschungen diesbezüglich laufen auch schon, ohne das ich hier näher ins Detail gehen möchte.

Ich persönlich gehe davon aus, dass der Klimawandel dem Riesling, ich spreche hier vom Moselriesling, bisher nur genutzt hat. Bei anderen Rebsorten und oder anderen Weinbaugebieten mag es anders sein. Noch kann ich leichte Gutsweine mit geringen Alkoholgehalten und einem maximum an Aroma produzieren. Wird sich sicherlich ändern, aber wann und wie weiß ich nicht. Vom meinem Wissen jedoch kann ich, wenn es denn notwendig ist, gegensteuern mit reifeverzögernden Maßnahmen.

Aber nun genug geschrieben. Ich werde jetzt einen zwanzigzehner Riesling kühlstellen, der heute Abend entkorkt wird.

Treff der virtuellen Weinwelt

Nun schon zum zweiten mal: Das VINOCAMP Deutschland, dass im letzten Jahr erstmalig in der Weinuni Geisenheim stattfand, wie ich hier berichtete.

Am letzten Freitag zuerst ein ungezwungenes Beisammensein im Alten Rathaus in Oestrich-Winkel. Die meisten Weinblogger kannte man bereits aus dem Vorjahr. Unbekannte Gesichter wurden schnell am großen Tisch beim Abendessen in die Gemeinschaft integriert. Nach der Begrüßung und Vorstellung der ca. 130 Teilnehmer des VINOCAMPS wurde die Vorträge festgelegt und den einzelnen Hörsälen zugeteilt. Bei Matthias vom Duesiblog ging es wie im letzten Jahr um rechtliche Fragen. Während er sich im letzten Jahr dem  Messwein und seinen Absatzchancen für Weinproduzenten gewidmet hatte, informierte er uns über die rechtlichen Grundlagen des Rebpflanzverbotes.

Im stündlichem Rhythmus wechselten die Vortragsangebote in drei Hörsälen.

Wie werde ich reich mit einem Weinblog, das österreichische Wein- und Bezeichnungsrecht im Vergleich zum deutschen, wieviele Weinshops braucht das Netz, Kundenbindung und weitere  Themen die angeboten wurden.

Natürlich stand der Wein im Mittelpunkt. Viele Weinproben wurden durchgeführt:

Frühstücksweinprobe, Elsässer Weine, Rieslingweine, Exoten, Südafrika, Orange Weine, Spätburgunder, natürlich Bioweine und einige mehr.

Die Samstagsabendparty in der Winebank in Hattenheim stand unter dem Motto gereifte Weine.

Reichlich gab es zu probieren. Jeder Teilnehmer am VINOCAMP brachte für die einzelnen Verkostungen und die abendliche Party Weine mit. Glücklicherwiese hatte ich das Glück, den ältesten Wein verkosten zu können. Hatte sich richtig gut gehalten!

Nach einer kurzen Nacht, neben weiteren Vorträgen, wieder eine Probe für alle Teilnehmer. Dieses mal ging es um Weinfehler. Prof. Junk von der gastgebenden Forschungsanstalt referierte über Weinfehler und bemusterte sie auch gleichzeitig.

Die ganze Veranstaltung war kostenlos da sich genügend Sponsoren gefunden hatten. Die Sponsoren durften ihre Produkte im Foyer präsentieren. Z.B Die Deutsche Weintasche für Weinfreunde, die zeigen möchten, welche Rebsorten sie aus welchem Anbaugebiet bevorzugen. Eine kreative Idee von Sponsorin Eva Wenke.

Und natürlich das ultimative Gruppenfoto von Andreas Baldauf, der das ganze VINOCAMP mit seiner Kamera begleitete. Weitere Fotos könen auf seiner Homepage angeschaut werden.

Hier an dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an das Organisationsteam. Weitere Informationen über das Vinocamp finden Sie im VinoCamp Blog hier, die Facebookseite mit weiteren Berichten über das VINOCAMP finden sie hier.

Rede und Antwort stehen

Foto: Ansgar Schmitz, Moselweinwerbung


Weinbautage, jeden Winter in jedem Weinbaugebiet Deutschlands, die Informationsveranstaltungen für Winzer. Referenten berichten über Neuigkeiten, Forschungsergebnisse in Weinbau und Kellerwirtschaft. Die aktuelle Weinbaupolitik wird natürlich auch unter die Lupe genommen und in den Vortragspausen dürfen vor der Veranstaltungshalle Maschinen bewundert werden. Natürlich jedes Jahr wieder eine Lehrweinprobe und der Ball des Weines.

The same procedure as every year“, wie beim Dinner for one. Trotzdem gibt es ab und zu neue Themen. Ein Schwerpunkt bei den diesjährigen Weinbautagen in Berkastel waren das Web 2.0.  Also Weinblog, Facebook, Twitter & Co. und der Einsatz dieser Medien im Weingut.

Die Einführung zu diesen Internetmedien machte Susanne Bürkle von der Agrarberatung Rheinhessen-Nahe, der erste Praktikerbericht kam von Matthias Holzmann, der als Leiter der Touristinformation Traben-Trarbach sehr aktiv im Internet unterwegs ist und viele touristische Angebote (natürlich auch für Einheimische) in dem Moselstädtchen neu geschaffen hat. Ich berichtete bereits mehrmals darüber.

Als einer der wenigen aktiven Winzerblogger in Deutschland durfte ich auch aus der Praxis berichten und Rede und Antwort stehen. Wobei richtigerweise meine Mitreferenten und ich geredet hatten und mangels Fragen keine Antworten in der anschließend gebotenen Diskussionrunde gegeben werden mussten. Entweder waren alle Fragen mit unseren Referaten beantwortet, oder das Medium Internet bzw. das Web 2.0 finden bei den Kollegen wenig Interesse, wie man an vielen ungepflegten Winzerseiten im Internet sehen kann. Während der darauf folgenden Pause wurde ich doch noch von jüngeren Kollegen angesprochen, die weitere Informationen haben wollten.

Vielleicht überlegt es sich der eine oder andere Kollege einen Weinblog wie diesen zu machen. Die Weinwelt würde bunter und lebendiger, wenn  mehr Winzer im Netz über ihre Arbeit schreiben würden. Oder vielleicht einen Gastbeitrag hier in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß veröffentlichen? Sozusagen zum Üben für den eigenen Blog? Ich würde mich darüber freuen!

Weinrallye 48: Wasser in den Wein, alles Schorle oder was?

Hans-Joachim Klose aus Geisenheim hat zur aktuellen Weinrallye eingeladen: „Passend zum Sommer, auch wenn er aktuell etwas schwächelt, alles rund um die Schorle in allen Varianten in rot oder weiß, mit Cola oder Fanta, mit Riesling oder Silvaner. Das Thema bewegt, …. in dem der Standpunkt vertreten wurde wie kann man nur Wasser in Wein schütten. Dazu die passenden Geschichten, wenn zum Beispiel die Jugend aus der Pfalz in den Rheingau kommt und einen Cola-Rot bestellt, aber auch Rezepte und spannendes aus fernen Ländern.“

Nun gut, beim Schorle gibt es natürlich Diskussionen, ob man Wein mit Wasser verwässern dürfe. Im Wein ist zwar das Wasser der größte Bestandteil, aber diesen Wasseranteil erhöhen? Nein, das geht nicht, ist sogar per Weingesetz verboten und heißt dann Panscherei. Aber das betrachte ich mal philosophisch, doch dazu später mehr.

Betrachten wir das ganze einmal unter geschichtlichen und gesundheitlichen Aspekten. Wie war das beim ersten Wunder Jesu, der Hochzeit zu Kana? Der Wein wurde nicht gestreckt, bzw.  verdünnt: Ganz enthemmt wurde aus Wasser Wein gemacht, der sogar richtig gut gewesen sein soll, wenn man der Bibel glauben darf. Da tut sich bei mir eine handwerkliche Wissenslücke auf. Habe ich während meiner Ausbildung etwas verpasst?

Wichtiger als dieses Weinwunder von Kana war in früheren Zeiten die gesundheitlichen Aspekte von Wasser/Weingemischen. In vielen alten Quellen ist die Rede von Weinen, die mit Wasser verdünnt wurden. Es wird suggeriert, das die Weine damals zu stark gewesen seien, um sie pur zu trinken. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wein wirkte desinfizierent auf das tägliche Trinkwasser.

„..wirken erstlich bei epidemisch herrschender Ruhr als Vorbeugungsmittel…als ein vorzügliches Präservativ gegen ansteckende Krankheiten…als vorbeugungsmittel bei allen epidemischen und contagiösen Krankheiten angelegentlichst zu empfehlen, namentlich aber bei den schweren und gefährlichen, wie bei Typhus, der bösartiger Ruhr und vorzüglich bei der asiatischen Cholera…“

schrieb der prakt. Arzt und königl. Kreisphysikus zu Zell a. d. Mosel,  Dr. Franz Meurer in seiner 1866 erschienenen Publikation über die gesundheitsfördernde Wirkung der Mosel- und Saarweine. Interessant, welche Wirkung die Moselweine seiner Meinung nach haben sollen: Hämorrhoiden, Gicht, Hysterie, Würmer,  Schwindsucht, Impotenz, ausfallen der Haare, Trichinen, nützlichkeit bei der Geburtshilfe und ein probanntes Mittel gegen Trunksucht, so ein kleiner Auszug aus seinen gesundheitlichen Empfehlungen. Einreiben, trinken, gurgeln und Moselwein hilft gegen alles.

Wieder zurück zum Thema Wasser und Wein. In neuerer Zeit befasste sich Prof. Dr. Kliewe (Wein und Gesundheit, 1981) mit diesem Thema. Er machte Versuche über die entgiftende, Bakterientötende und -hemmende Wirkung der Weine. Zuerst mit reinem Wein, dann mit Wasser verdünnt. Die Wirkung war in der Verdünnung ebenso vorhanden. Äusserst interessant die Wirkung auf Kolibakterien und bei Kolieerkrankungen. Eigentlich ein normaler Darmbewohner, der aber unter gewissen  Umständen und bei gewissen Stämmen dieses Bakteriums krankheitserregend wird. Da gab es doch diesen Frühsommer die EHEC Epedemie….

Unsere Empfehlung: Die Trarbacher Felsenquelle

Kommen wir wieder zum eigentlichen Weinrallyethema zurück: Schorle! Für mich kommt nur die Version mit Wasser in Frage. Die Partner Cola und Fanta mag ich nicht und als Wein selbstredend ein Riesling. Die Reihenfolge des Eingießens ins Glas ist wichtig! Wenn ich das Wasser zum Wein gebe, verdünne ich diesen, und wie oben beschrieben wäre das Panscherei und damit verboten. Dieses Dilemma kann man nur lösen, indem man zuerst den Sprudel in Glas gibt und diesen dann mit Riesling verbessert. Das wäre dann korrekt, philosophisch betrachtet!

 

 

 

Weinrallye 47: Wein aus Alamannien

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„Es ist ganz einfach. Aus meiner Verbundenheit zu meiner Heimat und die Tatsache das der alemannische Dialektsingsang bei mir Wohlgefhühle auslöst bitte ich euch über Weine zu schreiben deren Urspung das Stammesgebeit der Alemannen ist!

Was wäre das für ein prächtiges Land würde es heute noch tatsächlich politisch existieren? Aber tatsächlich existiert dieses Land nur in der Welt der Spache, als Sprachraum des alemannischen Dialektes! Weiter existieren die Alemannen in Geschichtsbüchern und in einigen Sprachen wie Französisch, türkisch oder italienisch wo für Deutsch nicht die Germanen Wortpate standen sondern die Alemannen. Denken wir doch nur an Frankreich, dort nennt man uns Allemagne :-) Darum lassen wir Alemannien zumindest virtuell für einige Tag aufleben und verkosten die Weine dieses wunderschönen Landstriches.“

So der Aufruf zur Weinrallye vom Heidelberger Kellermeister Thomas Lippert.

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Der Sprachraum der alemannischen Bevölkerungsgruppe, von der zumindest die Schwaben behaupten, alles zu können ausser Hochdeutsch (Mir kennât älles, bloß koe Hochdeitsch) oder andersrum: „Mir kennad au Hochdeitsch, mir wellad bloß ned“ (Honoratiorenschwäbisch: Wir können auch Hochdeutsch, wir wollen bloß nicht).

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Daher fiel auch der erste Gedanke an das sogenannte Schwabenblut, den Trollinger. Ich hatte im Frühjahr eine Faßprobe von meinem Kollegen Reinhard Schäfer zur Verkostung und Beurteilung erhalten. War richtig gut, aber dann kam mir eine andere Idee.

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Mein neuer Kettenschlepper musste zur Inspektion und einigen Nacharbeiten zum Hersteller nach Bühl in Baden. Gelegenheit, bei der dortigen Genossenschaft vorbei zu fahren, um die bekannte Flasche  zu kaufen.

In meinen Kindheitstagen wurde die gebrauchten Weinflaschen noch im Weingut für die Wiederbefüllung gereinigt. Als Kinder mussten wir helfen und freuten uns, diese interessante Weinflasche mit dem Affen ab und zu im Leergut zu finden, die dann einen Ehrenplatz auf der Fensterbank im Etikettierraum fand.

Der sogenannte Affenthaler, eine Marke der Genossenschaft Bühl, gibt es nur als Riesling, Spätburgunder Rosé und Spätburgunder Rotwein in der sogenannten Affenflasche. Als Rieslingwinzer habe ich mich selbstredend für den Riesling entschieden. Überraschend war die Aussage des Verkauspersonals, das es diese Traditionslinie nur in einer milden Ausführung gibt, was mich verwunderte.

Als Trockenweintrinker habe ich mich gestern Abend ganz mutig an diesen milden Wein herangewagt. Die Überraschung war groß. Ein extrem frischer und spritziger Riesling fand sich im Glas wieder. Die Restsüße, vielleicht gerade über dem halbtrockenen Bereich, war durch eine knackige Säure sehr gut eingebunden. In der Nase ein typischer 2010er mit dezenter Zitrusaromatik. Ein richtiger Spaßwein mit guten Trinkfluss. Der ideale Terrassenwein für warme Sommerabende.

Aus der virtuellen in die reale Welt

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Man kannte sich schon lange aus dem Netz. Am letzten Wochenende haben wir uns nun in der realen Welt kennen gelernt. In der Weinuni in Geisenheim am Rhein trafen wir uns zum ersten deutschen VinoCamp.

„Das VinoCamp ist also ein BarCamp – und ein BarCamp ist eine Unkonferenz, d.h. eine Konferenz ohne festen Ablaufplan. Es gibt demnach nicht die klassische Aufteilung zwischen Referenten und Zuhörern. Jeder der möchte, kann einen Vortrag, eine sogenannte „Session”, zum Thema anbieten. Wer keinen Vortrag halten möchte, kann auch einfach nur zuhören.

Das Thema des VinoCamps ist, wie der Name schon sagt, der Wein und alles was damit zusammenhängt.

Beim VinoCamp treffen sich Menschen aus der gesamten Weinszene, die eine hohe Affinität zum Internet haben, um sich auszutauschen und virtuelle und reale Netzwerke zu pflegen.

Ziel des VinoCamps ist es, das Thema Wein in die Breite des Web 2.0 zu tragen, zu lernen, sich weiter zu entwickeln und Strategien und Sprachweisen für die Zukunft zu finden.“

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Der Freitag abend starte mit einer Afterworkparty im Garten der Sektkekellerei Bardong. Die ersten virtuellen Freundschaften bekamen Gesichter und die Netzfreundschaften wurden bei sehr guten Sekten und Weinen vertieft.

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Das VinoCamp startete am Samstag mit der Begrüßung der Teilnehmer und Festlegung der einzelnen Vorträge, bzw. Sessions. Neben vielen Vorträgen, die sich um das Internet und die Netzwelt drehten, interessierte mich der Vortrag von Matthias Düsi vom Duesiblog.

„Rechtliche & Theologische Grundlage des Abendmahlsweins/Messweins. Messwein als Absatzchance für Weinproduzenten?“ lautete das Thema und Matthias, von zu Hause aus Rechtsanwalt, erläutere dieses interessante Thema sehr spannend.

Bei den jährlich ca. 10 Millionen Teilnehmern am Abendmahl der ev. Kirche kam die Diskussion auf, wie groß denn dieser „Schluck“ ist, damit das gesamte Absatzpotential genauer geschätzt werden konnte.

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Im stündlichen Rhythmus gab es immer zeitgleich drei Vorträge in verschiedenen  Hörsälen und die Auswahl des für mich interessantesten Vortrages viel mir schwer.

Die Auswahl war sehr groß, wie ein Auszug aus dem Angebot zeigt:

    • Eu-Weinmarktreform, Chance oder Untergang?

    • Traffic und Statistikauswertung im Blog.

    • Wie mache ich einen sexy Weinblog?

    • Wie werde ich reich und berühmt?

    • Wie objektiv sind Weinführer?

    • Wein, Tourismus und Web 2.0 – wie passt das zusammen!

    • Diskussion rechtlicher Themen wie Urheberrecht (Bilder- und Textnutzung), Abmahnung, Impressum usw…

    • Rechtliche & Theologische Grundlage des Abendmahlsweins/Messweins. Messwein als Absatzchance für Weinproduzenten?

    • Was ist in Frankreich so anders? Das französische Wein-Web vorgestellt.

    • Spontanvergärung und Wurzelecht. Nur Winzerblala oder ist was dran?

Mit meinem Kollegen Karl-Josef gestaltete ich zwei Sessions zum Thema Weinbau, Weinkeller und Ökologie. Machte mächtig Spaß!
Zu Gast war auch die amtierende Deutsche Weinkönigin, wie man unschwer auf obigem Bild erkennen kann.

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Natürlich durfte der Wein auch nicht zu kurz kommen. Am späten Nachmittag standen fast dreihundert Weine, die von den Teilnehmern mitgebracht wurden,  in der Mensa zum probieren auf den Tischen.

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Die Abendveranstaltung fand dann in der wineBANK in Hattenheim statt. Ähnlich einer Bank mit Schließfächern. Aber nur  für edle Weine, anstatt Wertpapiere.

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Das ganze in einem Weingut und direkt daneben der „Partyraum“.

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Trotz der abendlichen Party fanden sich alle am Sonntag pünktlich wieder in den Vortagssälen ein. Iris, deutsche Winzerin in Frankreich, berichtete für ihre französischen Kollegen live vom deutschen Vinocamp in ihrem Blog, auf Facebook und auf Twitter.

Hier an dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an das Organisationsteam und die Sponsoren. Weitere Informationen über das Vinocamp finden Sie im VinoCamp Blog hier, die Facebookseite ist hier.

Nachtrag:

Per Facebook wurde ich darauf aufmerksam gemacht.

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Wir sind am Samstag (-nacht) natürlich noch versumpft. Einen Absacker trinken. Einen klasse Rieslingsekt aus einem Arbeitsprojekt eines Weinbaustudenten und dazu gab es eine Gitarrensession.

Newsletter No. 3: Das erste deutsche Vinocamp, Hintergründe und Angst macht sich breit

 

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Über das Internet, bzw. das Web 2.0, kennt man die bloggenden Kollegen schon länger und nun ist persönliches Kennenlernen angesagt.  Am 18. und 19. Juni ist ein Weinbloggertreffen in der Weinuni Geisenheim angesagt. Ein sogenanntes BarCamp, im Weinbereich natürlich Vinocamp genannt. Ich freue mich schon, die Personen, die man aus dem virtuellen Leben kennt, in natura kennen zu lernen.

Beim Vinocamp gibt es keine Teilnehmer, sondern nur Mitwirkende! Ein BarCamp ist eine offene Tagung, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern im Tagungsverlauf selber entwickelt werden. Es wird von jedem Teilnehmer erwartet, das er aktiv am Geschehen teilnimmt. Das Vinocamp ist keine Konferenz auf der einfach Wissen konsumiert wird, es wird getauscht und geteilt, geben und nehmen. Meine Aktivitäten konzentrieren sich auf den ökologischen Steillagenweinbau und die Kellertechnik.  Mit Iris und Karl-Josef zusammen werde ich zu diesen Themen referieren und mit den Teilnehmern diskutieren.

Der von uns angebotene Ausbildungsplatz  als Winzer steht kurz vor der Besetzung. Mehrere junge Menschen absolvierten in den letzten Wochen ein Kurzpraktikum in unserem Weingut. So lernte ich die Arbeitsweise, die Motivation und das Sozialverhalten kennen.  Diese Woche noch eine Kandidatin und nächste Woche wird entschieden wer die Lehrstelle bekommt. Kerstin, meine jetzige Azubine, wird in vier Wochen die Gesellenprüfung machen und dann in die rauhe Arbeitswelt entlassen.

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Der erst letzte Woche abgefüllte Mosto Cotto hat schon Freunde gefunden. Die Musterflasche, die in der Probierstube stand, wurde kurzerhand von einem Freund entführt und zurück kamen zwei Gläser Rhabarberchutney mit Mosto Cotto. Passt hervorragend zu Käse.

Wir haben zur Zeit drei Wochen Vegetationsvorsprung. Der Riesling ist am blühen. Die Rahmenbedingungen sind sehr gut, so das eine gute Befruchtung zu erwarten ist.

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Nachdem am 4. Mai in weiten Teilen Deutschland die Reben mehr oder weniger erfroren sind, ist die derzeit herrschende Trockenheit das beherrschende Thema und macht uns Angst. Es soll der trockenste Frühling seit 1893 sein. Wir hatten zwar das Riesenglück das am 20. Mai ganz regional in Reil 23 Liter Regen fielen, aber die Reben dürsten weiterhin nach Wasser. Das Längenwachstum der Triebe ist stellenweise stark vermindert und das Laub verfärbt sich gelblich. Es gibt Standorte an der Mosel, bei denen sogar alte Rieslingreben mit entsprechend tiefen Wurzeln, unter massivem Wasserstreß leiden und die Situation dramatisch wird. Etwas Regen ist in den nächsten 24 Stunden gemeldet, die lang erhoffe Entspannung wird es nicht sein. Die Situation dürfte weiterhin sehr kritisch bleiben und macht uns Angst.

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