Diese Nacht lässt Dich nicht kalt

Gemütliches Beisammensein bei leckerem  Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau.

Am kommenden Samstag, den 14. Dezember, ab 16.00 Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

Wie gehabt spenden wir den Glühwein und Ihr ins Spendenschwein. Der Erlös geht an eine wohltätige Organisation. Welche ist noch unklar. Der Familienrat wird sich noch beraten.

Für die, die von weiter herkommen und auch Durst haben: Der letzte Zug ab Reil fährt um 22.13 nach Bullay, dort besteht Anschluss nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 21.44 Uhr.

Was hat der denn geraucht?

Wir freuen wir uns immer wieder, wenn wir bei Weinverkostungen sehr gut abschneiden. Neben kleineren Weinwettbewerben wie die Steillagenweinprämierung in Aosta, Italien, und der Verkostung unseres Verbandes ECOVIN gab es großes Lob auch beim Eichelmann Weinführer. Sagenhafte dreieinhalb Sternchen für unsere ausschließlich trockenen Weine. Auch die anderen Weinführer, der Gault Millau und der VINUM Weinführer zählen uns zu den besten deutschen Weingütern und lobten unsere 2018er Weinkollektion.

Ganz besonders stolz sind wir auf die guten Bewertungen unserer Basisweine, die allesamt sehr hoch waren.

Der eine liebt unsere Weine mehr, der andere weniger. Liegt in er Natur der Sache. Wein ist ein emotionales Produkt und lässt sich nicht ist ein starres Bewertungssystem pressen. Persönliche Vorlieben der Weinverkoster spielen eine große Rolle und die Weine werden bei allen Verkostungen nicht verdeckt probiert.

Ein schönes Etikett oder die Erinnerung des Verkosters an die nette Winzerstochter kann schon die Weinbewertung beeinflussen…

Auch die Zeitschrift der Feinschmecker hat seine Bestenliste. Im Gegensatz zu den anderen Weinführern, die über eintausend Winzer aufzählen, sind dort unter achthundert Winzer vertreten. Seit Jahren sind wir dort dabei.

Bisher erschien als Beilage zur Zeitschrift immer ein Büchlein mit den besten Winzern Deutschlands. Mittlerweile gibt es das nur als Onlineversion. Spielt aber keine Rolle, wurde früher und wird heute nicht gelesen. In der Publikumswirksamkeit nicht relevant.

Als ich dann den seltsamen Bewertungstext über unsere 2018er Weine las, dachte ich zuerst, dass ich im falschen Film bin, kam aber schlussendlich zu der Frage: Was hat der denn geraucht? Oder was ist dem Verkoster über die Leber gelaufen? Ärger mit der Frau? Schlecht geschlafen? Evtl. zum Weintrinken verpflichteter Biertrinker?

Rätsel über Rätsel!

Damit sie sich eine eigene Meinung darüber bilden können, folgend der komplette Text:

„Das war kein guter Jahrgang für Harald Steffens, doch wir hoffen, dass es nur ein kleiner Ausrutscher ist und das Weingut im nächsten Jahr zur alter Form zurückfindet. Die 2018er Rieslinge, die wir zur Probe hatten, ließen sämtlich die gewohnte Fruchtstruktur und Substanz missen, wirkten etwas ausgezehrt und leer. Selbst die Auslese, wie alle andere Rieslinge trocken ausgebaut, zeigt für dieses Prädikat viel zu wenig Frucht, was andererseits der Säure Platz macht, die den unausbalancierten Wein beherrscht.“

Trotz dieses bösen seltsamen Textes sind wir immer noch bei den besten Winzern dabei, zwar nicht so hoch bewertet wie in den letzten Jahren, aber dabei.

Wichtiger als diese Rankinglisten ist die Kundenresonanz. Positive Rückmeldungen zu unseren Weinen und der Verkauf läuft wie geschnitten Brot. Für uns das beste Ranking!

Zur Information: Alle Weinführer haben die gleichen 2018er Rieslingweine erhalten, von der Literflasche bis hin zu den Auslesen.

im Wandel der Zeiten

Unser Haus im Wandel der Zeiten. Als Fachwerkhaus vor über 300 Jahren erbaut, gab es um die vorletzte Jahrhundertwende zwei größere Umbau- bzw. Renovierungsarbeiten an unserem historischen Bürgerhaus. Die Vorbesitzer, die Familie Müller-Lentz, bauten den Speicher zu Wohnzwecken um und das Erdgeschoss wurde neu gestaltet. Ein großes Tonnengewölbe mit Nebenräumen wurde angebaut. Zudem wurde die Fassade verputzt um dem Haus ein „städtisches“ Aussehen zu geben.

Obige Aufnahme entstand vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Schön zu sehen noch die ursprüngliche Terrasse, die später vergrößert wurde und eine Sandsteinbalustrade erhielt.

Auf der Terrasse die Herrschaften, Moselriesling trinkend, und neben dem Kellereingang die Kellerarbeiter.

Die Fassade soll 1924 freigelegt worden sein. Zuerst wurde das Fachwerk Moselseitig freigelegt, wie dieses Bild von einem Werbeprospekt der Ortsgemeinde Reil aus den 30er Jahren zeigt. Zu einem späteren Zeitpunkt dann das seitliche Fachwerk zu Hof hin.

Darf ich vorstellen

Darf ich vorstellen: Lukas, unser neuer Azubi, der sein drittes Ausbildungsjahr bei uns absolviert. Da er die beiden ersten Ausbildungsjahre bei meinem Kollegen Arndt Werner in Rheinhessen absolviert hat, brauche ich ihm nicht mehr die Basics beizubringen. Neben der Vertiefung der Kenntnisse ist der Steillagenweinbau das  Thema, dass er in unserem Weingut lernen möchte, da er von der Mosel kommt.

Er ist wissbegierig und lernwillig. Wir vertragen und verstehen uns zudem bestens. Auf eine gute Zusammenarbeit!

Erster!

Erster! Nachdem uns in den letzten Jahren öfters die ganze oder die halbe Ernte des Weinbergpfirsichs geklaut wurde,  war ich heute als erster da und habe geerntet. Mangels genügender Erntebehältnisse werden morgen früh die restlichen Pfirsiche (Prunus persica) gepflückt.

Von einem weiteren Pfirsichbäumchen, dass ich vor fünf Jahren gepflanzt hatte, konnte ich dieser Tage die erste Ernte einfahren. Leider erst die erste. Die eigentlich erste Ernte fiel meinem Mähgerät zum Opfer, als ich versehentlich über das im Weinberg stehende Bäumchen mit dem Kettenschlepper fuhr. Die zweite und dritte Ernte, jeweils nur eine Handvoll Früchte, wurden auch geklaut.

Es stellte sich jetzt heraus, dass das Bäumchen, das ich als Weinbergspfirsich von einem befreundetem Hobbygärtner bekommen hatte, ein weißer Pfirsich ist, der äussert wohlschmeckend und aromatisch ist.

In der Stadt von Francesca und Paolo

Zum dritten Mal war ich auf Einladung von Luca, einem ital. Sommelier, zum „wine tasting & street food festival“ nach Gradara in Italien eingeladen worden. In dem kleinen, wunderschönen Dorf mit seiner mittelalterlichen Festung  waren zwanzig Winzer über das ganze Dorf verteilt und präsentierten ihre Weine. Dazu gab es Leckereien von der örtlichen Gastronomie und für die Stimmung sorgte eine gute Band. Wie von den letzten Jahren gewohnt, strömten die Besucher abends zu hunderten in das kleine Dörfchen.

Am Stadttor gab es für die Besucher die beiden Tastingpakete Francesca und Paolo zu kaufen. Jeweils ein Weinglas nebst 4 oder 6 Verkostungsbons. Diese konnten bei den einzelnen Winzern eingelöst werden. Freitag und Sonntag waren gut besucht. Der absolute Höhepunkt war der Samstag. Mehr als Tausend Tastingpakete wurden verkauft! Das Städtchen war mit Menschenmassen gefüllt und abendlich wurden die Weingläser knapp. Ich hatte regen Besuch an meinen Weinstand und kam teilweise nicht nach, Rieslingproben auszuschenken, die beim ital. Publikum sehr gut ankamen.

Übrigens, Paolo und Francesca: Berühmt wurden Sie durch den Dichter Dante, der darüber schrieb. Die Geschichte/Legende soll sich im Schloss von Gradara abgespielt haben.

Der Staatsraison geschuldet, musste Fran­ces­ca da Po­len­ta , die Tochter des Stadt­herrn von Ravenna,  Gianciotto Malatesta, Sohn von Malatesta da Ver­rucchio, Herr­scher von Rimini heiraten. Dieser soll jedoch krumm, bucklig und zudem hässlich gewesen sein. Also – war abzusehen – verliebte sich Francesca in dessen hübschen Bruder Paolo. Das Liebesverhältnis zwischen Francesca und Paolo wurde verraten, Gianciotto überraschte das Liebespaar und erstach beide voller Ei­fer­sucht und Zorn.

Soweit meine Kurzform. Wen es interessiert, der kann hier oder hier mehr über dieses Liebesdrama lesen.

bestanden

Etwas angespannt waren wir ja, aber wir hatten auch keine Zweifel, dass Azubi Ken es schaffen würde. Gestern hat er die Prüfung zum  Winzer bestanden.

Herzlichen Glückwunsch!

Drei Jahre war er bei uns, drei Jahre intensives vermitteln von Lerninhalten, drei Jahre ein sehr interessierter junger Mensch bei uns im Weingut und am Mittagstisch. Er hat viel gelernt, sogar Kellermeisters Geheimwissen bekam er vermittelt. Es war für uns eine schöne Zeit!

Mythos Mosel: Eine Riesling Reise kann beginnen

„Vom 15. bis 16. Juni werden ca. 120 Weingüter auf einer Strecke von 25 km ihre besten Weine präsentieren.

2019 wird die Route im Weinbauort Ürzig beginnen und bis Briedel gehen. Das von der Jungwinzervereinigung Moseljünger organisierte Event lebt davon, dass sich Weingüter aus allen Verbänden und Vereinen zusammentun, um die Mosel zu repräsentieren, fern ab eines Grenzdenkens. Insgesamt wird es 30 Standpunkte, sprich Weingüter, geben, die ihre Pforten öffnen und jeweils 3 andere Winzer einladen. So können die Besucher an einem Ort direkt mehrere Weingüter kennenlernen. Zwischen den Moselorten gibt es erneut ein Busshuttle, das die Besucher jederzeit nutzen können, um sich zwischen den Weingütern zu bewegen. Bei der kompakten Strecke  können die sportlichen Besucher natürlich auch das Rad nutzen oder sogar wandern.“

so auszugsweise der Text von der Homepage von Mythos Mosel.

Die Vorbereitungen für Mythos Mosel, die große Imageveranstaltung der Moselwinzer, am 15. und 16. Juni, sind am laufen. Das Banner hängt am Haus – zwar noch etwas schief, aber das wird noch gerichtet -, die Wegweiser zu unserem Weingut sind gedruckt und werden in einer Gemeinschaftsaktion mit den gastgebenden Winzern aus Reil im Dorf aufgehängt, der Hof ist gekehrt und viele andere Kleinigkeiten sind auch schon vorbereitet.

Gestartet wird am Freitag mit der Eröffnungsveranstaltung in Trarbach. Am Samstagmorgen kommen meine Gastwinzer zum Aufbau und dann kann um 11.00 Uhr mit dem Probieren losgelegt werden. Abends gibt es in verschiedenen Weingütern noch Abendveranstaltungen.

Eintrittskarten gibt es hier auf der Homepage von Mythos Mosel oder direkt bei den Weingütern, also auch bei mir. Das Ticket beinhaltet auch die Bus- und Bahnfahrt im Trierer Verkehrsverbund. Zudem fahren Shuttlebusse  jeden Ort auf der Strecke zwischen Ürzig und Briedel im 20 min Zeittakt an. In Reil steht zusätzlich noch die Moselweinbahn in Richtung Trarbach oder Bullay zur Verfügung.

Sie finden uns ganz einfach: Von der Shuttlebushaltestelle auf der Reil gegenüberliegenden Moselseite, die Brücke überqueren, rechter Hand sehen Sie schon unser Haus (siehe oben), nach rechts abbiegen und nach 40 m sind Sie an unserem Hintereingang. Vom Bahnhof einfach die Hauptstraße bergab gehen und nach 200 m sind Sie ebenfalls an unserem Hintereingang. Das wäre der schnellste und einfachste Weg. Auto- und Fahrradfahrer können auf dem Parkplatz unter der Brücke moselabwärts parken und unser Weingut ist auch schon in Sicht.

Ich würde mich freuen, wenn Sie uns am 15. oder am 16. Juni besuchen würden. Als Gastwinzer sind bei uns im Weingut die Kollegen Max Duhr  von der Domaine Mme Aly Duhr in Ahn, Luxemburg, Karl-Josef Thul von Weingut K.-J. Thul in Törnich und Timo Dienhard vom Weingut Römerkelter in Maring-Noviand.

Weitere Informationen finden Sie in auf der Homepage von Mythos Mosel.

Chance verpasst

Bei der heutigen Weinbergsarbeit begegnete mir heute ein ausgeschwärmtes Bienenvolk, das sich in einem Rebstock zu einer Schwarmtraube zusammen gefunden hatte.

Äußerst friedlich ging es zu. Kein hektisches Treiben wie am Bienenstock im  Weingut. Wie im Streichelzoo hätte man die Bienen anfassen und streicheln können.

Da ausgeschwärmte Bienenvölker als Herrenlos gelten, hatte  der Winzer jedoch andere Gedanken. Schnell noch die Rebzeile fertig machen, dann den Kurzzeitpraktikanten abholen. Die Bienenfangutensilien wären auch schnell zusammen gesucht, aber…

Leider hatte dann der Bienenschwarm das Weite gesucht und der Traum von einem weiteren Bienenvolk hatte sich erledigt.

Wimmelbild

Mit den höheren Temperaturen kommt Bewegung in den Bienenstock. Die Bienen sind fleißig am Arbeiten. Der Bienenstock ist mit Waben gefüllt und die Arbeitsbienen schleppen in ihren Pollenhöschen jede Menge Blütenstaub in den Bienenstock.

Damit sie leichter zu finden ist, ist dies ein Ausschnitt aus einem größeren Wimmelbild. Zu einem sieht man die schon mit Honig gefüllten Waben und zu anderen die Bienenkönigin.

Das vor einigen Jahren von Chefin Marita und ihrer Freundin Barbara gestartete Projekt der „Massentierhaltung“, ist bis auf kleine Fehlschläge, geglückt. Auch ich habe eine Menge Spaß, darf mithelfen und kenne die meisten Bienen persönlich 😉

Übrigens: Morgen ist Weltbienentag, der auf die Bedeutung der  Bienen für ihre Rolle bei der Bestäubung hinweisen soll, da Bienen in erheblichem Maße zur Erhaltung von Wild- und Kulturpflanzen und deren Erträgen beitragen. Ihre ökologische Bedeutung ist beträchtlich; Bienen zählen weltweit zu den wichtigsten Bestäubern.