Hochwasser 2020, Teil 3: Betriebsbereit

Pünktlich zum Arbeitsbeginn heute Morgen konnten wir mit dem Säubern des Weinkellers anfangen. Beginnend mit dem Leerpumpen des Aufzugsschachts gab die langsam fallende Mosel immer mehr Kellerfußboden frei, der gesäubert werden konnte.

Pünktlich zum Feierabend war es geschafft. Alles Sauber und wir sind wieder betriebsbereit.

Heute Abend noch an den beiden unteren Hofeinfahrten den Moselschlamm Wegkehren, morgen den Kleckerkram in den Keller bringen.

Übermorgen dürfte die Moselstraße wieder frei sein und es ist wie vorher, als ob nichts gewesen ist.

Hochwasser 2020, Teil 2: Einige Impressionen

Der Höchststand des aktuellen Mosel Hochwassers wurde heute Morgen erreicht. Die Mosel zieht sich mittlerweile zurück. Morgen früh Keller putzen und einräumen.

Die Holzfässer sind mit Wasser oder Wein befüllt. Damit sie nicht durch den Keller schwimmen mittels Zurrgurten am Fasslager festgebunden.

Nebenbei bemerkt: Ein Hochwasser ist für uns Moselaner etwas ganz normales, „fast“ alltägliches, wenn man direkt an der Mosel wohnt.

Es ist ja nicht so, das die Mosel plötzlich durch die Terrassentür ins Wohnzimmer schwappt und den auf der Couch ruhenden Winzer mit nach draußen reißt.

Man kann damit umgehen. Es ist keine Katastrophe, aber lästig. Ein gutes Vorwarnsystem hilft uns mit seinen Prognosen. Schäden entstehen bei Hochwässern dieser Größenordnung in der Regel nicht. Kostet nur Zeit für die Reinigung.

Folgend noch weitere Impressionen vom Hochwasser.Der Tankkeller

Die mit Flaschen gefüllten Gitterboxen sind auf leere Boxen gestapelt.

Der Kleckerkram aus dem Keller steht neben die Kellertüre im Hof.

Die untere Zufahrt ist durch die Mosel blockiert. Gut, das wir einen Hintereingang haben.

Der Blick auf unser Weingut von der anderen Moselseite.

Weinberge neben der Mosel sind ebenfalls überschwemmt. Beim zwischen den Bäumen gelegenen Campingplatz ist ebenfalls Land unter.

Das Hochwasser behindert den Verkehr zwischen Eifel und Hunsrück, zwischen denen die Mosel liegt. Neben den Fähren wie hier in Pünderich, sind wichtige Verkehrsadern beeinträchtigt oder gesperrt.

Hochwasser 2020, Teil 1: Wenn das nur alles Wein wäre

Wenn das nur alles Wein wäre, ist es aber leider nicht.

Die Mosel hat sich wieder für einen Besuch angemeldet. Die Niederschläge in den vergangenen Tagen, insbesondere an der französischen Mosel, haben den Pegelstand ansteigen lassen. Jetzt, gerade in diesem Moment, läuft der Tankkeller voll. Der etwas höher gelegene Holzfasskeller dürfte in einer Stunde nur noch mit Stiefeln betretbar sein.

Es war eine kurze Nacht vorangegangen. Zuerst den eigenen Keller mit Freunden – übrigens: Dankeschön fürs Helfen! – hochwassersicher machen, dann zu einem Kollegen, der außer Haus war und nervös am Telefon Ratschläge und Anweisungen gab.

Es dürfte ein kleineres Hochwasser wie im letzten Jahr werden, weniger lästig. Vielleicht nur einen Meter hoch im Keller.  Ärgerlicher wird es erst bei höherem Wasserpegel, wenn mit einem Schlauchboot durch den Keller gefahren werden muss, um die Energiesparlampen an der Decke vor dem Wasser zu retten.

Kunstwerke

Glücklicherweise sind wir bei uns in Reil mit ausreichend Gastronomie gesegnet. Noch besser ist, dass alle gastronomischen Betriebe in ihrer jeweiligen Kategorie Spitzenleistungen erbringen. Angefangen vom Imbissstand unterm Rathaus, über die leckeren Schnitzel in der Linde, dem Weinberg-Hotel Nalbach mit der sehr guten bürgerlichen Küche, den Straußwirtschaften bis hin zu den  beiden Top Restaurants Reiler Hof und Villa Melsheimer.

Bemerkenswert in der Villa Melsheimer sind neben der Weinkarte die Desserts, eine Passion des Küchenchefs. Für mich kleine Kunstwerke, für andere Dekorationsorgien. Aber egal, schmeckt unheimlich gut!

Weitere, bessere Bilder wie das obige, gibt es auf dem Instagramaccout des Restaurants.

Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Glühwein für Uganda

Danke an alle, die am Samstag zur Bio-Glühwei(h)n-Nacht zu uns ins Weingut kamen. Mit Einbruch der Dunkelheit kamen die ersten Gäste, einige Stunden später war – gefühlt – das halbe Dorf da.

Nach alter Pfadfinderart (ich war früher auch dabei): Jeden Tag eine gute Tat! Da das Jahr so viel Tage hat, machen wir es einmal richtig und sponsern seit Jahren für diese Glühweinnacht den Glühwein, natürlich Riesling, Kinderpunsch und Kleinigkeiten zum Essen.

Danke an allen die da waren und nun mit den reichlich eingesammelten Spenden den Verein Somero unterstützen, der in Uganda ein Bildungsprojekt betreibt.

Diese Nacht lässt Dich nicht kalt

Gemütliches Beisammensein bei leckerem  Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau.

Am kommenden Samstag, den 14. Dezember, ab 16.00 Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

Wie gehabt spenden wir den Glühwein und Ihr ins Spendenschwein. Der Erlös geht an eine wohltätige Organisation. Welche ist noch unklar. Der Familienrat wird sich noch beraten.

Für die, die von weiter herkommen und auch Durst haben: Der letzte Zug ab Reil fährt um 22.13 nach Bullay, dort besteht Anschluss nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 21.44 Uhr.

Was hat der denn geraucht?

Wir freuen wir uns immer wieder, wenn wir bei Weinverkostungen sehr gut abschneiden. Neben kleineren Weinwettbewerben wie die Steillagenweinprämierung in Aosta, Italien, und der Verkostung unseres Verbandes ECOVIN gab es großes Lob auch beim Eichelmann Weinführer. Sagenhafte dreieinhalb Sternchen für unsere ausschließlich trockenen Weine. Auch die anderen Weinführer, der Gault Millau und der VINUM Weinführer zählen uns zu den besten deutschen Weingütern und lobten unsere 2018er Weinkollektion.

Ganz besonders stolz sind wir auf die guten Bewertungen unserer Basisweine, die allesamt sehr hoch waren.

Der eine liebt unsere Weine mehr, der andere weniger. Liegt in er Natur der Sache. Wein ist ein emotionales Produkt und lässt sich nicht ist ein starres Bewertungssystem pressen. Persönliche Vorlieben der Weinverkoster spielen eine große Rolle und die Weine werden bei allen Verkostungen nicht verdeckt probiert.

Ein schönes Etikett oder die Erinnerung des Verkosters an die nette Winzerstochter kann schon die Weinbewertung beeinflussen…

Auch die Zeitschrift der Feinschmecker hat seine Bestenliste. Im Gegensatz zu den anderen Weinführern, die über eintausend Winzer aufzählen, sind dort unter achthundert Winzer vertreten. Seit Jahren sind wir dort dabei.

Bisher erschien als Beilage zur Zeitschrift immer ein Büchlein mit den besten Winzern Deutschlands. Mittlerweile gibt es das nur als Onlineversion. Spielt aber keine Rolle, wurde früher und wird heute nicht gelesen. In der Publikumswirksamkeit nicht relevant.

Als ich dann den seltsamen Bewertungstext über unsere 2018er Weine las, dachte ich zuerst, dass ich im falschen Film bin, kam aber schlussendlich zu der Frage: Was hat der denn geraucht? Oder was ist dem Verkoster über die Leber gelaufen? Ärger mit der Frau? Schlecht geschlafen? Evtl. zum Weintrinken verpflichteter Biertrinker?

Rätsel über Rätsel!

Damit sie sich eine eigene Meinung darüber bilden können, folgend der komplette Text:

„Das war kein guter Jahrgang für Harald Steffens, doch wir hoffen, dass es nur ein kleiner Ausrutscher ist und das Weingut im nächsten Jahr zur alter Form zurückfindet. Die 2018er Rieslinge, die wir zur Probe hatten, ließen sämtlich die gewohnte Fruchtstruktur und Substanz missen, wirkten etwas ausgezehrt und leer. Selbst die Auslese, wie alle andere Rieslinge trocken ausgebaut, zeigt für dieses Prädikat viel zu wenig Frucht, was andererseits der Säure Platz macht, die den unausbalancierten Wein beherrscht.“

Trotz dieses bösen seltsamen Textes sind wir immer noch bei den besten Winzern dabei, zwar nicht so hoch bewertet wie in den letzten Jahren, aber dabei.

Wichtiger als diese Rankinglisten ist die Kundenresonanz. Positive Rückmeldungen zu unseren Weinen und der Verkauf läuft wie geschnitten Brot. Für uns das beste Ranking!

Zur Information: Alle Weinführer haben die gleichen 2018er Rieslingweine erhalten, von der Literflasche bis hin zu den Auslesen.

im Wandel der Zeiten

Unser Haus im Wandel der Zeiten. Als Fachwerkhaus vor über 300 Jahren erbaut, gab es um die vorletzte Jahrhundertwende zwei größere Umbau- bzw. Renovierungsarbeiten an unserem historischen Bürgerhaus. Die Vorbesitzer, die Familie Müller-Lentz, bauten den Speicher zu Wohnzwecken um und das Erdgeschoss wurde neu gestaltet. Ein großes Tonnengewölbe mit Nebenräumen wurde angebaut. Zudem wurde die Fassade verputzt um dem Haus ein „städtisches“ Aussehen zu geben.

Obige Aufnahme entstand vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Schön zu sehen noch die ursprüngliche Terrasse, die später vergrößert wurde und eine Sandsteinbalustrade erhielt.

Auf der Terrasse die Herrschaften, Moselriesling trinkend, und neben dem Kellereingang die Kellerarbeiter.

Die Fassade soll 1924 freigelegt worden sein. Zuerst wurde das Fachwerk Moselseitig freigelegt, wie dieses Bild von einem Werbeprospekt der Ortsgemeinde Reil aus den 30er Jahren zeigt. Zu einem späteren Zeitpunkt dann das seitliche Fachwerk zu Hof hin.

Darf ich vorstellen

Darf ich vorstellen: Lukas, unser neuer Azubi, der sein drittes Ausbildungsjahr bei uns absolviert. Da er die beiden ersten Ausbildungsjahre bei meinem Kollegen Arndt Werner in Rheinhessen absolviert hat, brauche ich ihm nicht mehr die Basics beizubringen. Neben der Vertiefung der Kenntnisse ist der Steillagenweinbau das  Thema, dass er in unserem Weingut lernen möchte, da er von der Mosel kommt.

Er ist wissbegierig und lernwillig. Wir vertragen und verstehen uns zudem bestens. Auf eine gute Zusammenarbeit!