Bilderbuchwetter

Ein stabiles Hochdruckgebiet bescherte uns in den letzten Wochen fantastisches Bilderbuchwetter, auch Kaiserwetter genannt.

Zu Beginn des Hochdruckeinflusses noch mit knackigen Minustemperaturen am Morgen, dann immer wärmer werdend mit sommerlichen Temperaturen am Nachmittag.

Der Himmel im strahlenden Blau, ohne Wolken oder Kondensstreifen von Flugzeugen.

Der zu warme Winter und die letzten warmen Tage haben bei den Rieslingreben zum Austrieb geführt. Ganze drei Wochen zu früh! Eigentlich ein Bilderbuchstart in die neue Vegetationsperiode. Aber nur eigentlich! Wir Winzer haben noch große Angst vor Spätfrösten, die den jungen Rebtrieben gefährlich werden können. In unseren Steillagen ist die Gefahr zwar etwas geringer als in flachen Weinbergen, aber einiges Unwohlsein habe ich trotzdem.

Wichtiger als Sonnenschein und Wärme ist zur Zeit der Regen, der bisher ausblieb. Durch den Wassermangel wachsen die Begrünungen in unseren Steillagen sehr langsam.

Die spannendste Zeit des Winzerjahres fängt an: Mit der Natur arbeiten, täglich von dieser abhängig zu sein, allen Wetterkapriolen strotzend und in einigen Monaten, wenn alles klappt, wie ich es mir vorstelle,  gesunde, vollreife Rieslingtrauben ernten.

Prost und bleiben Sie bitte Gesund!

Zuallererst: Wir sind noch gesund und munter!

Der Coronavirus bestimmt unser Leben. Wir leben jetzt mehr oder weniger seit etlichen Tagen in einer selbst gewählten „Quarantäne“. Kontakte zu anderen Menschen haben wir nur noch wenig und dann mit Abstand. Warten wir ab, was noch passiert.

Das Moseltal ist sehr ruhig geworden. Normalerweise beginnt jetzt die Touristensaison. Es ist ungewohnt leise, der Autoverkehr hat sich spürbar verringert. Es kommt einem unwirklich vor.

Bei größeren Weingütern haben die osteuropäischen Saisonarbeiter panikartig die Flucht in die Heimat antreten. Wir können Gott sei Dank  unsere Weinbergsarbeiten mit eigenen Kräften erledigen. Ein Wiederkommen dieser Helfer zu den Laubarbeiten oder zur Weinernte ist infrage gestellt. Die Spargel- und Erdbeeranbauer haben zurzeit massive Probleme mit der Einreise der Erntehelfer.

Gut, das wir den meisten Wein via Internet verkaufen. Wir liefern wie gehabt per DHL und hoffen, das der Warenverkehr in Deutschland und Europa aufrechterhalten werden kann.

Sie können uns auch weiterhin besuchen und Ihren Wein direkt kaufen. Wir halten die Hygienestandards ein. Heute Morgen gab es Information vom Landwirtschaftsministerium:
„…dass Sie Ihren Weinverkauf zur Zeit weiter betreiben können, da Einzelhandelsbetriebe für Lebensmittel nicht geschlossen werden müssen und es sich bei Wein um ein Lebensmittel(!!!) handelt….“

Wein, insbesondere der Riesling mit höherer Säure und tiefem pH-wert, hat bekanntermaßen einen antimikrobiellen Effekt auf verschiedene Krankheitserreger, wie z. B. Escherichia coli und Salmonella typhimurium. Gerne würde ich jetzt stündliches Gurgeln und anschließendes Runterschlucken unseres Rieslings empfehlen, aber leider hat er keine Wirkung gegen den Virus.

Alternativ können sich mit unserem Riesling die Coronakrise schön trinken.

Prost und bleiben Sie bitte Gesund!

Felssicherung

Die Mosel hat sich ihr Tal in einem respektablen Mittelgebirge gegraben. An ihren Flanken die steilen Rieslingweinberge und noch steilere Felsformationen, die wie im Hochgebirge, nach Felsabgängen, aufwändig gesichert werden müssen.

Aktuell wird in der Nachbargemeinde Enkirch ein Fels gesichert. Harmlos gegenüber den beiden Felsen, die vor einigen Jahren in Reil aufwändig durch Industriekletterer an der Bahnstrecke gesichert werden mussten.

So früh wie noch nie…

Nachdem unser Azubi seine Lebensplanung geändert und uns vor etlichen Wochen verlassen hatte, war guter Rat zunächst teuer.

Meine studentischen Aushilfen Frederik und Valentin waren gleich zur Stelle und sagten ihre Hilfe zu. Dann hörte ich, dass ein ehemaliger Mitschüler meines vorigen Azubis Ken nur eine Teilzeitstelle hat. Seitdem ergänzt Timothy (oben im Bild) einige Tage im Monat mein „kleines“ Team.

Ex Azubi Ken (unten im Bild), der im Juli seine Prüfung zum Winzer bestanden hatte, musste auch seine Lebensplanungen ändern, als seine neue Arbeitsstelle in Australien buchstäblich abbrannte und unterstützt uns seitdem aushilfsweise.

Ein Dreamteam! Vier bestens ausgebildete junge Menschen. Hoch motiviert und rasend schnell.

So früh wie noch nie sind wir mit dem Rebschnitt fertig geworden. Bis auf wenige Regentage konnten wir durchgehend draußen arbeiten. Kein Frost und Schnee die ebenfalls gehindert hätten.

Diese Nacht lässt Dich nicht kalt

Gemütliches Beisammensein bei leckerem  Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau.

Am kommenden Samstag, den 14. Dezember, ab 16.00 Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

Wie gehabt spenden wir den Glühwein und Ihr ins Spendenschwein. Der Erlös geht an eine wohltätige Organisation. Welche ist noch unklar. Der Familienrat wird sich noch beraten.

Für die, die von weiter herkommen und auch Durst haben: Der letzte Zug ab Reil fährt um 22.13 nach Bullay, dort besteht Anschluss nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 21.44 Uhr.

im Wandel der Zeiten

Unser Haus im Wandel der Zeiten. Als Fachwerkhaus vor über 300 Jahren erbaut, gab es um die vorletzte Jahrhundertwende zwei größere Umbau- bzw. Renovierungsarbeiten an unserem historischen Bürgerhaus. Die Vorbesitzer, die Familie Müller-Lentz, bauten den Speicher zu Wohnzwecken um und das Erdgeschoss wurde neu gestaltet. Ein großes Tonnengewölbe mit Nebenräumen wurde angebaut. Zudem wurde die Fassade verputzt um dem Haus ein „städtisches“ Aussehen zu geben.

Obige Aufnahme entstand vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Schön zu sehen noch die ursprüngliche Terrasse, die später vergrößert wurde und eine Sandsteinbalustrade erhielt.

Auf der Terrasse die Herrschaften, Moselriesling trinkend, und neben dem Kellereingang die Kellerarbeiter.

Die Fassade soll 1924 freigelegt worden sein. Zuerst wurde das Fachwerk Moselseitig freigelegt, wie dieses Bild von einem Werbeprospekt der Ortsgemeinde Reil aus den 30er Jahren zeigt. Zu einem späteren Zeitpunkt dann das seitliche Fachwerk zu Hof hin.

Hach, war das schön: Moselfahrt aus Liebeskummer

Hach, war das schön: Moselfahrt aus Liebeskummer. Der Stoff aus dem die Träume sind und dann noch in Schwarz-Weiß und an der Mosel gedreht.

Nach der Novelle von Rudolf G. Binding (Moselfahrt aus Liebeskummer, Novelle in einer Landschaft.1932) wurde 1953 dieser Liebesfilm an der Mosel  gedreht. Einzigartige Filmaufnahmen der Mosellandschaft wie sie heute keiner mehr kennt.

Der Moselriesling, der eine zentrale Stelle im Film hat,  ist prominent dabei, und zwar reichlich! Was haben die früher getrunken!

Ein sentimentaler Liebesfilm: Zwei Menschen, die einer verlorenen Liebe nachtrauern, fahren die Mosel entlang. – Die Witwe Angela Schäfer sucht mit ihrem kleinen Sohn Kaspar die Orte auf, die sie an ihren tödlich verunglückten Mann erinnern. Und der Kunsthistoriker Dr. Thomas Arend will seine enttäuschte Liebe zu der Sängerin Dorette vergessen. Der kleine Kaspar führt die beiden Menschen immer wieder zusammen, und so entsteht langsam eine neue Liebe.

Die Geschichte ist heute noch der Stoff, aus dem in Hollywood Filme entstehen, nur eben in Farbe.

Die digitalisierte und restaurierte Fassung des Films läuft seit Ende September 2019 im kommunalen Kino in Bernkastel-Kues und wird wegen der großen Nachfrage und der ausverkauften Kinovorstellungen evtl. in die Verlängerung gehen.

Der Kultfilm von der Mosel! 1954 mit dem Deutschen Weinkulturpreis ausgezeichnet.

Weitere Information gibt es hier auf Wikipedia.

Darf ich vorstellen

Darf ich vorstellen: Lukas, unser neuer Azubi, der sein drittes Ausbildungsjahr bei uns absolviert. Da er die beiden ersten Ausbildungsjahre bei meinem Kollegen Arndt Werner in Rheinhessen absolviert hat, brauche ich ihm nicht mehr die Basics beizubringen. Neben der Vertiefung der Kenntnisse ist der Steillagenweinbau das  Thema, dass er in unserem Weingut lernen möchte, da er von der Mosel kommt.

Er ist wissbegierig und lernwillig. Wir vertragen und verstehen uns zudem bestens. Auf eine gute Zusammenarbeit!

Erster!

Erster! Nachdem uns in den letzten Jahren öfters die ganze oder die halbe Ernte des Weinbergpfirsichs geklaut wurde,  war ich heute als erster da und habe geerntet. Mangels genügender Erntebehältnisse werden morgen früh die restlichen Pfirsiche (Prunus persica) gepflückt.

Von einem weiteren Pfirsichbäumchen, dass ich vor fünf Jahren gepflanzt hatte, konnte ich dieser Tage die erste Ernte einfahren. Leider erst die erste. Die eigentlich erste Ernte fiel meinem Mähgerät zum Opfer, als ich versehentlich über das im Weinberg stehende Bäumchen mit dem Kettenschlepper fuhr. Die zweite und dritte Ernte, jeweils nur eine Handvoll Früchte, wurden auch geklaut.

Es stellte sich jetzt heraus, dass das Bäumchen, das ich als Weinbergspfirsich von einem befreundetem Hobbygärtner bekommen hatte, ein weißer Pfirsich ist, der äussert wohlschmeckend und aromatisch ist.