Weinernte 2018: Wir haben fertig!

Nachdem der Kampf um die letzten Rieslingtrauben in der letzten Rebzeile ohne gegenseitige Schnittverletzung beendet war, kann ich jetzt verkünden: „Wir haben fertig!“

Und wie immer an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unsere Lesemannschaft Niels, Tjaakje, Chefin Marita, Nena, Halil (knieend), Felix, Freddy, Azubi Ken, Barış, (v.l.n.r.) und die heute nicht dabei gewesenen Alice, Christoph, Louis, Greta, Emma, Valentin, Rosi, Maria, Elke, Jörn, Lea und Sophie.

Wie immer: Rasend schnell, immer gut drauf und alle Neuigkeiten aus dem Dorf wissend.

Weinernte 2018: Winzerwunschwetter

Die morgendliche Ernte startet fast immer im dichten Nebel bei kühlen Temperaturen. Das Vorauskommando verteilt am Weinberg die Erntekisten.

Kurze Zeit später folgt die froh gelaunte, warm angezogenen Erntemannschaft (hier nur ein Teil), um mit dem Tagewerk zu beginnen.

Aber dann, wenn der Nebel sich gelichtet hat, scheint die Sonne bei strahlend blauem Himmel bis in die Abendstunden.

 

So warm, dass die mitgenommenen Gummibärchen für die Frühstückspause zu schmelzen beginnen und eine einheitliche Masse werden.

Bisher haben wir noch nie eine solche Weinernte erlebt. Es herrscht bester Altweibersommer ohne jeglichen Regen, morgendlich angenehme, kühle Temperaturen und mittags hat, hitzebedingt, fast keiner Lust zum Arbeiten.

Die Rieslingtrauben erfreuen sich noch nie da gewesener Gesundheit, dazu beste Qualität und es ist auch die bisher größte Weinernte, die wir ernten durften.

Weinernte 2018: Teamwork mit dem Dream-Team

Es läuft! Sehr gut! Hand in Hand arbeiten unsere Erntehelfer im Weinberg und Weinkeller. Seit etlichen Jahren sind sie ein eingespieltes Team. Neue Helfer werden umgehend eingebunden. Ohne das großartige Anweisungen unsererseits gegeben werden, verteilen sich die Helfer im Weinberg auf die Rebzeilen zum Ernten. Auch der Transport der Trauben aus dem Weinberg organisiert sich fast von selbst.

Kaum im Weingut angekommen wird sofort der Raupenschlepper vom Tieflader gefahren und dieser abgehängt.

Für das Entleeren der Erntekisten in die Weinpresse finden sich,

wie auch für das Einstampfen der Pressrückstände für die Tresterbrandherstellung, schnell fleißige Hände (und Füße).

An dieser Stelle einmal ein Dankeschön an unsere Helfer und Helferinnen für die sehr entspannte Zusammenarbeit und für das tolle Teamwork.

Weinernte 2018: Eine schöner als die Andere

Heute in der Weinpresse: Burger Hahnenschrittchen Riesling. Ausschließlich gesunde und reife Trauben, dazu reichlich, hängen in unseren Weinbergen. Es ist ausnahmsweise keinerlei selektive Ernte nötig. Eine Traube schöner als die Andere! Es ist ein sehr angenehmes Arbeiten bei der Ernte. Jede Rieslingtraube kann, ohne nach Faulstellen abgesucht zu werden, in die Erntekiste. Regen ist nicht in Sicht und so können wir weiter entspannt ernten.

Nach den Befürchtungen, dass der heiße, trockene Sommer zu alkoholischen, säurearmen Weinen führen würde, haben sich bei uns nicht bestätigt. Die analytischen Eckdaten stimmen bisher perfekt, die Trauben haben einen hohen Reifegrad erreicht und schmecken sehr gut. Das dürfte ein sehr guter Weinjahrgang werden.

Drecksack!

Hat jemand aus Reil Mosel in den letzten Tagen den Drecksack gesehen, der meine erntereifen Weinbergspfirsiche in der Reiler Goldlay (Reilkirch) gänzlich(!) geerntet hat? Oder treffender ausgedrückt, geklaut hat? Sogar wurmiges Fallobst wurde mitgenommen.

Für Hinweise, die zur Ergreifung führen, gibt es eine eine Belohnung. Infos bitte an mich!

Weinernte 2018: Läuft!

Nachdem das Kurzehosenwetter vergangener Woche gestern nach einem kräftigem Gewitterregen durch kühles, winzerfreundliches, Langeunterhosenwetter abgelöst wurde, haben wir heute mit der Rieslingernte begonnen. Traumhaftes Wetter mit den lange vermissten kalten Morgenstunden. Die nächsten Tage soll es kühl bleiben.

Perfekte Trauben, ohne jegliche Fäulnis wanderten in die Weinpresse. Der Traubenmost ist geschmacklich und analytisch perfekt für unseren Sektgrundwein. Punktlandung! Sehr erfreulich ist die Erntemenge, die über unseren Erwartungen liegt.

Weinernte 2018: Kurz vor Perfekt

Die Trauben sind kurz vor Perfekt. Einige Tage noch und die ersten Rieslingtrauben werden geerntet. Sie sind schon sehr aromatisch. Der Beereninhalt ist schon gut verflüssigt und die Kerne werden braun: Anzeichen für vollreife Trauben.

Die Nächte sind mittlerweile kühl geworden und werden die Aromabildung fördern. Was mich am meisten freut, ist der überaus gesunde Zustand. Kein bisschen Fäulnis ist zu sehen. Das wird den Aufwand für die selektive Lese stark verringern.

Wir sehen der kommenden Weinernte freudig entgegen. Top gesunde Trauben mit einer sehr hohen Qualität und vor allen Dingen gibt es reichlich davon.

Weinernte 2018: Erntevorbereitungen

Die Erntevorbereitungen sind im Weingut fast beendet. Die Fässer, Tanks und der Kleckerkram sind generalgereinigt und warten auf die kommende Ernte. Nur noch die Holzfässer müssen mit einem Pflegeöl eingerieben und auf dem Fasslager ausgerichtet werden.

Bevor das über den Sommer konservierende Wasser in den Fässern abgelassen wurde, durfte der Azubi nochmals den Anstich bei unserem typischen Moselfuderfass üben. Den Zapfen am Fass mit dem Hammer lösen, diesen ganz schnell herausziehen und ebenso schnell den Hahn mit dem Anstichkonus in das Zapfenloch stoßen. Eigentlich ganz einfach. Die Kunst ist es nur, so wenig Flüssigkeit wie möglich daneben laufen zu lassen.

Da Azubi aber an jedem Fass üben konnte, kann er es jetzt und darf muss dann an mit Riesling gefüllten Fässer den Anstich durchführen.

Jetzt fehlt nur noch die Betriebsbereitschaft der Weinpresse. Vor zwei Wochen wurde das Presstuch nach 11 Jahren Einsatz erneuert und die Presse durchgecheckt. Bei Inbetriebnahme stellten wir fest, dass eine Sicherung geschmolzen war. Kein Problem, Steckdose gewechselt und die Presse lief.

Gestern sollte sie gereinigt werden. Beim Einschalten funktionierte nichts, aber auch rein gar nichts. Der abends herbeigerufene Elektriker diagnostizierte eine defekte Sicherung innerhalb der Maschine. Sicherung erneuert und die Maschine hatte Strom. Weiter überprüften wir diese nicht. Heute der erneute Versuch der Reinigung. Wieder ein Problem! Das Luftablassventil reagierte nicht. Nach kurzer Zeit war der Elektriker da und die Suche begann. Da das Ventil nachträglich eingebaut worden war, gab es keine Schaltpläne von diesem und die Diagnose dauerte etwas länger. Nach geraumer Zeit stellten wir fest, dass an der Steuerelektronik des Stellventiles ein Kurzschluss entstanden war. Jetzt hatten wir die Erklärung für die beiden kaputten Sicherungen. Ein komplett neues Luftventil (elektronikfrei!) ist bestellt und wird nächste Woche eingebaut.

Ich hoffe, das war es für diese Saison. Vor etlichen Jahren gab es schon einmal massiv Probleme. Nach und nach versagten etliche Komponenten der Weinpresse und fast täglich waren die Monteure bei uns im Weingut. Hier nachzulesen: Murphys Gesetz „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

abgeräumt

Foto: ECOVIN

Beim Weinwettbewerb EcoWinner unseres Ökoverbandes ECOVIN, haben wir gleich dreimal abgeräumt:

Die beiden Spätlesen aus der Reiler Goldlay und dem Burger Hahnenschrittchen, sowie die Auslese aus der Reiler Goldlay haben den Sprung aufs Siegertreppchen geschafft.

Abweichend von anderen Weinwettbewerben wurden die besten Weine ohne Punktenennung in einer Siegergruppe zusammengefasst.

Wie Sie als Leser meines Blogs wissen, halte ich sehr wenig von Weinwettbewerben mit Punktevergaben und Bestenlisten, da dort vieles dem Zufall überlassen ist und Weine sich nicht in ein starres Punktssystem pressen lassen. Daher freue ich mich über diese Art der Bewertung, so ganz ohne Punkte und Rankinglisten, da Wein ein viel zu emotionales Produkt ist und Qualität nicht durch Punkte erfassbar ist.

 “Da es aber dem eigenen Ego sehr gut tut, nehme ich trotzdem an einigen Weinwettbewerben teil und es schmeichelt, wenn mal wieder eine Urkunde oder eine lobende Erwähnung in Haus flattert…”

schrieb ich einmal hier im Blog. Für den langfristigen Reputationsaufbau sind, trotz oben aufgeführter Kritik, diese Weinwettbewerbe sehr gut geeignet.

Die gesamte Siegerliste gibt es hier.

Eine Winzerreise, Teil 2: Kollegenbesuch

Schon auf der Hinreise zur Weinpräsentation in Gradara machte ich Station in Südtirol bei Armin Kobler in Margreid. Es sollte nur ein sehr kurzer Besuch sein, sozusagen nur Guten Tag sagen. Es wurde natürlich viel länger. Es gab viel zu erzählen. Sie wissen schon, Weinbau, Weinkeller, Wetter, die kommende Ernte und viele andere Sachen, über die Winzer miteinander sprechen.

Faszinierend – immer wieder – der moderne unterirdische Weinkellerneubau von Armin, ein architektonisches Schmuckstück. Hier können Sie mehr über diesen lesen.

Da ich zu Hause abkömmlich war, besuchte ich nach der leider ausgefallenen Weinpräsentation einige Kollegen von Terroirmarche, die im Juni bei uns an der Mosel zu Gast waren. Von Giorgio Santini wurde ich fürstlich in seinem Restaurant La Baita empfangen. Wein probieren und Essen bis zum Abwinken. Dazu ein herrlicher Weitblick von dem hoch gelegenen Restaurant über die Hügel der Marken.

Das zum Restaurant gehörende kleine Weingut Broccanera wurde erst vor einigen Jahren aus dem Boden „gestampft“. Sozusagen alles Neu und mit bester Technik ausgestattet.

Kurz nur der Besuch bei Col di Corte. Dort war man mitten in den Erntevorbereitungen. Claudio hatte aber Zeit für eine Kellerbesichtigung und natürlich auch für eine Weinprobe. Interessant der Vino Rosato Frizzante, der nach der Méthode ancestrale zu Sekt verarbeitet wird.

Spannend der Besuch bei Paola und Paolo im Weingut Fiorano. Da in Italien auf jedem Hügelchen ein Dörflein, eine Burg/Schloß, eine Kirche oder ein Weingut thront und dieses meistens seine Weinberge rund ums Haus hat, schickte mich Paola, die mich empfangen hatte, per Fingerzeig zu einem Weinberg unterhalb des Weingutes, in dem Paolo Traubenproben für die analytische Reifemessung erntete. Ich gesellte mich dazu und probierte die Trauben, um auf deren Reifezustand zu schließen. Sozusagen als Ergänzung zur Probenentnahme für die Analyse. Danach schauten wir uns einige andere Weinberge an, bevor wir zur Weinkellerbesichtigung gingen.

Sie wissen schon, wenn Winzer sich treffen, wie bei Armin Kobler: Weinbau, Weinkeller, Wetter, die kommende Ernte und viele andere Sachen, über die Winzer miteinander sprechen.

Als krönenden Abschluß besuchten wir einen Palazzo in Cossignano mit einem historischem Gewölbekeller, in dem heute Vino Cotto, eine regionale Weinspezialität, produziert wird.

Zwei weitere Weingüter standen noch auf meinem Programm. La Valle Del Sole und Vallorani. Leider ohne Bilder, aber mit guten Erinnerungen an die Weine, insbesondere die Weißweine von Pecorino und Verdicchio.

Einen grandiosen Ausblick hatte man von beiden Weingütern auf den Apennin mit seinem höchsten Berg, dem Gran Sasso.

Bei allen besuchten Weingütern war bemerkenswert, wie entspannt die Kollegen die Weinernte meistern. Durch das Rebsortenspektrum kann die Erntezeit durch die verschiedenen Reifezeitpunkte sehr auseinandergezogen werden. Es war des Öfteren von einer Erntezeit von ca. sechs Wochen die Rede.  Natürlich nicht am Stück. Eine Rebsorte ernten, dann etwas Pause bis die Nächste reif ist usw. Bei uns leider nicht möglich, da wir uns auf den Riesling beschränkt haben, der zudem noch etwas fäulnisempfindlich ist.

Neidisch bin ich auf die Traubengröße bei einigen Rebsorten, die dort angepflanzt werden. Rasend schnell zu ernten bei geringem Personalaufwand. Ich schrieb schon letzte Woche über die Riesentrauben der Sorte Passerina.

An dieser Stelle vielen Dank für die Gastfreundschaft an die Kollegen

Teil 1 finden Sie hier: Eine Winzerreise, Teil 1: Die Weinpräsentation