Wir nehmen alles und das ist in der Summe durchaus viel

Wir nehmen alles und das ist in der Summe durchaus viel. Sei es ein kräftiger Niederschlag oder das orkanartige Gewitter letzter Woche, das für einen ordentlichen Wellengang auf der Mosel sorgte, oder

der gestrige Landregen, der in zwei Regenphasen zur Erde fiel.

In der Summe war es viel. Binnen einer Woche ca. 35 Liter Regen je qm. Wir sind jetzt etwas entspannter. Richtig feucht ist es zwar nicht im Boden, aber mit dem jetzt kühleren Wetter dürfte der Regen für einige Zeit reichen.

Foto: Markus Boor

Eine Moselschleife, nein, ein halbe Moselschleife weiter, sieht es ganz anders aus. Die Niederschläge der vergangenen Wochen waren sehr unterschiedlich verteilt. Viel bei uns in Reil, bei anderen viel weniger. Im Extremfall haben die Reben durch die Trockenheit fast das ganze Laub verloren. Die Trauben sind dann auch nicht verwertbar.

Wein am Fluss

Wein am Fluss trinken und die Weinberge auf der anderen Moselseite betrachten. Bei heißem Wetter kann man sich zusätzlich in der Mosel abkühlen. Am kommenden Wochenende machen wir Reiler Winzer es Ihnen noch einfacher mit dem Wein am Fluss trinken.

Foto: Gemeinde Reil Archiv 08/2017

Weinfestzeit in Reil! Direkt an der Mosel unterhalb unseres Weingutes, findet jetzt am Wochenende das Reiler Weinfest statt. Morgen, am Freitag, wird mit einer Weinpräsentation gestartet, danach natürlich Wein, Weib und Gesang.

An allen Tagen gibt es ein reichhaltiges Kulturprogramm mit moderner, fetziger Musik.  Der Weinstand ist gut bestückt und die Festgastronomie hält auch einige Überraschungen bereit.

 

Erstens: Jahrhundertjahrgang, zweitens: nicht so einfach, drittens: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben

Foto: Archiv August 2003

Erstens:

Ich rufe hiermit den Jahrhundertjahrgang aus! In den Medien wird ja überall schon davon geredet, dass der 2018er ein sehr gutes Jahr, ein Jahrhundertjahrgang, wird. Ich will auch mitreden.

Foto: Archiv August 2003

Zweitens:

Es wird vergessen, dass die Rieslingrebe, wie andere landwirtschaftliche Kulturen auch, Wasser braucht, um optimale Qualitäten zu bringen. Die Rebe wurzelt zwar tief und übersteht Trockenheit besser, aber irgendwann ist auch das Wasser im Boden zu Ende.

Vergleiche zum sogenannten Jahrtausendjahrgang 2003 werden gezogen, der schon ab Mai 2003 in der Presse so betitelt wurde.  In der Realität sah es etwas anders aus. Anfang August sah man je nach Gemarkung schon massivste Trockenschäden bis hin zum verdorren der Rieslingreben (siehe obige Bilder aus meiner Anfangsphase des digitalen Fotografierens).

Notreife mit niedrigen Zuckergehalten in den Beeren, Bitternoten und Qualitätsprobleme beim Wein waren stellenweise die Folge. Nur dort wo die Reben im Untergrund noch genug Wasser fanden, gab es gute Qualitäten.

Damals hatten wir zu unserem Glück Anfang August ein sehr lokal begrenztes Gewitter mit 40 l Regen, das uns den „Arsch“ rettete.

Drittens:

Durch die „kleine Erfrischung“ vor zwei Wochen sieht es in unseren Weinbergen noch sehr gut aus, aber Regen wird dringend benötigt, wenn es ein Jahrhundertjahrgang werden soll.

Wir Winzer werden erst nach Weinernte und Vergärung wissen, wie gut oder schlecht der 2018er wird. Wie immer: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

Erfrischung

Riesenglück für uns. Ein ergiebiges, gemütliches Gewitter regnete sich am vergangenen Samstag über unseren Weinbergen aus. Eine erfrischung für die Rieslingreben.

Mit sagenhaften 35 Liter Regen wurde der Böden befeuchtet. Es regnete sozusagen Geld vom Himmel und bewahrt uns vorerst vor Trockenschäden bei der jetzigen Hitzewelle.

Andere Kollegen hatten weniger Glück.  Zwei Orte moselaufwärts gab es nur 5 Liter, an der nächsten Moselschleife waren es etwas mehr als 10 Liter. Zu wenig für die Weinberge.

Ein wichtiger Grundstein für eine gute qualitative und qualitative Ernte. Das könnte Wein vom glücklichen Winzer werden.

Nur übers Wetter reden…

So schön der abendliche Blick ins Moseltal mit den Rieslingweinbergen auch ist, im Detail macht sich der Winzer des Wetters wegen Sorgen. Den Wassermangel in den Böden sieht man jetzt den Weinreben verstärkt an, wenn man näher hinschaut.

Bei etlichen jungen Reben, die sehr deutlich unter Wassermangel gelitten haben, wurden die Fruchtruten mit den Trauben entfernt, um die Rebstöcke zu entlasten.

Viele Reben sehen besser aus, als wir aufgrund der hohen Temperaturen erwartet haben. Wir haben Weinberge, die immer noch „ausreichend“ Wasser im Boden finden und denen man die Trockenheit nicht ansieht, bis hin zu stark trockengestressten Rebstöcken, bei denen die Triebspitzen und die unteren Blätter schon verdorrt sind.

Ein junger Weinberg wurde bewässert, damit die Rieslingreben vital bleiben. Ein sanfter Landregen mit reichlich Wasser vom Himmel wäre mir lieber.

Bisher angekündigte Gewitter regneten immer am falschen Ort, ist auch manchmal gut so, wenn Hagel dabei ist.

Es ist schon Paradox, wie mein Kollege Eberhard Klein aus Württemberg via Twitter schreibt:

„…ca 30 L in den letzten 8 Wochen. Rundum Hagel — braucht dann auch kein Mensch. Paradox — kann kaum an den Neckar gehen um zu fischen wg. Hochwasser und die Weinberge daneben verdursten…“

Trotz der Trockenheit und fast fehlender Taunässe findet man hin und wieder junge Blätter, die vom Peronosporapilz befallen sind. Wahrscheinlich eine Infektion durch das kleine Gewitter Anfang Juli und den darauf folgenden Taunächten. Diese Pilzinfektionen kann man zur Zeit vernachlässigen. Die Trauben können nicht mehr durch diesen heimtückischen Pilz infiziert werden und es bleiben genügend Rebblätter übrig, die für die Reife der Trauben wichtig sind.

Leider nicht die einfache Lösung

Etwas kündigte sich mit Quietschgeräuschen an. Was genau, war nicht zu lokalisieren, bis ich am Kettenlaufwerk eine Achse der Laufräder sah, die sich gerade selbstständig machte. Der erste Gedanke war, dass sich die Befestigungsschraube gelockert hatte, denn das wäre die einfache Lösung gewesen. Beim Nachschauen sah ich, das diese leider abgerissen war.

Also den Kettenschlepper aufgebockt, Kette runter, die Achse ausgebaut und zum Landmaschinenmechaniker gefahren, der den Rest der Schraube aus der Achse entfernte und mir eine Ersatzschraube mitgab, damit ich das Laufwerk wieder zusammen bauen konnte.

Gut, das keine Ersatzteile zu bestellen waren, die, wenn man es eilig hat, immer einen Tag im Versand länger brauchen als normale Bestellungen. Mit einigen Stunden Verspätung konnte dann mit dem Mähen der Begrünungen fortgefahren werden.

Hoffnung in den Zeiten der Dürre

Die Trockenheit nimmt zu. Ein kräftiges Gewitter letzte Woche hat keine Entspannung bei der Wasserversorgung der Rieslingreben gebracht. Seit fast sechs Wochen hat es bis auf diese Ausnahme nicht geregnet. Bei einigen jungen Rieslingreben sieht man schon vergilbte Blätter und Kümmerwuchs.

 

Wir haben es schon mit Fenster putzen und Auto waschen versucht – sie wissen schon, sobald eines der beiden sauber ist, regnet es auch prompt – , hat aber meistens nix geholfen. Die Jungwinzerinnen vom Weingut Schönhals in Rheinhessen, versuchen es mit einem Regentanz auf Ihrer Instagrammseite. Auch einmal einen Versuch wert!

Hoffnung in den Zeiten der Dürre…

Ausbildungplatz

2010-11-10-vertrag.jpg

Da der bisherige Stelleninhaber die Ausbildung in einem Jahr bei uns beenden wird, suchen wir frühzeitig eine/n Nachfolger/in.

Unser Ausbildungsplatz für den Ausbildungsberuf Winzer/in ist ab dem 01. August 2019 neu zu besetzen.

Alternativ kann der Arbeitsplatz auch für ein Vorpraktikum für das Studium im Bachelorstudiengang Weinbau und Getränketechnologie mit den Studienrichtungen Weinbau und Oenologie sowie Getränketechnologie und im Bachelorstudiengang Internationale Weinwirtschaft der Hochschule Geisenheim University besetzt werden.

Wir sind ein kleines Steillagenweingut an der Mosel und produzieren trockene Rieslingweine. Als Nebenprodukt wird noch Riesling-Weinessig produziert. Die Weinberge sind nach dem aktuellen Stand rationeller Bewirtschaftung gepflanzt und die Maschinenausstattung ist technisch auf dem neuesten Stand. Wir bewirtschaften unsere Weinberge seit 36 Jahren nach ECOVIN Richtlinien und sind Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Landbau.

Wir erwarten Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und, ganz wichtig, Motivation und Lernwille für den Winzerberuf. Mitdenken, die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten und nach Einarbeitung Verantwortung zu übernehmen, ist ebenfalls erforderlich. Die Bereitschaft zu Überstunden, insbesondere während der Weinlese, wird vorausgesetzt.

Wir bieten die Möglichkeit, das klassische Handwerk des Winzers im Weinberg und Weinkeller mit all seinen Facetten zu lernen. Die Betreuung und Vermittlung von notwendigen Kenntnissen erfolgt in sämtlichen Bereichen der Traubenerzeugung, Weinbereitung und Vermarktung. Lerninhalte, die wir nicht vermitteln können, z.B. die Rotweinbereitung, können bei Partnerbetrieben erlernt werden. Ausbildungsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen werden von uns unterstützt.

Wir haben bereits Erfahrung in der Ausbildung und als Stellenanbieter für das Freiwillige Ökologische Jahr.

Wir würden uns über eine aussagekräftige Bewerbung freuen, gerne per Mail.

grandios

Der Blick in die Traubenzone beim Riesling ist grandios. Jede Knospe ist im April ausgetrieben und der Blütenansatz war überaus reichlich. Die Rebblüten sind nicht alle bestäubt worden, so das größtenteils lockerbeerige Rieslingtrauben zu erwarten sind, die eine frühzeitige Fäule durch gegenseitiges Abquetschen der Beeren verhindern.

Die Rebstöcke hängen voll mit Trauben und wir erwarten eine sehr gute Erntemenge.

Das Wetter war bisher auch perfekt. Jetzt dürfte müsste es noch etwas regnen, da die Böden schon stark ausgetrocknet sind.

Unsere jungen Reben merken schon den Wassermangel und stellen die sonst gebogene Triebspitze gerade. Ein Hinweis auf beginnenden Wassermangel bzw. Trockenstress.

Besuch von Terroirmarche

Der Gegenbesuch unserer ital. Winzerfreunde von Terroirmarche erfolgte vergangenen Wochenende. Es machte  sehr viel Spaß, den Freunden unsere Mosellandschaft zu zeigen und diese von der Mosel zu begeistern. Während ich nur spärlich Fotografierte, werden in Italien jetzt sicherlich Tausende Bilder von der Mosel betrachtet, da die Kollegen dauernd am Knipsen waren.

Ein Spaziergang an der Pündericher Marienburg mit Blick ins Moseltal und auf die Moselschleife begeisterte am ersten Tag die Italiener.

Der Bremmer Calmont war am zweiten Tag das Ziel. Der Klettersteig mit den grandiosen Ausblicken auf die Mosel und die extrem steilen Weinberge faszinierten Gastgeber wie Gäste.

Da gutes Essen und Trinken die Seele zusammenhält, hatten wir gut vorgesorgt. Der im Rucksack mitgebrachte Imbiss der im Calmont mit Blick auf die Mosel verzehrt wurde,

das abendliche Grillen im Weingut bis hin zur Trierer Spezialität Pferdesteak mit geschmorten Zwiebeln und Knoblauchsoße im Restaurant Zur Glocke in Trier.

Über das abendliche Trinken Wein probieren brauche ich weniger zu schreiben. Gehört berufsbedingt dazu.

Tagsüber wurden noch einige Weingüter und deren Weinkeller besichtigt und natürlich gefachsimpelt, soweit die Verständigung auf Englisch möglich war.

Die gemeinsame Weinpräsentation anlässlich der 60-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Trier und Ascoli Piceno, Italien, fand im wunderschönen Ambiente des Frankenturmes statt. Leider war der Besucherandrang etwas schwach und so hatten wir Zeit um untereinander die Weine zu probieren und zum Erfahrungsaustausch.

Spannend natürlich die kurze Stadtbesichtigung in Trier mit den imposanten antiken Baudenkmälern und ihre Geschichte als einer der Hauptstädte des Römischen Reiches.

Selbstverständlich wurde die Karl-Marx-Statue in Augenschein genommen, die am 5. Mai 2018 zum 200. Geburtstag von Karl Marx vom Bildhauer Wu Weishan gestaltet wurde und ein Geschenk der Volksrepublik China ist.

Vielen Dank für das schöne Wochenende an die Winzer und Winzerinnen Federica Pantaloni, Paolo, Rocco Vallorani und Stefano ValloraniGiorgio Santini und Allessandro Stortini, Frank und Jutta Brohl, Jan Klein, Christian Klein, Ulricke und Markus Boor und Sven Zerwas.