Wir sind gerüstet? Und Sie?

Wir sind in der Coronakrise gewappnet. Mundschutz um Mitarbeiter, Kunden und andere Menschen nicht zu gefährden. Dazu das Winzerkäppchen, damit der Winzer beim winzern auch direkt erkennbar ist und nicht für einen Bankräuber gehalten wird.

Bild: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Dazu haben wir auf Empfehlung der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz stets 18 Flaschen Wein dabei, damit wir immer wissen, ob der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten wird. 😉

Damit Sie sich wappnen können:

Den Mundschutz in verschiedenen Farben und Mustern gibt es bei Katjas Schneiderei in Reil.  Die Weinflaschen für die Abstandsmessung im passenden 18er Karton gibt es hier.

Genau so ist es richtig und bitte die leergetrunkenen Weinflaschen durch volle ersetzen, damit der Abstand gewahrt bleibt.

Prost!

Wir sind wieder entspannt

Gemütlicher Regen hat in den letzten Tagen die Trockenheit vorerst beendet. Die ersten Regenfälle hatten nur den Staub gebunden und seit gestern regnet es richtig!  Wasser, das sicherlich bis zu den Rebwurzeln vordringt und bitter notwendig ist.  Beim Mähen der Begrünungen hatte ich gestern die ersten, im letzten Jahr nachgepflanzten, Reben entdeckt, die am verdorren waren.  Für diese Reben kam der Regen zu spät.

Wir sind wieder entspannt, zumindest was die Wasserversorgung unserer Rieslingreben angeht.

Mit einem hässlichen Geräusch…

Mit einem hässlichen Geräusch machte sich heute Morgen das Mähgerät bemerkbar. Beim Nachsehen stellte ich fest, dass eine Keilriemenscheibe locker auf der Welle saß und sich schon weitestgehend am Verabschieden war.

Soll ich oder soll ich nicht die restlichen Weinberge weiter mähen gehen? So die Frage an mich selbst. Das Material wird die wenigen Stunden noch durchhalten…

Aber die Vernunft siegte. Den Mulchmesserhalter mit der Keilriemenscheibe ausgebaut und zum Landmaschinenmechaniker gefahren. Die gute Nachricht von ihm war, dass die Welle noch in Ordnung ist. Die schlechte Nachricht: Neben der Keilriemenscheibe sind noch einige Kugellager zu erneuern und die Reparatur wird voraussichtlich erst in einer Woche erledigt sein. Dann müssen die restlichen Weinberge halt noch etwas warten bis sie gemäht werden.

Mickrig

Mickrig, wie sich zurzeit die Begrünungen in unseren Weinbergen präsentieren. Schwach wachsend, durch die Trockenheit schon aufgehellt und gelblich werdend.  Seit über vier Wochen gab es keinerlei Regen, eine gegenüber dem langjährigen Mittel höhere Durchschnittstemperatur, doppelt so viele Sonnenscheinstunden und ein austrocknender Wind. Es bahnt sich wieder ein trockenes Jahr an.

Während die Landwirtschaft schon stark am Klagen ist, haben die Rieslingreben im Untergrund noch genügend Wasser.  Nachschub von oben ist baldigst willkommen.

Bedingt durch den Klimawandel ist das Hoch über Mitteleuropa sehr stabil und dürfte uns noch einige Zeit „erfreuen“, bis ein Wetterwechsel einsetzt. Der Jetstream, die sogenannten Starkwindbänder in der Troposphäre, funktioniert nicht mehr richtig. So ist das Wetter über längere Phasen immer gleichbleibend stabil. Lange Trocken- oder Nässephasen.  Nichts mehr mit der kühl gemäßigten Klimazone mit öfter wechselndem Wetter. Die Extreme nehmen zu.

Bilderbuchwetter

Ein stabiles Hochdruckgebiet bescherte uns in den letzten Wochen fantastisches Bilderbuchwetter, auch Kaiserwetter genannt.

Zu Beginn des Hochdruckeinflusses noch mit knackigen Minustemperaturen am Morgen, dann immer wärmer werdend mit sommerlichen Temperaturen am Nachmittag.

Der Himmel im strahlenden Blau, ohne Wolken oder Kondensstreifen von Flugzeugen.

Der zu warme Winter und die letzten warmen Tage haben bei den Rieslingreben zum Austrieb geführt. Ganze drei Wochen zu früh! Eigentlich ein Bilderbuchstart in die neue Vegetationsperiode. Aber nur eigentlich! Wir Winzer haben noch große Angst vor Spätfrösten, die den jungen Rebtrieben gefährlich werden können. In unseren Steillagen ist die Gefahr zwar etwas geringer als in flachen Weinbergen, aber einiges Unwohlsein habe ich trotzdem.

Wichtiger als Sonnenschein und Wärme ist zur Zeit der Regen, der bisher ausblieb. Durch den Wassermangel wachsen die Begrünungen in unseren Steillagen sehr langsam.

Die spannendste Zeit des Winzerjahres fängt an: Mit der Natur arbeiten, täglich von dieser abhängig zu sein, allen Wetterkapriolen strotzend und in einigen Monaten, wenn alles klappt, wie ich es mir vorstelle,  gesunde, vollreife Rieslingtrauben ernten.

rauf und runter

Das Runter ist immer einfach. In normalen Jahren ist das Rauf auch kein Problem.

Die Rede ist vom Aufhängen der Pheromone, der Sexualduftstoffe, die  für die Bekämpfung des Traubenwicklers in den Weinbergen wichtig ist.

In normalen Jahren laufen bei dieser Winzergemeinschaftsaktion Horden von Helfern den Berg hinab und hängen die Duftstoffampullen an den Reben auf. Der Transport nach oben wird mittels Kleinbussen erledigt.

Coronabedingt geht es dieses Jahr nicht. „Social distancing“ ist angesagt.

Da das Hoch sehr anstrengend und mühsam ist, habe ich mir den Karton mit den Dispensern auf die Raupe geschnallt. Im Standgas hoch- und runterfahren und dabei die Sexualduftstoffe aufhängen. Ganz bequem, man ist abends nicht müde vom laufen und der übliche Muskelkater vom bergab laufen entfällt ebenfalls.

Mehr über die Wirkungsweise der Sexualduftstoffe im Weinbau können sie hier lesen: „Schluss mit lustig“

Feierabendriesling

Alljährlich, nach dem Ende der Hauptarbeiten im Weinberg, werden die Außenanlagen in unserem Weingut auf Vordermann gebracht. Baum- und Heckenrückschnitt, kehren, fegen und aufräumen. Das Verbundpflaster kärchern, Fenster, Türen und Tore abwaschen und einiges mehr.

Pünktlich zum Feierabend war es geschafft und alles ist für die Sommersaison vorbereitet. Unter dem Motto „Wein trinken an schönen Orten“ gab es für meine Helfer bei schönem Frühlingswetter noch einen Feierabendriesling auf der Terrasse.

Ich würde Sie ja gerne einladen, um mit uns einen Feierabendriesling zu trinken. Aber …

Die aktuelle Coronasituation bringt unseren Alltag ganz schön durcheinander und wird sicherlich tiefe Spuren hinterlassen. Wir werden Bestellungen annehmen und auch ausliefern, solange es die Transportsituation erlaubt.

Unser Weinverkauf ab Hof ist weiterhin geöffnet! Weinproben finden aus hygienischen Gründen nicht statt und sind auch behördlich verboten. Wir bitten um telefonische Terminabsprache unter 06542/1246 oder 0151/65458004. Gerne auch per Mail.

Wir wünschen Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund.

Prost und bleiben Sie bitte Gesund!

Zuallererst: Wir sind noch gesund und munter!

Der Coronavirus bestimmt unser Leben. Wir leben jetzt mehr oder weniger seit etlichen Tagen in einer selbst gewählten „Quarantäne“. Kontakte zu anderen Menschen haben wir nur noch wenig und dann mit Abstand. Warten wir ab, was noch passiert.

Das Moseltal ist sehr ruhig geworden. Normalerweise beginnt jetzt die Touristensaison. Es ist ungewohnt leise, der Autoverkehr hat sich spürbar verringert. Es kommt einem unwirklich vor.

Bei größeren Weingütern haben die osteuropäischen Saisonarbeiter panikartig die Flucht in die Heimat antreten. Wir können Gott sei Dank  unsere Weinbergsarbeiten mit eigenen Kräften erledigen. Ein Wiederkommen dieser Helfer zu den Laubarbeiten oder zur Weinernte ist infrage gestellt. Die Spargel- und Erdbeeranbauer haben zurzeit massive Probleme mit der Einreise der Erntehelfer.

Gut, das wir den meisten Wein via Internet verkaufen. Wir liefern wie gehabt per DHL und hoffen, das der Warenverkehr in Deutschland und Europa aufrechterhalten werden kann.

Sie können uns auch weiterhin besuchen und Ihren Wein direkt kaufen. Wir halten die Hygienestandards ein. Heute Morgen gab es Information vom Landwirtschaftsministerium:
„…dass Sie Ihren Weinverkauf zur Zeit weiter betreiben können, da Einzelhandelsbetriebe für Lebensmittel nicht geschlossen werden müssen und es sich bei Wein um ein Lebensmittel(!!!) handelt….“

Wein, insbesondere der Riesling mit höherer Säure und tiefem pH-wert, hat bekanntermaßen einen antimikrobiellen Effekt auf verschiedene Krankheitserreger, wie z. B. Escherichia coli und Salmonella typhimurium. Gerne würde ich jetzt stündliches Gurgeln und anschließendes Runterschlucken unseres Rieslings empfehlen, aber leider hat er keine Wirkung gegen den Virus.

Alternativ können sich mit unserem Riesling die Coronakrise schön trinken.

Prost und bleiben Sie bitte Gesund!

Kellersonne

Draußen warmes Wetter mit Sonnenschein und der Winzer nebst Helfer im dunklen Weinkeller beim Abfüllen. Dem dunklen Keller wird abgeholfen mit einer XXL LED Lampe, die strahlend helles Licht bringt und als Kellersonne fungiert.

Als Bekleidungsstück ist die Zipfelmütze zum Wärmen obligatorisch, die über die Jahre hinweg in verschiedenen modischen Ausführungen im Weinkeller beim Abfüllen zu sehen war.

Ideale Abfülltemperaturen!

Aromaschonung ist das Stichwort. Jede Maßnahme am Wein, sei es einfaches umpumpen, filtrieren oder abfüllen,  führt zwangsläufig zu Aroma- und Gärungskohlensäureverlusten.  Um diese Verluste zu minimieren, kommen neben dem handwerklichen Geschick auch kühle Temperaturen hinzu.

Apropos neuer Jahrgang: Die Weine zeigen sich von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik mit feingliedriger Aromatik. Alles schmeckt extrem klar und balanciert mit einer angenehmen Säure, die sehr gut eingebunden ist.

Der 2019er Riesling ist fertig abgefüllt. Ab Morgen wird etikettiert und der neue Jahrgang kann geliefert werden. Bestellungen nehmen wir gerne entgegen.

Felssicherung

Die Mosel hat sich ihr Tal in einem respektablen Mittelgebirge gegraben. An ihren Flanken die steilen Rieslingweinberge und noch steilere Felsformationen, die wie im Hochgebirge, nach Felsabgängen, aufwändig gesichert werden müssen.

Aktuell wird in der Nachbargemeinde Enkirch ein Fels gesichert. Harmlos gegenüber den beiden Felsen, die vor einigen Jahren in Reil aufwändig durch Industriekletterer an der Bahnstrecke gesichert werden mussten.