Heute im Weinfilter: Nur die allerbesten

Diese Woche filtrierten wir die jungen Rieslinge schonend mittels Kieselgurfiltration. Die vor der Filtration noch vorhandene leichte Hefetrübung behinderte das Freisetzen des Bouquets. Erst jetzt, nach der Filtration kann man die ganze Bandbreite der Aromen Riechen und Schmecken.  Die Jungweine präsentieren sich viel klarer und bedeutend fruchtiger.

Mit den „einfachen“ Basisweinen haben wir begonnen. Gestern haben wir die sehr guten Weine geklärt. Egal ob es die Lagenweine, Kabinette oder Spätlesen waren, aus dem Burger Hahnenschrittchen oder der Reiler Goldlay, wir waren begeistert, als wir die frisch filtrierten Weine direkt aus dem Filter probierten.

Heute waren die allerbesten Rieslingqualitäten dran. Freude kam auf, als das Rieslingbouquet in meiner Nase zu riechen war. Die ganze Bandbreite an Aromen wie reife Birne, Pfirsich, Maracuja und weitere Tropenfrüchte, die typisch für den Moselriesling sind, waren zu riechen. Einige glänzten zusätzlich mit dezentem Bouquet nach Kräuterhonig und kräftigen Körper mit Schmelz.

Wir freuen uns, Ihnen in einigen Wochen den neuen Jahrgang präsentieren zu dürfen.

Hochwasser 2018, Teil 4: Wir sind wieder betriebsbereit

Wieder haben wir ein Moselhochwasser verabschiedet. Der Weinkeller ist generalgereinigt, ordentlich aufgeräumt, und wieder betriebsbereit.  Nur die Zurrgurte, die die Holzfässer auf dem Fasslager sichern, erinnern noch an den lästigen Besuch der Mosel in unserem Keller.

Wie ich schon in einem früheren Beitrag schrieb: Ein kleines Hochwasser, nur einmal kurz ärgern, mehr war dieses Mal nicht. Wir konnten noch nicht einmal einen Strich zu den bisherigen Hochwassermarken im Treppenhaus ziehen.

Hochwasser 2018, Teil 3: Lästiger Besucher

Schaurig schön, das Moselhochwasser vor unserem Weingut in der nächtlichen Dunkelheit. Nach den gestrigen Prognosen waren wir sehr entspannt. Heute stieg die Anspannung nach den morgendlichen Hochwasserprognosen wieder. Ein Wiederanstieg über den bisherigen Höchststand wurde für morgen vorhergesagt. Mit der Tendenz weiter zu steigen.  Meine persönliche Schmerzschwelle war damit überschritten.

Azubi Ken war sofort zur Stelle, als ich Ihn anrief. Übrigens das erste Mal, dass bei einem Hochwasser der Lehrling oder Praktikant erreichbar war und mithalf. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, oder durch Wasser beschädigt werden kann, kam in Gitterboxen und wurde ins Trockene gebracht. Die Holzfässer wurden mittels Gurten am Fasslager festgezurrt.

Der ganze Flaschenkeller wurde umgestapelt. Unter die gefüllten Gitterboxen kam eine leere Box. Moselschlammverkrustete Weinflaschen sind vor dem etikettieren nicht so leicht zu reinigen. Nun sind die Weinflaschen bis zu einem Pegelstand von knapp über 9 m gesichert.

Zu guter Letzt entfernten wir die gestern angebrachte Abdichtung, die verhinderte, dass die Mosel über die Regenwasserkanalisation in den Keller kam. Da wir ja einiges unter dem Wasserstand der Mosel lagen, schoß das Wasser mit Kraft in den Weinkeller.

Ich lasse mich einmal überraschen, wie lange sich dieser lästige Besucher in unserem Weinkeller aufhält.

Hochwasser 2018, Teil 2: Die Sache mit der Decke

Als ich heute Morgen in den Keller kam, lief die Mosel schon in diesen. Das Hochwasser war stärker gestiegen als prognostiziert. Die Hochwasserwarnungen heute Morgen gingen von einem weiteren Steigen der Mosel aus. Ein Ende war nicht absehbar.

Wichtigstes Arbeitsmaterial, und auch sofort eingesetzt, war daher heute Morgen eine alte Decke und ein Hochdruckfass. Die Decke wurde exakt (!) viermal gefaltet und auf den Schacht, aus dem über die Regenwasserkanalisation die Mosel in den Keller strömte, gelegt. Dann kam die Schachtabdeckung auf die Decke, die mit dem Drucktank beschwert wurde. Und dicht war das Ganze. Die Mosel war vorerst ausgesperrt.

In aller Ruhe wurde dann mit dem Sichern des Weinkellers begonnen. Da das Hochwasser nicht allzu hoch kommen würde, wurde nur das kleine Programm durchgeführt: Weinpumpe, Kleckerkram, der auf dem Kellerboden stand und einige Paletten mit Spezialtanks wurden eine Etage höher gebracht.

Zwischendurch immer wieder der Blick ins Internet mit den aktuellen Hochwasserprognosen. Heute Mittag dann schon darüber nachgedacht, dass der Keller doch noch geflutet werden müsste. Also das ganz große Programm des Weinkellers aufräumen. Ab dem späten Vormittag dann die Entwarnung. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, fällt die Mosel wieder. Laut aktueller Prognose soll in 24 Stunden unser Kellerfußboden wieder oberhalb der Wasserlinie unseres Flusses sein.

Nur einmal kurz ärgern, mehr war dieses Mal nicht. Wir konnten noch nicht einmal einen Strich zu den bisherigen Hochwassermarken im Treppenhaus ziehen.

Das bisher „angenehmste“ Moselhochwasser!

Hochwasser 2018: Hoch und runter

Die Regenfälle der letzten Tage im Einzugsgebiet der Mosel, haben unser ansonsten friedliches Flüsschen in den letzten Tagen stark anschwellen lassen. Mal hoch, mal runter mit dem Wasserstand. Heute Morgen war der Moselpegel wieder sehr hoch und beim Runtergehen hinterließ der Fluss einiges an Treibgut direkt in der Hofeinfahrt.

Ab Morgen wird es spannend! Am Nachmittag soll lt. Vorhersage des Hochwasserzentrums in Trier, der Wasserstand der Mosel in gleicher Höhe wie unser Kellerfußboden sein, mit der Tendenz noch weiter zu steigen.

Wir hatten sie seit sieben Jahren nicht mehr zu Gast in unserem Weinkeller. Ich berichtete hier. Wir haben sie schon fast vermisst, aber man kann auch darauf verzichten.

Wir werden ab morgen früh die ersten Vorbereitungen treffen, um den Keller hochwassersicher zu machen.

Was Alex kann, kann ich auch

Film: Alex Arns

Vor etlichen Wochen schrieb ich über das sabrieren von Sektflaschen, also den Hals abschlagen mittels Sabriersäbel. Könner schaffen das auch mit dem Standfuß des Weinglases.

Bis dahin hatte ich mich noch nicht handwerklich, also in der Praxis, mit dieser Methode des Sektflasche öffnens beschäftigt.

Der Ansporn kam von Alex, dem Jungwinzer vom Weingut Arns in Reil. Die Gerüchteküche besagte, dass er mit dem Säbel am Üben sei. Mich wurmte es, dass der Jungwinzer weiter als der alte Hase war. Was Alex kann, kann ich auch, dachte ich mir. Bei der nächsten Trinkgelegenheit schnappte ich mir das große Brotmesser – ein Säbel war leider nicht zur Hand – und auf Anhieb schlug ich zwei Rieslingsektflaschen den Hals ab. Hatte prima geklappt.

Letzte Woche kursierte obiges Video in den Jungwinzerkreisen von Reil. Mein Azubi zeigte es mir. Schon wieder war Alex mir um Nasenlänge im Voraus. Sabrieren mit dem Sektglas! Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen.

Sie wissen schon: Was Alex kann, kann ich auch! Am vergangenen Samstag abend, spät abends nach der Bio-Glühwei(h)n-Nacht die Gelegenheit zum Üben. Das traditionelle Gläschen Sekt mit den letzten Nachtschwärmern. Beim zweiten Versuch war die Rieslingsektflasche geköpft. Noch etwas Übung und dann werde ich auch ein Video drehen.

Danke!

2017-12-16 BioglühweihnachtDanke an alle, die am Samstag zur Bio-Glühwei(h)n-Nacht zu uns ins Weingut kamen. Mit Einbruch der Dunkelheit kamen die ersten Gäste, einige Stunden später war – gefühlt – das halbe Dorf da.

Der Blick in den leeren Glühweintopf sagte mir am nächsten Morgen, dass einiges in dem Spendenschwein sein musste.

Über 1000,- € an Spenden kamen zusammen. Das Geld wird in den nächsten Tagen unter anderem an den exilverein, das Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge, übergeben.

Nochmals tausend Dank an alle, die dabei waren und gespendet haben.

tres chic

2017-12-14 altes VerkauflagerDer letzte Arbeitstag im alten, viel zu kleinen Verkaufslager, hatte es wieder in sich gehabt. Kein vor- und zurückkommen, obwohl einige Paletten auf dem Hof standen, damit im Lager Platz zum arbeiten blieb. 2017-12-14 Raum1 bezugsfertigAm kommenden Montag werden wir umziehen! So richtig tres chic ist das Verkaufslager in unserem neuen Betriebsgebäude geworden. Nur noch die Malerarbeiten sind zu erledigen. Die restlichen Lagerräume werden voraussichtlich im Januar fertiggestellt.

Morgen, Samstag, den 16. Dezember, findet in diesem Raum die von uns alljährlich veranstaltete Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt. Sozusagen eine kleine Einweihungsparty.

Wer kommen möchte, ist herzlichst eingeladen.

Wintergrau

2017-11-11 Blick vom BirkensteinchenDie Mosellandschaft zeigt sich zur Zeit im grauen Winterkleid. Hat was, vom Panoramablick Birkensteichenchen bei Reil ins winterliche Moseltal zu schauen. Schneebedeckte Moselhänge sind zwar reizvoller, aber seltener an der warmen Mosel.

2016-05-20 Schattenbild

Wir haben die jungen Rieslingweine letzte Woche von der groben Hefe abgetrennt. Nun dürfen sie auf der Feinhefe weiter reifen. Dabei wurden sie intensiv verkostet. Sie entwickeln sich sehr gut! Ein förmliche Explosion der Geschmacksstoffe, wie ein bunter Feldblumenstrauß vor dem geistigen Auge. Ganz anders, wie es das wintergraue Probenbild suggeriert.