Leider nicht die einfache Lösung

Etwas kündigte sich mit Quietschgeräuschen an. Was genau, war nicht zu lokalisieren, bis ich am Kettenlaufwerk eine Achse der Laufräder sah, die sich gerade selbstständig machte. Der erste Gedanke war, dass sich die Befestigungsschraube gelockert hatte, denn das wäre die einfache Lösung gewesen. Beim Nachschauen sah ich, das diese leider abgerissen war.

Also den Kettenschlepper aufgebockt, Kette runter, die Achse ausgebaut und zum Landmaschinenmechaniker gefahren, der den Rest der Schraube aus der Achse entfernte und mir eine Ersatzschraube mitgab, damit ich das Laufwerk wieder zusammen bauen konnte.

Gut, das keine Ersatzteile zu bestellen waren, die, wenn man es eilig hat, immer einen Tag im Versand länger brauchen als normale Bestellungen. Mit einigen Stunden Verspätung konnte dann mit dem Mähen der Begrünungen fortgefahren werden.

Hoffnung in den Zeiten der Dürre

Die Trockenheit nimmt zu. Ein kräftiges Gewitter letzte Woche hat keine Entspannung bei der Wasserversorgung der Rieslingreben gebracht. Seit fast sechs Wochen hat es bis auf diese Ausnahme nicht geregnet. Bei einigen jungen Rieslingreben sieht man schon vergilbte Blätter und Kümmerwuchs.

 

Wir haben es schon mit Fenster putzen und Auto waschen versucht – sie wissen schon, sobald eines der beiden sauber ist, regnet es auch prompt – , hat aber meistens nix geholfen. Die Jungwinzerinnen vom Weingut Schönhals in Rheinhessen, versuchen es mit einem Regentanz auf Ihrer Instagrammseite. Auch einmal einen Versuch wert!

Hoffnung in den Zeiten der Dürre…

Ausbildungplatz

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Da der bisherige Stelleninhaber die Ausbildung in einem Jahr bei uns beenden wird, suchen wir frühzeitig eine/n Nachfolger/in.

Unser Ausbildungsplatz für den Ausbildungsberuf Winzer/in ist ab dem 01. August 2019 neu zu besetzen.

Alternativ kann der Arbeitsplatz auch für ein Vorpraktikum für das Studium im Bachelorstudiengang Weinbau und Getränketechnologie mit den Studienrichtungen Weinbau und Oenologie sowie Getränketechnologie und im Bachelorstudiengang Internationale Weinwirtschaft der Hochschule Geisenheim University besetzt werden.

Wir sind ein kleines Steillagenweingut an der Mosel und produzieren trockene Rieslingweine. Als Nebenprodukt wird noch Riesling-Weinessig produziert. Die Weinberge sind nach dem aktuellen Stand rationeller Bewirtschaftung gepflanzt und die Maschinenausstattung ist technisch auf dem neuesten Stand. Wir bewirtschaften unsere Weinberge seit 36 Jahren nach ECOVIN Richtlinien und sind Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Landbau.

Wir erwarten Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und, ganz wichtig, Motivation und Lernwille für den Winzerberuf. Mitdenken, die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten und nach Einarbeitung Verantwortung zu übernehmen, ist ebenfalls erforderlich. Die Bereitschaft zu Überstunden, insbesondere während der Weinlese, wird vorausgesetzt.

Wir bieten die Möglichkeit, das klassische Handwerk des Winzers im Weinberg und Weinkeller mit all seinen Facetten zu lernen. Die Betreuung und Vermittlung von notwendigen Kenntnissen erfolgt in sämtlichen Bereichen der Traubenerzeugung, Weinbereitung und Vermarktung. Lerninhalte, die wir nicht vermitteln können, z.B. die Rotweinbereitung, können bei Partnerbetrieben erlernt werden. Ausbildungsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen werden von uns unterstützt.

Wir haben bereits Erfahrung in der Ausbildung und als Stellenanbieter für das Freiwillige Ökologische Jahr.

Wir würden uns über eine aussagekräftige Bewerbung freuen, gerne per Mail.

grandios

Der Blick in die Traubenzone beim Riesling ist grandios. Jede Knospe ist im April ausgetrieben und der Blütenansatz war überaus reichlich. Die Rebblüten sind nicht alle bestäubt worden, so das größtenteils lockerbeerige Rieslingtrauben zu erwarten sind, die eine frühzeitige Fäule durch gegenseitiges Abquetschen der Beeren verhindern.

Die Rebstöcke hängen voll mit Trauben und wir erwarten eine sehr gute Erntemenge.

Das Wetter war bisher auch perfekt. Jetzt dürfte müsste es noch etwas regnen, da die Böden schon stark ausgetrocknet sind.

Unsere jungen Reben merken schon den Wassermangel und stellen die sonst gebogene Triebspitze gerade. Ein Hinweis auf beginnenden Wassermangel bzw. Trockenstress.

Besuch von Terroirmarche

Der Gegenbesuch unserer ital. Winzerfreunde von Terroirmarche erfolgte vergangenen Wochenende. Es machte  sehr viel Spaß, den Freunden unsere Mosellandschaft zu zeigen und diese von der Mosel zu begeistern. Während ich nur spärlich Fotografierte, werden in Italien jetzt sicherlich Tausende Bilder von der Mosel betrachtet, da die Kollegen dauernd am Knipsen waren.

Ein Spaziergang an der Pündericher Marienburg mit Blick ins Moseltal und auf die Moselschleife begeisterte am ersten Tag die Italiener.

Der Bremmer Calmont war am zweiten Tag das Ziel. Der Klettersteig mit den grandiosen Ausblicken auf die Mosel und die extrem steilen Weinberge faszinierten Gastgeber wie Gäste.

Da gutes Essen und Trinken die Seele zusammenhält, hatten wir gut vorgesorgt. Der im Rucksack mitgebrachte Imbiss der im Calmont mit Blick auf die Mosel verzehrt wurde,

das abendliche Grillen im Weingut bis hin zur Trierer Spezialität Pferdesteak mit geschmorten Zwiebeln und Knoblauchsoße im Restaurant Zur Glocke in Trier.

Über das abendliche Trinken Wein probieren brauche ich weniger zu schreiben. Gehört berufsbedingt dazu.

Tagsüber wurden noch einige Weingüter und deren Weinkeller besichtigt und natürlich gefachsimpelt, soweit die Verständigung auf Englisch möglich war.

Die gemeinsame Weinpräsentation anlässlich der 60-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Trier und Ascoli Piceno, Italien, fand im wunderschönen Ambiente des Frankenturmes statt. Leider war der Besucherandrang etwas schwach und so hatten wir Zeit um untereinander die Weine zu probieren und zum Erfahrungsaustausch.

Spannend natürlich die kurze Stadtbesichtigung in Trier mit den imposanten antiken Baudenkmälern und ihre Geschichte als einer der Hauptstädte des Römischen Reiches.

Selbstverständlich wurde die Karl-Marx-Statue in Augenschein genommen, die am 5. Mai 2018 zum 200. Geburtstag von Karl Marx vom Bildhauer Wu Weishan gestaltet wurde und ein Geschenk der Volksrepublik China ist.

Vielen Dank für das schöne Wochenende an die Winzer und Winzerinnen Federica Pantaloni, Paolo, Rocco Vallorani und Stefano ValloraniGiorgio Santini und Allessandro Stortini, Frank und Jutta Brohl, Jan Klein, Christian Klein, Ulricke und Markus Boor und Sven Zerwas.

Gegenbesuch

Foto: Christian Millen

Es hat zwar etwas gedauert, aber am kommenden Wochenende kommt der Gegenbesuch von unseren Biowinzerkollegen von Terroirmarche aus Italien.

Nachdem meine Moselwinzerkollegen und ich in den letzten drei Jahren die Gastfreundschaft in Italien genossen haben, können wir diese nun erwidern. Neben sightseing an der Mosel – wir zeigen unsere Heimat natürlich nur von der Schokoladenseite -, findet am Sonntag anlässlich der 60-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Trier und Ascoli Piceno, Marken, Italien, eine gemeinsame Weinpräsentation mit ECOVIN Mosel und den Kollegen von Terroirmarche statt.

Die Weinpräsentation findet am kommenden Sonntag im Frankenturm in Trier statt. Geöffnet ist von 11.00 bis 18.00 Uhr.

Wer Zeit, Lust und Interesse an Wein hat, ist willkommen.

Zeitgleich findet in der direkten Umgebung das Trierer Altstadtfest statt, das mit Hunderten Musikern auf fünf Haupt- und zahlreichen kleineren Bühnen, mit abwechslungsreicher Livemusik von Jazz und Bigbands über Swing und Schlager bis Rock und Pop ein Event der Superlative und der Höhepunkt des Sommers ist.

Verrieseln

Das Verrieseln, das Abstoßen der nicht befruchteten Beeren. Ein ganz normaler Vorgang. Normalerweise werden nicht alle Rebblüten bestäubt, je nach Rebsorte nur 30 bis 60% der Blüten. Die nicht befruchteten Beerchen fallen später raus, rieseln nach unten.

Idealerweise soll die mittlere Tagestemperatur bei der Rebblüte mindestens 15 °C, besser jedoch 20–25 °C betragen. Zudem trockenes Wetter. Während des Blütezeitraumes vor zwei Wochen lagen die Temperaturen etwas höher, so das eine geringere Bestäubung statt fand. Zudem konkurrierten Rebblüte und Triebspitzen um die gebildeten Nährstoffe, was durch das rasend schnelle Wachstum zu einem Nachteil für die Blüte führte, da die Triebspitze vorrangig versorgt wird.

Die nun die verbliebenen Rieslingbeeren haben bei dem nun folgenden Dickenwachstum mehr Platz und es besteht hoffentlich nicht die Gefahr, dass sich die dicken Beeren schon vorzeitig abquetschen und Fäulnis entsteht wie im letzten Jahr.

Da dieses Jahr sehr große und viele Blütenstände vorhanden waren, mache ich mir um geringen Ertrag – wenn sonst keine weiteren Wetterunbilden dazu kommen –  wirklich keine Sorgen, eher das Gegenteil.

ungebremst

Ausreichende Wasservorräte im Boden und hohe Temperaturen lassen die Rieslingreben ungebremst wachsen. Binnen kürzester Zeit mussten die Rebtriebe in den Drahtrahmen eingeschlauft werden. Dank zweier Aushilfen konnten wir diese Arbeit in den beiden vergangenen Wochen zeitnah erledigen.

Ebenfalls ungebremst erhalten wir laufend Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes. Bisher sind wir verschont geblieben. Die gestrigen Gewitter entluden sich in der Eifel und lösten Kathastrophenalarm aus. Mehr als 900 Rettungskräfte kämpften gegen überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. Aus kleinen Bächen wurden reißende Flüsse, wie in diesem Video zu sehen ist.

Reichlich

Reichlich Regen gab es vor zwei Tagen. Geschätzte 50 Liter je qm regnete es bei einem nächtlichen Gewitter. Reichlich genug um die Bodenwasservorräte nach einem trockenen Mai wieder aufzufüllen. Reichlich genug, um die Mosel schnell über die Ufer treten zu lassen. Auch schnell steigend, so dass ein parkendes Auto gestern mit dem Abschlepper vor dem Moselwasser gerettet werden musste.

Gottseidank kam der Gewitterregen ohne Hagel. Leider gab es kleine Erosionsschäden, die aber nur etwas ärgerlich sind.

Helix pomatia und der Liebespfeil des Amor

Über Helix pomatia, die Weinbergsschnecke, berichtete ich schon vor einigen Jahren hier im Blog.

In den letzten Tagen begegnete sie mir mehrfach im Weinberg ins Liebesspiel vertieft. Also habe ich mich einmal sachkundig gemacht und war sehr erstaunt über das Liebesleben der Weinbergsschnecke.

Anders als beim Menschen, bei dem ca. 50% der Bevölkerung als Vermehrungspartner ausfallen, kann jede Schnecke mit einer beliebig anderen, da sie Zwitter sind. Phänomenal ist die Dauer des kompletten Liebesakts, der von der ersten Berührung bis zur Trennung der Partner, selten weniger als 12 Stunden, oft 24 Stunden und länger dauert.

Und dann kommt noch der Liebespfeil (bitte dem Link folgen) zum Einsatz, der ähnlich wie die Pfeile des Gottes Amor, der ganzen Sache noch etwas Schwung gibt und aphrodisierende Wirkung hat.

Da staunt der Mensch und wundert sich.