ratzfatz erledigt

Eine der  wenigen Ereignisse über die ich mit schöner Regelmäßigkeit berichte, ist die Rebblüte. Dieses Jahr später als in den letzten Jahren. Der kalte Mai verzögerte stark die Entwicklung der Rieslingreben.

Die Wetterbedingungen waren für die Rieslingblüte perfekt und ratzfatz verblühte der Riesling binnen kürzester Zeit. Ich gehe davon aus, das eine sehr gute Bestäubung stattgefunden hat.

Auf dem Bild sieht man die Details. Sobald das Blütenkäppchen abgeworfen ist, erscheint der Fruchtknoten mit Narbe und die Staubgefäße. Dann ist es schon passiert und die Bestäubung erfolgt. Da die Reben Selbstbestäuber sind, werden keine Insekten benötigt.

Mythos Mosel: Eine Riesling Reise mit Spaß

Die Bilanz ist überwältigend positiv: Mit einer wunderbaren BigBottle-Party im Park des Hotels Moselschlösschen starteten mehr als 400 Gäste am Freitagabend zur sechsten Auflage von „Mythos Mosel – Eine Rieslingreise“. Es gab kleine Speisen an verschiedenen Kochstationen im Garten und Weine aus großen Flaschen. Ca. 300 große Flaschen (Magnumflaschen mit 1,5 l Inhalt)  wurden geleert.

Zwei Tage mit Wein probieren folgten. An den zwei Probiertagen fanden sehr viele Weininteressierte den Weg in unser Weingut. Dank der guten innerörtlichen „Beschilderung“ fanden die mit der Bahn oder den Shuttlebussen angereisten Weinfreunde schnell zu den teilnehmenden Weingütern.

Danke an meine Winzerfreunde Max Duhr von der Domaine Madame Aly Duhr, Ahn, Luxemburg, Karl-Josef Thul von Weingut K.-J. Thul, Thörnich und Timo Dienhart vom Weingut Römerkelter, Maring-Noviand, die mit uns ihre Weine präsentierten. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht und die Zusammenarbeit konnte nicht besser sein. Gerne wieder!

Einige Zahlen und Fakten: Fast 5000 Gäste, 30 Gastgebende Winzer zwischen Ürzig und Briedel mit bis zu drei Gastwinzern und mehr als 700 verschiedene Weine.

Bitte vormerken: Nächstes Jahr findet Mythos Mosel vom 05. bis 07. Juni zwischen Detzem und Wintrich statt.

Mythos Mosel: Eine Riesling Reise kann beginnen

„Vom 15. bis 16. Juni werden ca. 120 Weingüter auf einer Strecke von 25 km ihre besten Weine präsentieren.

2019 wird die Route im Weinbauort Ürzig beginnen und bis Briedel gehen. Das von der Jungwinzervereinigung Moseljünger organisierte Event lebt davon, dass sich Weingüter aus allen Verbänden und Vereinen zusammentun, um die Mosel zu repräsentieren, fern ab eines Grenzdenkens. Insgesamt wird es 30 Standpunkte, sprich Weingüter, geben, die ihre Pforten öffnen und jeweils 3 andere Winzer einladen. So können die Besucher an einem Ort direkt mehrere Weingüter kennenlernen. Zwischen den Moselorten gibt es erneut ein Busshuttle, das die Besucher jederzeit nutzen können, um sich zwischen den Weingütern zu bewegen. Bei der kompakten Strecke  können die sportlichen Besucher natürlich auch das Rad nutzen oder sogar wandern.“

so auszugsweise der Text von der Homepage von Mythos Mosel.

Die Vorbereitungen für Mythos Mosel, die große Imageveranstaltung der Moselwinzer, am 15. und 16. Juni, sind am laufen. Das Banner hängt am Haus – zwar noch etwas schief, aber das wird noch gerichtet -, die Wegweiser zu unserem Weingut sind gedruckt und werden in einer Gemeinschaftsaktion mit den gastgebenden Winzern aus Reil im Dorf aufgehängt, der Hof ist gekehrt und viele andere Kleinigkeiten sind auch schon vorbereitet.

Gestartet wird am Freitag mit der Eröffnungsveranstaltung in Trarbach. Am Samstagmorgen kommen meine Gastwinzer zum Aufbau und dann kann um 11.00 Uhr mit dem Probieren losgelegt werden. Abends gibt es in verschiedenen Weingütern noch Abendveranstaltungen.

Eintrittskarten gibt es hier auf der Homepage von Mythos Mosel oder direkt bei den Weingütern, also auch bei mir. Das Ticket beinhaltet auch die Bus- und Bahnfahrt im Trierer Verkehrsverbund. Zudem fahren Shuttlebusse  jeden Ort auf der Strecke zwischen Ürzig und Briedel im 20 min Zeittakt an. In Reil steht zusätzlich noch die Moselweinbahn in Richtung Trarbach oder Bullay zur Verfügung.

Sie finden uns ganz einfach: Von der Shuttlebushaltestelle auf der Reil gegenüberliegenden Moselseite, die Brücke überqueren, rechter Hand sehen Sie schon unser Haus (siehe oben), nach rechts abbiegen und nach 40 m sind Sie an unserem Hintereingang. Vom Bahnhof einfach die Hauptstraße bergab gehen und nach 200 m sind Sie ebenfalls an unserem Hintereingang. Das wäre der schnellste und einfachste Weg. Auto- und Fahrradfahrer können auf dem Parkplatz unter der Brücke moselabwärts parken und unser Weingut ist auch schon in Sicht.

Ich würde mich freuen, wenn Sie uns am 15. oder am 16. Juni besuchen würden. Als Gastwinzer sind bei uns im Weingut die Kollegen Max Duhr  von der Domaine Mme Aly Duhr in Ahn, Luxemburg, Karl-Josef Thul von Weingut K.-J. Thul in Törnich und Timo Dienhard vom Weingut Römerkelter in Maring-Noviand.

Weitere Informationen finden Sie in auf der Homepage von Mythos Mosel.

Chance verpasst

Bei der heutigen Weinbergsarbeit begegnete mir heute ein ausgeschwärmtes Bienenvolk, das sich in einem Rebstock zu einer Schwarmtraube zusammen gefunden hatte.

Äußerst friedlich ging es zu. Kein hektisches Treiben wie am Bienenstock im  Weingut. Wie im Streichelzoo hätte man die Bienen anfassen und streicheln können.

Da ausgeschwärmte Bienenvölker als Herrenlos gelten, hatte  der Winzer jedoch andere Gedanken. Schnell noch die Rebzeile fertig machen, dann den Kurzzeitpraktikanten abholen. Die Bienenfangutensilien wären auch schnell zusammen gesucht, aber…

Leider hatte dann der Bienenschwarm das Weite gesucht und der Traum von einem weiteren Bienenvolk hatte sich erledigt.

Wimmelbild

Mit den höheren Temperaturen kommt Bewegung in den Bienenstock. Die Bienen sind fleißig am Arbeiten. Der Bienenstock ist mit Waben gefüllt und die Arbeitsbienen schleppen in ihren Pollenhöschen jede Menge Blütenstaub in den Bienenstock.

Damit sie leichter zu finden ist, ist dies ein Ausschnitt aus einem größeren Wimmelbild. Zu einem sieht man die schon mit Honig gefüllten Waben und zu anderen die Bienenkönigin.

Das vor einigen Jahren von Chefin Marita und ihrer Freundin Barbara gestartete Projekt der „Massentierhaltung“, ist bis auf kleine Fehlschläge, geglückt. Auch ich habe eine Menge Spaß, darf mithelfen und kenne die meisten Bienen persönlich 😉

Übrigens: Morgen ist Weltbienentag, der auf die Bedeutung der  Bienen für ihre Rolle bei der Bestäubung hinweisen soll, da Bienen in erheblichem Maße zur Erhaltung von Wild- und Kulturpflanzen und deren Erträgen beitragen. Ihre ökologische Bedeutung ist beträchtlich; Bienen zählen weltweit zu den wichtigsten Bestäubern.

Gute Startbedingungen

Nachdem am Wochenende reichlich Regen von Himmel gefallen ist, haben wir beste Startbedingungen für die kommende Vegetationsperiode.

Bislang ist das Rebwachstum durch die niedrigen Temperaturen zum Stillstand gekommen. In den nächsten Tagen soll es wärmer werden und das Wachstum wird angekurbelt. Nicht zu warm und nicht zu kalt sagen die Meteorologen. Genau das richtige Winzerwunschwetter, damit wir die kommenden sommerlichen Laubarbeiten zeitgerecht erledigen können.

Stillstand

Das Wachstum im Weinberg ist fast zum Stillstand gekommen. Tiefe Temperaturen bis kurz über dem Gefrierpunkt behinderten in den letzten Tagen das Wachstum unserer Reben.

Der Höhepunkt der aktuellen Kältewelle waren die letzten beiden Tagen mit den Eisheiligen. Wider Erwarten fand ich heute vom Frost geschädigte Rebtriebe. Einige nachgepflanzte Jungreben wiesen erfrorene Blätter und Triebspitzen auf.

Andere Kollegen sind stärker betroffen. Größere Schäden soll es an der Mittelmosel und der Luxemburger Mosel geben. Auch aus der Schweiz und Frankreich wird von Erfrierungen an den Reben berichtet.

Kein Vergleich zu den Schäden von  2016 und 2017, als Europaweit eine Kaltluftfront für massivste Ertragseinbußen sorgte.

zu früh

Zuerst dachten wir, dass der Austrieb der Rieslingreben extrem früh erfolgen würde. Kalte Tage bremsten den Austrieb in den vergangenen zwei Wochen etwas. Warme Tage über Ostern beschleunigten das Wachstum massiv. Wir liegen damit ähnlich wie in den beiden vergangenen Jahren: zu früh! In meinen alten Ausbildungsunterlagen – schon lange her – war der 02. Mai als mittlerer Wert des Rebaustriebes beim Riesling an der Mosel notiert.

Ein früherer Austrieb bedeutet eine verlängerte Vegetationsperiode mit höherer Weinqualität. Schlechte Weinjahrgänge gibt es unter anderem auch dadurch nicht mehr. Es gibt natürlich negative Auswirkungen der Klimaerwärmung. Bei uns im Weinbau bemerkbar mit extremen Wetterereignissen wie Hagel, Starkniederschläge oder extremen Trockenperioden. Spätfröste im April richten nun Schäden an, da das Wachstum gegenüber früher schon bedeutend weiter ist. Weitere Probleme bereiten Viruserkrankungen die durch die Klimaänderung zunehmen, wie ich hier und hier berichtete.

Folgen der globalen Erwärmung, mit denen wir noch umgehen können und die handhabbar sind.

Sedum album

Sedum album oder weißer Mauerpfeffer genannt. Er ist sehr häufig auf unseren trockenen Schieferböden zu finden.

Er kann in der Küche verwendet werden. Vor der Blüte geerntete, junge Triebe können roh an Salate oder gekocht zu Gemüsegerichten gegeben werden. Das Kraut, das einen scharfen, pfeffrigen Geschmack besitzt, soll ganz jung als Salatwürze zubereitet werden können.

Der Weiße Mauerpfeffer ist  eine beliebte Futterpflanze für Schmetterlinge, zum Beispiel für den seltenen Apollofalter.

Er zählt zu den uralten Arzneipflanzen und schon in den hippokratischen Schriften als Mittel gegen Schwellungen und Entzündungen bezeichnet. Wegen des scharfen Saftes wird der Mauerpfeffer auch zum Vertreiben von Wanzen, Flechten und Hühneraugen gebraucht.

Sedum album ist aber mit Vorsicht für die menschliche Ernährung zu gebrauchen. Alle Quellen sprechen von einer gewissen Giftigkeit, die zu Erbrechen führt, die aber auch therapeutisch bei Diphtherie und anderen Krankheiten zu Nutzen war. Das Kraut soll sogar gelegentlich benützt worden sein, um plötzliches Erkranken zu simulieren, da schon kleine Gaben, besonders bei jüngeren Personen, leicht Erbrechen hervorrufen können, wie man hier nachlesen kann.