In Puncto Veritas

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Tausend Jahre Reil! Der Anfang zu den Feierlichkeiten für unser tausendjähriges Weindorf Reil wurde mit der Aktion „Kunst im Weinberg“ gestartet. Der Künstler Walter Mangold aus unserem Nachbardorf Bengel wird in den nächsten Wochen noch weitere künstlerische Aktivitäten in den Reiler Weinbergen starten. Ich werde berichten.
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Die Steillagen der Mosel sind für solche vergänglichen Bilder oder Installationen sehr gut geeignet. Man kann bequem von der gegenüberliegenden Moselseite die Kunst betrachten.

Roden

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Hier hatte ich schon darüber berichtet. Nun war es soweit. Da der Boden gut abgetrocknet war, konnte ich heute mit der Rodezange die alten Reben aus dem Boden herausziehen. In den nächsten Tagen werden dann die Rebstämme aufgesammelt und der Neuanpflanzung im April steht nichts mehr im Weg.

Finalprobe

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Wie hier schon berichtet, wurden die jungen Weine schon mehrfach verkostet. Dieser Tage fand die abschließende Finalprobe mit Freunden statt. Um der eigenen Betriebsblindheit vorzubeugen ist uns deren Meinung sehr wichtig und hilfreich. Die Abfüllplanung steht nun und in einigen Tagen, wenn die Flaschen und korken geliefert sind, wird dann abgefüllt.

Weinrallye 9: Alltagsweine

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Der Wein für jeden Tag, die Basis eines jeden Weintrinkers. Ein Wein, der unkompliziert ist, und bei dem es Spaß macht, noch ein zweites Glas zu trinken. Im Winter greift man vielleicht eher zum Roten, doch dann im Sommer lieber einen spritzigen Weißwein, der in der Regel trocken und etwas leichter im Alkoholgehalt ist.

Beschreibt, welcher Wein Euer Alltagswein im Moment ist. Der Wein für jeden Tag, einfach, unkompliziert und gerade deshalb ein Genuß!

Teilnehmen kann jeder. Ein eigener Weblog ist nicht notwendig. Wir veröffentlichen gerne Gastbeiträge auf unserem Weblog. Bitte meldet eure Weinrallye-Artikel an weingut(at)steffens-kess.de. Die Veröffentlichung sollte am 08. März erfolgen.

Die Spielregeln können hier beim Winzerblog nochmals nachgelesen werden.

Weinrallye 8: Etikettentrinker – alles fürs Auge

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Weinrallye 8: Etikettentrinker – alles fürs Auge
Das Thema der Achten Weinrallye wurde von Iris vorgegeben: Etikettentrinker – alles fürs Auge. Die schönste Flasche die im Keller lagert oder die schönste, die beim Weinhändler im Regal steht. Nur die Optik soll entscheiden welche Flasche probiert werden soll.

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Den Griff ins Regal hat für mich Götz Kreikemeier vom Weinhandel Wingert in Hannover getätigt, als er mir einen flüssigen Neujahrsgruß schickte.

Aus dem St. Chinian im Languedoc (Südfrankreich) vom Winzer Marc Valette (Canet-Valette) konnten wir den Ivresses 2006 verkosten. Ein grandioser Rotwein, würzig, waldbeerig, tiefdunkel, einfach Märchenhaft. Brillant vinifiziert und nicht im Barrique gelagert. So sollte ein großer Rotwein schmecken. Laut Etiket ist er zu 90 % aus der Grenacherebe gekeltert bei Erträgen unter 20Hl/ha.

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Das Etikett mit eigenem „Verbrecherbild“ ist sehr ansprechend. Die Homepage des Weingutes ist eigenwillig gestaltet und einen Besuch wert. Sogar ein rege besuchtes Forum ist dort vorhanden. Was uns besonders erfreute: Der Wein wird ökologisch produziert und Marc Valette hat auch einen Weinblog!

Wieder auf der Flucht

Wie im letzten Jahr flüchteten wir auch dieses mal vor dem Rosenmontag. Das Ziel war das gleiche wie im Vorjahr: Das Restaurant „Zum Eichamt“ in Zell-Merl.
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Vorher war jedoch noch wandern angesagt. Über Pünderich und den Bummkopf ging es zur „Schönen Aussicht“ Dort wurde der Blick auf die Zeller Moselschleife genossen, bevor es talwärts ging und der Hunger uns unserem Ziel näher trieb.
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Die kleine aber sehr feine Speisekarte und das Weinangebot waren auch dieses mal sehr überzeugend. Sehr zu empfehlen!

Panter, Tiger und Co

Kurt Tucholsky , einer der bedeutensten Publizisten der Weimarer Republik, hatte 1929 die Mosel besucht. Herrlich beschrieben im Buch Panter, Tiger und Co. Wenn ich mal zitieren darf:

„…An der Mosel ging es noch an. Wir soffen uns langsam den Fluß hinab, wir fuhren mit dem Saufbähnchen von Trier nach Bullay hinunter, und auf jeder dritten Station stiegen wir aus und sahen nach, wie es mit dem Weine wäre. Es war.

Wenn wir das festgestellt hatten, stiegen wir wieder ein: der Zug führte einen Waggon mit, der sah innen aus wie ein Salonwagen, von hier aus hätte man ganz bequem Krieg führen können, so mit einem Telefon auf dem Tisch, mit dicken Zigarren und: »Seiner Majestät ist soeben der Sturmangriff gemeldet worden.« Wir führten aber keinen Krieg, sondern drückten auf die Kellnerin, und dann erschien ein Klingelknopf, oder umgekehrt, und dann konnte man auf dem langen Tisch einen naturreinen Mosel trinken und dabei Würfel spielen. … …Wir nahmen dies zur Kenntnis und stiegen in den Mosel – erst in den offenen, dann in einen jungen, frischen, dann in einen alten, goldgelben, der sehr schwer war. Es ging schnell mit uns; Mosel ist kein so bedächtiger Wein wie der Rheinwein oder der Steinwein … es ging sehr schnell. Wir hatten auch schon am frühen Nachmittag gemoselt – wir tranken unmittelbar in den Dämmerschoppen hinüber, vielleicht war es das. Karlchen und Jakopp saßen da und tranken, was sie konnten – und sie konnten!…

… Bernkastel, Traben-Trarbach,??? Bullay … dann aber setzten wir uns in einen seriösen Zug und fuhren nach Kolbenz. (Diese Aussprache wurde adoptiert, falls Jakopp ein künstliches Gebiß hätte: es spricht sich leichter aus.) In Kolbenz tranken wir der Geographie halber einen Rheinwein, und der konnte Papa und Mama sagen, wir aber nicht mehr. Am nächsten Morgen – es war ein Sonntag hell und klar – gingen wir spazieren. Wir gingen auf der breiten, baumbestandenen Allee; vorn an der Ecke war eine Fotografenbude, sie hatten Bilder ausgestellt, die waren braun wie alte Daguerrotypien, dann standen da keine Bäume mehr, ein freier Platz, ich sah hoch … und fiel beinah um.Da stand – Tschingbumm! – ein riesiges Denkmal Kaiser Wilhelms des Ersten: ein Faustschlag aus Stein. Zunächst blieb einem der Atem weg. Sah man näher hin, so entdeckte man, dass es ein herrliches, ein wilhelminisches, ein künstlerisches Kunstwerk war. Das Ding sah aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und repräsentierte jenes Deutschland, das am Kriege schuld gewesen ist – nun wollen wir sie dreschen! In Holland.“

Aber leider wurde einiges aus den Reisemanuskripten Tucholskys nicht in diesem Buch veröffentlicht. Wie Sie den Zitaten entnehmen können, wurde reichlich Moselwein getrunken und der Verstand der Freunde war vom Geist des Weines umnebelt, welches zu manchen Dummheiten führte.

Per Zufall kamen wir vor einiger Zeit an ein Originalmanuskript aus Kurt Tucholskys Reisetagebuch. Wie oben schon erwähnt, stiegen die Freunde an jeder dritten Station aus und schauten nach dem Wein. Und wenn Sie nun von Trier aus Moselabwärts zählen – jede dritte Station – dann war Reil auch dabei!

Aber schauen Sie selbst einmal in dieses Originaldokument aus dem Reisetagebuch von Kurt Tucholsky. Der fehlende Teil des Reiseberichtes der oben bei den Zitaten, bei den roten Fragezeichen, eingefügt werden müsste:

tucholsky.pdf

ca. 700 kb

Weitere Informationen über die Moselreise von Kurt Tucholsky kann hier angefordert werden: kurt-tucholsky-institut@web.de