Als wäre nichts gewesen

Als wäre nichts gewesen präsentieren sich die Begrünungen in den Weinbergen. Keinerlei Spuren sind von der extremen Trockenheit zu sehen, die bis vor zweieinhalb Wochen in den Weinbergen zu verdorrten Begrünungen und anderen Problemen geführt hat.

Die Spuren der Trockenheit sieht man den Reben, bzw. den Trauben an. An Stellen, an denen die Reben nicht genügend Wasser aus dem Boden ziehen konnten, sind die Trauben klein geblieben. Im Extremfall wurden sie von uns abgeschnitten, damit diese Rebstöcke entlastet und überleben konnten. Größere Sorgen bereiten die Verluste durch Sonnenbrand, die etwas hoch sind. Es wird sicherlich bestimmt eine unterdurchschnittliche Erntemenge.

Gut, dass die für die Reben ausreichenden Niederschläge zur rechten Zeit kamen. Die Beeren und Trauben können noch etwas wachsen. Es ist genügend Wasser da, damit in der kommenden Reifephase Zucker und Geschmacksstoffe optimal gebildet und in den Trauben eingelagert werden können.

Sonnenbrand

Die letzten drei Tage hatten es in sich. Neue Temperaturrekorde in Deutschland und sehr hohe UV Strahlungswerte, die auch für die Winzer Auswirkungen haben. Auf der Sonnenseite der Rebzeilen gibt es durch die Hitzewelle hohe Schäden durch den Sonnenbrand. Ganze Trauben sind am verwelken.

Die Kühlung der Beerenoberfläche durch Verdunstung ist bei den hohen Temperaturen zusammen gebrochen. Die Reben konnten aus dem trockenen Boden nicht genügend Wasser nach oben pumpen, so das die Beerentemperatur zu hoch wurde und diese regelrecht verkochten und mittlerweile am eintrocknen sind.

In den letzten Jahren waren wir vor diesen Schäden weitestgehend verschont geblieben, da wir entsprechende kulturtechnische Maßnahmen wie z. B. das Entblättern der Traubenzone durchführen.

Für die es gerne wissenschaftlicher haben möchten, ein Zitat von Dr. Edgar Müller (Weinbauberatung) zu diesem Thema:

„Die trockene Luft „saugt“ regelrecht das Wasser aus der Pflanze. Diese schließt zwar die Spaltöffnungen um die stomatäre Verdunstung zu minimieren, aber die cutikuläre Verdunstung (auf Beeren jetzt ohnehin dominierend) geht weiter. Wir können nach der Hitzewelle Ende Juni zwar von einer gewissen „Abhärtung“ im Sinne von dickerer Kutikula ausgehen, aber die wachsartige Substanz ändert bei extremen Temperaturen ihre Konsistenz und wird durchlässiger. Das Problem ist dann, dass die Saugspannung im Leitbahnsystem extreme Werte erreicht. Es kommt zu Kavitationseffekten und dem Abreißen von Wasserfäden. Damit kollabiert dann auch die Wasserkühlung und die Beerentemperaturen schießen nach oben. Es bilden sich Sauerstoffradikale, die zu einer Schädigung von Eiweißstrukturen beitragen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass die Wasseraufnahme aus dem Boden aus dem Boden aus verständlichen Gründen erschwert ist und nur noch mit hoher Saugspannung erfolgen kann. Die UV-Strahlung spielt zusätzlich eine Rolle.“

Das nebenbei auch etliche Blätter Strahlungsschäden aufweisen sei nur am Rande bemerkt.

Mittlerweile oder besser Gott sei Dank, ist die Hitzewelle vor einigen Stunden durch zwei kurze, heftige Gewitter beendet worden. Im Regenmesser befinden sich nun 21 Liter Regen je qm und für morgen sind weitere Niederschläge vorausgesagt. Zudem sollen die Temperaturen stark sinken. In der Summe kann man zwar nicht von völliger Entspannung sprechen aber es beruhigt schon etwas.

Langsam machen wir uns Sorgen…

Während wir mittlerweile unseren jüngsten Weinberg im Wochenrhythmus bewässern, sehen die älteren Weinberge noch „gut“ aus. Die Triebspitzen sind größtenteils noch etwas gekrümmt und zeigen an, das die Reben „noch“ vital und bestenfalls am Wachsen sind. Die Wasserreserven sind sehr gering im Untergrund. Die Hitze diese Woche wird kräftig an diesen zehren.

Während wir uns im letzten Jahr von einem Gewitter zum nächsten hangelten und der Trockenstress sich in Grenzen hielt, wird es jetzt langsam knapp. Der im Juli gefallene Regen reichte gerade, um den Staub zu binden und kam noch nicht einmal der Begrünung zugute. Die Böden sind tief ausgetrocknet und wir benötigen richtig viel Regen, damit dieser die Rebwurzeln in der Tiefe erreicht.

Es ist leider kein Regen in Sicht, noch nicht einmal ein kräftiges Gewitter.

Langsam machen wir uns Sorgen…

Regen?

In den zwei vergangen Tagen gab es die Chance Regen zu bekommen. Man sah ihn aus der Ferne schon kommen, er verfehlte aber unsere Weinberge größtenteils.  Das bisschen das fiel, verdunstete schnell.

Während die Regenwolken mit dem benötigten Wasser über meinen Kopf hinweg zogen, bewässerte ich unsere jüngeren Reben, die extrem stark unter der Trockenheit leiden, wie ich hier berichtete.

 

Bild: Weingut Spielmann-Schindler

Dort wo in den letzten Tagen ausreichend Regen fiel, gab es auch die entsprechenden Nebenwirkungen. Neben kräftigen Überschwemmungen wie z.B. in Trier war sehr oft Hagel mit dabei und schädigte Trauben und Reben. In der Pfalz legte ein Tornado etliche Hektar Weinberge in die waagerechte um.

Das Thema Wassermangel ist nach dem mittlerweile zweiten, sehr trockenem, Sommer von öffentlichem Interesse, da vor allem die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorger (also eigentlich wir alle!) davon abhängig sind. Diese Woche besuchte mich ein Kamerateam der Tagesthemen, um einige Aufnahmen in meiner durch Wassermangel kümmerlich wachsenden jungen Rebanlage zu drehen und mich zum Thema zu interviewen.

schnipp schnapp

Die Trockenheit macht mir zunehmend Sorge. Die letzten zwei Wochen mit den sehr hohen Temperaturen haben sehr stark am Bodenwasservorrat gezehrt.

Während ältere Weinberge noch tadellos aussehen und noch keine Anzeichen von Wassermangel zeigen, sieht es in jungen Rebanlagen anders aus. Die ersten Rieslingreben sind schon vertrocknet.

Andere Jungreben haben massive Trockenschäden. Kümmerwuchs, gelbe Blätter, Blattschäden durch die intensive UV-Strahlung der Sonne usw.

Um die jungen Reben zu entlasten und um sie für die Zukunft vital zu halten, habe ich heute bei den betroffenen Reben Fruchtruten und Trauben abgeschnitten. Schnipp, schnapp!

Die Trockenheit ist bis jetzt vergleichbar mit dem letzten Jahr. Der kleine Unterschied ist nur, dass die Langfristprognose der Wetterfrösche weder Landregen noch Gewitter vorhersagt. Zumindest sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen sinken.

Es wird spannend!

bestanden

Etwas angespannt waren wir ja, aber wir hatten auch keine Zweifel, dass Azubi Ken es schaffen würde. Gestern hat er die Prüfung zum  Winzer bestanden.

Herzlichen Glückwunsch!

Drei Jahre war er bei uns, drei Jahre intensives vermitteln von Lerninhalten, drei Jahre ein sehr interessierter junger Mensch bei uns im Weingut und am Mittagstisch. Er hat viel gelernt, sogar Kellermeisters Geheimwissen bekam er vermittelt. Es war für uns eine schöne Zeit!

Binnen weniger Tage

Binnen weniger Tage hat ein gewaltiger Wachstumsschub im Weinberg stattgefunden. In der letzten Woche waren die Rieslingreben noch am blühen und jetzt sind die kleinen Beeren schon gut gewachsen.

Die dafür förderlichen hochsommerlichen Temperaturen erschweren jedoch auch das Arbeiten von Mensch und Maschine im Weinberg. In der Mittagshitze geht nichts mehr. Der Mensch schwitzt das Wasser schneller aus, wie er es trinken kann, beim Kettenschlepper wird das Hydrauliköl heiß und Arbeitspause ist angesagt.

Die händisch zu machenden Laubarbeiten sind größtenteils erledigt. Vorerst wird nur noch Maschinenarbeit gemacht. Aktuell Laubschnitt und das entfernen der Blätter in der Traubenzone.

Jetzt noch ein ausgiebiger Landregen damit die etwas knappen Bodenwasservorräte aufgefüllt werden. Das wäre dann kurz vor perfekt!

ratzfatz erledigt

Eine der  wenigen Ereignisse über die ich mit schöner Regelmäßigkeit berichte, ist die Rebblüte. Dieses Jahr später als in den letzten Jahren. Der kalte Mai verzögerte stark die Entwicklung der Rieslingreben.

Die Wetterbedingungen waren für die Rieslingblüte perfekt und ratzfatz verblühte der Riesling binnen kürzester Zeit. Ich gehe davon aus, das eine sehr gute Bestäubung stattgefunden hat.

Auf dem Bild sieht man die Details. Sobald das Blütenkäppchen abgeworfen ist, erscheint der Fruchtknoten mit Narbe und die Staubgefäße. Dann ist es schon passiert und die Bestäubung erfolgt. Da die Reben Selbstbestäuber sind, werden keine Insekten benötigt.

Mythos Mosel: Eine Riesling Reise mit Spaß

Die Bilanz ist überwältigend positiv: Mit einer wunderbaren BigBottle-Party im Park des Hotels Moselschlösschen starteten mehr als 400 Gäste am Freitagabend zur sechsten Auflage von „Mythos Mosel – Eine Rieslingreise“. Es gab kleine Speisen an verschiedenen Kochstationen im Garten und Weine aus großen Flaschen. Ca. 300 große Flaschen (Magnumflaschen mit 1,5 l Inhalt)  wurden geleert.

Zwei Tage mit Wein probieren folgten. An den zwei Probiertagen fanden sehr viele Weininteressierte den Weg in unser Weingut. Dank der guten innerörtlichen „Beschilderung“ fanden die mit der Bahn oder den Shuttlebussen angereisten Weinfreunde schnell zu den teilnehmenden Weingütern.

Danke an meine Winzerfreunde Max Duhr von der Domaine Madame Aly Duhr, Ahn, Luxemburg, Karl-Josef Thul von Weingut K.-J. Thul, Thörnich und Timo Dienhart vom Weingut Römerkelter, Maring-Noviand, die mit uns ihre Weine präsentierten. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht und die Zusammenarbeit konnte nicht besser sein. Gerne wieder!

Einige Zahlen und Fakten: Fast 5000 Gäste, 30 Gastgebende Winzer zwischen Ürzig und Briedel mit bis zu drei Gastwinzern und mehr als 700 verschiedene Weine.

Bitte vormerken: Nächstes Jahr findet Mythos Mosel vom 05. bis 07. Juni zwischen Detzem und Wintrich statt.