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Bodenbearbeitung

Heute wurden in einigen Weinbergen die erste Bodenbearbeitung durchgeführt. Bodenlockerung, einarbeiten des Humusdüngers, Verminderung der Wasser- und Nährstoffkonkurrenten sind unter anderem das Ziel. Nebenbei werden die Bodenbakterien aktiviert, bauen mehr Humus ab und dadurch wird Stickstoff freigesetzt, der wiederum als Motor des Wachstums die Rebe vitaler wachsen läßt. Das soll dann wieder größere Trauben geben. So die Theorie, klappt aber bei mir nicht. Etwas mache ich falsch…

In jeder zweiten Rebgasse wird mit dem leichtzügigen Grubber die Begrünung gestört. Der Grubber ist Marke Eigenbau, ein ehemaliger Seilzuggrubber, der gegen eine Flasche Wein beim Schrotthändler getauscht wurde. Wir arbeiten ausschließlich von unten nach oben um keinerlei Bodenerosion zu verursachen.

Das Video ist zwar noch etwas wackelig, aber Übung macht den Meister. Demnächst dann in Spielfilmlänge und Oscar nominiert. Ich gebe mir Mühe 😉

Etwas Ruhe kehrt ein

2016-07-06 LaubschnittDie sommerlichen Hauptarbeiten sind erledigt. Die Rebtriebe sind geheftet, also in den Drahtrahmen eingeschlauft worden. Die Traubenzone wurde entblättert und der erste Laubschnitt ist auch schon gemacht.

Die Weinberge sehen jetzt akkurat wie nach einem Friseurbesuch aus. Etwas Ruhe kehrt nun ein. Nicht, dass wir arbeitslos wären, aber, wie sagt man so schön, der Druck ist raus.2016-07-07 HackenZeit, sich jetzt intensiv um die im Mai gepflanzten Rieslingreben zu kümmern. Mittlerweile konnten wir mit dem Kettenschlepper eine Bodenlockerung durchführen. Im Unterstockbereich muss händisch gearbeitet werden. Eine reichhaltige Auswahl an Hacken steht für meine Helfer zur Verfügung. Jeder kann sich nach seinem Gusto das passende Gerät aussuchen.

Die jungen Rieslingreben wachsen sehr gut und sind mittlerweile am Pflanzstab festgebunden.

Der Sommer mit trockenem Wetter ist auch gekommen. Etwas aufatmen für uns. Neuinfektionen durch den gefürchteten falschen Mehltau (Peronospora) werden unwahrscheinlicher und durch das starke Beerenwachstum verringert sich die Empfindlichkeit der Trauben.

Aller Probleme enthoben

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Reichlich Regen von mehreren Gewittern gab es am letzten Wochenende. Weitere Niederschläge sind gemeldet und kommen hoffentlich. Auf jeden Fall ist unser größtes Problem, die Trockenheit, vorerst nicht mehr relevant.

Anlass für mich in einigen Weinbergen Bodenbearbeitung zu machen damit Stickstoff aus dem Humus freigesetzt wird. Zwei Weinberge sind durch die Trockenheit richtig gelb geworden und benötigen diesen wichtigen Nährstoff dringendst. Das rechte Maß bei der Bodenbearbeitung ist nötig. Zuviel Stickstoff veranlasst die Rebe zum Luxuskonsum mit entsprechend negativen Folgen wie z.B. vorzeitige Traubenfäulniss oder das Nitrat wird ins Grundwasser ausgewaschen. Also heute entsprechend dem Zustand der Rebanlagen nur jede zweite Rebzeile gefahre, die Bodenbearbeitungswerkzeuge angepasst und auf die optimale Arbeitstiefe geachtet.

Das kleinere Problem, das unser Ausbildungsplatz bisher noch nicht besetzt ist, hat sich auch mit heutigen Datum erledigt. Ein junger Mann wird ab August seine Winzerausbildung in unserem Weingut absolvieren. Wir freuen uns schon auf den neuen Mitarbeiter.

Weiterbildung

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Wie jedes Jahr im Juni/Juli wurden wir Ökowinzer an der Mosel heute von unseren Ökoberatern Beate Fader und Peter Gänz besucht. Bei unserem Kollegen Markus Boor im Kirchengut in Traben-Trarbach/Wolf fand das Treffen statt. Beim Weinbergsrundgang wurde über die aktuellen Situation in den Weinbergen diskutiert.

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Die Rebanlagen von Markus Boor waren bis auf kleinere Befallsherde der Schwarzfäule in einem sehr gesunden Zustand. Durch phytosanitäre Maßnahmen, wie das Absammeln der befallenenen Blätter, dürfte dieser leichte Befall in den Griff zu bekommen sein. Gravierender waren die Winterfrostschäden in einer besichtigten Burgunderanlage. Kümmerwuchs und absterbende Rebstöcke ließen keine Freude bei Markus aufkommen.

Die beiden Berater berichteten auch über die Situation in den anderen Weinbaugebieten. Z. B. hat das  Hagelunwetter vor einigen Wochen  in der Pfalz massivste Schäden hinterlassen. Ca. 3000 ha Rebfläche sollen gänzlich vernichtet sein. Zudem sind in der Pfalz und in Rheinhessen heftige Infektionen mit zu erwartenden Ertragsminderungen durch die Rebkrankheit Peronospora aufgetreten.

Wichtige Tipps zur Unterstockbodenbearbeitung, bzw. -pflege und Bodenbearbeitung mit sehr leichtzügigen Geräten wie die Spatenrollegge gabs noch obendrein. Auch einige Kollegen berichteten über eigene Entwicklungen, die ich mir in den nächsten Tagen anschauen werde

Nebenbei gab es auch noch Informationen über aktuelle Diskussionen zu Verordnungen/Gesetzen, die den ökologischen Landbau betreffen. Aber wie immer, wenn die Politik an etwas rumwerkelt wovon Sie keine Ahnung hat, hatten wir den Eindruck, dass dort wieder sehr viel sinnfreies gemacht wird und auf uns Winzer wieder einiges an Paperkram zukommen wird und weitere Regularien geschaffen werden.

ZIEH-Max

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Bild zum Vergrößern anklicken
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Der legendäre ZIEH-Max, das erste Motorgerät für den Steillagenwinzer in den Nachkriegsjahrzehnten: Eine tragbare Motorseilwinde zur Bodenbearbeitung.

Zusammengeklappt die Weinbergstreppen hochgeschleppt, das Gerät dann in Zeilenrichtung ausgerichtet (Bild unten links). Das Seil bergauf gezogen, einen dicken Nagel ein Rundstahleisen mit dem 10 kg Hammer in den Boden getrieben und das Seil daran befestigt. Währenddessen versuchte der Mann an der tragbaren Seilwinde den Motor zu starten, was in dieser Schräglage nicht sehr einfach war und das Gerät hangelte sich am Seil den Berg hoch.  Oben abgekommen wurde der ZIEH-Max auseinandergeklappt (Bild oben), das Seil nach unten zum Seilzugbodenbearbeitungsgerät gezogen und der dickste und schwerste Weinbergsarbeiter setzte sich als Ballast auf den Sitz der Seilwinde um sie zu bedienen. Waren nur halbe Hemden (Homo aspargillus) im Weinberg, mußte obiges Rundstahleisen bei jeder Rebzeile neu in den Boden geschlagen  und das Gerät daran befestigt werden.

Der legendäre 4,5 PS Fichtel & Sachs Zweitaktmotor zog mit Leichtigkeit, fast im Standgas, den Seilzugrubber nach oben, bzw. wenn der Maschinist zu leicht war, das ganze Gerät unten.

Vergangene Zeiten, zumindest für mich. In meinen Jungendjahren habe ich noch viel damit gearbeitet. Bis zu vier Mann wurden täglich damit müde gemacht. Mit dem späteren Wegebau, breiten, geraden Rebzeilen und größeren Weinbergen verschwand der ZIEH-Max fast gänzlich.

Aber nur fast gänzlich. Die passende Maschine zum obigen Prospekt habe ich nach der Ernte verkauft. Bei unserem Erntehelfer Michael, Hobbywinzer aus Sachsen,  ist Sie wieder in Betrieb. Ich freue mich darauf, Michael in Frühjahr zu besuchen, nach dem alten  Teil zu schauen und vielleicht noch einmal damit zu arbeiten.

Abgeräumt

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Der Weinberg, der neu gepflanzt werden soll, ich berichtete hier und hier, ist nach der Abfuhr der alten Rebstöcke bereit für die Pflanzung. Nur noch den Boden lockern, Pflanzstäbe setzen und dann kann es losgehen.

Die gerodeten Reben dienen unserem Nachbarn noch für einen guten Zweck: Winzersteak auf Rebholz gegrillt. Da lass ich mich mal einladen…

Gut, das es seit Ende der 80ziger Jahre diese Kleinraupen gibt. Zuerst nur kleine Dumper aus den Baugewerbe an die man ein Mähgerät anbauen konnte, dann ab Mitte der 90ziger eigens für den Steillagenweinbau konstruierte Kettenschlepper mit einer Vielzahl von Arbeitsgeräten.Was wäre das für eine Plackerei und Arbeitsaufwand ohne diese Mechanisierungsmöglichkeit.

Vieles wurde früher auf dem Rücken in den Weinberg und aus dem Weinberg getragen. Bodenbearbeitung und Transporte nur mittels Seilwinde, Pflanzenschutz mit einem Hochdruckschlauch, den man mühsam den Berg hochziehen musste und andere anstrengende Arbeitsmethoden. Ich mag gar nicht mehr zurückdenken, wie beschwerlich die Arbeit damals war.

Zwar ist die Arbeit im Steilhang noch immer beschwerlicher als in der Ebene, aber die Qualität unserer Weine entschädigt für die harte Arbeit und schlussendlich: Muskeltraining, besser als im Fitnessstudio und umsonst dazu.

Die Rache der Natur, Nachtrag

Zum gestrigen Artikel noch einige Bilder. Engelwurz, hier am Wegesrand an der Mauer stehend.


Dieses Pflanze, den Namen weiß ich nicht und meine Pflanzenbestimmungsbücher habe ich auch nicht gefunden, scheint mir die Gefährlichere Art zu sein. Das Problem der Hautreizungen ist mir schon seit Jahren bekannt und an einer empfindlichen Stelle wie den Waden sieht es nicht reizvoll aus. Die Pflanze haben wir hauptsächlich in Junganlagen, in denen noch Bodenbearbeitung durchgeführt wird. Im Unterstockbereich wachsen die Pflanzen ohne das sie gestört werden und wenn später wieder gemäht wird, schafft es der Unterstockmäher nicht, diese Pflanze zu mähen.
Ein weiteres Problem ist, das diese „Scheiß“gewächse sehr hoch werden und beim Laubschnitt der Reben mit den Laubschneider erfasst werden und Pflanzenteile durch die Gegend fliegen. So auch letzte Woche, als ich den Laubschnitt durchführte. Da nur trübes Wetter war, dauerte es etwas länger, bis die Hautreaktionen sich zeigten. Sonnenschein hätte die Wirkung der Pflanzengifte beschleunigt. Am rechten Unterarm hatten sich viele kleine Pusteln gebildet und so war gestern abend Jucken und Kratzen angesagt. Ich habe mir für nächstes Jahr vorgenommen, entsprechende Schutzkleidung zu tragen. Aber Sie wissen es ja, wenn man sich gute Vorsätze nimmt…

Regen sei dank

Da unsere Böden nun gut durchfeuchtet sind, konnte gestern mit der Bodenbearbeitung angefangen werden. Unser großer Kettenschlepper, der erst letzte Woche von einer Reparatur zurück kam, meisterte diese Aufgabe glänzend. Da der Boden optimal abgetrocknet war hatten die Stahlketten den optimalen Gripp. Selbst bei 50 % Steigung rissen die Meißelschare unseres Selbstbaugrubbers die Begrünung auf.

Austrieb

Durch die warmen Tage sind die Reben schon weit im Wachstum fortgeschritten. Es sind sicherlich über
14 Tage vor der normalen Zeit. Gut, das zum Ende der Woche wieder kühler gemeldet ist und das Wachstum sich verlangsamt. Wichtiger wie Sonnenschein und Wärme ist zur Zeit der Regen, der bisher leider ausblieb. Durch den Wassermangel wachsen die Begrünungen in unseren Steillagen nicht mehr. Auch eine nötige Bodenbearbeitung in unseren jüngeren Weinbergen ist nicht möglich, da der Boden hart wie Beton ist.