Der Stift berichtet: Oechsle, Ernte und Co

2014-08-16 Weinglas

Heute haben wir die erste Woche der Ernte hinter uns und es ist Zeit ein paar Zeilen zu schreiben.

In den Weinbergen sieht es derzeit noch den Wetterumständen entsprechend gut aus – nachdem wir bis vergangenen Donnerstag vorlesen waren, sind wir heute Nachmittag in Burg ebenfalls noch mal vorlesen gegangen – in Anbetracht der durchwachsenen Wetterprognose für diese Woche durchaus ein Wagnis.

Im Vergleich zur Untermosel, wo einige Betriebe mit Rieslingmengen <50 % der normalen Erntemenge liegen und wo vergangene Woche schon Notlesen notwendig waren, haben wir es bisher gut getroffen.

Was mich persönlich irritiert, sind ständige Meldungen anderer Winzerkollegen, dass Sie Wein x mit 90+ oder 100+ Oechsle gelesen haben – anscheinend zählt nicht die Reife der Traube, sondern schlicht ein möglichst hoher Wert, der im ehrlichsten Fall im Keller nach Flotation oder Sedimentation abgelesen wurde und nicht im Trub der Kelter. Aber lassen wir das…

Wir lassen uns nicht beirren und werden auch 2014 ehrliche, fruchtbetonte & trockene Weine produzieren und das bestmögliche aus den Umständen machen.

Ich freue mich – ähnlich wie der kleine Mensch auf dem Glas oben – auf den weiteren Verlauf der Lese.

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