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Weinernte 2016: Orakel?

2016-10-06-kristallkugel

Foto: Ralf Scholze

Vor der Ernte noch etwas orakeln, also in die Zukunft blicken. Den Blick in die Kristallkugel brauche ich nicht, dafür habe ich heute intensiv meine Weinberge besichtigt. Eher eine Prognose als ein Orakel.

Die Trauben erfreuen sich allerbester Gesundheit und sie schmecken hervorragend. Dürfte auch für den Wein gelten, der daraus entsteht. Zudem ist kühles, trockenes Wetter vorher gesagt. Ideal für unseren Riesling. Zudem habe ich in etlichen Weinbergen mehr Trauben gesehen, als ich nach dem sommerlichen Befall mit dem falschen Mehltau (Peronospora) geschätzt habe. Im gesamten erwarten wir eine unterdurchschnittliche Ernte.

Ganz entspannt werden wir am kommenden Montag, um 8.30 Uhr, mit der Weinernte 2016 anfangen. Wir freuen uns schon darauf!

Was sonst noch letzte Woche geschah

Menschenleer waren am Freitag die Straßen in Reil. Nicht Fußball, sondern die arte Dokumentation über die Mosel leerte die Dorfstraßen. Schöne Geschichten über an der Mosel lebende Menschen und klasse Landschaftsaufnahmen machten das Zusehen zu einem Vergnügen. Wir waren auch sehr zufrieden über die Szenen, in denen wir als Statisten mitspielten. Wer es verpasst hat, kann in der Mediathek von Arte die Dokumentation anschauen.

2014-03-29 BlüteDer Frühling ist bei fast sommerhaften Temperaturen an die Mosel gekommen. So ca. drei Wochen früher wie im letzten Jahr stehen die Bäume an den Weinbergen in der Vollblüte.

Die Pfirsichbäumchen sind mittlerweile gepflanzt und in einigen Jahren  werden rosafarbene Pfirsichblüten neben den weißen Zwetschgenblüten zu sehen sein. 2014-03-29 bluten

Die Reben sind am bluten. „Die Rebe weint Tränen, auch Aqua Vitis oder Lachryma Vitis von den alten Gelehrten genannt. Die Rebwurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, welches an der Schnittstelle austropft bis die Leitbahnen verstopft sind. Für uns der Beginn der neuen Vegetationsperiode und eines Neuen Lebenszyklusses.“ schrieb ich schon einmal in einem früheren Artikel.2014-03-29 Scholze

Anlass für den Fotografen Ralf Scholze, der des öfteren bei uns Fotos macht, diese Rebtränen zu fotografieren. Dabei wurden auch Ideen gesammelt und nachgedacht, wie man denn das Rebwasser verwerten könnte. 2014-03-29 Flaschen

Also kurzerhand ein Neues Projekt! Seit heute sammeln wir Rebtränen in Weinflaschen, erste Ideen versuchen wir umzusetzten. Soll gegen alles helfen, wie ich in oben verlinkten Artikel beschrieb:

  • Gegen Warzen aber für die Schwangere,
  • Für Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase
  • Ein Antialkoholicum?
  • Gegen Brechreiz
  • Gegen Sommersprossen und nicht bewältigte Schrecken
  • Gegen Zahnschmerz
  • Für Haut, Augen und Ohren aber gegen die Haare

Da müsste doch etwas zu machen sein, dieses Universalmittel, in welcher Form auch immer, auf den Markt zu bringen und für Gesundheit und Schönheit zu vermarkten.

Newsletter No. 8: Vom Netzwerken, der Stand der Dinge und wichtige Nebensächlichkeiten

Schon lange her, dass ich meinen letzten Newsletter geschrieben habe. Also nun die Gelegenheit genutzt und im Bilderarchiv gekramt, um wieder über die lieben Nebensächlichkeiten zu schreiben, die sich angesammelt haben.

„Die Funktionsweise des Netzwerkens basiert auf dem Prinzip der Freundesfreunde – Jede Person des Netzwerkes bringt wiederum Teile des eigenen Netzwerkes in das entstehende Beziehungsgeflecht ein und erweitert es so stetig. Egal, ob es sich hierbei um reale Freunde, Bekannte, Geschäftspartner oder Auftraggeber handelt – Jeder Teilnehmer eines Netzwerkes kann andere interessante Aspekte einbringen und den Mitmenschen auf die ein oder andere Art behilflich sein.“ so das Portal Gründerszene.

Netzwerken, eigentlich ein moderner Begriff, ist aber als solches schon sehr alt. Viele denken, das es mit dem Internet zu tun hat. Hat es auch, aber im realen Leben gab es das „networken“ schon vor den Internet. Ideal ist heute die Verknüpfung von Internet und realem Leben. Und da ich mittlerweile schon eine lange Zeit auf dieser Erde bin, habe ich viele Menschen im laufe meines Lebens kennen gelernt, virtuell und in echt, und bin sehr gut vernetzt.2013-02-02 Scholze2

So zum Beispiel Ralf Scholze, Weinliebhaber, Journalist und Fotograf. Via den sozialen Netzwerken persönlich kennen gelernt und mit ihm schon mehrfach Fototermine bei uns im Weingut gehabt.

Anders zwei Veröffentlichungen bei der Zeitschrift essen & trinken. Eine Anfrage für ein Winzerinterview für das Online Magazin dieser Zeitschrift kam per Mail:

„Dafür würde ich gerne Sie als „Botschafter“ für die Region Mosel gewinnen, nachdem ich ihre Hänge im Jahr 2006 als FÖJ-Bewerber (Freiwilliges ökologisches Jahr) besucht habe und im letzten Jahr durch den Eichelmann-Weinführer wieder auf Ihre hervorragenden Weine aufmerksam geworden bin.“

Ich kann mich zwar nicht an diesen jungen Mann erinnern, jedenfalls bin ich ihm in Erinnerung geblieben und das führte zu diesem Winzerinterview. In diesem Zusammenhang – davon gehe ich aus – wurde auch unser Mosto Cotto im November in der Zeitschrift essen & trinken vorgestellt.

2013-08-29 KameramannVia Internet fand ein Produktionsteam von Arte den Weg zu uns. Ein Dreiteiler über die Mosel soll es werden. Kein Problem für uns, wir machen bei fast allem mit. Ich berichtete hier über die Dreharbeiten.

Auf Anfrage den Produktionsleiters, ob ich denn den Weinjournalisten Stuart Pigott kenne, bejahte ich und er bat mich, einen Kontakt herzustellen. Ich kenne Stuart seit vielen, vielen Jahren und treffe ihn ab und zu – besser gesagt eher selten – . Unsere Weine hatte er bis dato auch schon des öfteren probiert. Wahrgenommen hatte er uns als Betrieb mit guten Weinen aber nicht.

Anlässlich der Dreharbeiten probierte er in der Mittagspause unsere Kollektion und war überzeugt von unseren Qualitäten. Es erfolgte eine sehr positiver Notiz  in der Frankfurter Zeitung am Sonntag.

2012-06-07 Pokal

Jetzt denken Sie, meine Lieben Leser, vielleicht, dass der Winzer den Wein demnächst aus goldenen Pokalen trinken kann, da der Weinabsatz ungemein beflügelt wird. Ist leider nicht. Kurz vor reich reißt es immer ab. Geht auch dieses Jahr mangels Masse nicht. Leider!

2013-12-25 Probe

Jetzt stehe ich mit meiner Meinung über den 2013er nicht mehr alleine da. „Gelbe Frucht Gut!“ notierte mein mich beratender Oenologe. Tut gut für meine Seele! Das Sortieren der Trauben und das Verwerfen der Faulen und Vergammelten hat sich gelohnt, zumindest für die Weinqualitäten.

Das Manko ist jedoch die Quantität. Sehr, sehr wenig, der zweite Weinjahrgang in Folge. Unsere Ernteberichte finden Sie hie in unserem Blog.

2010-09-10 streicheln

Streicheln würde man ihn gerne. Aber das geht ja leider nicht. Wichtiger ist das Schwenken im Glas, bevor man probiert. Das ist eine wahre Kunst! Der Durchmesser des Weinglases, die Drehgeschwindigkeit und die dann wirkenden Fliehkräfte sind wichtig. Sogar eine mathematische Formel gibt es dazu. Dies kann man einer wissenschaftlichen Studie aus der Schweiz entnehmen. Folgend das Video zur Studie nebst mathematischer Formel:

Der Einfachheit halber – ich muss das ganze ja nicht noch einmal in diesem Blog niederschreiben –  lesen Sie bitte bei Weinbilly nach: Die Kunst, Wein richtig zu schwenken. Bevor ich es vergesse, bei unserem Riesling rechtsrum schwenken, so ca. drei Meter pro Sekunde, sagt eine andere Quelle. Die verlinke ich jedoch nicht, da diese doch etwas dubios wirkt.

Ach, die ewige Verschlussdiskussion beim Wein. Schrauber oder Kork! Hier im Internet die heißesten Diskussionen, jeder weiß es besser, zumindest mit seinem fundierten Nicht- oder Halbwissen und doch weiß keiner, wie so eine verschraubte Flasche richtig geöffnet wird. Ja, da staunen Sie, lieber Leser! Das ist nicht so einfach. So oben zupacken und dann drehen? Nein! Viel zu schwierig, es geht auch einfacher und viel besser!

„…er hat Schwierigkeiten, die Flaschen zu öffnen! Am oberen Teil zuzupacken und drehen, wie viele es zuerst versuchen, ist sicher die ungeeigneteste Art; man übt nämlich dabei Druck auf das Gewinde aus, weswegen die Reibung  zunimmt…“

so mein Kollege Armin Kobler in seinem Blog, der dieses Geheimwissen der gelernten Winzer und Kellermeister allen verrät. Aber lesen Sie bitte dort einfach nach, wie ein Profi die mit Schrauber verschlossene Weinflasche öffnet: Es geht auch anders — Si può anche diversamente

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Ereignissreich

Ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Interessanter Besuch hatte sich dieses Wochenende angekündigt. Caroline Henry vom Blog missinwine, Frankreich, und Gabriel Dvoskin von vinicast, Argentinien, besuchten mich und weitere Winzerkollegen. Nach der Ankunft am Freitag zuerst ein kräftiges Abendessen, danach den Sonnenuntergang vom Aussichtturm auf dem Pündericher Prinzenkopf genossen, über den ich hier und hier schon einmal berichtet hatte. Ach ja, zwischendurch ging es natürlich noch in die Weinberge.

Abendlich, bis mitten in die Nacht, eine ausgedehnte Weinprobe. Als Krönung zwei Sekte. Der eine von mir, ein 1993er Riesling, der andere vom Vorbesitzer unseres Hauses. Zwar kein Jahrgang auf dem Etikett, aber da die vor uns im Haus residierende Weinhandlung mit den Tod des Besitzers 1975 erloschen war, ist das Alter dieses Sektes mind. 38 Jahre. Ich berichtete hier schon einmal über diesen Sekt, von dem ich mehrere Flaschen hatte. Bitte dort die Geschmacksnotizen lesen.

Samstag dann der nächste Besuch. Ralf Scholze kam zum Fotografieren. Eine Auftragsarbeit für eine Zeitschrift. Zuerst natürlich das Sonnenlicht ausnutzend um das übliche Glas mit Wein zu fotografieren. Jahreszeitengemäß mit Spargel dekoriert.

Dann die eigentliche Auftragsarbeit im Holzfasskeller. Für einen Bericht über einen Weinkrimi und seinen Autor mußte die Krone der Weinkönigin Model stehen. Der Titel des Weinkrimi soll „Der Tod der Weinkönigin“  oder so ähnlich sein. Die Weinkönigin selbst war leider nicht da und aufs Tomatenketchup als Blutersatz hat Ralf auch verzichtet.

Der Start heute morgen war auch nicht schlecht. Champagnerfrühstück beraumte Caroline Henry heute spontan auf unserer Terrasse an. Eine von ihr mitgebrachte Magnumflasche Tarland Brut nature wurde zügig ihrer Bestimmung zugeführt.

Und da Caroline heute zufälligerweise auch noch Geburtstag hat, durfte sie das Königinnenkrönchen auch einmal auf ihr Haupt setzen. Leider verneinte sie meine Frage, ob sie denn für die kommende Saison Reiler Weinkönigin werden möchte.

Nebenbei noch etwas, sie haben es sicherlich an den Bildern gesehen. Wolkenfreier Himmel mit viel Sonnenschein. Der Sommer kommt an die Mosel! Endlich!

Newsletter No 5: Murphys Gesetz Teil 2, Wellness beim Winzer, andere Begebenheiten und ein Pin-up für ältere Winzer

Wie ich hier berichtete wurde unsere Weinpresse hart vom Murphys Gesetz getroffen:  „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“  Und die Geschichte ging noch weiter.

Kurz nachdem die Elektrik wieder funktionierte, hatte sich die Packung einer  Stopfbuchse  fest gefressen und musste erneuert werden. Eine Traubenpressung später, Murphys Gesetz sei dank, schaltete die Weinpresse nicht mehr vom Vorentsaften auf Pressen um. Der Monteur kam umgehend und, wie der Teufel so will, die Presse funktionierte wieder einwandfrei. Aber nur bis zur allerletzten Pressung. Das gleiche Problem! Gut, das ich in weiser Voraussicht Ersatz für den Übeltäter, ein pneumatisch/elektrischer Mikroschalter, in den Schaltschrank gelegt hatte, der dann doch noch getauscht werden musste. Die Rechnungen der diversen Ersatzteile sind mittlerweile alle gekommen…

Bild: Alexander Thomas

Wellness beim Winzer wurde den beiden anwesenden Weinhändlerinnen anlässlich der Weinhändlerbespaßung Anfang Oktober geboten. Wie ich hier berichtete, müssen für eine saubere Gärung, die im Traubensaft vorhandenen Trubstoffe vom Most abgetrennt werden. Dieser Trub wird dann landbaulich verwertet. Ein bei der Ernte mithelfender Arzt dachte vor Jahren über eine weitere Verwertung nach und wagte den Selbstversuch mit einer Gesichtsmaske. Das war es! Sozusagen unter ärztlicher Aufsicht getestet.

Die Durchblutung der Gesichtshaut wird durch diese Trubstoffe immens gefördert, Falten verschwinden, die Haut wird jung und prall, und und und…  Besser als jede Anti-Age-Creme! Leider nicht konservierbar und daher nur während der Weinernte im Winzerkeller frisch erhältlich. Schade, dass ich an diesem Abend meine Kamera nicht im Keller dabei hatte, denn sonst hätte ich mit vorher/nachher Fotos die Wirkung demonstrieren können. Eine Geschäftsidee für die nächste Weinernte. Vielleicht noch zusätzlich  Sitzbäder anbieten?

Nicht nur eigene Trauben wurden bei uns verarbeitet. Leon, ein junger Weinbaustudent, der mir dankenswerter Weise eine Übernachtungsgelegenheit in seiner Studentenbude für das erste deutsche Vinocamp überlassen hatte, kelterte, mangels eigener Weinpresse, seine Trauben in unserem Weingut. In der Weinuni Geisenheim theoretisch lernen und das gelernte im eigenen kleinen Weinberg und Keller umsetzen. Dieses theoretische und praktische Lernen hat er bei seinem  letztjährigen Wein, der während der Kelterung probiert wurde, schon sehr gut umgesetzt. 

Die immer extremeren Wetterverhältnisse, die mit zunehmender Klimaänderung auftreten, spüren wir nicht nur im Weinberg. Ein typisches Beispiel ist die Fasstürdichte, die zum Abdichten der Weinfässer benötigt wird. Davon gibt es zwei Sorten: Rita und Wino. Ein Scherzkeks – meine Kinder? – hat auf den Vornamen meiner Frau ergänzt.

In früheren Jahren habe ich die Wino bevorzugt, war auch bei kalten Kellertemperaturen sehr gut verarbeitbar, Faßtürdichte Rita dagegen steinhart. Durch die immer wärmer werdenden Weinkeller bekam die Wino eine Konsistenz von Vaseline und wurde zu weich um sie als Dichtmittel für Faßtürchen zu verwenden.

Erfreulich an der Klimaänderung ist das Erntewetter. Während es in meiner Jugend jeden Morgen kalte Finger bei der Ernte gab, die Tage kühl und diesig waren, konnte ich diesem Herbst fast durchgängig im T-shirt oder hemdsärmelig die Trauben ernten. Zudem Kaiserwetter um schönste Fotos zu machen.

Bild: Ralf Scholze

Bild: Ralf Scholze

Ralf Scholze, Reisejournalist und Fotograf, war bei obiger Weinhändlerbespaßung auch dabei und fotografierte. Er hat ein  Faible für die Mosel und macht  wunderschöne Moselbilder. Seine Alben finden Sie hier, Facebookmitglieder können sich noch mehr  Bilder hier anschauen. Bemerkenswerte Bilder!  Persönlich finde ich die Pin-up Bilder für ältere Winzer sehr gelungen.

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Fototermin

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Unser Holzfaßkeller ist als Kulisse bei Fotografen sehr beliebt. Bei Weinkunden als Andenken an den Weingutsbesuch, für Profis als Hintergrund für die örtlichen Weinköniginnen oder das karnevalistische Dreigestirn.

Ralf Scholze besuchte mich diese Woche und fotografierte weingefüllte Gläser vor den Holzfässern. Aber nicht das Glas war das Ziel, die Spiegelung des dahinter liegenden Weinfasses im Weinglas sollte eingefangen werden. Ein sehr gutes Beispiel finden sie hier. Interessant war, dass er noch ausschließlich analog, also mit klassischem Diafilm, arbeitet. Nebenbei bekam ich noch einige Fotografiertipps die ich als Amateur sehr gut gebrauchen kann.