Gute Landluft

2017-04-15 Fledermausguano streuenDa saß ich nun gestern in der Pritsche der Raupe, auf dem Fledermausguano sitzend, mit dem grünen Schippchen in der Hand. Eine Duftwolke zog hinter uns her – es roch beschissen richtig schlecht -, während mein Sohn den Kettenschlepper fuhr und ich die Fledermauskacke in den Weinberg streute.

Leider war dieser Naturdünger beim aufkehren im Reiler Kirchendach etwas feuchter als in den letzten Jahren und wurde beim Lagern durch Regen zusätzlich angefeuchtet. Ammoniak bildete sich aus dem im Guano enthaltenen Stickstoff und sorgte für eine entsprechende Duftwolke. Trotz Schutzanzug dauerte die Körperwäsche ein bisschen länger..

Manpower

2016-12-22-einstieg

Nachdem im letzten Jahr das Ausmisten – Fledermauskacke, Sie wissen schon – der Reiler Kirche desaströs endete, starteten wir letzte Woche frohen Mutes einen neuen Versuch. Mittlerweile lagerte von zwei Jahren der Dung auf dem Dachboden der Reiler Kirche. Der Naturschutzbeauftragte hatte die Rohrkonstruktion nach der letztjährigen Aktion um einiges verbessert.

Die verbesserte Metallrohrkonstruktion ließ sich viel leichter durch die Dachluke über das Dach bis zur Regenrinne verlegen. Aber dann…

Das alte Problem! Zum Mäusemelken! Der klebrige Dünger verstopfte das Rohr und auch die Rohrreinigungsspirale half nicht. Frust machte sich breit. Ein Neues Konzept musste her!2016-12-22-saecke

Manpower war das Schlagwort. Eine große Menge Gewebesäcke wurde bestellt, gestern geliefert und war heute im Einsatz. Gut zugeschnürt klappte es gut mit dem Transport durch den engen Durchschlupf im Dachboden bis in den Glockenturm. Der Transport eine Etage tiefer war kein Problem. Die mit Dünger gefüllten Säcke erledigten das im freien Flug.

Die letzten Meter waren anstrengend. Nochmals eine Etage tiefer durch eine nur mannbreite Wendeltreppe, incl. einer Türe, die zur falschen Seite aufging. Dann durch die Sakristei und endlich der Anhänger zum Abtransport.

Desaströs

2015-12-22 Gestell

Heute sollte es passieren, wie jedes Jahr: Das Ausmisten des Reiler Kirchendaches. Jede Menge Fledermauskacke für den Biowinzer. Ich berichtete schon mehrfach darüber. Da das alte Rohr, durch das die Fledermauskacke über das Dach der Kirche in den Anhänger rutschen sollte, immer wieder verstopft war, heute das Nachfolgemodel. Ein spacig aussehendes Transportwägelchen mit einer innovativen Drehvorrichtung sollte die neuen Metallrohre sanft über das Schieferdach nach unten gleiten lassen und zudem nicht mehr verstopfungsanfällig sein.

Soweit die Theorie!

2015-12-22 RohrLeider verhinderte die Geometrie der Dachgaube das sanfte bergab Rollen des Wägelchens. Nur mit rohen Muskelkräften und mit viel Hauruck konnten wir das Rohr platzieren. Die Konstruktion war leider etwas zu schwer geraten….

Nun das erste Desaster. Da wir doch etwas spät im Jahr den Dung aus dem Dach entfernen wollten, war dieser durch die Luftfeuchtigkeit dermaßen klebrig geworden, dass nix, aber auch gar nix durch das Rohr nach unten wollte. Das Rohr war vollständig verklebt. Frust machte sich breit und es wurde abgebrochen.

Nur noch der Abbau des Rohres stand bevor. War es noch “einfach” die Rohre morgens zu verlegen, bahnte sich nun ein weiteres Desaster an. Auch hier wieder: Nix, auch rein gar nix ging. Der Ruf nach einer Arbeitsbühne oder ähnlichem wurde laut. Dachdecker? Feuerwehr mit Rettungsleiter?

Drei Männerköpfe überlegten, dachten nach und fanden eine Lösung. Zeitweise hatte ich beim darauf folgenden Abbau der Rohrkonstruktion Muffensausen – es verhakte sich u.a. in der Regenrinne, die Akrobatiknummer des Naturschützers vom Nabu auf der Leiter war auch nicht ohne -, aber es funktionierte.

Im Januar soll der nächste Versuch gestartet werden. Wir haben schon Alternativen diskutiert. Ich hoffe, dass eine funktionierende Lösung darunter sein wird. Falls nicht, muss schlimmstenfalls per Eimerkette über Glockenturm und Sakristei – ich wage nicht daran zu denken – entmistet werden.

Naturdünger

2015-04-21 Guano

Heute war es soweit. Der im Weingut zwischengelagerte Fledermausguano wurde in unseren Weinbergen ausgebracht. Dieses Jahr hatten wir reichlich davon. Nicht nur die ca. 4000 Fledermäuse im Dachstuhl der Reiler Kirche, – ich berichtete schon öfter darüber –   auch grob geschätzte 6000 weitere Fledermäuse aus Kirchendachstühlen am Mittelrhein, haben für den Naturdünger beim Biowinzer gesorgt.

Dabei kam wieder das bekannte Schippchen zum Einsatz, ein Low Tech Werkzeug um den Dung zu verteilen, da der klebrige Dünger nicht mit meinem Düngestreuer ausbringbar ist.

“Also den Fledermausmist in die Transportpritsche des Kettenschleppers füllen, ich sitze mit Schippchen in der Hand auf der Fledermauskacke und Lehrling fährt die Raupe. Den Dünger mit einer geschickten Handbewegung flächig zu verteilen klappt gut. Ich habe ja lange Jahre Erfahrung darin. Dem Lehrling gleichzeitig Fahruntericht zu geben und die eigene Angst zu unterdrücken ist eine andere Geschichte.

Als altgedienter Steillagenwinzer gibt es immer noch Momente, in denen man doch etwas Muffensausen hat und die Hoffnung, dass der Azubi, entgegen seinem sonstigen Verhalten, die Anweisungen lückenlos versteht und auch fehlerfrei in die Tat umsetzt.”

schrieb ich vor drei Jahren, als der damalige Azubi die Raupe fuhr und ich das Schippchen bediente. Heute war es anders rum, der Stift hatte die Ausbringtechnik schnell gelernt, ich fuhr die Raupe und Azubi saß in der Pritsche mit Schippchen auf der Fledermauskacke .

Der Stift roch nach getaner Arbeit etwas streng… :)

Winterquartier

2015-02-27 Höhle

Am Wochenende, bei einer Wanderung über den Eifelsteig – übrigens sehr zu empfehlen -, sind wir an den Rother Eis- und Mühlsteinhöhlen vorbei gekommen. Sie sind durch den Abbau von Mühlsteinen entstanden – einem altem Industriezweig. Im offenen Tagebau wurden aus vulkanischen Schlacken Mühlsteine gewonnen. Der ehemals offene Tagebau ist zusammengestürzt, so dass er heute Höhlen bildet. Nur eine Höhle war begehbar, die andere gesperrt.

Und das ist gut so, denn in der gesperrten Höhle überwintern ungestört unsere Düngerproduzenten- das Große Mausohr, eine Fledermausart -, also zumindest etliche von Ihnen. Die Sommerfrische in der Reiler Kirche verbringend, werden diese und andere Höhlen in der Eifel als Winterquartier zum Winterschlaf verwendet.

Kacken für den Biowinzer

2014.09.20m Spiegelkugel

Unsere Fledermäuse in Dachstuhl der Reiler Kirche waren auch dieses Jahr sehr fleissig und haben für unsere Weinberge den Fledermausguano produziert. Heute wurde ausgemistet!

Die Population der Tiere hatte im letzten Jahr stark gelitten. Im Frühjahr störte ein Waldkauz die Fledermäuse beim beziehen des Sommerquartiers. Zu Höchstzeiten waren bis zu 5000 Tiere im Dachstuhl, letztes Jahr waren es so um die 1500.

Als Abwehrmaßnahme wurde eine Spiegelkugel vor die Haupteinflug- und Hauptausflugöffnung montiert. Funktioniert ganz einfach. Sie kennen das sicherlich, zumindest meine männlichen Artgenossen: Der morgendliche Blick nach einer kurzen und durchzechten Nacht in den Spiegel!

Gegen den Waldkauz hat die Spiegelkugel geholfen und die Sommerkolonie wuchst dieses Jahr auf 2700 Tiere.