Eiswürfelwetter

3. Februar 2012

Wenn man den Wetterfröschen glauben darf, war heute die kälteste Nacht in der jetzigen Kälteperiode. Trotz der im letzten Jahr an den Fenstern angebrachten Vorsatzscheiben, findet man hin und wieder Eisblumen, die bizarre Muster auf den äusseren Fensterscheiben bilden.

Bisher wurde es mir erspart bei diesen Temperaturen in den Weinberg zu gehen um das Zwiebelschalenprinzig, über das ich hier berichtete, zu testen. Im Weinkeller hat sich bisher noch genügend Arbeit gefunden und beim Etikettieren einer Kleinmenge Wein gabs es im ungeheizten Weinlager schon genug kalte Finger.

Vorteilhaft ist das kalte Wetter auf jeden Fall für den 2011er. Der Keller kühlt ab! Die dann kalten Weine verlieren bei der bald erfolgenden Abfüllung viel weniger Gährungskohlensäure- und Aroma. Natürliche Aromaschonung, über die ich auch schon einmal schrieb.

Endlich kalt!

30. Januar 2012

So sicher wie das Amen in der Kirche wurde schon seit Tagen die arktische Kaltfront aus Sibirien angekündigt. Heute Abend weiß gepuderte Weinberge bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Bis zum Wochenende soll es richtig schweinekalt werden.

Ich freue mich darauf. Erstens ist es mal wieder richtig knackig kalt, zweitens habe ich mächtig aufgerüstet. Nach zwei sehr langen und kalten Wintern hatte ich schon früh vor dem Winter in mich wärmende Arbeitsbekleidung investiert. Das Zwiebelschalenprinzip der Kleidung aufs äußerste ausgereizt, um sich auch bei sehr tiefen Wintertemperaturen dem bewegungsarmen Rebschnitt widmen zu können. Ich denke, dass ich bis in hohe Minusgrade dem Frost nun trotzen kann. Wobei, ehrlich gesagt, die Finger die Schwachstelle sind, da keine allzu dicken Handschuhe verwendet werden können.

Ende der Woche werde ich es mal versuchen, der Lehrling muß mit und ich hoffe, dass er meine heutigen Tipps zum Zwiebelschalenprinzip verstanden hat, ansonsten muss er sich warmzittern.

Land unter

6. Januar 2012

Land unter! Die Mosel nagt schon an unserer unteren Hofzufahrt. Die Niederschläge der vergangenen Tage haben die Mosel wieder ansteigen gelassen. Ein kleineres Hochwasser wie vor drei Wochen über das ich berichtete. Nur etwas höher.

Das bisschen höher würde ausreichen unseren Weinkeller zu überfluten. Da ich jedoch wegen der wenigen Zentimeter Überflutung keine Lust habe den Keller vorher zu leeren und nachher zu säubern, wurde gestern abend abgedichtet.  Über den Schacht der Regenwasserkanalisation, aus dem normalerweise die Mosel in unseren Weinkeller fließt, wurde eine Decke (Deutsche Schlafwagengesellschaft, uhlenalt)  doppelt gelegt, darauf die Schachtabdeckung die durch ein 100 Liter Edelstahlfass beschwert wurde. Ist zwar nicht 100%ig dicht, aber es reicht.

Nun liegen wir ca. 23 cm unter dem Wasserspiegel. Bis 50 cm unter den Moselspiegel würde ich es riskieren, dann müsste ich den Keller Fluten. Zu einem käme es zu Aussandungen der Fundamente, da sich durch die Wände Grundwasser durchdrückt. Das andere Problem wäre ein evtl. aufschwimmen unseres Hauses, da durch das Abdichten es die Eigenschaften eines Bootes bekäme, wie es beim 1993er Jahrhunderthochwasser beim Schürmannbau in Bonn passierte.

Die Scheitelwelle des Hochwassers wird heute unseren Moselabschnitt passieren, morgen gibt es dann fallende Pegel. Alles normal, nichts schlimmes.

“Joachim”

17. Dezember 2011

Das gestrige Sturmtief  “Joachim” machte sich an der Mosel gar nicht bemerkbar. Heute jedoch hatten wir die von diesem Sturmtief  mitgebrachten Regenfälle auf der Moselstraße stehen. Binnen Stunden ist die Mosel stark gewachsen und es stehen schon einige Keller in der Moselstraße unter Wasser.  Ein sogenanntes 2 jährliches Hochwasser (HQ2), das, wie der Name schon sagt, alle 2 Jahre auftreten kann.  “Leicht erhöhte Wasserstände…” wie der Hochwasserwarndienst es bezeichnet. Heisst real, das der Pegel ca. 5 Meter über Normal ist.

Nichts dramatisches, für uns Moselbewohner ganz normal, gehört einfach dazu, wie ich hier schon einmal berichtete.

Eigentlich gibt es nichts zu berichten, aber übers Wetter kann man immer reden

30. November 2011

Seit gefühlten Wochen, mit sehr kurzen Unterbrechungen,  hängt dichter Nebel im Moseltal. Man sieht fast nicht, ob der Lehrling beim Reben schneiden arbeitet oder nicht.

Heute morgen dann eine grandiose Aussicht vom Zug aus – leider waren die Scheiben nicht geputzt -  auf die Marienburg und Pünderich. Nebel, der sich von der anderen Seite der Moselschleife bei Zell ins Tal bei Pünderich ergießt.

Seit dem Hagelunwetter Ende August gab fast keine nennenswerten Niederschläge. Die Böden sind wie bei einer Sommertrockenheit ausgetrocknet. In der Landwirtschaft wären die Wintersaaten bedroht, wenn nicht durch Nebel ein wenig Feuchtigkeit in den Oberboden käme. Der Feldsalat, der in unseren Weinbergen wächst, muss umgehend zu Salat verarbeitet werden, da er durch den Wassermangel schnell anfängt zu welken.

In der Mosel ist durch die Staustufen noch genügend Wasser, allerdings jetzt weniger ein Fluss – kommt ja auch von fließen – , eher ein stehendes Gewässer. Bedrohlich die Lage am Rhein. Mangels Wasser sind die Pegelstände auf ein nie gekanntes Maß gefallen, die Flussbreite hat sich auf ein Drittel reduziert, die Frachtschiffe können fast keine Ladung aufnehmen und bei Koblenz tauchen alte Bomben aus den Fluten auf, die der Kampfmittelräumdienst entschärfen muss. Kilometerlang kann man nun auf dem freigelegtem Flussgrund des Rheines im Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz wandern.

Den Verweis auf eigene Artikel über den Klimawandel hier in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß werde ich mir ersparen…

Stattdessen ein Link.

Goldener November

6. November 2011

Eigentlich gibt es nur einen Goldenen Oktober, dieses Jahr zusätzlich noch einen Goldenen November.

Die Landschaft präsentiert sich noch in den schönsten Farben, bevor der Winter kommt und damit die graue Jahreszeit. Frühlingshafte Temperaturen laden ein, die Landschaft noch zu genießen.

So schön wie sich das bunte Herbstlaub in den Weinbergen präsentiert, so arbeitsintensiv ist es die Blätter im Weingut zusammen zu kehren. Der Anhänger wird in den nächsten Tagen sicherlich voll und die alten Blätter werden als Dünger in die Weinberge verbracht.

Weinernte 2011: Altweiberhoch

23. September 2011

Ein stabiles Altweiberhoch haben die Meteorologen gemeldet. So einen richtig schönen Spätsommer mit morgendlichen Eifelnebel, der über die Bergkante ins Moseltal fließt. Das ideale Wetter für die weitere Reife des Moselrieslings. Kühle Nächte für die Aromaausprägung, warme Tage für die weitere Traubenreife und trocken, damit die Trauben gesund bleiben.

Erntebeginn ist für den 2. Oktober geplant, morgens um 10.00 Uhr. Eine Gruppe von Weinhändlern möchte einmal bei der Traubenernte und -verarbeitung dabei sein. So eine Art Praxisseminar. Mithilfe im Weinberg und Keller, dabei jede Menge wissenswertes lernen und gute Verpflegung, flüssig wie fest.  Wer Lust hat daran teilzunehmen, kann sich bei uns melden.

Gestern Abend: Wolkenmalerei und Regenbogen

6. September 2011

Immer wieder schön: Akzentreiche Licht- und Wolkenzeichnungen am Himmel.  Leider für uns als Talbewohner mit einem eingeschränkten Horizont sehr selten.

 

Vorläufige Schadensbilanz?

30. August 2011

Nun, einige Tage nach dem Hagelunwetter vom 26. August, kann ich die erste Schadensbilanz ziehen. Das verbeulte Autodach und die Fensterscheibe sind versichert, die Weinberge leider nicht. Die durch den  Hagel direkt beschädigten und aufgeplatzten Beeren sind durch nachfolgenden Regen ausgewaschen worden und sind am eintrocknen. Kein Problem!

Etliche Trauben verfärben sich ins bräunliche. Durch den Hagelschlag sind die Zellen der Beeren geschädigt und diese  stirbt ab. Dort dauert das vertrockenen ungemein länger wie bei den direkt geschädigten Beeren. Sollte es wieder schwülwarmes Wetter mit Niederschägen kommen, können sich dort Schadpilze ansiedeln. Die eine Beere tut mir zwar nicht weh, aber direkt daneben liegende Trauben können infiziert werden und das gibt natürlich Probleme. Wenn das Wetter mitspielt (kühl und trocken) ist noch alles im grünen Bereich. Hoffentlich!

Ganz anders der Anblick der Rebanlanlagen einige Kilometer Moselaufwärts bei Kröv/Kinheim. Das Unwetter hat massiv die Blätter der Rebstöcke beschädigt.

Der Boden ist grün von abgeschlagenen Blättern und Trauben.

Die Trauben zeigen massive Verletzungen und starke, beginnende Braunfärbung der scheinbar nicht vom Hagel getroffenen Beeren. Obige Bilder sind vom Samstag, die jetzige Situation dürfte um einige dramatischer aussehen.

In der Ortschaft Veldenz, ein weiterer Schwerpunkt des Unwetters vom vergangenen Freitag, sind 100% der Wohnhäuser beschädigt. Zum Teil massivst beschädigt! Wie unsere Lokalzeitung heute berichtete, sollen die schwersten Eisbrocken 800 Gramm gewogen haben! Die Wucht dieser “Hagelkörner” können sie diesem Bild entnehmen. Durchlöcherte Rollladen, kaputte Dächer mit anschließend massiven Wasserschaden, Riesenschäden an Vordächern, Autos, null Ertrag Weinbergen und und und.

 

 

Mit einem blauen Auge…

26. August 2011

Mit einem blauen Auge sind wir beim heutigen Hagelunwetter davongekommen. Neben den Traubenschäden hat es eine Fensterscheibe erwischt und das  Autodach hat Dellen.Die Schäden an den Trauben sind nach dem heutigen Hagelunwetter bei uns vorerst eher gering. Der Hagel hat etliche Beeren geschädigt. Grob geschätzt haben ca. 5 % der Trauben verletzte Beeren. Den genauen Ausmaß der Schäden kann ich erst in den nächsten Tagen sehen, wenn nur leicht vom Hagel getroffene Beeren sich braun verfärben.

Wenn es in den nächsten Tagen trocken bleibt, am liebsten mit kalten Temperaturen, vertrocknen die beschädigten Beeren. Wenn nicht, ist Fäulniss mit seinen ganzen negativen Auswirkungen angesagt, aber daran denke ich im Moment noch nicht.

Andere hat es wesentlich heftiger erwischt. Es wird nicht von Hagel, sondern von Eisbrocken geredet! In Kröv und im Bernkasteler Raum gibt es starke Schäden in den Weinbergen. Erste Nachrichten sprechen von über 50% Ertragsausfall. Massivste Schäden an Autos, Dächern und Solaranlagen sind entstanden. In Veldenz sollen 80% der Dächer beschädigt sein.  In Traben-Trarbach sind Jahrmarktstände vom Sturm in die Mosel gefegt worden.