Weinrallye 81: Wir schenken uns reinen Wein ein

Wie sollte es auch anders sein um die Jahreswende:

“Weihnachten, Jahresende, Zeit für Geschenke. Wie auch im letzten Jahr wollen wir uns ein bisschen beschenken. Mit feinem Wein. Let’s call it Wichteln.
Die letzte Weinrallye des Jahres steht im Zeichen der Weine, die wir lieben und die wir gerne mit anderen Weinfreunden teilen wollen.” so Susa auf Ihrem Blog Hundertachtziggrad.

Unter dem Motto “wir schenken uns reinen Wein ein” organisierte Susa den Ringtausch unter den Weinfreunden. Fast zeitgleich mit der Abreise meines Wichtelpaketes trudelte der mir zugedachte Wein ein.

Dorothee Beil vom Kochblog bushcooks kitchen schickte mir meinen Wichtelwein. “Bei den letzten Aktionen dieser Art habe ich immer einen Riesling von unserem Freund Uli Stein, Haus Waldfrieden verschickt” stand auf der beigelegten Karte und “…und…da Ihr sicher seine Weine kennt” hatte Dorothee natürlich einen anderen Wein ausgewählt. War auch gut so, da ich die Weine von Uli Stein – der fußläufig von uns zu erreichen ist – kenne.

2014-12-28 Eser

Ein 2010er Rheingauer Spätburgunder trocken vom Weingut August Eser wurde an Weihnachten seiner Verwendung zugeführt. Neben einigen anderen Weinen begleitete er unser Weihnachtsmenü. Glasklar in der Aromatik, ein eher schlanker Spätburgunder mit eher dezenten Holzaromen aus der Barriquelagerung. Respektierlich, alle Achtung!

Typisch für den Jahrgang, typisch für die Rebsorte und mit “nur” 12,5% Alkohol noch ein leichter Rotwein, der einen guten Trinkfluss besaß, wie Sie an der leeren Flasche sehen können. Durchaus ein Wein, den man auch solo, also ohne Essenbegleitung – wir brauchen keinen Grund um Wein zu trinken – genießen kann. Über die Lagerung im Barrique und Geschmacksbeeinflussung dadurch kann man trefflich streiten. Mein Fall ist es weniger, zumindest subjektiv.

Der Stift berichtet : Weinrallye #80 – Herbst 2014

Der letzte Freitag im Monat – es ist wieder Weinrallye Zeit. Christin vom Weingut Daalgard & Jordan hat in Ihrem Blog zu Beiträgen zum Thema Herbst 2014 aufgerufen.

2014-10-29 Clauer3

Der Kellerschoppen, Quelle der Inspiration

Wir haben hier in den Bildergeschichten schon recht ausführlich über den Herbst berichtet, momentan sind wir dabei die ersten Weine abzustechen und in den Weinbergen die ersten Parzellen zu schneiden. Auch haben wir schon die ersten neuen Triebe entdeckt.

2014 – ein spannendes Jahr – kaum Niederschläge im Frühjahr, dafür sehr viele im Sommer – es hätte eine reiche Ernte werden können, wenn denn nicht der Regen vor und in der Lese gewesen wäre – aber kein Grund zu klagen….2014-10-08 Riss1

 Manche wollten nicht auf die Presse warten…

Die Jungweine verkosten sich schon sehr gut, im Vergleich zum Vorjahr mehr Schmelz bei dezentem Alkohol – die Frucht versteckt sich noch ein wenig, aber die wird sich im Januar nach der Filtration der Weine schon wieder rauskitzeln lassen. Alles in allem freue ich mich auf den ersten Jahrgang, bei dem ich mitwirken durfte.

Kleines Update zum Projektwein – die Aufsprittung ist erfolgt und kommende Woche werden wir eine Hälfte abschwefeln, um Ihn dann Ende Dezember unfiltriert abzufüllen,  die andere Hälfte wird zur Oxidation vorbereitet und später abgefüllt.

Zum Schluss noch ein kleiner Veranstaltungshinweis für Köln:

Joerg Utecht  von Utecht schreibt… veranstaltet mit Marco Krämer vom Marieneck den ersten Kölner Schwarzmarkt am 28.12.2014.……………………………………. p

 

 

Weinrallye 79: Wein trinken an schönen Orten

Thomas vom Winzerblog hat zur aktuellen Weinrallye aufgerufen:

“Es ist nicht mehr normal in der Öffentlichkeit eine Flasche oder ein Glas Wein zu trinken, es kann passieren dass man schräg angeschaut wird, oder noch schlimmer, dass das beispielsweise in bestimmten Stadtteilen das Ordnungsamt vorbeikommt, dir den öffentlichen Weingenuss verbietet und ein Bussgeld auferlegt. Völlig Absurd, aber in einigen Orten und Städten bereits traurige Realität.
Wein trinken an schönen Orten soll zeigen dass Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit nicht zwangsläufig mit Sauferei zu tun hat und dass es das normalste auf der Welt ist an einem schönen Ort ein Glas Wein zu genießen. Wir wissen ja alle, der wahre Genuss von Wein hat viel mehr damit zu tun in welcher Gesellschaft und welcher Umgebung der Wein genossen wird!”

Ich habe schon lange nicht mehr an einer Weinrallye mitgemacht. Aber das Thema passt so richtig und natürlich wird mitgemacht.

Aber was heißt mitgemacht. Wie es auch Thomas Lippert handhabt, muss ich nicht erst mit einem Gläschen, Korkenzieher und Weinflasche in die weite Welt ziehen, einen schönen Ort suchen und dort Wein trinken. Es ist fast Alltag, das ich und meine Freunde Wein an schönen Orten trinken. Ich berichtete schon mehrmals darüber.

2014-09-01 Terasse

Schöne Orte gibt es da viele. Bekannt die heimatliche Terrasse, um bei lauen Sommernächten ein Gläschen Wein zu  trinken, natürlich gut gekühlt.

2013-05-01 Wanderung

Bei Wanderungen mit Freunden ist der Riesling immer dabei. Mitten auf dem Wirtschaftsweg oder

auf einer Wiese am Wegesrand ein Gastgeschenk von Thomas Lipperts Arbeitgeber, dem Weingut Clauer in Heidelberg, genießen.

2012-05-01 Goldlay

Idealerweise der Wein, der genau da wächst, wo man z. B. an der Mosel gerade entlangwandert, wie hier der Reiler Goldlay Riesling oberhalb der Reiler Goldlay.

Und wenn man nicht in einem Weinbaugebiet ist oder kein anderer Wein in der Nähe ist, bringt man den Wein selber mit und die schönen Orte werden noch interesannter.

2013-12-15 Vesper

Zum Essen gehört Wein auch einfach dazu und

wenn man die Seele baumeln lässt und die Landschaft betrachtet, passt es auch.

Versuchen Sie es einmal, das mit dem Wein trinken an schönen Orten!

Der Stift berichtet: Projektwein, Weintrinken an schönen Orten aka Weinrallye

Nachdem die Ernte 2014 nach einigen Wetterturbulenzen und die ersten Abstiche gemacht sind, ist Zeit über meinen ersten Projektwein zu berichten.

Nach dem Vorbild der Rancio Sec Weine aus dem Roussillon möchte ich einen sogenannten “Fortified Riesling” aus einem Teil der Trauben des letzten Lesetages herstellen. Derzeit befindet sich der Wein noch in der Gärphase, die wohl Anfang der kommenden Woche durch die Zugabe von hochprozentigen Alkohol beendet wird. Eine erste Fütterung der Hefen ist erfolgt und der Wein präsentiert sich sauber und fruchtbetont.

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Nach der sogenannten Aufsprittung erfolgt dann die kontrollierte Oxidation des Weines, um dann hoffentlich im Frühjahr bereit für die Abfüllung zu sein.

Im Optimalfall ist er dann der perfekte Begleiter zu Blauschimmelkäsen, wie z.B. den Hard – Roque der Langenburger Schafskäserei oder zu winterlichen Desserts mit Trockenfrüchten.

Ich freue mich jedenfalls auf meinen ersten Wein und bedanke mich bei Harald für die Mithilfe an der Umsetzung.

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Nun aber zum heutigen Thema der Weinrallye, deren Existenz regelmäßigen Lesern der Bildergeschichten durchaus ein Begriff ist. Es dreht sich bei Weinrallye #79, ausgerichtet von Urblogger Thomas Lippert, um das Weintrinken an schönen Orten.

Spontan fällt mir zu diesem Thema unser Münstermaifelder Innenhof ein, wo ich gemeinsam mit meiner Frau und Freunden schon die ein oder andere Flasche Wein geleert habe.

Darum soll es heute aber nicht gehen – die weitaus schöneren Orte haben wir auf unseren Wanderungen entlang der Untermosel erlebt. Sei es auf dem Tatzelwurmweg in Kobern Gondorf,  dem Würzlaysteig zwischen Lehmen und Löf, oder auf dem Hatzenporter Traumpfad.

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Allen Wegen gemein ist, dass Sie Teil des neu geschaffenen Moselsteigs sind und zumeist auf schmalen Pfaden oberhalb der Weinberge entlang führen. Ein Rast dort auf einem der zahlreichen Bänken, eine Flasche Moselriesling und der Ausblick auf eine atemberaubende Kulturlandschaft – es scheint die Welt bleibt für einen kurzen Moment stehen…

Als kleine Einstimmung auf die Rallye gab es eine 1987 Klüsserather Bruderschaft Riesling Spätlese vom Weingut Monika Krisam, wunderbar gereift, mit feiner Phenolnote. Moselriesling für Liebhaber.

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Die Beiträge zur aktuellen Weinrallye findt man unter www.winzerblog.de

Curiosa iuris vini

 2014-06-28 DuesiCuriosa iuris vini – Kuriositäten des Weinrechts – so der Vortrag von Matthias Düsi vom duesiblog.de auf dem am diesem Wochenende stattgefundenen Vinocamp. Mittlerweile das vierte vinophile Barcamp in der Weinuni in Geisenheim am Rhein. 2014-06-28 Weinglas

Der Wein spielte naturgegeben ein große Rolle und so begleiteten Weingläser die Teilnehmer den ganzen Tag. Wein gab es fast bei jedem Vortrag in den Hörsälen der Weinuni zu probieren.

2014-06-28 HörsaalAuch beim Marketingvortrag der Medienagenten gab es die von dieser Agentur geschaffenen Markenweine zum probieren.

2014-06-28 WurstDa das Motto für das Vinocmap 2014 “Speis & Trank” war, gab es sehr viele Verkostungen zu diesem Thema. Es wäre zu viel, über alle hier zu schreiben. Ich machte bei der Verkostung “Wein und Wurst mit, die von Thorsten Goffin organisiert wurde. Über 20 Teilnehmer, gefühlte 30 verschiedene Wurstsorten und Weine.

2014-06-28 SpeckSehr spannend, wie die mitgebrachten Weine mit den verschiedenen Salami-, Blut-, Leber-, Fleischwürsten, Trockenfleisch von der Ziege, grüner gesalzener Speck usw. harmonisierten. Höchste handwerkliche Fleischqualität der Fleischwaren stand auf den Tischen. Ich brachte die legendäre luftgetrocknete Blutwurst und die Sommersalami meines Lieblingsmetzgers mit, die zum ebenfalls mitgebrachten Riesling Kabinett gut passten.

2014-06-28 Abstimmung

Samstag abend wurde auf dem Vinocamp der “Wein-Online-Award 2014″ vergeben. Die Jury hatte eine Vorauswahl getroffen und auch wir waren in den Kategorien Text und Bild nominiert.  Die Teilnehmer des Vinocamps durften dann per Stimmzettel entscheiden. Gewonnen haben wir zwar nicht, aber wir waren dabei gewesen. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner weinlagen.info, Christoph Raffelt und Kilian Franzen.

Und natürlich ein Dankeschön an das Organisationsteam und an die Sponsoren, die diese Veranstaltung ermöglicht haben.

Wir sind nominiert und die wahre Geschichte dahinter

2014-06-18 nominiert

Wir sind für den Social Media Preis der deutschen Weinbranche  “Wein-Online-Award 2014″ nominiert. Und das direkt zwei mal!

Zum ersten in der Kategorie Fotografie mit einem Champagner ausschenkenden Mundschenk und zum zweiten in der Kategorie Text über den Besuch von Kurt Tucholsky in Reil.

Preisverleihung ist am 28. Juni. Drücken Sie uns die Daumen!

Aber nun die Geschichte dahinter:

Mein Freund Schorsch Huesgen schrieb diesen Text anlässlich eines Geburtstagsvortrages im Schreibstil von Kurt Tucholsky. Zusätzlich schrieb er diesen Text mit einer alten Schreibmaschine nieder. Bei mir alterte das Papier via Photoshop um etliche Jahrzehnte. In Laufe der letzten Jahre wurde diese Geschichte hier regional immer weiter verbreitet. Unter anderem auch bei der Bio-Glühwei(h)nacht in unserem Keller. Sogar alte Reiler Einwohner konnten sich nicht an den Besuch von Tucholsky erinnern – ich auch nicht – und die Frage tauchte  auf, wo das Bild in Reil denn gemacht wurde.

Mittlerweile wird diese Geschichte sogar von einem örtlichen Historiker als wahr weiter verbreitet und die Datierung des nominierten Artikels auf den 1. April hat auch keinen nachdenklich werden lassen. Aber jetzt wissen Sie es, nur ein Fake, ein großer Spaß für Schorsch und mich .

Den Tucholskyartikel “Panter, Tiger und Co” nebst dem “Originalskript” finden Sie hier: http://www.steffens-kess.de/cms/2014/04/01/panter-tiger-und-co-3/

Der Text von Schorsch fängt im kursiv gedruckten Text ab dem vierten Absatz an. Viel Spaß beim lesen!

 

Champagner bis zum Abwinken

Zum dritten mal: Am vergangenen Wochenende fand der Branchentreff der Weinaktivisten im Internet statt. Kurz Vinocamp genannt. Als Schwerpunkthema der diesjährigen Verkostungen: Champagner.

Wie jedes Jahr in der Weinuni in Geisenheim.  Ich berichtete hier und hier über die beiden letzten Veranstaltungen.………………………………………………………………………………..

Viele Vorträge rund um Wein und Internet wurden geboten. Für mich sehr spannend die Megasession von Theo Huesmann und Jochen Mai. Blogdesign und Programmiertipps für den Blogger. Spannend und sehr lehrreich für mich. Champagner, Sekt, Cremant, das Hauptthema der Weinverkostungen, wobei der Schwerpunkt auf Champagner lag. Teilweise von Sponsoren zur Verfügung gestellt, teilweise von den Teilnehmern mitgebracht. Und vor allem reichlich!

Da ich das Thema Champagner weniger spannend fand und im übrigen andere Geschmacksrichtungen beim Sekt bevorzuge, besuchte ich den Workshop “Old school sparkling – Fokus auf Methode Ancestral/Rural -“

“Für alle, die genau so wenig Ahnung vom Thema Methode ancestral haben: Weine, die im Tank/Fass angegoren werden, bei ca. 4-5% Alkohol filtriert und dann auf Flaschen gezogen werden, wo sie, dank verbliebener Hefereste, weitergären. Zum Teil werden sie später dégorgiert, zum Teil bleiben sie leicht trüb, von ziemlich trocken bis sehr süß ist alles dabei. Unser Fazit: Spannend – nichts für Weintrinker, die eine sichere Bank brauchen. Enttäuschungen sind drin.”

wenn ich Christin Jordan zitieren darf.

Und so war es auch. Die erste Gärung in der Flasche zu vollziehen ist spannend und risikoreich, zumindest was das Leben in dieser Flasche angeht. Es waren nicht nur Hefen, die dort von dem verbliebenen Zucker etwas haben wollten und für uns einige überraschende Geschmacksnoten bereit hielten.

Unter dem Motto “Tu den mal weg, der hier ist besser” versuchte Torsten Goffin uns sogar eine Probe vorzuenthalten, was ihm aber nicht gelang. Eine sehr interessante Probe, die in die geschmacklichen Randbereiche der Weinbereitung führte. Danke Torsten für die Probe!

Beim Abendessen in Breuers Kellerwelt in Rüdesheim dann die Fortsetzung.

Zum Mehrgängemenue ausschließlich Sekt und Champagner, teilweise aus der großen Magnumflasche. Zu jedem Gang zwei bis drei verschiedene! Bis zum Abwinken!

Da der Sekt und Champagner uns schon fast wieder aus den Ohren raus kam, wurde der Ruf nach einem Rebengetränk ohne Blubber laut. Binnen kürzester Zeit wurden von den Teilnehmern mitgebrachte Weine vor der Kellertüre geöffnet und degustiert.Sonntags dann der übliche Empfang der Deutschen Weinkönigin. Donnerstags hatte ich noch einen Einfall. Deutsche Weinkönigin und Champagner geht nicht. Also Riesling Sekt eingepackt, reichlich. Thomas vom Orgateam meinte, das es so reichlich ist, das es für alle Vinocampteilnehmer reicht. Und so erfolgte der Start in den Sonntag mit unserem Moselriesling Sekt.

Weitere Information über das Vinocamp gibt es im Vinocampblog und bei Facebook und Twitter unter dem hashtag #vcd13.

Natürlich ein Dankeschön an alle Sponsoren, die geholfen haben, dieses überaus spannende Event zu finanzieren und natürlich ein ganz großes Danke an das Organisationsteam!

Ereignissreich

Ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Interessanter Besuch hatte sich dieses Wochenende angekündigt. Caroline Henry vom Blog missinwine, Frankreich, und Gabriel Dvoskin von vinicast, Argentinien, besuchten mich und weitere Winzerkollegen. Nach der Ankunft am Freitag zuerst ein kräftiges Abendessen, danach den Sonnenuntergang vom Aussichtturm auf dem Pündericher Prinzenkopf genossen, über den ich hier und hier schon einmal berichtet hatte. Ach ja, zwischendurch ging es natürlich noch in die Weinberge.

Abendlich, bis mitten in die Nacht, eine ausgedehnte Weinprobe. Als Krönung zwei Sekte. Der eine von mir, ein 1993er Riesling, der andere vom Vorbesitzer unseres Hauses. Zwar kein Jahrgang auf dem Etikett, aber da die vor uns im Haus residierende Weinhandlung mit den Tod des Besitzers 1975 erloschen war, ist das Alter dieses Sektes mind. 38 Jahre. Ich berichtete hier schon einmal über diesen Sekt, von dem ich mehrere Flaschen hatte. Bitte dort die Geschmacksnotizen lesen.

Samstag dann der nächste Besuch. Ralf Scholze kam zum Fotografieren. Eine Auftragsarbeit für eine Zeitschrift. Zuerst natürlich das Sonnenlicht ausnutzend um das übliche Glas mit Wein zu fotografieren. Jahreszeitengemäß mit Spargel dekoriert.

Dann die eigentliche Auftragsarbeit im Holzfasskeller. Für einen Bericht über einen Weinkrimi und seinen Autor mußte die Krone der Weinkönigin Model stehen. Der Titel des Weinkrimi soll “Der Tod der Weinkönigin”  oder so ähnlich sein. Die Weinkönigin selbst war leider nicht da und aufs Tomatenketchup als Blutersatz hat Ralf auch verzichtet.

Der Start heute morgen war auch nicht schlecht. Champagnerfrühstück beraumte Caroline Henry heute spontan auf unserer Terrasse an. Eine von ihr mitgebrachte Magnumflasche Tarland Brut nature wurde zügig ihrer Bestimmung zugeführt.

Und da Caroline heute zufälligerweise auch noch Geburtstag hat, durfte sie das Königinnenkrönchen auch einmal auf ihr Haupt setzen. Leider verneinte sie meine Frage, ob sie denn für die kommende Saison Reiler Weinkönigin werden möchte.

Nebenbei noch etwas, sie haben es sicherlich an den Bildern gesehen. Wolkenfreier Himmel mit viel Sonnenschein. Der Sommer kommt an die Mosel! Endlich!

Weinrallye 59: Exotische Weine

Die erste Weinrallye im Neuen Jahr, mittlerweile sogar die 59zigste. Peter Ladinig hat dazu eingeladen:

“Im neuen Jahr wollen wir uns auch neuen Weinen widmen. Es geht um Weine aus fernen Ländern, wo man eigentlich keinen Wein vermuten würde. Ebenso geht es aber auch um unbekannte Weine und Rebsorten aus bekannten Regionen.

Exoten, das nicht alltägliche, so etwas ähnliches hatten wir ja schon einmal bei einer Weinrallye gehabt:  Weine der letzten EU Beitrittstaaten. Aber noch exotischer? Klar kein Problem, mein Weinkühlschrank mit den Gastgeschenken gab noch etwas her.

Na, was wohl? Riesling! Zwar als Rebsorte nicht exotisch, jedoch die Herkunft! Aus Brasilien als Gastgeschenk zu mir gekommen und mit Freunden verkostet. Wir fragten uns, was denn die Cool Climate Pflanze Riesling in den Tropen, bzw. Subtropen Brasiliens zu suchen hat.

“Reifebeginn bei warmen Nächten, bzw. ohne große Tag/Nacht Temperaturamplitute, bedeutet Zuckereinlagerung, null Aroma! Warme Tage/kühle Nächte bedeutet Zucker und Aromaeinlagerung! Um ein Maximum an Aroma, diese bezaubernden Fruchtaromen des Rieslings,  bilden zu können, braucht der Riesling kühle Reifenächte.”  schrieb ich einmal in einem anderen Beitrag zu einer Weinrallye.

Erwartungsgemäß null Rieslingaroma, – wie gesagt, die warmen Reifenächte – insgesamt, passend zu dieser Weinrallye, ein sehr, sehr exotischer Geschmack, man könnte auch sagen seltsam. Jenseits von uns bekannter positiver Aromatik. Jeder meiner Mitverkoster probierte, schüttelte den Kopf – nicht in Richtung Zustimmung – und trotz der kleinen Flasche verblieb ein überaus großer Rest in dieser, der den Weg in den Ausguß fand. Das, obwohl die Homepage wie folgt schwärmt: “aroma de frutas cítricas típico da variedade Riesling”. Auch ohne portugiesisch zu sprechen verständlich.

Nun ja, die Geschmäcker und Geschmacksempfindungen anderer Kulturen sind halt anders als meine. Der eine mag Lebertran, der andere vergorene Fische, ich halt einen Riesling aus den kühleren Klimazonen dieser Erde.