Rebblüte

23. Mai 2011

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Die Rieslingblüte hat eingesetzt. Dies ist der früheste Blütebeginn seit es Aufzeichnungen gibt. Der Entwicklungsvorsprung zum langjährigen Mittel beträgt etwa 20 Tage.

Das ist nicht unbedingt gut. Für die Aromaausbildung der cool climate Pflanze Riesling sind kühle Nächte während der Reifephase wichtig. Je früher die Blüte, desto wahrscheinlicher ist es, das die Reifezeit in den August mit warmen Nächten fällt. Aber was jammere ich: Jahre mit einer frühen Blüte waren immer gute Weinjahre.

Wichtig sind jetzt warme Temperaturen damit die Trauben gut verblühen und danach Regen für alle Winzer, damit die Trauben an Größe zulegen können.

Endlich!!!!

21. Mai 2011

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Gestern Abend die ersten Tropfen, fast Zeitgleich kam eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes per Mail.  Von 25 Liter je qm und leichtem Hagel war die Rede. Nach einer Stunde hatte es 23 Liter geregnet und der Hagel ist ausgeblieben. Unsere größten Sorgen haben sich damit vorerst erledigt. Leider war das Gewitter nur regional, im Nachbarort gab es schon einiges weniger, in anderen gar nichts. Von Kollegen hört man nichts gutes. Junge Rebanlagen auf flachgründigen Standorten leiden massiv unter der Trockenheit und Schäden sind schon jetzt absehbar. Fürs erste sind wir zufrieden, aber der Sommer mit heißen Tagen  kommt ja erst. Morgen soll es wieder Gewitter geben, hoffentlich für alle und ohne Hagel.

Große Sorgen

11. Mai 2011

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Anfang Mai und die Reben sehen aus wie bei einer Julihitzeperiode.  Die letztes Jahr gepflanzten Rieslingreben, die mühsam mit Wassergaben aufgepäppelt wurden, zeigen schon massive Trockenstreßanzeichen. Die Triebspitze hat sich gestreckt. In einigen Tagen wird sicherlich die Gelbfärbung der Blätter erfolgen und die Triebspitze wird verdorren.

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In etwas älteren Weinbergen ist das Triebwachstum schon schwächer geworden. Die Laubfärbung geht ins gelbliche über, da durch den Wassermangel keine Nährstoffe aus dem Boden aufgenommen werden können.

Die Sorgen werden größer und damit zu großen Sorgen und das schon zu Beginn der Vegetationsperiode. Die ganz jungen Reben kann ich ja noch wässern, aber der Rest? Die Mosel anzapfen? So einfach ist das nun auch wieder nicht. Mal abgesehen davon das mir die benötigten Wasserrechte nicht gehören, die Mosel hat nicht genügend Wasser. Durch die Stauhaltung sieht es so aus als ob genügend drin wäre, aber es kommt einfach nichts nach.

Wenn alle Winzer zum Bewässern Moselwasser nehmen würden, lägen die Schiffe auf dem trockenen und hier bei uns in Reil wäre sicherlich das Flussbett ausgetrocknet, da die Kollegen moselaufwärts sich reichlich bedient hätten. Also doch hoffen und beten das der Himmel in den nächsten Tagen seine Schleusen öffnet.

Spätfrost

9. Mai 2011

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Da ich einige Tage ausser Haus war, nun ein Bild der Frostschäden der letzten Woche. Es sieht arg aus. Nach der ersten ganz groben Schätzung,  habe ich mir heute unseren Rivanerweinberg nochmals angesehen.  Geschätze 70 bis 80 % der Triebe sind erfroren und mittlerweile vertrocknet. Tröstlich ist, dass es nur unsere winzige Rivanerparzelle betroffen hat.

Massive Spätfrostschäden sind in ganz Deutschland und Österreich entstanden, eine genaue Schadensbilanz wird es sicherlich erst in den nächsten Tagen geben.

Sorgen

2. Mai 2011

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Während es sich bei dem derzeit herrschenden Hochdruckwetter mit Sonnenschein und blauem Himmel herrlich auf der Terasse bei einem Glas Moselriesling sitzen läßt, mache ich mir große Sorgen.

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In einigen Weinbergen fängt die Begrünung schon an zu welken. Die Begrünungen sehen mickrig aus. Das Bodenwasser wird so langsam knapp und die Reben haben erst gerade begonnen zu wachsen. Die letzte Woche gemeldeten Gewitter sind ausgeblieben, morgen soll es sogar Bodenfrost geben, der in tieferen und weniger guten Weinlagen vielleicht zu Schäden führen kann.

Gegenüber dem langjährigen Mittel sind ca. 70% weniger Niederschläge in diesem Jahr gefallen. Da wünscht man sich, das das diesjährige Januarhochwasser gleichmässiger übers Jahr verteilt wäre.

Das Vegetationsjahr fängt mal wieder spannend an.

Nachtrag 04.05.2011:

Heute morgen gab es einen Spätfrost, der zu bedeutenden Schäden führte, siehe Kommentare zu diesem Artikel und ein Bericht von Dirk Würtz zu diesem Schadensereigniss.

Ausbrechen

1. Mai 2011

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Die ersten Laubarbeiten, das Ausbrechen der unerwünschten Triebe am Rebstamm, haben begonnen. Nachdem im jungen Alter der Reben der Rebstamm formiert wurde, mein Kollege Bernhard berichtet hier darüber, sind nun Stammaustriebe unerwünscht. Der Stamm hat die Aufgabe als Leitungs- und Speicherorgan zu dienen und zudem würden Stammtriebe, die nach oben wachsen, die Laubwand verdichten und Pilzkrankheiten fördern. Zeitgleich wird das unterste Heftdrahtpaar auf den Boden abgelegt. Wenn die Rebtriebe lang genug sind, werden diese wieder nach oben gehängt und die Reben zwischen den Drähten fixiert.

Nicht besonders rückenfreundlich diese Arbeit, da in gebückter Stellung  die Triebe per Hand entfernt werden.

…dem ist Arbeit auch Gebet!

25. April 2011

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Die Reben wachsen bei den derzeitigen Temperaturen sehr zügig. Sollte noch ein ergiebiger Niederschlag dazukommen, wird  sich das Wachstum beschleunigen. Die Natur wird unsere Arbeitsgeschwindigkeit und den Arbeitsumfang in den Weinbergen vorgeben. Schon die alten Winzer wussten, dass dann fürs Beten keine Zeit bleibt, wie an der Tafel im Pündericher Fährhaus zu lesen ist.

Bis jetzt sind wir frohen Mutes, der Austrieb der Reben ging sehr schnell voran und dadurch hatten Knospenschädlinge keine Chance Schaden anzurichten. Die derzeitige Sorge ist der Wassermangel. Es wäre schön, wenn die in dieser Woche gemeldeten Niederschläge kämen. Doch leider sind das in der Regel Starkregenereignisse, die auch das Risiko des Hagels beinhalten oder im anderen Fall, dass man gar nichts abbekommt, da Gewitter sehr oft regional entstehen. Da rechte mass wäre ideal!

Schluß mit lustig

22. April 2011

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Die Reiler Goldlay, das Burger Hahnenschrittchen und das Burger Wendelstück wurden diese Woche mit Dispensern abgehangen.

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Fast dreissig Winzer und Helfer liefen die Weinberge bergab und alle 20 qm wurde ein Dispenser aufgehangen. Bergauf ging es dann mit den Kleinbus.

In diesen Kunststoffampullen sind Sexualduftstoffe (Pheromone), die langsam ausdünsten und die Männchen des Traubenwicklers, einer Mottenart, dermaßen verwirren, dass sie die Weibchen nicht finden. So ist Schluß mit Sex lustig und es gibt keine Nachkommenschaft.

Die Raupen des Traubenwicklers können immense Schäden duch die sogenannte Sauerfäule (Grauschimmelfäule)  hervorrufen und durch diese elegante ökologische Methode wird die Vermehrung behindert und es gibt keine Schäden für uns Winzer.

Knochenarbeit

19. April 2011

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Einer unserer beiden Rivanerweinberge wurde gerodet. Die Rebstöcke waren abgängig und der Drahtrahmen äusserst morbide. Eine Neuanpflanzung mit Reben ist nicht vorgesehen. Da wir uns auf den Rieslinganbau in der südorientierten Steillage konzentrieren, wird aus dieser ehemaligen Rebfläche eine Obstwiese.

Da ich die Rodezange noch nicht an den neuen Kettenschlepper angepasst hatte,  wurde klassisch gerodet. Meine Azubine hielt das Rodeeisen, eine V-förmige Eisenplatte mit Handgriff, hinter den Rebstamm in Bodennähe und ich zog mit den Traktor die Rebe nebst Wurzeln aus dem Boden.

Die derzeit herrschende Trockenheit, seit fast zwei Monaten gab es keine nennenswerten Niederschläge, machte aus dieser nicht unbedingt leichten Arbeit einen Knochenjob. Die Reben wollten nicht aus dem Boden. Das Rodeeisen rutschte des öfteren ab, die Differentialsperre des Traktors musste mehr wie einmal eingerückt werden und meistens bäumte sich dann der Trakor auf wie beim Tractorpulling.

Die Rebstämme wird ein Freund entsorgen abholen um darauf leckere Winzersteaks zu grillen und ich warte nun auf die Einladung zum Mitessen.

Winzerdank

9. April 2011

Hier berichtete ich schon einmal über den Ziehmax.  Wurde auch Winzerdank genannt. Eine gewaltige Innovation vor einem halben Jahrhundert, die das mühsame Arbeiten mit der Hacke im Weinberg ersparte. Daher auch der Name Winzerdank: Danke für diese technische Revolution.

Heute noch im Einsatz in Weinbergen die nicht durch Wege erschlossen sind. Der Winzerdank wird  an den Ort des Geschehens getragen und verankert.