Bois noir

24. November 2011

Bois noir, allgemein als Schwarzholzkrankheit bekannt. Die einjährigen Triebe verholzen nicht oder nur unvollständig. Diese sterben langsam im Winter ab und färben sich schwarz. Verursacher sind Bakterien, die durch die Glasflügelzikade auf die Rebe übertragen werden.

Die Glasflügelzikaden  haben als Wirtspflanze die  Große Brennnessel.  Das erwachsene Tier bleibt in der Regel am selben Brennnesselhorst und fliegt sehr wenig umher. Wird jedoch die Brennnessel in der Flugphase beseitigt oder gemäht, so sucht sie intensiv nach neuen Wirtspflanzen. Bei diesen Suchstichen wird irrtümlich oft eine Rebpflanze angestochen und dabei infiziert.

Als jetzt mögliche alleinige Maßnahme bleibt mir nur der Weg, die Rebe bis auf einen kleine Stammrest zurück zu schneiden. Sozusagen das von Bakterien befallene Rebholz komplett zu entfernen. Aus den im kommenden Frühjahr sich neu bildenden Trieben kann der Rebstock dann wieder aufgebaut werden. Leider gibt es ein Jahr keine Ernte von diesem Rebstock und es waren in der heute geschnittenen Rebanlage viele Stöcke, die stark zurück geschnitten werden mußten.

Nächstes Frühjahr wird der Lehrling die wenigen Brennesselhorste mit der Hacke in Handarbeit beseitigen müssen. Die Larven der Zikade verhungern, da ihnen ihre Nahrungsgrundlage entzogen wird und es wird keine umherfliegende Grasflügelzikaden geben (hoffentlich!), die meine Reben schädigen und zu Ertragsausfällen führen.

Leider ist die zunehmende Verbreitung dieser Zikadenart ein Nebeneffekt der Klimaerwärmung. Wärme Standorte mit schottrigen Böden, also unsere Schiefersteillagen,  sind vermehrt betroffen und der von uns angebaute Riesling ist auch noch anfälliger gegen diese Bakterien. Passt wieder alles…

Vorläufige Schadensbilanz?

30. August 2011

Nun, einige Tage nach dem Hagelunwetter vom 26. August, kann ich die erste Schadensbilanz ziehen. Das verbeulte Autodach und die Fensterscheibe sind versichert, die Weinberge leider nicht. Die durch den  Hagel direkt beschädigten und aufgeplatzten Beeren sind durch nachfolgenden Regen ausgewaschen worden und sind am eintrocknen. Kein Problem!

Etliche Trauben verfärben sich ins bräunliche. Durch den Hagelschlag sind die Zellen der Beeren geschädigt und diese  stirbt ab. Dort dauert das vertrockenen ungemein länger wie bei den direkt geschädigten Beeren. Sollte es wieder schwülwarmes Wetter mit Niederschägen kommen, können sich dort Schadpilze ansiedeln. Die eine Beere tut mir zwar nicht weh, aber direkt daneben liegende Trauben können infiziert werden und das gibt natürlich Probleme. Wenn das Wetter mitspielt (kühl und trocken) ist noch alles im grünen Bereich. Hoffentlich!

Ganz anders der Anblick der Rebanlanlagen einige Kilometer Moselaufwärts bei Kröv/Kinheim. Das Unwetter hat massiv die Blätter der Rebstöcke beschädigt.

Der Boden ist grün von abgeschlagenen Blättern und Trauben.

Die Trauben zeigen massive Verletzungen und starke, beginnende Braunfärbung der scheinbar nicht vom Hagel getroffenen Beeren. Obige Bilder sind vom Samstag, die jetzige Situation dürfte um einige dramatischer aussehen.

In der Ortschaft Veldenz, ein weiterer Schwerpunkt des Unwetters vom vergangenen Freitag, sind 100% der Wohnhäuser beschädigt. Zum Teil massivst beschädigt! Wie unsere Lokalzeitung heute berichtete, sollen die schwersten Eisbrocken 800 Gramm gewogen haben! Die Wucht dieser “Hagelkörner” können sie diesem Bild entnehmen. Durchlöcherte Rollladen, kaputte Dächer mit anschließend massiven Wasserschaden, Riesenschäden an Vordächern, Autos, null Ertrag Weinbergen und und und.

 

 

Mit einem blauen Auge…

26. August 2011

Mit einem blauen Auge sind wir beim heutigen Hagelunwetter davongekommen. Neben den Traubenschäden hat es eine Fensterscheibe erwischt und das  Autodach hat Dellen.Die Schäden an den Trauben sind nach dem heutigen Hagelunwetter bei uns vorerst eher gering. Der Hagel hat etliche Beeren geschädigt. Grob geschätzt haben ca. 5 % der Trauben verletzte Beeren. Den genauen Ausmaß der Schäden kann ich erst in den nächsten Tagen sehen, wenn nur leicht vom Hagel getroffene Beeren sich braun verfärben.

Wenn es in den nächsten Tagen trocken bleibt, am liebsten mit kalten Temperaturen, vertrocknen die beschädigten Beeren. Wenn nicht, ist Fäulniss mit seinen ganzen negativen Auswirkungen angesagt, aber daran denke ich im Moment noch nicht.

Andere hat es wesentlich heftiger erwischt. Es wird nicht von Hagel, sondern von Eisbrocken geredet! In Kröv und im Bernkasteler Raum gibt es starke Schäden in den Weinbergen. Erste Nachrichten sprechen von über 50% Ertragsausfall. Massivste Schäden an Autos, Dächern und Solaranlagen sind entstanden. In Veldenz sollen 80% der Dächer beschädigt sein.  In Traben-Trarbach sind Jahrmarktstände vom Sturm in die Mosel gefegt worden.

Eben, vor ein paar Minuten

26. August 2011

Eben, vor ein paar Minuten. Wenn es aufhört zu regnen gehe ich mal meine Weinberge besichtigen.

Newsletter No. 4: Rechtsdrehend wie Joghurtkulturen, Nebensächlichkeiten und der Stand der Dinge

31. Juli 2011

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Rechtdrehend wie Joghurtkulturen war bis letzte Woche. Bei der Endabnahme im Werk war das Rechtskurvenfahren übersehen worden. Dauerndes Gegenlenken war die Folge. Nachdem die Raupe letzte Woche beim Hersteller zum neu justieren der Hydraulikanlage war, ist dieses Problem behoben. Ein zusätzlich eingebauter Lenkungsdämpfer erhöht die Sicherheit im Steilhang und den Fahrspaß. Für die hier mitlesenden Winzerkollegen: Gegenüber den Vorgängermodellen eine technische Innovation, sozusagen ein Quantensprung.

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Die Mosel ist wieder zum Fließgewässer geworden. Im Mai durch die fehlenden Niederschläge ein stehendes Gewässer mit Algen- und Geruchbildung, nun wieder ein Paradies für Schwimmer und Kanufahrer, wie ich hier berichtete. Die dazu passenden sommerlichen Temperaturen sind für nächste Woche gemeldet.

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Nach der Frühjahrstrockenheit haben sich die Weinberge durch die Juniregenfälle gänzlich erholt.  Äußerst vital sehen die Reben aus, als ob es keine Trockenperiode gegeben hätte.

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Die sommerlichen Hauptarbeiten sind fast gänzlich erledigt und nun kommt eine arbeitsruhigere Zeit. Gelegenheit die Maschinen zu warten, die Böschungen am Vorgewende zu mähen, Wege zu säubern und den Müll anderer wegzuräumen, der bewusst in der Landschaft entsorgt wird. Wenn ich mal einen dieser Landschaftsvermüller in die Finger kriege…

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Die Rebblüte ist nicht so optimal verlaufen. Durch den Wassermangel sind nicht alle Beeren befruchtet worden. Wir haben größtenteils lockerbeerige Trauben hängen. Feuchtigkeit kann gut verdunsten und die Beeren drücken sich nicht gegenseitig ab, so das die Traubenfäule während der bald einsetzenden Reife weniger Chancen hat.

Ein sehr hoher Blütenansatz und die gute Wasserversorgung der Böden zum Zeitpunkt des Beerenwachstums lassen auf eine sehr gute Erntemenge hoffen. Der Vegetationsvorsprung von ca. drei Wochen zur Zeit der Blüte dürfte durch das kalte Juliwetter kleiner geworden sein. Für die Aromaausprägung des Rieslings ist dies sehr vorteilhaft. So verschiebt sich die Reifephase nach hinten. Als cool climate Pflanze braucht der Riesling kühle Nächte in der Reifephase, um Aroma zu bilden.

Die Vorzeichen sind gut, sehr gut!  Natürlich kann immer noch etwas schief gehen. Unwetter oder ungünstige Wetterbedingungen, die die Erntemenge oder die Qualität bedrohen, kann es noch in den letzten Wochen bis zur Ernte geben. Ich möchte nicht orakeln wie andere, die schon einen Spitzenjahrgang ausrufen.

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Winzertreffen

14. Juli 2011

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Viele kamen zum heutigen Weinbergsrundgang mit Erfahrungsaustausch, zu dem Peter Gänz, unser Ökoberater und ich geladen hatten. Sehr erfreulich war, dass sehr viele konventionell arbeitende Winzer sich informieren wollten. Weinberge besichtigend und diskutierend gingen wir von der Reiler Brücke aus in die höher gelegenen Weinberge der Reiler Goldlay. Sehr interessant an der Reiler Goldlay ist, das es dort viele Weinberge von verschiedenen Biowinzern gibt und daraus natürlich Diskussionen über die unterschiedlichen Weinbergspflegemöglichkeiten entstanden.

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Von allen Winzern natürlich spannend erwartet, die Maschinenvorführung einer Spatenrollegge. Ein Arbeitsgerät zur Bodenlockerung mit geringen Zugkraftbedarf, das leicht ist und als Gebrauchtgerät fast nichts kostet. In der Landwirtschaft vor allen zur Bearbeitung steiniger Böden eingesetzt, hat Peter Gänz dieses Gerät für den Weinbau entdeckt. Um eine gute Arbeitsqualität zu erreichen muß mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden, was natürlich sehr rationell  ist.

Das normalerweise an einem großen Traktor im elterlichen Weingut unseres Bioberaters angebaute Gerät sah an meinem “kleinen” Kettenschlepper monströs aus.

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Da die Dreipunktanhängung der Spatenrollegge eine andere ist als an meiner Raupe, musste winzertypisch mit einen Weinbergsdraht nachgeholfen werden, was Belustigung unter den Winzern hervorrief. Für die eine Rebzeile bei der Vorführung reichte diese Befestigungsart aus.

Die Vorführung klappte sehr gut. Es war sehr interessant, wie bei dem jetzt sehr trockenen und harten Boden eine zehnjährige Begrünung umgebrochen werden konnte. Auch die Arbeitstiefe war beachtlich. Das hatten alle anwesenden Winzer diesem Gerät nicht zugetraut. Das Ergebniss dieser Maschinenvorführung beeindruckte einige Kollegen so sehr, das sie über ein Anschaffung laut nachdachten.

Nachpflanzen

13. Juli 2011

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Heute konnte in den letztjährig angepflanzten Weinbergen endlich der Lückenschluß gemacht werden. Etliche Reben waren durch die letztjährige Julitrockenheit, trotz wässern meinerseits, so geschädigt, dass sie das Wachstum dieses Jahr einstellten.

Normalerweise werden im Frühjahr Stecklinge gepflanzt. Da bei der extremen Fühjahrstrockenheit diese Stecklinge nicht überlebt hätten, wurden  sogenannte Topfreben gepflanzt. Dazu gab es noch ausreichend Wasser in der Hoffnung, das alle frisch gepflanzten Reben anwachsen.

Da die Reben händisch gepflanzt wurden, – mit der Hacke ein Loch graben, die Reben einsetzen, das Loch halb verfüllen, Wasser geben, das Loch ganz verfüllen und dann die grünen Triebe festbinden – brauchte das Nachpflanzen einiges mehr an Zeit wie die eigentliche Pflanzung im letzten Jahr mit dem Lohnunternehmer.

Bis zum Horizont

11. Juli 2011

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Weinberge bis zum Horizont. Und alles uns. Fast! Es wäre unser größter Rieslingweinberg geworden, wenn denn ein älterer Winzer, dessen Weinberg wir umzingelt haben, uns seine Parzelle verpachtet oder verkauft hätte. Er wollte aber nicht, bzw. setzte den Preis derart hoch an, daß uns die Lust auf “Ist alles uns” verging.

Nun haben wir eine Weinbergsbrache umzingelt. Gnädigerweise habe ich die Erlaubnis des Besitzers bei aufkommendem Busch- oder Baumbewuchs zu mähen, damit Fraßschäden durch Vögel verhindert werden, bzw. Wildschweine sich dort nicht einnisten.

Überraschung

8. Juli 2011

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Überraschung! Eine, die man nicht gebrauchen kann. Die Steigeisenkette des Raupenschleppers ist gestern gerissen. Vermutlich immer noch eine Kette aus einer fehlerhaften Produktionsreihe. Schon im letzten Jahr riss mir an der alten Weinbergsraupe eine neue Kette nach wenigen Betriebsstunden. Das gleiche berichtete ein Kollege aus dem Nachbardorf. Wird zwar über Garantie abgewickelt, kostet aber Zeit und Nerven.

An ein Weiterarbeiten ist nicht zu denken, denn die Kette könnte vollständig reissen und dann würde es sicherlich spannend im Steilhang. Mal abgesehen von nicht kontrollierbaren Fahrverhalten der Raupe, habe ich keine Lust am Hang eine Raupenkette aufziehen.

Nun heißt es auf die Spedition warten, die hoffentlich heute noch Ersatz bringt.

Reichlich!

30. Juni 2011

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Der Riesling ist mittlerweile erbsendick und reichlich vorhanden. Zur Zeit ist alles im optimalen Bereich. Bodenfeuchtigkeit ist reichlich da, der Vegetationsvorsprung liegt immer noch bei drei Wochen, Pilzkrankheiten habe ich in meinen Weinbergen noch nicht gesichtet und die Temperaturen sind für den Moselriesling auch im optimalen Bereich.

Man soll ja den Tag nicht vor dem Abend loben, aber trotzdem ein kleines Prognöschen: Es könnte eine gute Ernte geben, quantitativ und qualitativ. An Hagel und andere Unbilden der Natur, die mir noch einen Strich durch die Rechnung machen könnten, mag ich natürlich gar nicht denken.