Eiswürfelwetter

3. Februar 2012

Wenn man den Wetterfröschen glauben darf, war heute die kälteste Nacht in der jetzigen Kälteperiode. Trotz der im letzten Jahr an den Fenstern angebrachten Vorsatzscheiben, findet man hin und wieder Eisblumen, die bizarre Muster auf den äusseren Fensterscheiben bilden.

Bisher wurde es mir erspart bei diesen Temperaturen in den Weinberg zu gehen um das Zwiebelschalenprinzig, über das ich hier berichtete, zu testen. Im Weinkeller hat sich bisher noch genügend Arbeit gefunden und beim Etikettieren einer Kleinmenge Wein gabs es im ungeheizten Weinlager schon genug kalte Finger.

Vorteilhaft ist das kalte Wetter auf jeden Fall für den 2011er. Der Keller kühlt ab! Die dann kalten Weine verlieren bei der bald erfolgenden Abfüllung viel weniger Gährungskohlensäure- und Aroma. Natürliche Aromaschonung, über die ich auch schon einmal schrieb.

Gestern und heute im Filter: Die besten Rieslinge aus 2011

20. Januar 2012

Zwei Tage problemloses filtrieren. Ich war richtig stolz, denn so problemlos hatte ich bisher noch nie filtriert. Bis gestern Nachmittag, aber dann…

Es muß mit meinem Ökoriesling zu tun haben, anders kann ich es mir nicht erklären. Die wollen einfach nicht durch den Filter. Rasend schneller Druckanstieg bis hin zur Verblockung der Filtrationsschicht. Ärgerlich, wenn der Filter dann außerplanmäßig geleert und gereinigt werden muß. Es waren, Gott sei Dank, nur zwei Fässer, die diese Probleme bereiteten.

Geschmeckt haben die Weine alle, bei den Besten habe ich natürlich mehrfach probiert.

Der Weinstein, der sich in den Fässern abgesetzt hat, nimmt zuweilen bizarre Formen an.  Statt schöne Kristalle, wie in meinem vorgestrigen Blogeintrag, gab es heute stäbchenförmigen Weinstein zu bewundern.

Heute im Filter: Elbling

18. Januar 2012

Zur Zeit sind wir damit beschäftigt unsere Weine zu filtrieren. Heute wurde unser Elbling, eine alte autochthonte Rebsorte, durch den Kieselgurfilter geschickt. Gefällt mir, schmeckt einfach gut, frisch, fruchtig und unkompliziert. Anfang Februar soll er gefüllt werden und ist dann sofort in unserem shop erhältlich.

Morgen kommen die besten Rieslinge dran. Ich freue mich schon darauf und werde sicherlich des öfteren probieren. Hoffentlich nicht zu oft…

Beim 2011er setzt sich sehr viel Weinstein in den Fässern ab. Die Säure hat sich durch die  Abbindung der Weinsäure mit dem ebenfalls im Wein vorhandenen Kalium vermindert, so das die Weine etwas weicher im Geschmack werden.

Mittlerweile ist auch die halbe Werkstatteinrichtung im Keller zu finden. Undichtigkeiten am alten Filter mussten abgedichtet werden, ein Weinschlauch platzte – erfreulicherweise liefen nur wenige Liter Wein aus – ansonsten macht der Filter seine Arbeit noch tadellos. Zwei Tage muss er in meinem Keller noch arbeiten, dann geht er zum nächsten Mitbesitzer. Ähnlich wie bei der Nachbarschaftshilfe gibt es die Maschinengemeinschaft. Weniger benutzte oder terminlich unabhängigere Maschinen werden gemeinschaftlich gekauft und eingesetzt, um Kosten für den einzelnen zu minimieren.

Analysen

30. Dezember 2011

Die ersten Weinanalysen sind da und die chemischen Parameter sind alle in Ordnung. Insbesondere der Alkoholgehalt ist in einem moderaten Bereich. Damit liegt der 2011er größtenteils im Spaßweinbereich. Ich berichtete hier schon einmal über das Thema Alkohol und Trinkfreude und mein Kollege Berhard Fiedler hat auch schon über den Alkohol-Zunahmi geschrieben.

Da man den Geschmack nicht aus den Weinanalysen herauslesen kann, muss der Menschen mit seiner Nase und Zunge den Geschmack beurteilen. Die sogenannte organoleptische oder sensorische Analyse die ich des öfteren beim neuen Jahrgang mache und die mich jedes mal aufs neue begeistert.

Es gärt

18. Dezember 2011

Die Berliner Theatergruppe Weinkörper war gestern Gast im alten Casino in Trarbach.

“Die Theatertruppe inszeniert in dem Stück, deutsche Weine auf völlig neue Art. Die Schauspieler von WEINKÖRPER performen Weine, sie verwandeln sich in Rebsorten, reißen das Publikum in die rauschende Gärung aus Kultur und Genuss. In einem Roadmovie durch die deutschen Weinprovinzen entfalten sich skurrile Geschichten über wahllose Geschmäcker und eine neue Lust zu genießen. … Die Weine entdecken Verwandtschaften, Anknüpfungen, Inspirationen. Sie gären, verwandeln sich im Rausch der Erzählungen; in rasanter Geschwindigkeit entfalten sich Szenen deutscher Weinkultur über Eisweine im Klimawandel, Schlägereien mit Weinkritikern in Düsseldorf und Riesling-Ekstasen in Berliner Szene-Clubs, bis eine neue Genusskultur aufscheint und die Sinne des Publikums provoziert – der Theaterraum wird zum Gärtank.”

So ein Auszug aus der Pressemitteilung der Trarbacher Tourisstinformation.

Und so war es: Wir wurden in den Rausch der Gärung mit hinein gerissen und in rasanter Geschwindigkeit erzählten die Akteure auf der Bühne mit Ihren Körpern, Mimik und Sprache Weingeschichten!

Für alle Weinlienhaber ein muss! Leider gibt es dieses Jahr nur noch eine einzige Show, heute abend, im alten Casino in Trarbach. Termine für die nächste Saison können sie demnächst der Homepage von Weinkörper entnehmen.

Den 2011er erfassen

13. Dezember 2011

Den Jahrgang 2011 so langsam erfassen! Ab und zu einen jungen, hefetrüben Wein vom Faß zapfen und intensiv verkosten. Kellerkalt, dann wärmer werdent, den Einfluss des Luftsauerstoffes  wahrnehmend. Vom kleinsten, dem Literwein, bis hin zu den besten Tropfen: Trotz Hefetrübung schon eine sehr klare Nase, höchst aromatisch für das jugendliche Alter und einen guten Trinkfluss bietend.

Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem neuen Jahrgang. Könnte fast nicht besser sein.

Großes Bohei

20. November 2011

Wie jedes Jahr: Großes Bohei in den entsprechenden Internetforen, bei Facebook und anderen Medien,  wenn die Weinführer wie Gault Millau, Eichelmann und Feinschmecker erscheinen.

Immer die gleichen Diskussionen, ob die oder die Wein- oder Betriebsbewertung korrekt ist und wer ist denn der führende Weinführer, der am meisten recht hat. Das Wein nur subjektiv zu beurteilen ist, wird immer wieder vergessen. Auch die dort verkostenden Profis haben ihre Vorlieben oder unterschiedliche Tagesformen. Der eine mag dicke, fette Weine, der andere schlanke, fruchtige usw.  Ich berichtete hier und hier schon darüber und unser Kollege Bernhard Fiedler hat auch schon des öfteren über Weinverkostungen und die subjektiven Wahrnehmungen geschrieben.

Allen gemeinsam ist, das in der Regel hohe und höchste Betriebsbewertungen fast nur durch edelsüße Weine erreicht werden können. Minimengen, die das Gesamtprofil eines Weingutes bestimmen. Der Alltagswein, also der Wein, der uns täglich begleitet,  wird in der Regel bei diesen Führern nicht beachtet oder erst gar nicht zu den Verkostungen eingereicht. Das schränkt die Betriebsbewertung für unser Weingut natürlich stark ein, da wir ausschließlich trockene Weine produzieren, die zudem noch klar wie ein Bergquell, schlank und fruchtig sind. Dem wahren Leben jedoch werden diese Weingutsbewertungen nicht gerecht.

Aber trotzdem freuen wir uns immer wieder, wenn wir wie in den letzten Jahren in diesen Weinführern vertreten sind und dieses Jahr der “Feinschmecker” unseren 2010er Burger Hahnenschrittchen Riesling zu den besten Weinen 2011 zählt.

19. internationale Bergweinverkostung

5. September 2011

CERVIM, das Forschungs- und Studienzentrum zur Wertschätzung des Weinbaus in den Bergregionen, hatte zur Preisverleihung für die deutschen Teilnehmer geladen. Bei der internationalen 19. Bergweinverkostung, gab es für die deutschen Steillagenwinzer jede Menge Medaillen abzuholen.

Empfang vor dem Steillagenkompetenzzentrum in  Bernkastel-Kues mit Trommelwirbel (Weltklasse!), dann die Begrüßung durch deren Leiter Hubert Friedrich, eine Laudatio des scheidenden Präsidenten  der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, Herrn Dr. Peter Mertes, danach die Politiker, die das übliche Nichtssagende als Laudatio von sich gaben. Unsere Blicke richteten sich währenddessen durch die Innenfenster zum Weinprobenraum – die Probenweine wurden so langsam warm – aber die Laudatoren bemerkten nicht unsere sehnsüchtigen Blicke. Kurz und schnell die Verleihung der Urkunden und die Siegerweine konnten im Anschluss verkostet werden.

Auch ich konnte mir eine Goldene Medaille umhängen. Die dazu gehörende Urkunde wird neben vielen anderen nun unsere Probierstube schmücken. Wieder eine Bestätigung für uns, das unsere Weine nicht zu den schlechtesten gehören, egal, was man über solche Weinwettbewerbe denken mag.

Newsletter No. 4: Rechtsdrehend wie Joghurtkulturen, Nebensächlichkeiten und der Stand der Dinge

31. Juli 2011

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Rechtdrehend wie Joghurtkulturen war bis letzte Woche. Bei der Endabnahme im Werk war das Rechtskurvenfahren übersehen worden. Dauerndes Gegenlenken war die Folge. Nachdem die Raupe letzte Woche beim Hersteller zum neu justieren der Hydraulikanlage war, ist dieses Problem behoben. Ein zusätzlich eingebauter Lenkungsdämpfer erhöht die Sicherheit im Steilhang und den Fahrspaß. Für die hier mitlesenden Winzerkollegen: Gegenüber den Vorgängermodellen eine technische Innovation, sozusagen ein Quantensprung.

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Die Mosel ist wieder zum Fließgewässer geworden. Im Mai durch die fehlenden Niederschläge ein stehendes Gewässer mit Algen- und Geruchbildung, nun wieder ein Paradies für Schwimmer und Kanufahrer, wie ich hier berichtete. Die dazu passenden sommerlichen Temperaturen sind für nächste Woche gemeldet.

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Nach der Frühjahrstrockenheit haben sich die Weinberge durch die Juniregenfälle gänzlich erholt.  Äußerst vital sehen die Reben aus, als ob es keine Trockenperiode gegeben hätte.

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Die sommerlichen Hauptarbeiten sind fast gänzlich erledigt und nun kommt eine arbeitsruhigere Zeit. Gelegenheit die Maschinen zu warten, die Böschungen am Vorgewende zu mähen, Wege zu säubern und den Müll anderer wegzuräumen, der bewusst in der Landschaft entsorgt wird. Wenn ich mal einen dieser Landschaftsvermüller in die Finger kriege…

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Die Rebblüte ist nicht so optimal verlaufen. Durch den Wassermangel sind nicht alle Beeren befruchtet worden. Wir haben größtenteils lockerbeerige Trauben hängen. Feuchtigkeit kann gut verdunsten und die Beeren drücken sich nicht gegenseitig ab, so das die Traubenfäule während der bald einsetzenden Reife weniger Chancen hat.

Ein sehr hoher Blütenansatz und die gute Wasserversorgung der Böden zum Zeitpunkt des Beerenwachstums lassen auf eine sehr gute Erntemenge hoffen. Der Vegetationsvorsprung von ca. drei Wochen zur Zeit der Blüte dürfte durch das kalte Juliwetter kleiner geworden sein. Für die Aromaausprägung des Rieslings ist dies sehr vorteilhaft. So verschiebt sich die Reifephase nach hinten. Als cool climate Pflanze braucht der Riesling kühle Nächte in der Reifephase, um Aroma zu bilden.

Die Vorzeichen sind gut, sehr gut!  Natürlich kann immer noch etwas schief gehen. Unwetter oder ungünstige Wetterbedingungen, die die Erntemenge oder die Qualität bedrohen, kann es noch in den letzten Wochen bis zur Ernte geben. Ich möchte nicht orakeln wie andere, die schon einen Spitzenjahrgang ausrufen.

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Rotweinprobe

27. Juli 2011

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Spannend hörte sich die Einladung an: Weine von 4 Kontinenten – Weine aus 15 Ländern – Weine von 30 Rebsorten. Jeder Wein hatte einen Steckbrief, aus dem weitere Informationen über den Wein und das jeweilige Anbaugebiet hervorgingen. Gemeinsam wurden die einzelnen Weine probiert, besprochen und diskutiert. Ein reger Wissenstauch fand unter den Verkostern statt.

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Es handelte sich mehrheitlich um Basisweine, einfachste, günstige Weine für jeden Tag. Spitzenweine befanden sich ebenfalls darunter, die dann sehr ausgiebig degustiert wurden. Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten, wie man der Mimik vom Gastgeber Albrecht Eggert vom Weingut Caspari entnehmen kann.

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Diesen Wein fand ich persönlich am interessantesten. Erinnerte mich am meinen Sohn, der in Brasilien einen Sozialdienst ableistet und dem ich hiermit viele Grüße schicke.