Nur für richtige Männer

23. August 2010

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Letztes Wochenende fand in Kröv/Mosel das alljährliche Schleppertreffen statt. Jede Menge alte Traktoren konnte man bewundern. Viele davon habe ich in meinem Winzerleben schon fahren dürfen.

Neben uralten Kleinschleppern mit weit unter 10 PS bis hin zu Schlüter Großtraktoren war eine große Bandbreite alter Traktoren vertreten. Bei den Großtraktoren gab es  süffisante Warnhinweise auf der riesigen Motorhaube.

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Am faszinierensten finde ich die ganz alten Lanz Traktoren.  Zuerst minutenlang den Glühkopf des riesigen 10 Liter Einzylinderzweitaktmotores vorheizen, dann mittels Lenkrad den Motor anwerfen (Bilder und weitere Information gibt es hier.), dann ein Sound der seinesgleichen sucht, wenn  der Motor seine Höchstdrehzahl von 750 U/min erreicht.

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Fahrzeuge für richtige Männer: Der  45 PS Lanz Eilbulldog. Keinerlei Elektronik, Elektrik nur fürs Licht, Servolenkung und Sychrongetriebe unbekannt und die Unwucht des Einzylinders schüttelt zudem den Traktoristen energisch durch.

Ausnahmewein!

17. August 2010

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Ein Ausnahmewein! Ich bin ja gar nicht empfindlich, habe auch eine robuste Nase und Geschmacksnerven, aber das habe ich noch nicht erlebt. Natürlich trinke ich am liebsten gute und sehr gute Wein, aber gestern hatte ich den Höhepunkt meiner Weintrinkerkarriere im Glas.

Es war schlicht eklig! Gerochen, kurz die Zunge in diese rote Flüssigkeit gesteckt, zustimmendes Nicken meiner Gattin und sofort ins Spülbecken entsorgt. Ich wage erst gar nicht den Versuch, den mir aus dem Glas entgegewabbernden Duft Gestank verbal zu beschreiben, geschweige denn den Namen und die Herkunft des Weines zu nennen.

Wie kann man so etwas produzieren? Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich eine solch schräge Brühe im Keller hätte. Doch sicherlich gibt es Weintrinker, die solch ein Getränk gerne trinken und für eine gute Qualität halten. Eine Geschmacksfrage?

Schon alleine das Biertrinken bei Tisch erzeugt bei etlichen Gourmets widerwillen, wie unten stehendes Zitat belegt. Ich wäre gestern trotzdem froh gewesen eins zu haben…

“Das gemeinste nach dem Wasser ist Bier. Man nannte es (wie man wahrscheinlich glaubte: poetisch) flüssiges Brot. In vielen Städten, Marktflecken und Dörfern Deutschlands wird es auch bei Tisch getrunken. Die Grönländer trinken bekanntlich Fischtran. Es sind Angelegenheiten des individuellen Geschmacks. Wie aber ein Mensch, der irgendeine Zunge hat, bei Tisch Bier trinken kann, ist ein Problem, über welches ich oft ernstlich und reiflich nachgedacht, dessen Auflösung mir aber bis auf diesen Augenblick immer noch nicht gelingen wollte. …. Dieses Biertrinken bei Tisch scheint mir nahe am Gipfel des Ungeschmacks und barbarischer Roheit zu liegen….”

so die Worte von Antonius Anthus

Weinfestzeit

7. August 2010

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Weinfestzeit! Wie in jeden Jahr seit ???? ist an diesem Wochenende Weinfest in Reil. Mit Musik wurde die neue Weinkönigin im elterlichen Weingut abgeholt.

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 Der Zuschauer waren viele.

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Sogar von oben wurde zugeschaut,

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und mit Blasmusik  wurde die zukünftige Weinkönigin zum Festplatz geführt.

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Die Weinmajestäten der umliegenden Weinorte waren ebenfalls anwesend und sprachen die Laudatio zu Ehren der alten und neuen Weinhoheit.

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Als mittäglicher Höhepunkt die Krönung von Corinna, die von iher Vorgängerin vorgenommen wurde.

Am Ehrentisch der Gemeinde konnte ich schon einige, sehr gute,  Weine probieren, die gleich, beim zweiten Besuch des Weinfestes in den Abendstunden, intensiver verköstigt  werden.

Der Videotipp: Lingo Vino

19. Juli 2010

Schöne Bilder, schräge Dialoge, klasse Darsteller und viel Moselwein. Das muß man sehen!

Die Tragikkomödie “Lingo Vino” wurde im Jahr 2007 unter der Regie von Daniel Texter gedreht und spielt größtenteils in den Luxemburger Weinbergen, die an der Mosel liegen.

“LEO und JAKOB sind zwei Winzer. Leo schwört auf seinen Weißwein, den er beinahe streng wissenschaftlich anbaut. Jakob ist in seinen Rotwein verliebt und vertraut vom Schneiden der Reben bis zum Keltern rein auf sein Gefühl. Jeder hält seinen Wein für den besseren, und so zechen sie jeden Abend miteinander, um ihre Winzerkunst schon fanatisch zu messen. Es sind zwei alte kauzige Knacker, verschroben, einander Spinnefeind und doch die besten Freunde. Sie brauchen insgeheim auch einander, weil sie sonst niemanden mehr haben, mit dem sie sich kabbeln könnten. Eigentlich leben sie ganz glücklich hier oben in den Weinbergen miteinander, wenn da nicht die Wunden der Vergangenheit und die zerrütteten Familienverhältnisse wären.”

so der Anfang der Kurzzusammenfassung der Produktionsfirma dieses Filmes.

Sommerhitze

4. Juli 2010

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Die Hitze der vergangenen Tage machte zu schaffen. Gestern morgen, bevor ein sehr kleines Gewitter für Abkühlung sorgte, brauchte ich beim Laubsaugen mehr Sprudel wie die Raupe Diesel.

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Als Entschädigung für die schweißtreibende Arbeit tagsüber, das abendliche Beobachten der Nilgans an der Mosel und herrlichstes Abendrot in der Dämmerung.

Weiterbildung

29. Juni 2010

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Wie jedes Jahr im Juni/Juli wurden wir Ökowinzer an der Mosel heute von unseren Ökoberatern Beate Fader und Peter Gänz besucht. Bei unserem Kollegen Markus Boor im Kirchengut in Traben-Trarbach/Wolf fand das Treffen statt. Beim Weinbergsrundgang wurde über die aktuellen Situation in den Weinbergen diskutiert.

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Die Rebanlagen von Markus Boor waren bis auf kleinere Befallsherde der Schwarzfäule in einem sehr gesunden Zustand. Durch phytosanitäre Maßnahmen, wie das Absammeln der befallenenen Blätter, dürfte dieser leichte Befall in den Griff zu bekommen sein. Gravierender waren die Winterfrostschäden in einer besichtigten Burgunderanlage. Kümmerwuchs und absterbende Rebstöcke ließen keine Freude bei Markus aufkommen.

Die beiden Berater berichteten auch über die Situation in den anderen Weinbaugebieten. Z. B. hat das  Hagelunwetter vor einigen Wochen  in der Pfalz massivste Schäden hinterlassen. Ca. 3000 ha Rebfläche sollen gänzlich vernichtet sein. Zudem sind in der Pfalz und in Rheinhessen heftige Infektionen mit zu erwartenden Ertragsminderungen durch die Rebkrankheit Peronospora aufgetreten.

Wichtige Tipps zur Unterstockbodenbearbeitung, bzw. -pflege und Bodenbearbeitung mit sehr leichtzügigen Geräten wie die Spatenrollegge gabs noch obendrein. Auch einige Kollegen berichteten über eigene Entwicklungen, die ich mir in den nächsten Tagen anschauen werde

Nebenbei gab es auch noch Informationen über aktuelle Diskussionen zu Verordnungen/Gesetzen, die den ökologischen Landbau betreffen. Aber wie immer, wenn die Politik an etwas rumwerkelt wovon Sie keine Ahnung hat, hatten wir den Eindruck, dass dort wieder sehr viel sinnfreies gemacht wird und auf uns Winzer wieder einiges an Paperkram zukommen wird und weitere Regularien geschaffen werden.

Plastiktüte

3. Juni 2010

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Während heute jeder ungefragt ohne Bezahlung Bilder macht wenn sich der Winzer mit dem Kettenschlepper in den Weinberg stürzt, ich berichtete hier darüber, gab es früher noch Geld dafür.

Neulich fand ich diese Plastiktüte wieder. Nach der Wende wollte die Ostdeutsche Zeitung “Deutsches Landblatt” im Westen expandieren und startete eine Werbekampagne. Als Winzer durfte ich mit einer Hacke bewaffnet im Weinberg Model stehen. Für die paar Stunden gabs dann 300 Mark als Lohn. Verwendet wurde das Bild für Flyer und obige Plastiktüte, die, gefüllt mit einer Zeitung, mir auf einer Agrarmesse massenhaft begegnete. Und keiner hat mich erkannt…

Hätte es damals schon diesen Jungbauernkalender oder jenen gegeben, ich hätte mich sicherlich beworben und einer Zweitkarriere neben dem Winzerdasein hätte nichts im Weg gestanden.

Gabriele 20

25. Mai 2010

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Beim Aufräumen ist mir diese legendäre mechanische Schreibmaschine wieder in die Hände gefallen.  Auf dieser Maschine wurde Geschichte geschrieben, Ökoweinbaugeschichte!

Neben den ersten Weinrechnungen meiner damals noch jungen Selbstständigkeit und meiner Meisterarbeit, die ich in die Tasten hackte, spielte Gabriele 20 eine sehr bedeutende Rolle im ökologischem Weinbau. Während andere Ökowinzer in Deutschland - vielleicht typisch deutsch - zuerst einen Ökoweinbauverein gründeten, hatten wir Moselaner andere Dinge in unserem Blickfeld. Nach monatelangen Diskussionen wurden an der Mosel 1983 die weltweit ersten Richtlinien für den ökologischen Weinbau erstellt. Mit Gabriele zu Papier gebracht, ebenso wie die spätere Satzung des Regionalverbandes Mosel von ECOVIN.

Ich werde Elke vom Weinmuseum Reil fragen, ob sie dafür ein ehrwürdiges Plätzchen in ihrem Museum hat.

schöntrinken

11. April 2010

 

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Heute nennt man so was Ü 30 oder Ü 40 Party. Früher wurde es einfach als Kellerfest bezeichnet und anstatt Eintrittskarte gab es obiges Weinglas.

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Die Zielsetzung  der Party war die gleiche wie bei den Ü Partys und mit dem Riesling im Glas konnten sich  Männlein/Weiblein gegenseitig schön trinken.

Dampfspektakel

6. April 2010

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Das österliche Dampfspektakel, über das ich berichtete war sehr spannend. Etliche historische Züge überquerten das Eisenbahnhangviadukt zwischen Reil und Pünderich.

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Morgens und abends der TEE Rheingold, der historische Luxuszug aus den 60zigern,

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etliche  Dampfbetriebe Sonderzüge

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und der klassische Schienenbus auf der Moselweinbahn zwischen Bullay und Traben-Trarbach

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Während ich  am Sonntag, während meines Dienstes am Gemeinschaftsstand der Reiler Winzer, auf übelste fror, warteten Horden von Eisenbahnbegeisterten  auf die Züge um sie zu fotografieren. Die Kameraausrüstungen vom feinsten, Teleobjektive dick wie Abwasserrohre und das teilweise zweimal am Halse baumelnd. Zum neidisch werden…

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Für mich viel reizvoller: Die allabendliche Illumination der Fachwerkdoppelstock- brücke in Bullay.

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Richtig schön das Hangviadukt zwischen Reil und Pünderich.

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Hier vom Moselufer aus fotografiert.

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Als Höhepunkt des österlichen Spektakels gestern abend das Feuerwerk über der Pündericher Marienburg.