Kleckerkram

2017-01-11 SchweißenDer Winter hat uns in den letzten Tagen wetterbedingt zum Innendienst im Weingut vergattert und der ganze Kleckerkram konnte im Weingut erledigt werden. Ich schrieb vor einigen Tagen darüber.

So wurde auch die Werkstatt aufgeräumt – wurde auch langsam Zeit – und nebenbei bekam der Azubi eine Lehrlingsunterweisung: Gebrauch des Winkelschleifers und anschließendes  verschweißen der zurecht geschnittenen Eisenstücke.

Die kritischen Schweißnähte machte ich selbst und dann war Azubi an der Reihe. Er machte sich ganz gut, die Schweißnähte sahen so ähnlich wie meine aus, also nicht sehr schön. Eher nach brutzeln und braten, aber ich denke, das sie ihren Zweck erfüllen. 

winterlich

2016-12-30-eiskristalle2Zwischen den Jahren verfärbte sich die Landschaft stellenweise ins winterliche weiß. Die Reben waren in höheren Lagen von Rauhreif umschlossen2016-12-31-eiskristalleund bizarre Eisnadeln  zu sehen.2016-12-30-eiskristalle3Die Moselweinberge hatten eine weiße Wintermütze auf.

In den kommenden Tagen soll uns der Frost erhalten bleiben. Innendienst für den Winzer. Zeit, sich um den jungen Wein zu kümmern. Zeit, um all den Kleckerkram zu erledigen, der meistens liegen bleibt oder aufgeschoben wird.

Manpower

2016-12-22-einstieg

Nachdem im letzten Jahr das Ausmisten – Fledermauskacke, Sie wissen schon – der Reiler Kirche desaströs endete, starteten wir letzte Woche frohen Mutes einen neuen Versuch. Mittlerweile lagerte von zwei Jahren der Dung auf dem Dachboden der Reiler Kirche. Der Naturschutzbeauftragte hatte die Rohrkonstruktion nach der letztjährigen Aktion um einiges verbessert.

Die verbesserte Metallrohrkonstruktion ließ sich viel leichter durch die Dachluke über das Dach bis zur Regenrinne verlegen. Aber dann…

Das alte Problem! Zum Mäusemelken! Der klebrige Dünger verstopfte das Rohr und auch die Rohrreinigungsspirale half nicht. Frust machte sich breit. Ein Neues Konzept musste her!2016-12-22-saecke

Manpower war das Schlagwort. Eine große Menge Gewebesäcke wurde bestellt, gestern geliefert und war heute im Einsatz. Gut zugeschnürt klappte es gut mit dem Transport durch den engen Durchschlupf im Dachboden bis in den Glockenturm. Der Transport eine Etage tiefer war kein Problem. Die mit Dünger gefüllten Säcke erledigten das im freien Flug.

Die letzten Meter waren anstrengend. Nochmals eine Etage tiefer durch eine nur mannbreite Wendeltreppe, incl. einer Türe, die zur falschen Seite aufging. Dann durch die Sakristei und endlich der Anhänger zum Abtransport.

Danke!

2016-12-10-gluehweinnacht1Danke an alle, die uns am letzten Samstag zur Bio-Glühwei(h)n-Nacht besuchten und unseren Rieslingglühwein gegen eine Spende tranken.

2016-12-10-sparschweinWie gehabt, sponsorten wir den Glühwein und der diesjährige Erlös wird an Weitblick, eine Studenteninitiative an der Uni Münster, gespendet.

Weitblick setzt sich für einen weltweit gerechteren Bildungszugang ein. Es werden Schul- und Berufsbildung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und in Partnerprojekten in Benin, Madagaskar und Kambodscha gefördert.

Das goldene Spendenschweinchen war gut gefüllt und in den nächsten Tagen werden wir über 1000,- € an Weitblick weiter leiten.

unprofessionell

2016-12-06-dwzManchmal will man es nicht glauben, wie diletantisch und unprofessionell die Profis der schreibenden Zunft arbeiten. Nachdem ich obiges Bildchen in einem Blogeintrag während der Weinernte 2016 veröffentlichte, fragte die Moselweinwerbung an, ob sie dieses Bildchen für ihre Zwecke verwenden könnte.

Natürlich kein Problem. Das Originalbild wurde Ansgar Schmitz von der Regionalwerbung kostenfrei zur Nutzung überlassen, mit der Maßgabe, dass die Fotoherkunft bei Veröffentlichung angegeben wird. Also in meinem Fall mit Harald Steffens oder Weingut Steffens-Keß gekennzeichnet. Im verteilten Pressematerial der Moselweinwerbung wurde das auch so kommuniziert.

Einige Tage später fand ich das Bild in der hiesigen Tageszeitung wieder. Natürlich mit nicht existentem bzw. unkorrektem Bildquellennachweis. Das gleiche gestern in der Deutschen Winzerzeitung in einem Bericht über das extreme Weinjahr 2016. In beiden Fällen die Redaktionen angerufen und reklamiert. Man tat ahnungslos, hatte Ausreden und Ausflüchte. Ich kam mir vergackeiert vor.

Wenn ich schon kein Bildhonorar nehme, dann soll wenigsten Ruhm und Ehre für mich abfallen und die Bildunterschrift stimmen. Alternativ könnte ich eine Abmahnung nebst Rechnung für das entgangene Bildhonorar verschicken.

Veterinäramt!!! Hä?!?!??!

2016-11-25-veterinaeramt

Veterinäramt!!! Hä?!?!??! Etwas irritiert beendete ich den Telefonanruf, den ich im Weinberg von Chefin Marita bekommen hatte. Veterinäramt vor der Haustüre, Essig, Internet und kommt noch mal wieder, waren die Schlagworte.

Pünktlich nach der Mittagspause, wie mit meiner Frau verabredet, stand dann der Mann vom Veterinäramt vor der Haustüre. Da sie unter dem Motto “Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts” beim Erstbesuch reagiert hatte, war ich nun gespannt, was denn der Herr von der Lebensmittelkontrolle bei mir wollte.

War aber eher harmlos. Auf Landesebene gibt es eine Dienststelle, die Recherche im Internet betreibt und dann Kontrollmitteilungen an die Veterinärämter schickt. Big Brother is watching you. Vor allen Dingen hat man es auf Nahrungsergänzungsmittel abgesehen, insbesondere Mittel aus dubioser Herkunft, die illegal im Internet vermarktet werden. 

Nun ja, unser Essig zählt zwar nicht dazu – also Nahrungsergänzungsmittel aus dubioser Herkunft -, aber die Kontrolle unterliegt nicht der Weinkontrolle, sondern der Lebensmittelkontrolle, die bisher noch nichts von unserer Essigproduktion wusste. Also wurde ein kurzer Kontrollbericht angefertigt und nun sind wir bei einer weiteren Kontrollinstanz registriert.

Großes Lob

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Wir freuen wir uns immer wieder, wenn wir bei Weinverkostungen sehr gut abschneiden. Großes Lob gab es dieses Jahr wieder beim Eichelmann Weinführer. Mit drei Sternen zählen wir zu den sehr guten Weingütern in diesem Buch.

Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass unser Schoppenwein, der 2015er Riesling in der Literpulle, ein extra Lob bekommen hat: “Das Qualitätsniveau … und bereits an der Basis sehr voll überzeugend, wie der straffe, zupackende Literwein beweist.”

Weinernte 2016: Nach der Ernte ist vor der Ernte

2016-10-31-greta-louis

Nach der Ernte ist auch immer vor der Ernte. Immer hinterfragen, ob man alles richtig gemacht hat, um für das nächste Weinjahr zu lernen, um eventuell noch besser zu werden.

Waren alle Entscheidungen, wann, wo, wie und mit wem geerntet wurde, zum Zeitpunkt der Entscheidung richtig gewesen? Waren diese auch bei jetziger Betrachtung im Nachhinein richtig gewesen? Was kann ich daraus lernen?

Neben vielen richtigen Entscheidungen, war eine auf jeden Fall goldrichtig: Wir haben die nächste Generation am Start! Die beiden “Kleinen” haben sich wacker im Weinberg geschlagen. Es gab mal Zeiten, da war das Durchschnittsalter unserer Erntemannschaft so um die zwanzig. Wäre ein Ziel für die Zukunft, aber mein eigenes Alter steht dem entgegen und die damalige Stammmannschaft, die auch heute noch größtenteils mit ernten geht, ist auch gealtert ;-)

Wie werde ich mit einem Weinblog reich, sexy und berühmt?

2016-07-25 Bemusterung

“Wie werde ich mit einem Blog reich, sexy und berühmt?” So das Thema eines Vortrages auf einem Barcamp zum Thema Wein vor einigen Jahren. Zum Thema sexy fragen Sie bitte meine Frau, reich werden ist sogar mit dem Hauptjob als Winzer schwer, da muss das Geldverdienen mit dem Blog hinten anstehen. Berühmt? Eher berüchtigt!

Mein Bekanntheitsgrat reicht schon seit längerem aus, um Kooperationsanfragen von Marketingagenturen zu bekommen, die jedoch ohne Gegenleistung dieser Agenturen direkt in die Mülltonne wandern. Mittlerweile bekomme ich Warenproben zugeschickt, um diese hier zu besprechen. Das will ich dann auch ausnahmsweise tun.2016-07-25 Gefro

Ein ganzes Paket mit Instantsuppen, Instantfertigsoßen, Instantsalatdressing und anderes aus ihrer Produktserie Balance schickte mir die Firma Gefro zu. Schon seltsam, dass ein Instantprodukthersteller einem Winzer mit Blog diese Probensendung geschickt hat. Nun ja, wir haben natürlich probiert.

Das Ganze beworben mit “ohne Haushaltszucker, mit Isomaltulose, niedrigem glykämischen Index”  usw., soll also sehr gesund sein. So unter dem Motto: Gesund sterben…

Die Tütensuppen waren gut, aber eine selbst gemachte Suppe ziehe ich auf jeden Fall vor.  Das Salatdressing braucht eigentlich keiner, egal wie die Qualität ist. Zum Salat braucht man eigentlich nur sehr guten Essig, sehr gutes Öl, Salz, Pfeffer und eine Handvoll Kräuter aus dem Kräutergarten oder Blumentopf. Da finde ich Instantware komplett überflüssig.

Einzigst die dunkle Soße “Kraft & Saft” verwende ich des Öfteren. Ist zwar vegan, aber wenn meine selbst gekochte Bratensoße mengenmäßig nicht ausreicht, verlängere ich diese damit. 2016-03-28 Primitivo

Wein habe ich auch zugeschickt bekommen. Natürlich mit der Bitte im Blog zu lobhudeln besprechen. Also die Gelegenheit einer Blindverkostung der Jugendgruppe des Steffens-Keß Verkosterteams genutzt, um diese Weine neutral zu probieren und in der Gruppe zu diskutieren.

Das Rheinische Weinkontor schickte mir diesen Primitivo di Manduria Villa Santera 2014 zu. Dazu gab es ein kleines Rezeptbuch. Von den an diesem Abend probierten Rotweinen, gefiel er mir am besten. Nix mit kleinem Holzfass (Barrique), klare, glasklare Fruchtaromatik, es machte so richtig Spaß den Wein zu trinken, lediglich der Alkoholgehalt mit 14,5% bremste etwas. Hat mir sehr gut gefallen, genau mein Geschmack.

2016-08-01 Scolca

Von einem ganz anderem Kaliber war der italienische 2015 Gavi dei Gavi La Scolca Bianco Secco, den mir der Importeur Weinwolf schickte. Zuerst kam das Prospektmaterial mit Ankündigung der Lieferung zweier Flaschen dieses Weines. Extrem aufwendig gemacht, das Infomaterial. Reichlich Bilder von Profifotografen, entsprechende Texte, das meiste in italienisch. Ca. 200 Seiten Hochglanzpapier, auf denen dieser Wein, bzw. das Weingut mit Lifestylewerbung, Pressetexten, Verkostungsberichten und Weinwettbewerbsergebnissen vorgestellt wurde.

Alleine vom Prospektlesen bekam man Respekt und Hochachtung!

2016-07-29 Blindprobe

In der Verkostung sah es dann aber etwas anders aus. Respekt und Hochachtung vom Prospektlesen verloren sich wieder schnell. Die Rieslingweine meiner Jungwinzerkollegen K. J. Thul vom gleichnamigen Weingut und von Timo Dienhart, Weingut Römerkelter, die als Gastgeschenke in meinem Kühlschrank gelandet waren und ebenfalls verkostet wurden, verwiesen den La Scolca Bianco Secco auf einen hinteren Platz. Sehr gut Vinifiziert, leider ein extrem dezentes Aroma, erfrischend und mit einem moderaten Alkohol versehen, kam er an die Klasse der beiden Rieslingweine nicht heran. Für diese Qualität preislich sehr ambitioniert (ca. 25 €/Fl.), aber das Werbematerial muss auch bezahlt werden.

Falls noch jemand eine Besprechung eines Produktes haben möchte, meine Adresse steht im Impressum. Ich bräuchte noch und hätte gerne:………..