Feste feiern…

Weinfest war letztes Wochenende angesagt. Während die Reiler Weinkönigin nebst den Weinhoheiten der Nachbardörfer (eine hübscher wie die andere!) auf der Bühne empfangen wurden, hatten die Winzer eine andere Beschäftigung.


Wir präsentierten unsere Weine dem breiten Publikum. Eine Weinmesse als Tischpräsentation lud die Gäste des Weinfestes und Kollegen aus den Nachbardörfern zum probieren ein. Gegen einen kleinen Obulus konnte man sich einen Überblick über die Weine und Qualitäten der in Reil produzierten Weine verschaffen.

Dummenglück

Heute sind die aktuellen Rebschutzhinweise der Agrarverwaltung gekommen. Bei folgendem Satz

“Zwar wurden im Mai die Wasserreserven der Böden in den meisten Lagen etwas aufgefüllt, nach wie vor besteht jedoch ein erhebliches Wasserdefizit”

habe ich gestuzt. Wasserdefizit???? Erheblich?? Geht doch nicht! Unsere Wetterstation in Briedel meldet noch einen Überschuß von 1 l pro qm in der klimatischen Wasserbilanz und wir berichteten über den Regen da und dort. Also mal bei den anderen Wetterstationen an der Mosel im Internet nachgeschaut. Und siehe da, je weiter man von Reil weggeht, sei es Moselaufwärts oder -abwärts, umso weniger Regen kam Anfang Mai. Teilweise liegt die klimatische Wasserbilanz um 50 l pro qm im Minus.

Dummenglück halt eben…

Drücken wir den Kollegen die Daumen, das bei den für Pfingsten angekündigten Niederschlägen es reichlich vom Himmel regnet. Natürlich ohne Hagel und sturzflutähnliche Ereignisse, die natürlich katastrophal wären.

Basteln

Basteln war wieder angesagt. Beim Arbeiten mit dem kleinen Kettenschlepper hörte ich ein metallisches Geräusch und ich ahnte: Ein Laufrad war gebrochen. Also mit der Arbeit aufhören, zur Tankstelle fahren um mit einem Abzieher (fehlt noch in meiner Werkstatt) das Teil von der Welle abziehen. Das Laufrad war gottseidank noch zu schweißen, was auch prompt in der Tankstelle erledigt wurde.

Zu Hause dann das Ganze wieder eingebaut. Beim Aufräumen dann ein kleines Metallteil auf dem Boden gefunden und direkt indentifiziert: Ein Teil des Kettenspanners, welches auch abgebrochen war. Also das ganze dann nochmal: Beide Ketten demontieren, hintere Achse raus, den Kettenspanner wieder zusammengeschweißt und die Raupe zusammengebaut.

Als hätte man sonst nichts zu tun…

Messebesuch auf der Intervitis Teil 3

Was braucht denn der Steillagenwinzer und warum geht er auf eine Messe? Garantiert keine Plastikkorken! Unsere Meinung dazu lesen Sie Hier.


Steillagentechnik ist gefragt. Kettenschlepper die senkrecht die Wand hochfahren können. So informierte ich mich bei den wenigen Raupenherstellern über die eine oder andere Neuerung, die man gebrauchen könnte. Oder Neuerungen, die man dem bisherigen Hauslieferanten zum Nachbau nahelegen könnte.


Aber auch die Kleinigkeiten sollten nicht vernachlässigt werden. Gutes Handwerkszeug ist gefragt. Seit einigen Jahren arbeite ich mit der Bahco Rebschere: Super verarbeitet, extrem Stabil, ergonomischer Griff mit weiteren klasse Detaillösungen. Daher beim Hersteller sich beraten gelassen, welche Klingengröße wofür und welche Griffgröße für mich geeignet ist. Sollte man nicht denken, das in einem so kleinen Teil soviel high tech steckt.

Ein anderes Kleinteil, über das ich berichtet hatte, ist in die Jahre gekommen und etwas ausgenudelt. Daher habe ich mich beim Hersteller erkundigt, ob eine Reperatur/Generalüberholung möglich ist. Und wie es sich gehört ist das selbstverständlich möglich.


Eine wichtige Investition habe ich auf der Messe getätigt. Für schlappe 8 Euro habe ich einen Fadenzähler, erworben, da der letzte irgendwo im Weinberg verschollen ging. Wir zählen zwar keine Fäden, aber mit der Lupe kann man kleine Schadinsekten auf den Rebblatt finden.

Messebesuch auf der Intervitis Teil 2


Da bei uns im nächsten Jahr in eine automatische Abfüllanlage investiert werden soll, wurden alle möglichen Händler kontaktiert. Da eine Neumaschine sich nicht rentiert, sind wir auf der Suche nach einer generalüberholten Gebrauchtmaschine. Zusätzlich sollte das Teil noch in unseren Aufzug passen. Das erschwert die Suche natürlich noch mehr. So blieb uns nichts anderes übrig, als die entsprechenden Aussteller zu besuchen und Visitenkärtchen zu verteilen, in der Hoffnung, dass bis zur nächsten Abfüllsaison eine entsprechende Abfüllanlage gehandelt wird.

Hightech nicht nur bei den Maschinen. Auch die Namensgebung bzw. die Umgangssprache erfährt Steigerungen: Keine Aussenstehender weiß, was hinter “foodtech” steht.
Ganz einfach: Weinpressenhersteller!


Könnte einem schon gefallen: Eine Weinpresse der neuesten Generation. Die Hersteller betonen immer wieder, dass sich damit noch bessere Weine produziert lassen. Ich halte das für Quatsch. Die Qualität kommt aus dem Weinberg, der Kellermeister muß nur zusehen, das er die 100% Geschmack, die in der Traube sind, nach Möglichkeit verlustlos in die Flasche kriegt. Natürlich ist eine gute Technik hilfreich, aber wenn diese falsch bedient wird, dann gute Nacht.


In den Messehallen begegneten mir immer wieder Maschinen, deren Sinn sich
mir verschloß. Braucht man sowas um Wein zu machen? Oder muß man diese
Maschinen haben um guten Wein zu machen? Ich habe diese Aussteller
jedoch nicht nach Sinn oder Unnsinn dieser Maschinen gefragt.


Für große Kellereien macht es Sinn, einen Flaschenpuffer in das Fließband einzubauen.

Abseits von hightech fand man auch einige Holzküfereien. Eine uralte Handwerkstechnik. Mittlerweile wieder im kommen. Diese Holzfässer wurden mit Edelstahltüren ausgestattet, damit man die Fässer schneller öffnen und reinigen kann.


Im Aussenbereich waren natürlich die Weinbergsschlepper heiß umlagert. Alle paar Stunden gab es eine Maschinenvorführung um die neueste Technik den Winzern zu zeigen. Für mich als Steillagenwinzer von der Mosel waren diese Vorführungen sinnlos, da diese Schlepper nur bedingt hangtauglich sind.

Messebesuch auf der Intervitis Teil 1

 

 

 

 

 

 

 

 

Intervitis, die alle drei jahre stattfindente Messe für Weinbau und Kellerwirtschaft. Nachden wir gestern zu nachtschlafender Zeit an der Mosel aufgebrochen waren, galt der erste Besuch auf der Messe der Trierischen Korkindustrie, die mich mit einer Eintrittskarte versorgt hatte.

 

Im Verkostungsraum erschnüffelte ich verschiedene Mufftöne und andere grausliche Gerüche, die oftmals dem Korken angelastet werden, jedoch aus ganz anderen Quellen kommen.

Anschließend wurde ich von Herrn Brech zu einem “sehr guten ” Sekt eingeladen.

Der Weg führte mich danach zu weiteren Ausstellern, die auf meiner Liste standen. Wichtig war der Besuch beim Hersteller meines Kettenschleppers.

Recht innovativ war das Nachfolgemodell meiner Raupe. Das Ketttenlaufwerk wurde verbessert und dürfte die Steigfähigkeit dieser Maschine erhöhen. Auch für die Ergonomie wurden einige wichtige Verbesserungen durchgeführt.

 
Interessant war die Vorstellung des Steillagentraubenvollernters. Ein Prototyp, der mir einige Rätsel aufgegeben hat. Die Funktionsweise ist mir von den normalen Flachlagenvollerntern her bekannt. Jedoch wie will man mit so einem ca. 4 Tonnen schweren Fahrzeug im Steilhang arbeiten? Dieses Gewicht muß mittels einer Seilwinde bewegt werden und am oberen Weg muß ein entsprechendes Widerlager sein. Für mich ist es nicht vorstellbar, das dieses Gerät funktioniert. Und dann kommt noch die Frage der Rentabilität. Aber mal abwarten, der Probelauf soll im nächsten Herbst stattfinden.


Im Gegensatz dazu werden die herkömmlichen Vollernter zu multifunktionalen Geräteträgern. Das Ernteaggregat wird abgebaut und eine vielzahl von Arbeitsgeräten können angebaut werden.

 


Nach unserem Messebesuch galt es vor der Heimreise etwas zu entspannen. In der Lounge der Messe konnten aus allen deutschen Weinbaugebieten verschiedene Weine verkostet werden. Am Stand des sächsischen Weinbaugebietes probierten wir Goldriesling und Weißburgunder. Der Service wurde von der amtierenden Weinkönigin und ihrer Weinprinzessin durchgeführt.


Bei den Würtembergern verkosteten wir verschiedene Sekte, die gut gekühlt uns nach dem anstrengenen Messetag belebten.