königliche Sänfte

2017-02-20 Sänfte

In einer königlichen Sänfte wurden heute Morgen die Bienen von ihrem bisherigen Standort, einem steilen Hang, abtransportiert. Kreuzweise mit Spanngurten stabilisiert, an einer Fassdaube aufgehängt und einige Nägel in die Daube geschlagen, damit der Gurt mit dem Bienenstock nicht verrutschte, ging es problemlos den steilen Abhang hinab.

2017-02-30 Bienentransport

Die Fahrt zum neuen Standort erfolgte gesichert mit Traktor und Anhänger. Nun stehen die beiden Bienenstöcke auf einer flacheren Obstwiese, die uns ein Kollege zur Verfügung gestellt hat. Bequemer zu erreichen als der bisherige steile Hang und bei der kommenden Ernte wieder ein anderer Honiggeschmack.

Manpower

2016-12-22-einstieg

Nachdem im letzten Jahr das Ausmisten – Fledermauskacke, Sie wissen schon – der Reiler Kirche desaströs endete, starteten wir letzte Woche frohen Mutes einen neuen Versuch. Mittlerweile lagerte von zwei Jahren der Dung auf dem Dachboden der Reiler Kirche. Der Naturschutzbeauftragte hatte die Rohrkonstruktion nach der letztjährigen Aktion um einiges verbessert.

Die verbesserte Metallrohrkonstruktion ließ sich viel leichter durch die Dachluke über das Dach bis zur Regenrinne verlegen. Aber dann…

Das alte Problem! Zum Mäusemelken! Der klebrige Dünger verstopfte das Rohr und auch die Rohrreinigungsspirale half nicht. Frust machte sich breit. Ein Neues Konzept musste her!2016-12-22-saecke

Manpower war das Schlagwort. Eine große Menge Gewebesäcke wurde bestellt, gestern geliefert und war heute im Einsatz. Gut zugeschnürt klappte es gut mit dem Transport durch den engen Durchschlupf im Dachboden bis in den Glockenturm. Der Transport eine Etage tiefer war kein Problem. Die mit Dünger gefüllten Säcke erledigten das im freien Flug.

Die letzten Meter waren anstrengend. Nochmals eine Etage tiefer durch eine nur mannbreite Wendeltreppe, incl. einer Türe, die zur falschen Seite aufging. Dann durch die Sakristei und endlich der Anhänger zum Abtransport.

Erste Ernte

2016-05-04 Bienen

Die erste Ernte wurde letzte Woche eingebracht.  Am Vorabend der Entnahme der Honigwaben aus dem Bienenstock, durfte ich mit dem Freischneider den Zugang zu den Bienenstöcken mähen, damit der Abtransport der Bienenwaben im steilen Grundstück der beiden Jungimkerinnen unfallfrei vonstatten gehen konnte. Die Bienen sahen etwas angriffslustig aus, sodass ich beim Mähen sehr vorsichtig war. 2016-07-28 entdeckeln

Nach der Entnahme einiger Honigwaben – der meiste Honig verblieb im Bienenstock, damit die Bienen genügend Nahrungsvorräte für den Winter haben – wurden die Waben mittels einer speziellen “Gabel” entdeckelt.

2016-07-28 schleudern

Dann kam die Zentrifuge zum Einsatz. Kräftiges drehen an der Kurbel und kräftiges Festhalten der ganzen Zentrifuge, da durch die immer vorhandene Unwucht das Ganze stark wackelte. 2016-07-28 Honigsieb

Nach dem Ablass aus der Zentrifuge wurde noch gesiebt, damit Bienenwachsrückstände nicht in den Honig gelangten.

Der Duft und Geschmack des Honigs ist sehr gut und unverkennbar ist die Hauptblütepflanze Robinie, bzw. Akazie schmeckbar.

Hieracium aurantiacum

2016-06-20 Habichtskraut2

Hieracium aurantiacum, auch als Orangerotes Habichtskraut bekannt: Mein Lieblingsunkraut Lieblingswildkraut!

Die Blattrosetten dicht am Boden, der Stängel mit der Blüte max. 40 cm hoch wachsend. Ideal, braucht man nicht zu mähen, der Blütenstand wächst im Unterstockbereich nicht in die Laubwand und diese Pflanze kratzt und brennt nicht wie Brombeere oder Brennnessel.

Die Wirkung dieses Krautes wird als schleimlösend, harntreibend, antibiotisch, krampflösend und entzündungshemmend beschrieben. In der alten Kräuterkunde wird das Habichtskraut innerlich bei Durchfall, grippalen Infekten, Blasen- und Nierenentzündung, Wurmbefall und Nierensteinen eingesetzt, äußerlich zur Wundbehandlung und als Augenspülung.

Leider sind nur Teilflächen meiner Weinberge damit bewachsen und so ist der Winzer zur Zeit am mähen und im Unterstockbereich muß zur  leidigen Brennnessel- und Brombeerbekämpfung per Hand nachgearbeitet werden.

Etwas Ruhe kehrt ein

2016-07-06 LaubschnittDie sommerlichen Hauptarbeiten sind erledigt. Die Rebtriebe sind geheftet, also in den Drahtrahmen eingeschlauft worden. Die Traubenzone wurde entblättert und der erste Laubschnitt ist auch schon gemacht.

Die Weinberge sehen jetzt akkurat wie nach einem Friseurbesuch aus. Etwas Ruhe kehrt nun ein. Nicht, dass wir arbeitslos wären, aber, wie sagt man so schön, der Druck ist raus.2016-07-07 HackenZeit, sich jetzt intensiv um die im Mai gepflanzten Rieslingreben zu kümmern. Mittlerweile konnten wir mit dem Kettenschlepper eine Bodenlockerung durchführen. Im Unterstockbereich muss händisch gearbeitet werden. Eine reichhaltige Auswahl an Hacken steht für meine Helfer zur Verfügung. Jeder kann sich nach seinem Gusto das passende Gerät aussuchen.

Die jungen Rieslingreben wachsen sehr gut und sind mittlerweile am Pflanzstab festgebunden.

Der Sommer mit trockenem Wetter ist auch gekommen. Etwas aufatmen für uns. Neuinfektionen durch den gefürchteten falschen Mehltau (Peronospora) werden unwahrscheinlicher und durch das starke Beerenwachstum verringert sich die Empfindlichkeit der Trauben.

Glück gehabt!

2016-04-02 Bienen

Die Bekämpfung der Varoamilbe im Spätjahr war erfolgreich. Sorgen kamen dann mit dem viel zu warmen Winter. Die Bienenvölker waren viel zu aktiv und verbrauchten die angelegten Wintervorräte, so das eine Notfütterung mit Zucker erfolgen musste. Unsicherheit über den Zustand der Honigproduzenten verbreitete sich.

Ein befreundeter Imker, der den beiden Jungimkerinnen (Marita und Freundin Barbara) beratend zur Seite steht, schaute am letzten Wochenende bei den Bienenvölkern vorbei. Neben einigen praktischen Tipps gab es noch ein Lob. Die Bienenvölker haben überlebt, sind sehr vital und gesund. Also alles bestens! Glück gehabt!!!!! Der Einstieg in die Massentierhaltung hat geklappt!

Übrigens: Die Bienen waren sehr vital, der fotografierende Winzer auch, als er von den sonst so friedlichen Insekten angegriffen wurde und Reißaus nehmen musste. Die Bienen waren leider schneller…

Endspurt

2016-03-15 ReifBei morgens noch frostigen Temperaturen haben wir mit dem Endspurt beim Rebschnitt angefangen.  2016-03-15 Freddy

Unser Team wird zusätzlich durch Freddy unterstützt, damit wir voraussichtlich diese Woche fertig werden. Danach noch die Fruchtruten am Drahtrahmen festbinden und die meiste Frühjahrsarbeit im Weinberg ist getan.2016-03-15 FlechtenIm heutigen Weinberg – ein sehr Alter – immer wieder Moose und Flechten auf den alten Rebstöcken. Mein kleiner, aber sehr persönlicher Mikrokosmos, wie ich schon einmal berichtete. Bei der langsamen Arbeit des Rebschnittes sehr gut wahrnehmbar und immer wieder zu Ruhepausen einladend, um diesen genauer zu betrachten.

Wie ein Schweizer Käse

2016-03-09 Mauseloch

Wie ein Schweizer Käse sehen die Böden in einigen Weinbergen aus. Die letzten warmen Winter haben die Population der Schermaus ernorm anwachsen lassen. Man findet Eingangsloch an Eingangsloch zu den unterirdischen Gangsystemen.

Schäden haben wir bisher keine in den Weinbergen, mit Ausnahme der jungen Reben, die uns vor einigen Jahren abgefressen wurden.  In den jungen Weinbergen sind die Mäuse noch nicht vertreten und wir hoffen, dass es so bleibt. Die alten Reben haben ein so großes Wurzelwerk, dass es die Mäuse sicherlich nicht ganz abnagen können.

Hoffen wir auf ökologische Lösungen:  z. B., dass der Fuchs, den wir letztes Jahr im Weinberg gesehen haben, sich an den Mäusen sättigt. Ebenso könnten Greifvögel, der nächste kalte Winter oder sich durch die Überpopulation der Mäuse verbreitende Krankheiten die Population dezimieren.

Desaströs

2015-12-22 Gestell

Heute sollte es passieren, wie jedes Jahr: Das Ausmisten des Reiler Kirchendaches. Jede Menge Fledermauskacke für den Biowinzer. Ich berichtete schon mehrfach darüber. Da das alte Rohr, durch das die Fledermauskacke über das Dach der Kirche in den Anhänger rutschen sollte, immer wieder verstopft war, heute das Nachfolgemodel. Ein spacig aussehendes Transportwägelchen mit einer innovativen Drehvorrichtung sollte die neuen Metallrohre sanft über das Schieferdach nach unten gleiten lassen und zudem nicht mehr verstopfungsanfällig sein.

Soweit die Theorie!

2015-12-22 RohrLeider verhinderte die Geometrie der Dachgaube das sanfte bergab Rollen des Wägelchens. Nur mit rohen Muskelkräften und mit viel Hauruck konnten wir das Rohr platzieren. Die Konstruktion war leider etwas zu schwer geraten….

Nun das erste Desaster. Da wir doch etwas spät im Jahr den Dung aus dem Dach entfernen wollten, war dieser durch die Luftfeuchtigkeit dermaßen klebrig geworden, dass nix, aber auch gar nix durch das Rohr nach unten wollte. Das Rohr war vollständig verklebt. Frust machte sich breit und es wurde abgebrochen.

Nur noch der Abbau des Rohres stand bevor. War es noch “einfach” die Rohre morgens zu verlegen, bahnte sich nun ein weiteres Desaster an. Auch hier wieder: Nix, auch rein gar nix ging. Der Ruf nach einer Arbeitsbühne oder ähnlichem wurde laut. Dachdecker? Feuerwehr mit Rettungsleiter?

Drei Männerköpfe überlegten, dachten nach und fanden eine Lösung. Zeitweise hatte ich beim darauf folgenden Abbau der Rohrkonstruktion Muffensausen – es verhakte sich u.a. in der Regenrinne, die Akrobatiknummer des Naturschützers vom Nabu auf der Leiter war auch nicht ohne -, aber es funktionierte.

Im Januar soll der nächste Versuch gestartet werden. Wir haben schon Alternativen diskutiert. Ich hoffe, dass eine funktionierende Lösung darunter sein wird. Falls nicht, muss schlimmstenfalls per Eimerkette über Glockenturm und Sakristei – ich wage nicht daran zu denken – entmistet werden.

Pollenhöschen

2015-07-12 Pollen

Die Bienen von Chefin Marita und Freundin Barbara fühlen sich mittlerweile wohl. Alle zwei Tage werden sie persönlich durch die beiden Imkerinnen betreut. Ab und zu bin ich auch dabei, darf dann mit der Motorsense das Grundstück mähen und bei den Jungimkerinnen zuschauen.

Die Bienen sind fleißig am Arbeiten. Der Bienenstock ist mit Waben gefüllt und die Arbeitsbienen schleppen in ihren Pollenhöschen jede Menge Blütenstaub in den Bienenstock. Bis jetzt scheint das Bienenprojekt geglückt zu sein. In den kommenden Wochen muss noch gegen die Varroamilbe behandelt werden, damit das Bienenvolk nicht geschwächt wird und stark in den Winter kommt.

2015-07-12 PuderzuckerDer Anfang wurde schon gemacht. Mit der Puderzuckermethode wurde eine Befallsgradschätzung durchgeführt und vorbeugend die Milbe bekämpft.

Ist ganz einfach: Puderzucker in den Bienenstock streuen – sieht lustig aus, wenn weiß bestäubte Bienen durch die Gegend fliegen – die Milben verlieren den Halt an den Bienen, bzw. der Putzdrang der Bienen fördert das Loslösen dieser, die Milben fallen nach unten aus dem Bienenstock auf eine weiße Unterlage und können dort für eine Befallsgradschätzung ausgezählt werden. Zudem entzieht der Puderzucker den Milben die Feuchtigkeit und diese verenden. Der Befall ist unserer Meinung nach noch sehr gering. Leider wirkt diese sehr schonende Methode nur auf die Milben, die direkt vom Puderzucker getroffen werden. Für die Milben, die in der Bienenbrut sitzen, müssen andere Mittel vorsichtig angewendet werden, z.B. Ameisensäure.

Apropos, wie das Weingut, wird auch die Bienenhaltung ökologisch betrieben und ist biozertifiziert. Wir können sonst nix anderes :-)