Newsletter No 6: Nebensächlichkeiten, nette Bekanntschaften, Hintergründe und eine Provinzposse die eher ein Kasperletheater ist

15. März 2012

Herrlich die zugefrorene Mosel Mitte Februar, über die ich hier berichtete.

Mit den einsetzenden Temperaturen kam der Eisbrecher Josef Langen zum Einsatz, der die Mosel vom Eis befreite und die Schiffahrt wieder möglich machte.

Im Weingut waren während der Eiszeit an der Mosel die Maler im Einsatz. Unsere Probierstube und der Vorraum wurden frisch gestrichen. Für den Vorraum gab es dazu noch neue Möbel.

Bei anderen Winzern heißt der Probierraum mittlerweile Vinothek.  Weinraum bei Armin Kobler aus Südtirol genannt, der von einem Stararchitekten geplant wurde. In unserem denkmalgeschützten Haus hat der Probierraum halt eher den Charme einer Stube und so heißt der Raum halt auch Probierstube!

Passenderweise habe ich Armin Kobler Anfang März auf der Prowein, einer Weinmesse für Profis in Düsseldorf, kennen gelernt. Virtuell kennen wir uns schon länger aus dem Internet. Armin betreibt auch einen Winzerblog, der mit zu den besten im deutschsprachigen Raum zählt.  Interessanterweise schreibt er zweisprachig: deutsch und italienisch. Als Highlight übersetzt er eingehende Kommentare in die jeweilige andere Sprache. So kann man auch die italienische Sichtweise der Kommentatoren verstehen und begreifen, da in anderen Ländern Themen anders betrachtet und beurteilt werden.

Trotz der Messehektik nahm er sich viel Zeit für mich und ich durfte sein Weinsortiment verkosten. Ich war von den Weinen begeistert. Super sauber vinifizierte Weine, sortentypisch und erkennbar, das die vollreifen Trauben im Weinberg penibelst selektiert wurden. Empfehlenswert!

Da ich Mitredakteur beim Blog unseres ECOVIN Verbandes bin und auch bei der Bloggeraktion “Zeit für Biowein” mitmischte, war ich zum Bühnenprogramm von ECOVIN  auf der Prowein geladen. Unter dem Motto “Bloggen für Biowein – Neue Wege zum Weingenuss” begrüßte Moderator Dirk Würtz verschiedene Gäste und Blogger auf der Bühne. Hier der Bericht im ECOVIN Blog.

Eine Provinzposse spielt zur Zeit in unserem Nachbarstädtchen Traben-Trarbach.

Seit Ende 2010 der neue Tourismuschef Matthias Holzmann das Ruder übernommen hatte, wurde die beschauliche Stadt aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Binnen kürzester Zeit schaffte er es, mit zum Teil spektakulären Aktionen, die Aufmerksamkeit auf Traben-Trarbach zu ziehen. Ich berichtete hier über die Theatergruppe  “Weinkörper” und die Weihnachtliche Unterwelt über die  viele Zeitungen in unserer Republik schrieben. Neben vielen kleinen Aktionen und Veranstaltungen 2011, waren weitere Höhepunkte das Dinner in the Sky und die Unterwasserweinprobe, die bundesweit Werbung für Trarbach und auch die Mosel machten.

Laut einer Wertschöpfungsstudie sollen folgende positiven Auswirkungen entstanden sein:

!- Ca. 1,4 Mio Euro zusätzlich in den 6 Wochen in die Stadt Traben-Trarbach geflossen
– Ca. 28.000.- Euro direkte Steuern als zusätzliche Einnahmen für Traben-Trarbach
– Ca. 148.000.- Euro an zusätzlichen MwST-Einnahmen, die indirekt wieder an die Kommunen zurückfliessen
– 73 Voll-Arbeitsplätze für 1 Jahr gesichert
– Ca. 5.000.000- Euro an Werbefläche in Printmedien für Traben-Trarbach über redaktionelle Texte erzielt (Werte der offiziellen Clipping-Agentur)
– Ca. 45.000 Besucher!

Soweit so gut. Dann aber nahm das Drama seinen Lauf:

Die Hauptpersonen sind der Verbandsgemeindebürgermeister, die Stadtbürgermeisterin, beide CDU und die regierende CDU Fraktion im Trarbacher Stadtrat. Die Opposition und die Bürger der Stadt schauen nur noch entsetzt zu und keiner versteht es.

22. September 2010 Der Neue Tourismuschef.

24. Januar Stadtentwicklerin kommt nicht

Zwei Lokalpolitiker, Hauptfiguren in der Politposse, telefonieren mit der neuen Stadtentwicklerin, die am 1. April ihren Posten bei der Stadt Traben-Trabach antreten soll. Daraufhin kommt eine Absage der Stadtentwicklerin. Keiner weiß was telefonisch besprochen wurde , bzw. die betreffenden Telefonierer schweigen sich darüber aus. Der Streit nimmt Fahrt auf.

07. Februar Das Defizit des Weihnachtsmarktes aus Sicht der Politiker in Höhe von ca. 184 ooo€

07. Februar Die Gegenrechnung des Touristikchefs: Nur noch 115 000€

Das Defizit des Weihnachtsmarktes wird hoch und runtergerechnet, je nachdem welcher Seite man angehört. Es liegt, je nach Berechnungsgrundlage zwischen 115 000 und 185 000 €.

09. Februar Die Komunalpolitiker schlagen zurück

Bei einer Stadtratssitzung mit einer hohen Bürgerbeteiligung aufgrund des Defizites und ersten heftigen Streitigkeiten unter den Politikern kommt es zu Tumulten. Der Verbandsgemeindebürgermeister und die Stadtbürgermeisterin haben Angst, gelyncht zu werden.

“Ich hatte Angst, die würden mich und die Stadtbürgermeisterin an diesem Abend lynchen.”

13. Februar Jeder rechnet anders

Es wird weiter das Ergebniss des Weihnachtsmarktes schön- bzw. schlecht gerechnet. Die ersten Juristen werden eingeschaltet.

14. Februar Die Wahlzettelaffäre

Die ersten Diffamierungen, Verdächtigungen und Anschuldigungen sind zu hören. Die Gerüchteküche brodelt.

15. Februar  Neun der zwölf CDU Vorstandsmitglieder treten zurück.

SPD und Freie Wählergruppe schauen entsetzt zu, der Stadtrat wird voraussichtlich handlungsunfähig.

19. Februar Die Wertschöpfungsstudie für den Weihnachtsmarkt ist da.

“- Ca. 1,4 Mio Euro zusätzlich in den 6 Wochen in die Stadt Traben-Trarbach geflossen
– Ca. 28.000.- Euro direkte Steuern als zusätzliche Einnahmen für Traben-Trarbach
– Ca. 148.000.- Euro an zusätzlichen MwST-Einnahmen, die indirekt wieder an die Kommunen zurückfliessen
– 73 Voll-Arbeitsplätze für 1 Jahr gesichert
– Ca. 5.000.000- Euro an Werbefläche in Printmedien für Traben-Trarbach über redaktionelle Texte erzielt (Werte der offiziellen Clipping-Agentur)
– Ca. 45.000 Besucher”

22. Februar Schwere Vorwürfe gegen die Stadtpolitiker in einem in Trarbach verteiltem Flugblatt

27. Februar Der erste Eklat im Stadtrat

Der Verbandsgemeindebürgermeister hat Angst, das er und die Stadtbürgermeisterin von den bei der Stadtratssitzung anwesenden Bürger gelyncht werden könnte.

27. Februar Der Eklat im Verbandsgemeinderat

Es geht so langsam unter die Gürtellinie.

27. Februar Stadtrat, zweiter Eklat

Die Gräben werden tiefer, da man nicht mehr mit anderen am gleichen Tisch sitzen möchte.

27. Februar Der Eklat bei der CDU

Neun der 12 Vorstandsmitglieder der CDU treten zurück.

27. Februar Die Flugblattaffäre

Die Vorsitzenden des Winzerverbandes, des Gewerbevereines und des Hotel- und Gaststättenverbandes verteilen ein Flugblatt ohne dies mit den jeweiligen Vorständen abgesprochen zu haben und der  Streit schaukelt sich hoch und eskaliert.

27. Februar Durch Traben-Trarbach geht ein Riß

“Traben-Trarbach erlebt in diesen Tagen und Wochen ein noch nicht da gewesenes Polit-Drama. Der Streit um den defizitären “Wein-Nachts-Markt” droht die ganze Stadt zu spalten: Der Stadtrat ist beschlussunfähig, die CDU hat ihren Vorstand verloren, Winzer-, Hotel- und Händlervereinigungen stehen kurz davor. Und Friede ist keiner in Sicht. …Wo diese Risse verlaufen, flammt heftiger Streit auf, während ringsum ein Nebel aus Vorwürfen, Gerüchten und Verschwörungstheorien die Luft verpestet. Dieser ist so dicht, dass viele gar nicht mehr wissen, was eigentlich los ist. Kurz: Das Ganze ist so emotional wie komplex.”

29. Februar Die Stellungnahme zur Flugblattaktion

09. März Kommentar der Chefredakteurin des Volksfreundes

“Die Nachbarn des 5800 Einwohner zählenden Städtchens sorgen sich mittlerweile um den Ruf aller Mosel-Anrainer und das Image eines Touristengebiets mit einzigartigem Charakter.

Hinter vorgehaltener Hand wird geraunt, in Traben-Trarbach würden gerade alte Rechnungen beglichen – und das nicht mehr nur auf eigene Kosten. Was mit politischen Grabenkriegen innerhalb der führenden CDU begann, setzt sich in lokalen Verbänden fort und vergiftet die gesamte Atmosphäre.”

07. März Dienstreiseverbot für den Tourismuschef

Die Städtische Verwaltung zieht die Daumenschrauben an. Die Gerüchteküche tuschelt über Mobbing.

12. März Dem Leiter der Touristinfo geht es an den Kragen

“Nach Auskunft von Holzmann und seinem Anwalt fußen die Vorwürfe alleine auf den Inhalten einer chilenischen Internetseite, die die Stadtbürgermeisterin an Journalisten weitergegeben haben soll.”

12. März Der internationale Haftbefehl!

“Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus noch Ulrich K. Weisgerber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, wollen sich hierzu nicht äußern. Es handele sich um eine Personalangelegenheit.”

14. März Der nächste Höhepunkt im Politdrama 

Erwin Haussmann, CDU-Stadtratsmitglied: “Wir möchten dazu derzeit nichts sagen, bis sich alles beruhigt hat. Wir befinden uns in einer unsicheren Phase.”

“Heide Pönnighaus, Stadtbürgermeisterin, will sich zu der Personalangelegenheit nicht äußern: “Wir machen das jetzt schön langsam und prüfen die Stellungnahme von Herrn Holzmann in aller Ruhe. Und dann werden wir uns dazu äußern.”

Und trotzdem reden alle darüber, die Gerüchteküche brodelt.

Die Risse in der Stadt sind mittlerweile riesengroß. Ob sie jemals zu kitten sind, bezweifele ich. Im Untergrund gibt es vielleicht noch weitere (?)  Gründe für diesen Streit, der unsäglich entartet ist und von der Bevölkerung nicht verstanden wird. Innerhalb eines Jahres wurde Traben-Trarbach bundesweit bekannt und nun wird durch dieses unsägliche Kasperletheater einiger durchgeknallter Lokalpolitiker das neu gewonnene Image zunichten gemacht. Die Medien berichteten bereits darüber ausgiebig.

Ich lasse mich überraschen, was denn diese Schlammschlacht noch so bringt. Lieber wäre es mir, wenn sich alle zusammenraufen würden und den Blick nach vorne in die Zukunft richten würden. An einem Strick ziehen und das am besten in die gleiche Richtung. Wie es jetzt abläuft, schadet es nicht nur der Stadt Traben-Trarbach.

Bis auf einen Link zu einem Zeitungsartikel, der mittlerweile nicht mehr funktoniert, sind die mir bekannten Zeitungsartikel oben verlinkt. Falls ich einen Artikel übersehen oder vergessen habe zu verlinken, bitte ich um kurze Nachricht.

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Newsletter No 5: Murphys Gesetz Teil 2, Wellness beim Winzer, andere Begebenheiten und ein Pin-up für ältere Winzer

30. Oktober 2011

Wie ich hier berichtete wurde unsere Weinpresse hart vom Murphys Gesetz getroffen:  „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“  Und die Geschichte ging noch weiter.

Kurz nachdem die Elektrik wieder funktionierte, hatte sich die Packung einer  Stopfbuchse  fest gefressen und musste erneuert werden. Eine Traubenpressung später, Murphys Gesetz sei dank, schaltete die Weinpresse nicht mehr vom Vorentsaften auf Pressen um. Der Monteur kam umgehend und, wie der Teufel so will, die Presse funktionierte wieder einwandfrei. Aber nur bis zur allerletzten Pressung. Das gleiche Problem! Gut, das ich in weiser Voraussicht Ersatz für den Übeltäter, ein pneumatisch/elektrischer Mikroschalter, in den Schaltschrank gelegt hatte, der dann doch noch getauscht werden musste. Die Rechnungen der diversen Ersatzteile sind mittlerweile alle gekommen…

Bild: Alexander Thomas

Wellness beim Winzer wurde den beiden anwesenden Weinhändlerinnen anlässlich der Weinhändlerbespaßung Anfang Oktober geboten. Wie ich hier berichtete, müssen für eine saubere Gärung, die im Traubensaft vorhandenen Trubstoffe vom Most abgetrennt werden. Dieser Trub wird dann landbaulich verwertet. Ein bei der Ernte mithelfender Arzt dachte vor Jahren über eine weitere Verwertung nach und wagte den Selbstversuch mit einer Gesichtsmaske. Das war es! Sozusagen unter ärztlicher Aufsicht getestet.

Die Durchblutung der Gesichtshaut wird durch diese Trubstoffe immens gefördert, Falten verschwinden, die Haut wird jung und prall, und und und…  Besser als jede Anti-Age-Creme! Leider nicht konservierbar und daher nur während der Weinernte im Winzerkeller frisch erhältlich. Schade, dass ich an diesem Abend meine Kamera nicht im Keller dabei hatte, denn sonst hätte ich mit vorher/nachher Fotos die Wirkung demonstrieren können. Eine Geschäftsidee für die nächste Weinernte. Vielleicht noch zusätzlich  Sitzbäder anbieten?

Nicht nur eigene Trauben wurden bei uns verarbeitet. Leon, ein junger Weinbaustudent, der mir dankenswerter Weise eine Übernachtungsgelegenheit in seiner Studentenbude für das erste deutsche Vinocamp überlassen hatte, kelterte, mangels eigener Weinpresse, seine Trauben in unserem Weingut. In der Weinuni Geisenheim theoretisch lernen und das gelernte im eigenen kleinen Weinberg und Keller umsetzen. Dieses theoretische und praktische Lernen hat er bei seinem  letztjährigen Wein, der während der Kelterung probiert wurde, schon sehr gut umgesetzt. 

Die immer extremeren Wetterverhältnisse, die mit zunehmender Klimaänderung auftreten, spüren wir nicht nur im Weinberg. Ein typisches Beispiel ist die Fasstürdichte, die zum Abdichten der Weinfässer benötigt wird. Davon gibt es zwei Sorten: Rita und Wino. Ein Scherzkeks – meine Kinder? – hat auf den Vornamen meiner Frau ergänzt.

In früheren Jahren habe ich die Wino bevorzugt, war auch bei kalten Kellertemperaturen sehr gut verarbeitbar, Faßtürdichte Rita dagegen steinhart. Durch die immer wärmer werdenden Weinkeller bekam die Wino eine Konsistenz von Vaseline und wurde zu weich um sie als Dichtmittel für Faßtürchen zu verwenden.

Erfreulich an der Klimaänderung ist das Erntewetter. Während es in meiner Jugend jeden Morgen kalte Finger bei der Ernte gab, die Tage kühl und diesig waren, konnte ich diesem Herbst fast durchgängig im T-shirt oder hemdsärmelig die Trauben ernten. Zudem Kaiserwetter um schönste Fotos zu machen.

Bild: Ralf Scholze

Bild: Ralf Scholze

Ralf Scholze, Reisejournalist und Fotograf, war bei obiger Weinhändlerbespaßung auch dabei und fotografierte. Er hat ein  Faible für die Mosel und macht  wunderschöne Moselbilder. Seine Alben finden Sie hier, Facebookmitglieder können sich noch mehr  Bilder hier anschauen. Bemerkenswerte Bilder!  Persönlich finde ich die Pin-up Bilder für ältere Winzer sehr gelungen.

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Newsletter No. 4: Rechtsdrehend wie Joghurtkulturen, Nebensächlichkeiten und der Stand der Dinge

31. Juli 2011

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Rechtdrehend wie Joghurtkulturen war bis letzte Woche. Bei der Endabnahme im Werk war das Rechtskurvenfahren übersehen worden. Dauerndes Gegenlenken war die Folge. Nachdem die Raupe letzte Woche beim Hersteller zum neu justieren der Hydraulikanlage war, ist dieses Problem behoben. Ein zusätzlich eingebauter Lenkungsdämpfer erhöht die Sicherheit im Steilhang und den Fahrspaß. Für die hier mitlesenden Winzerkollegen: Gegenüber den Vorgängermodellen eine technische Innovation, sozusagen ein Quantensprung.

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Die Mosel ist wieder zum Fließgewässer geworden. Im Mai durch die fehlenden Niederschläge ein stehendes Gewässer mit Algen- und Geruchbildung, nun wieder ein Paradies für Schwimmer und Kanufahrer, wie ich hier berichtete. Die dazu passenden sommerlichen Temperaturen sind für nächste Woche gemeldet.

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Nach der Frühjahrstrockenheit haben sich die Weinberge durch die Juniregenfälle gänzlich erholt.  Äußerst vital sehen die Reben aus, als ob es keine Trockenperiode gegeben hätte.

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Die sommerlichen Hauptarbeiten sind fast gänzlich erledigt und nun kommt eine arbeitsruhigere Zeit. Gelegenheit die Maschinen zu warten, die Böschungen am Vorgewende zu mähen, Wege zu säubern und den Müll anderer wegzuräumen, der bewusst in der Landschaft entsorgt wird. Wenn ich mal einen dieser Landschaftsvermüller in die Finger kriege…

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Die Rebblüte ist nicht so optimal verlaufen. Durch den Wassermangel sind nicht alle Beeren befruchtet worden. Wir haben größtenteils lockerbeerige Trauben hängen. Feuchtigkeit kann gut verdunsten und die Beeren drücken sich nicht gegenseitig ab, so das die Traubenfäule während der bald einsetzenden Reife weniger Chancen hat.

Ein sehr hoher Blütenansatz und die gute Wasserversorgung der Böden zum Zeitpunkt des Beerenwachstums lassen auf eine sehr gute Erntemenge hoffen. Der Vegetationsvorsprung von ca. drei Wochen zur Zeit der Blüte dürfte durch das kalte Juliwetter kleiner geworden sein. Für die Aromaausprägung des Rieslings ist dies sehr vorteilhaft. So verschiebt sich die Reifephase nach hinten. Als cool climate Pflanze braucht der Riesling kühle Nächte in der Reifephase, um Aroma zu bilden.

Die Vorzeichen sind gut, sehr gut!  Natürlich kann immer noch etwas schief gehen. Unwetter oder ungünstige Wetterbedingungen, die die Erntemenge oder die Qualität bedrohen, kann es noch in den letzten Wochen bis zur Ernte geben. Ich möchte nicht orakeln wie andere, die schon einen Spitzenjahrgang ausrufen.

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Newsletter No. 3: Das erste deutsche Vinocamp, Hintergründe und Angst macht sich breit

30. Mai 2011

 

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Über das Internet, bzw. das Web 2.0, kennt man die bloggenden Kollegen schon länger und nun ist persönliches Kennenlernen angesagt.  Am 18. und 19. Juni ist ein Weinbloggertreffen in der Weinuni Geisenheim angesagt. Ein sogenanntes BarCamp, im Weinbereich natürlich Vinocamp genannt. Ich freue mich schon, die Personen, die man aus dem virtuellen Leben kennt, in natura kennen zu lernen.

Beim Vinocamp gibt es keine Teilnehmer, sondern nur Mitwirkende! Ein BarCamp ist eine offene Tagung, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern im Tagungsverlauf selber entwickelt werden. Es wird von jedem Teilnehmer erwartet, das er aktiv am Geschehen teilnimmt. Das Vinocamp ist keine Konferenz auf der einfach Wissen konsumiert wird, es wird getauscht und geteilt, geben und nehmen. Meine Aktivitäten konzentrieren sich auf den ökologischen Steillagenweinbau und die Kellertechnik.  Mit Iris und Karl-Josef zusammen werde ich zu diesen Themen referieren und mit den Teilnehmern diskutieren.

Der von uns angebotene Ausbildungsplatz  als Winzer steht kurz vor der Besetzung. Mehrere junge Menschen absolvierten in den letzten Wochen ein Kurzpraktikum in unserem Weingut. So lernte ich die Arbeitsweise, die Motivation und das Sozialverhalten kennen.  Diese Woche noch eine Kandidatin und nächste Woche wird entschieden wer die Lehrstelle bekommt. Kerstin, meine jetzige Azubine, wird in vier Wochen die Gesellenprüfung machen und dann in die rauhe Arbeitswelt entlassen.

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Der erst letzte Woche abgefüllte Mosto Cotto hat schon Freunde gefunden. Die Musterflasche, die in der Probierstube stand, wurde kurzerhand von einem Freund entführt und zurück kamen zwei Gläser Rhabarberchutney mit Mosto Cotto. Passt hervorragend zu Käse.

Wir haben zur Zeit drei Wochen Vegetationsvorsprung. Der Riesling ist am blühen. Die Rahmenbedingungen sind sehr gut, so das eine gute Befruchtung zu erwarten ist.

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Nachdem am 4. Mai in weiten Teilen Deutschland die Reben mehr oder weniger erfroren sind, ist die derzeit herrschende Trockenheit das beherrschende Thema und macht uns Angst. Es soll der trockenste Frühling seit 1893 sein. Wir hatten zwar das Riesenglück das am 20. Mai ganz regional in Reil 23 Liter Regen fielen, aber die Reben dürsten weiterhin nach Wasser. Das Längenwachstum der Triebe ist stellenweise stark vermindert und das Laub verfärbt sich gelblich. Es gibt Standorte an der Mosel, bei denen sogar alte Rieslingreben mit entsprechend tiefen Wurzeln, unter massivem Wasserstreß leiden und die Situation dramatisch wird. Etwas Regen ist in den nächsten 24 Stunden gemeldet, die lang erhoffe Entspannung wird es nicht sein. Die Situation dürfte weiterhin sehr kritisch bleiben und macht uns Angst.

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Newsletter No. 2: Peinlichkeiten, Hintergründe und eine sehr gute Nachricht

21. März 2011

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Unser erster Newsletter fand gute Resonanz. Sehr positive Reaktionen kamen per Mail, bei meinen Bemerkungen zum Riesenschwanzvergleich fühlten sich einige andere auf den Schlips getreten. Die Diskussionen über Blogranking finde ich lächerlich und nichts sagent, wie auch Theo Huesmann hier beschreibt. Es sind, wie ich schon im letzten Newsletter berichtete, kleine Jungenspiele. Eine am Tag später geführte Diskussion auf facebook und anderen Blogs zu diesem Thema habe ich nur als peinlich empfunden.

Ebenso wie es dem Besitzer obigen Traktors  peinlich war, den Traktor in den Steilhang zu werfen. Am Wegrand geparkt, einige Zeit im Weinberg gearbeitet, die Handbremse löste sich, der Traktor rollte den abschüssigen Wirtschaftsweg hinab und landete in Nachbars Weinberg. Passend zur Mittagszeit an der Reiler Brücke und binnen kürzer Zeit war diese Neuigkeit Peinlichkeit im Dorf verbreitet. Personenschäden waren nicht zu verzeichnen, zwei Reben haben es nicht überlebt, der Seitenspiegel nebst Seitenscheibe am Traktor kaputt, einige Stickel krumm und Kratzer am Lack. Die Rechnung der Bergung war sicherlich das teuerste an dieser Aktion.

Das demokratische Weinbuch von Rainer Balcerowiak macht Furore. Nachdem ich im November eine Rezension geschrieben hatte, berichtete auch der Stern und andere Medien über dieses lesenswerte Buch. Umso erfreulicher war es nun für mich, das der Autor mittlerweile eine Weinkolumne im Internet hat in der er wöchentlich publiziert. Wenn sie sich über den kulinarischen Notfallkoffer, Verkosters Nightmare oder Aromajunkies informieren möchten, sollten Sie hier klicken!

Die Winterarbeiten im Weinberg sind mittlerweile fast abgeschlossen. Dank zweier zusätzlicher Aushilfen konnte der winterbedingte Rückstand aufgeholt werden. Der Frühling, von dem ich vor einigen Wochen noch träumte, hält so langsam Einmarsch.

Leider ist unsere Ausbildungsstelle zum Winzer immer noch nicht besetzt. Hat denn keiner Lust, dass klassische Handwerk des Winzers zu erlernen? Fast immer an der frischen Luft, abwechslungsreiche Arbeit in einer schönen Kulturlandschaft, soziale Einbindung in die Winzerfamilie und intensive Betreuung während der Lehrzeit! Was können wir mehr bieten? Bewerbungen nehmen wir weiterhin entgegen.

Nun die sehr gute Nachricht: Unsere 2010er Weine sind alle abgefüllt. Es hat dieses Jahr etwas länger gedauert, die Weine hatten eine längere Reifezeit im Faß gebraucht. Fast wie in jedem Jahr: Frisch und fruchtig mit der typischen Eleganz des Moselrieslings. Nicht die Opulenz der herausragenden 2009er Rieslings, etwas zartgliedriger und feiner, aber wie immer in der Tradition und im Weinstil unseres Weingutes.

Leider gibt es auch einen Wermutstropfen:
Die Weinmengen sind äusserst begrenzt. Kühles Blütewetter verhinderte letztes Jahr eine optimale Befruchtung der Blüte. Nachfolgende Trockenheit im Juli und beginnende Traubenfäulniss vor der Ernte verringerten zusätzlich unsere Erntemengen. Mit einer 60 % Ernte ist der 2010er Jahrgang einer der kleinsten Jahrgänge der letzten Jahrzehnte.

Wir gehen davon aus, das wir den 2010er nur begrenzt liefern können und etliche Weine schnell ausgetrunken sind. Eine rechtzeitige Bestellung ist anzuraten. Bestellen können Sie ab sofort hier und hier. Alternativ haben wir noch kleinere Bestände an 2009er und 2008er Weinen.

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Newsletter No. 1: Eine Sau durchs Internet treiben, Hintergründe und ein Riesenschwanzvergleich

3. Februar 2011

Nun ist er da, der erste Newsletter aus dem Weingut Steffens-Kess. Nachdem etliche Leser dieses Blogs mir Ihre Meinung zu einem Newsletter kundgetan haben,  habe ich mich entschieden, ihn in unregelmässigen Zeitabständen zu veröffentlichen und ihn über den Newsverteiler den angemeldeten Lesern zu senden. Inhaltlich soll er über vergangene Blogeinträge zusammenfassend informieren, Hintergründe beleuchten und andere interesannte Begebenheiten aufgreifen.

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Eine Sau durchs Internet treiben:

Eine Riesenresonanz im Internet gab es im Dezember für unsere Berichterstattung über den Schneewinter an der Mosel. Schnee an der Mosel in Mengen, wie alte Leute es noch nicht erlebt hatten. Das Nächtliche Treiben in der Reiler Goldlay war der erste Höhepunkt, der Knüller das Video vom Snowboardfahren zwischen den Rebstöcken im Burger Hahnenschrittchen und in der Reiler Goldlay. Die Idee schon Tage vorher ausgebrütet, ich war als Kameramann geplant, leider Gottes im Weinkeller als ich telefonisch abgerufen werden sollte, und so setzten Kollege Thorsten und Reece diese Idee alleine in die Tat um und Praktikantin Beate filmte. Eine gigantische Verlinkungswelle und Berichterstattung im Web war die Folge. Dank Iris fand auch eine schnelle Verbreitung im französischsprachigem Raum statt. Ein Bericht über dieses Treiben im Weinberg bei einem französischen Weinblogger wurde über 12 000 mal angesehen.

Das Anfang Januar kommende Moselhochwasser nahm ich zum Anlass, fast live aus dem Weinkeller zu berichten, sozusagen den eigenen Untergang zu dokumentieren. Die Resonanz auf meine Artikelserie topte noch die Berichterstattung über den Schnee an der Mosel. Großen Anklang fand das Video mit der Bootsfahrt im Weinkeller. Neben einer intensiven Berichterstattung  in französischen MedienIris verbreitete meine Berichte und übersetzte sogar (tausend Dank nochmals) – gab es auch Lob über meinen Bürgerjournalismus von Manfred Klimek bei Captaincork und viele andere Weinblogs berichteten ebenfalls.

Auf folgenden Blogeintrag und einen Kommentar von mir zum Thema Moselhochwasser möchte ich noch verweisen:

Hochwasser 2011: 7371 Tage

“Lieber Dirk,es ist nicht tragisch, die Mosel im Keller zu haben. Es gehört einfach zum Leben dazu wenn man direkt am Moselufer wohnt. Dieses Schicksal habe ich selbst gewählt. Tragisch ist es, wenn es in der Wohnung steht. Das kommt durch die Klimaänderung leider öfter vor. In den neunzigern des letzten Jahrhunderts gab es fast jedes Jahr ein Jahrhunderthochwasser – natürlich sind mir Jahrhundertjahrgänge beim Wein viel lieber – und die hatten es alle in sich. Dagegen ist das jetzige fast harmlos, noch zumindestens. Viele Grüße von einem entspannten Moselwinzer”

Es ist halt einfach etwas ganz normales für einen Moselbewohner…

 Wikio - Top Blog - Wein

Ein Freund machte mich darauf aufmerksam, das ich im Dezember Blogranking von wikio auf Platz 8 aufgerückt sein. Nun ja, nimmt man zur Kenntniss. Im Januar Blogranking, welches erst am 5. Februar veröffentlicht wird und schon vorab den betroffenen Blogs heute mitgeteilt wurde, bin ich auf Rang 9 abgesunken, obwohl ich durch die Hochwasserberichterstattung bedeutend mehr Links zu meinen Seiten erhalten habe. Ist mir aber auch egal. Meine Seiten werden gelesen und die Resonanz ist sehr gut.

Passenderweise gab es heute wieder Riesenschwanzvergleiche. Wer hat den größten, den dicksten usw.  Sind halt kleine Jungen Spiele…

Verhalten die Diskussion bei Dirk Würtz,  der Riesenschwanzvergleich bei Michael Liebert ist ein Witz. Platz Nr. 1 bei Michael ist das Pressemitteilungs- verteilungsportal nikos-weinwelten, dass anhand eigener Mediadaten bewertet wird – Ich würde auch meine Zahlen nach oben korrigieren, wenn ich Werbung hier auf diesem Blog verkaufen würde – der Brüller ist Platz 2  Captaincork dessen Zugriffzahlen einfach erwürfelt geschätzt wurden.

Lieber Herr Liebert, könnten Sie mein Blog, die Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß, auch einmal schätzen?

Vor etlichen Jahren gab es diese Hitlisten nebst erregten Diskusionen schon einmal. Es wiederholt sich. Ich brauche das nicht. Meine Zugriffzahlen gehen nur mich etwas an und sagen nichts über die Qualität meines Blogs aus. Aber wenn ich ehrlich bin, ich hab gerade nachgeschaut, ich habe ihn, den größten und…..