Weinbergshäuschen, Juni 2006


Reste aus einer vergangenen Zeit findet man in den Reiler Weinbergen. Die Weinbergshäuschen oder Weinbergshütten dienten als Lager für Weinbergsgeräte und schützten die Winzer vor schlechtem Wetter. In Zeiten, wo man noch zu Fuß unterwegs war, sehr wichtig!

Dieses Weinbergshäuschen stammt aus neuerer Zeit und wurde schon in Beton gegossen. Da sie nicht mehr benötigt werden, verfallen die meisten.

Da Rebland einmal sehr wertvoll war, wurde dieses Häuschen als Keller angelegt. Obenauf wuchsen Reben. Um Schädlinge und Pilzkrankheiten zu bekämpfen, ging der Winzer mit der Rückenspritze und dem Spritzpulver in den Weinberg. In jedem Häuschen war ein Wasserbecken eingebaut, welches vom Regenwasser gespeist wurde. So konnte sich der Winzer die mühsame Wasserschlepperei sparen.

Frisch renoviert und als klitzekleine Landvilla genutzt: Die Schutzhütte eines Freundes. Eine herrliche Aussicht ins Moseltal, ein Freisitz auf der Trockenmauer und ein kleiner Keller, in dem zwei Kisten Wein Platz finden.

Auch so eine Art Hütte, aber mit einem Kreuz auf dem Dach und somit als Gotteshäuschen erkennbar.

Eventmanagment, Mai 2007


Neben der Arbeit im Weinberg hat der Winzer noch einige andere Aufgaben. Im Rahmen der Weinvermarktung gilt es, den Weinverkauf zu fördern. So werden z. B. Wanderweinproben veranstaltet, die auch einen reichhaltigen Imbiss beinhalten.


Wenn bei einer Weinwanderung kein Imbiss im
Weinberg gereicht wird, gibt es zur anschließenden Weinprobe im Weingut einige „Schweinereien“.


Als regionaltypisches Gericht bieten sich z. B. Kuttelflek mit einen Stück Brot hervorragend an. Ideen sind gefragt und keine standardisierten Schnitzel mit Pommes.


Als Highlight, jedoch nur im Freundeskreis, hatten wir im Mai ein Dinner auf einer Waldlichtung durchgeführt. So ganz nobel und edel. Sollte mal der Weinverkauf schlecht laufen, könnte man damit vielleicht seine Brötchen verdienen.


Es war natürlich anstrengend das ganze Küchenequipment am nahen Waldrand aufzubauen. Aber unser Meisterkoch Theo brauchte natürlich sein Handwerkszeug um das Fünf-Gänge-Menü zu kochen. Aber die Mühe war es wert!


Guten Appetit!!

Die Natur erwacht, April 2007


Ein ganz ungewöhnlicher April liegt hinter uns. Mit
zunehmender Wärme verwandelten sich die Landschaft in ein Blütenmeer. Mit einer
bisher nicht gekannten Schnelligkeit blühten sämtlich Sträucher und Bäume in
kürzester Zeit.Fast jeden Tag strahlend blauer Himmel,sommerliche Temperaturen und keinerlei
Niederschlag.



Herrlich, diese Spiegelung der Uferbäume in der Mosel.
Anfang
des Monats schon üppiges Grün bei den Büschen auf den Felsen.
Zehn Tage später
sind auch die Reben in einem saftigem Grün.

Das warme Wetter macht Lust zum
schwimmen. Die Mosel ist zwar noch etwas kalt, sieht aber sehr einladend aus.

Die Trockenheit machte am Monatsende schon einigen Pflanzen zu schaffen, z.B.
unseren letztjährig gepflanzten Weinbergspfirsiche. Diese zeigen schon
Welkeerscheinungen und mussten gewässert werden. Die Reben sind durch Ihre
tiefen Wurzeln zwar noch ausreichend mit Wasser versorgt allerdings wird es von
Tag zu Tag weniger und so sehnen wir uns einen ausgiebigen Regen herbei.

Abwechslungsreich, März 2007

Der März gestaltete sich äußerst abwechslungsreich. Durch
die warmen Temperaturen war die Blüte
des Weinbergspfirsichs einige Zeit verfrüht zu sehen.


Anfang des Monats trat nach kräftigen Regenfällen die Mosel über
ihr Ufer. Im wahrsten Sinne des Wortes, unsere Adresse, „Moselstraße“. Nun
unter Wasser. Jedoch konnten wir unseren Keller abdichten und er blieb vom
Hochwasser verschont.

Nach dem Rebschnitt wurden die Fruchtruten nach unten
gebogen und festgebunden. Sinn dieser Übung ist, das die Reben gleichmäßig
austreiben und das neue Grün sich
luftig und locker im Spalier festranken kann.

Frühmorgens waren die Spinnennetze noch mit Tau oder Reif
belegt und mittags lief man schon im Sommerhemd durch den Weinberg.

Gegen Ende März gab es sogar noch einen kleinen Schneesturm,
der für kurze Zeit die Landschaft in ein weißes Tuch hüllte.

Mit Kollegen trafen wir uns öfter um den Neuen 2006er
Jahrgang zu probieren und zu beurteilen. Da man ja bekanntlich niemals
ausgelernt hat, ist der nebenher verlaufende Erfahrungsaustausch sehr wichtig.
Bei der diesjährigen Jungweinprobe der Ökowinzer hatten ausnahmslos alle Weine
sehr gut geschmeckt und es fanden fruchtbare Diskussionen statt.

Abfüllzeit, Febraur 2007

Die wichtigste Arbeit im Februar ist das Abfüllen der neuen
Weine. Die Geräte werden mit Heißdampf oder reinem Alkohol sterilisiert, um Verderb durch Mikroorganismen vorzubeugen. Der Wein wird mit dem Schichtenfilter keimfrei filtiert.


Auch beim Füllgerät wird auf eine ausreichende Desinfektion
der Füllhähne geachtet.


Die Hygiene stimmt und es kann endlich abgefüllt werden.

Für unseren Kleinbetrieb haben wir noch halbautomatische
Maschinen, die von Menschen bedient werden müssen. Opa Reinhard hilft immer noch gerne beim abfüllen.

Die Flaschen werden mit Naturkorken verschlossen.


Geschafft: Der Weinkeller ist wieder gut gefüllt und der
Weinverkauf kann starten.

Abfüllvorbereitungen, Januar 2007


Die jungen Weine
wurden Anfang Januar filtriert. Unser Filter besteht aus feinen Edelstahlsieben,
die auf einer senkrechten Hohlwelle platziert sind. Mit dem Wein wird
Kieselgur
durch diese Siebe gepumpt und die Hefe bleibt dann in der Kieselgur
auf dem Sieb hängen und der Wein kommt glanzhell aus dem Filter.
(Im Bild ist der Filter geöffnet)


Unser Freund Michael,
Kellermeister in einer großen Weinkellerei, beim Wein probieren.


Erst danach kann
man den jungen Wein so richtig probieren, da die Hefe die Geschmackwahrnehmung
behindert. Wie in jedem Jahr,
probierten wir mit Freunden unsere Weine. Es wurde sehr
kritisch probiert und es half uns, die Weine qualitativ einzuordnen.
Unsere Freunde und wir waren bei dieser Probe sehr zufrieden. Die
2006er haben sich hervorragend entwickelt. Kräftig, mit Schmelz
und Kraft. Im oberen Qualitätsbereich schon wuchtig mit klaren
Fruchtnoten. Bei soviel Zufriedenheit kann man natürlich an die
Abfüllplanung gehen.

Die Vorbereitungen für die Abfüllung laufen auf Hochtouren.
Neben vielen anderen Dingen müssen auch noch Flaschen ins Weingut
gebracht werden. Das Verkaufslager und der halbe Hof ist nun belagert.
Anfang Februar werden die Flaschen dann im Keller verschwunden sein
um den neuen Jahrgang zu beherbergen.

Lieber im Backofen als im Weinberg, Dezember 2006


Im Sommer ärgern wir uns über
die Wildschäden im Weinberg und im Dezember wird dann Rache geübt.

So gefällt uns ein Wildschwein
oder ein Reh am besten: Über Nacht mit den verbliebenen Kräutern
aus dem Kräutergarten, Knoblauch, Riesling-Weinessig, Riesling
und Olivenöl marinieren, mit Gemüse anbraten und dann für
einige Stunden bei niedriger Temperatur in den Ofen.


Die Vitamine zum Braten liefert der
Wingertssalat (Feldsalat).

Wingertssalat, weil er in unseren Weinbergen auf dem Schieferboden
hervorragend wächst und im November/Dezember nur noch geerntet
werden muss.

Am besten eine Vinaigrette mit unserem Riesling-Weinessig, Zwiebeln,
geröstete Sonnenblumenkerne und selbst gemachte Croutons.

Da die Arbeit im Weingut nicht drängt, trifft man sich mit Kollegen
und Freunden. Die Fällung unseres Weihnachtsbaumes wurde zum
Anlass genommen, die Grillsaison an der Mosel zu beenden.

Zwei Bio-Hühner wurden über dem Rebholzfeuer gegrillt und
verspeist.

Drei der sieben Zwerge…

…die anderen vier Zwerge?

Die nötige Wärme brachte
das Lagerfeuer und ein selbstgemachter Glühwein:

1 Liter Riesling, 1 Zimtstange, 3 Nelken, 50 gr. Zucker und eine Prise
Pfeffer.

Das ganze eine halbe Stunde ziehen lassen, nicht Kochen!

Zum Wohl!

Laubfall, November 2006


Die Herbststürme schütteln das Laub von den Bäumen
und bescheren uns alle paar Tage die Ehre, den Hof kehren zu müssen.


Gedenktafel in Trarbach

Wie mag es wohl dem Geheimrat
Goethe vor über 200 Jahren ergangen sein, als er in „sturmgepeitschter“
Novembernacht mit den Boot auf der Mosel unterwegs war und in Traben-Trarbach
landete? Hatte der alte Weinliebhaber zuviel des guten Moselweins
genossen und in seinem Reisetagebuch etwas übertrieben? Oder
lag seine Angst darin begründet, dass er nicht schwimmen konnte?
Oder….??


Im Weinberg haben wir angefangen die Reben zu schneiden. Die überflüssigen
Triebe werden abgeschnitten.


Nach dem Rebschnitt bleiben zwei einjährige Fruchtruten stehen,
die später nach unten gebogen werden und im kommenden Jahr die
Trauben hervorbringen.


Im Weinkeller findet der „Abstich“
statt. Der trübe Jungwein wird von der Hefe abgezogen und die
Hefe wird dann aus dem Fass entfernt.

Turboernte, Oktober 2006

Herrliches Erntewetter, wenn da nicht
die Fäulnisgefahr wäre

Schnell musste der Riesling gelesen
werden. In einer noch nie gekannten Eile ernteten wir die Trauben.
Durch die Wetterkapriolen der letzten Monate waren die Traubenschalen
sehr dünnhäutig geworden. Kräftige Regenfälle
in den ersten Oktobertagen ließen dann die Trauben aufplatzen
und Fäulnis bedrohte unsere Ernte.

Mit einer großen Mannschaft schafften wir es Anfang Oktober,
innerhalb weniger Tage, die Trauben zu ernten, damit die Fäulnis
nicht Qualität und Quantität beeinträchtigte.

Damit die Arbeitsmoral gut blieb, gab
es natürlich mittags ein deftiges Weinbergsessen.

 

Und so sah man nur strahlende Gesichter beim Ernten, zumindest bei
der Chefin.
Kleinere Blessuren gab es am Rande des
Geschehens auch noch: Unser Junior schnitt sich im Eifer des
Gefechtes in die eigene Nase und musste mal kurz ins Krankenhaus zum
verarzten. Es wird uns wohl immer ein Rätsel bleiben, wie er
das gemacht hat…

Bei Kollegen, die nicht so schnell ernteten,
faulten die Trauben über Nacht weg. Mengenverluste und kräftige
Qualitätsprobleme dürften die Folge sein.

Im Weinkeller wird mit der Mostwaage
der Gärverlauf überwacht und evtl. korrigierend eingegriffen.
Natürlich wird der Neue auch probiert, bzw. als Federweißer
zu einem Zwiebelkuchen gereicht.

Morgens der typische Herbstnebel.

Mittags die schönsten Herbstfarben.

In der letzten Oktoberwoche pflanzten
wir noch verschiedene Bäume in die Böschungen unserer Weinberge:
Weinbergspfirsiche, Pflaumen und einige Feigensetzlinge. Die jungen
Pflanzen wurden angewässert und mit einem Stammschutz versehen.

Herbstputz in unserem Weinkeller, September 2006

Großer Herbstputz
im Weinkeller. Die Holzfässer werden den Sommer über mit
Wasser konserviert. Vor dem Herbst werden sie entleert und gereinigt.

Unsere Praktikantin
Judith sorgt dafür, dass die Weinpresse auch von innen glänzt.

Unseren Rivaner haben wir Ende September
geerntet. Der nasse, kühle August und die warmen, sehr schwülen
Septembertage hatten starke Fäulnis zur Folge.

Und so stehen wie jedes Jahr unsere Erntehelfer vor der Herausforderung
„Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.“

Das ist das Ergebnis:

Nur das beste ist in der Kiste und wird in das Kelterhaus gebracht.
Faule Trauben würden die Qualität stark vermindern und die
Gefahr einer Fehlgärung wäre gegeben.

Es wird spannend. Die ersten Rieslingtrauben werden wir Anfang Oktober
ernten. Mit viel Elan geht die große Erntemannschaft ans Werk.
Die Trauben müssen schnell geerntet und sortiert werden, bevor
die Fäulnis Oberhand bekommt.

Wir sind auf den 2006er Wein schon sehr gespannt. Die ersten gärenden
Moste schmecken vielversprechend.

Die modernen Traubenvollernter sind
zwar billiger und schneller als die Handlese, aber selektiv ernten
und in unseren Steillagen ernten, das können sie nicht.