Newsletter No 5: Murphys Gesetz Teil 2, Wellness beim Winzer, andere Begebenheiten und ein Pin-up für ältere Winzer

30. Oktober 2011

Wie ich hier berichtete wurde unsere Weinpresse hart vom Murphys Gesetz getroffen:  „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“  Und die Geschichte ging noch weiter.

Kurz nachdem die Elektrik wieder funktionierte, hatte sich die Packung einer  Stopfbuchse  fest gefressen und musste erneuert werden. Eine Traubenpressung später, Murphys Gesetz sei dank, schaltete die Weinpresse nicht mehr vom Vorentsaften auf Pressen um. Der Monteur kam umgehend und, wie der Teufel so will, die Presse funktionierte wieder einwandfrei. Aber nur bis zur allerletzten Pressung. Das gleiche Problem! Gut, das ich in weiser Voraussicht Ersatz für den Übeltäter, ein pneumatisch/elektrischer Mikroschalter, in den Schaltschrank gelegt hatte, der dann doch noch getauscht werden musste. Die Rechnungen der diversen Ersatzteile sind mittlerweile alle gekommen…

Bild: Alexander Thomas

Wellness beim Winzer wurde den beiden anwesenden Weinhändlerinnen anlässlich der Weinhändlerbespaßung Anfang Oktober geboten. Wie ich hier berichtete, müssen für eine saubere Gärung, die im Traubensaft vorhandenen Trubstoffe vom Most abgetrennt werden. Dieser Trub wird dann landbaulich verwertet. Ein bei der Ernte mithelfender Arzt dachte vor Jahren über eine weitere Verwertung nach und wagte den Selbstversuch mit einer Gesichtsmaske. Das war es! Sozusagen unter ärztlicher Aufsicht getestet.

Die Durchblutung der Gesichtshaut wird durch diese Trubstoffe immens gefördert, Falten verschwinden, die Haut wird jung und prall, und und und…  Besser als jede Anti-Age-Creme! Leider nicht konservierbar und daher nur während der Weinernte im Winzerkeller frisch erhältlich. Schade, dass ich an diesem Abend meine Kamera nicht im Keller dabei hatte, denn sonst hätte ich mit vorher/nachher Fotos die Wirkung demonstrieren können. Eine Geschäftsidee für die nächste Weinernte. Vielleicht noch zusätzlich  Sitzbäder anbieten?

Nicht nur eigene Trauben wurden bei uns verarbeitet. Leon, ein junger Weinbaustudent, der mir dankenswerter Weise eine Übernachtungsgelegenheit in seiner Studentenbude für das erste deutsche Vinocamp überlassen hatte, kelterte, mangels eigener Weinpresse, seine Trauben in unserem Weingut. In der Weinuni Geisenheim theoretisch lernen und das gelernte im eigenen kleinen Weinberg und Keller umsetzen. Dieses theoretische und praktische Lernen hat er bei seinem  letztjährigen Wein, der während der Kelterung probiert wurde, schon sehr gut umgesetzt. 

Die immer extremeren Wetterverhältnisse, die mit zunehmender Klimaänderung auftreten, spüren wir nicht nur im Weinberg. Ein typisches Beispiel ist die Fasstürdichte, die zum Abdichten der Weinfässer benötigt wird. Davon gibt es zwei Sorten: Rita und Wino. Ein Scherzkeks – meine Kinder? – hat auf den Vornamen meiner Frau ergänzt.

In früheren Jahren habe ich die Wino bevorzugt, war auch bei kalten Kellertemperaturen sehr gut verarbeitbar, Faßtürdichte Rita dagegen steinhart. Durch die immer wärmer werdenden Weinkeller bekam die Wino eine Konsistenz von Vaseline und wurde zu weich um sie als Dichtmittel für Faßtürchen zu verwenden.

Erfreulich an der Klimaänderung ist das Erntewetter. Während es in meiner Jugend jeden Morgen kalte Finger bei der Ernte gab, die Tage kühl und diesig waren, konnte ich diesem Herbst fast durchgängig im T-shirt oder hemdsärmelig die Trauben ernten. Zudem Kaiserwetter um schönste Fotos zu machen.

Bild: Ralf Scholze

Bild: Ralf Scholze

Ralf Scholze, Reisejournalist und Fotograf, war bei obiger Weinhändlerbespaßung auch dabei und fotografierte. Er hat ein  Faible für die Mosel und macht  wunderschöne Moselbilder. Seine Alben finden Sie hier, Facebookmitglieder können sich noch mehr  Bilder hier anschauen. Bemerkenswerte Bilder!  Persönlich finde ich die Pin-up Bilder für ältere Winzer sehr gelungen.

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Frühling?

27. Februar 2011

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Nachdem die letzte Woche nochmals mit bitterkalten Temperaturen und sehr feuchter Luft aufgewartet hatte, sagen die Wetterfrösche in den nächsten Tagen Frühlinghaftes Wetter voraus. Wird auch Zeit. In diesem langen und kalten Winter habe ich genug im Keller und Weinberg gefroren.

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Die Katze träumt auf dem Drucker im Büro, anstatt draussen Mäuse zu jagen.

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Ich hingegen träume von sommerlichen Weinproben auf der Terrasse.

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Alternativ, falls der Frühling nicht kommt,  wäre obiger Whirlpool mit warmen Wasser und gekühltem Moselriesling auf der Schwimminsel ein alternatives Traumthema.

Ab morgen wird unsere Weinbergsmannschaft noch durch zwei Aushilfen verstärkt, damit der Rebschnitt zügig erledigt wird. Winterbedingt sind wir im Rückstand und es ist noch einiges zu tun.

Der Herbst naht

12. September 2010

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Der Herbst kommt mit mächtigen Schritten. Während am letzten Sonntag noch Baden in der Mosel angesagt war, ist dies mittlerweile nur noch für abgehärtete Schwimmer empfehlenswert.

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Das letzte Großweinfest an der Mosel ist dieses Wochenende in Bullay.  Das dazu gehörende Feuerwerk schauten wir uns gestern, mit einem Glas Riesling in der Hand, vom Aussichtturm bei der Marienburg an. Fast unmerklich geht die Touristensaison in den nächsten Wochen zu Ende.

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Die Mauereidechse ist wie der Mensch auf der Suche nach den wärmenden Sonnenstrahlen des Altweibersommers, der hoffentlich lange anhält, damit unser Riesling optimal reifen kann.

Herbstfarben

8. Oktober 2008

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Noch die Landschaft geniesen, bevor uns der Erntestreß ereilt. Die Bäume präsentieren sich in den schönsten Herbstfarben. Wenn der Morgennebel von der Sonne vertrieben ist, kann man sich nicht sattsehen.

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Blutbad

9. Juni 2007


Gestern abend noch ein Blutbad veranstaltet. Nach einer Weinprobe wollte ich die leeren Flaschen wegräumen und bin dabei im Halbdunkeln gestolpert. Leider ist dann eine Flasche zerbrochen und zum Nähen mußte dann der Weg ins Krankenhaus angetreten werden.

Es ist zwar schon eine ganze Weile her, dass ich meinen Zivildienst beim Roten Kreuz dort abgeleistet habe, aber ich kannte doch noch einige der Krankenschwestern. Unter dem Motto, der wird sowieso nicht krank feiern und weiter arbeiten, wurde sich keine Mühe mit dem Verband gemacht. Da ich als “Selbstständiger” immer selbst und ständig da bin, werde ich natürlich nicht krank feiern. Die Arbeit muß erledigt werden, zwar etwas langsamer (leider) mit der lädierten Hand, aber es wird schon gehen.

Ärgerlich, wenn solche Arbeitsunfälle passieren. Immer dann, wenn man sie nicht gebrauchen kann. Obwohl sie teilweise kurios sind, wie z. B. eine Praktikanntin, die von einem Edelstahltank von hinten angefallen wurde… Aber das ist eine andere Geschichte und davon gibt es noch einige mehr.

Angeklopft

26. Mai 2007


Gestern Abend war gewittrige Stimmung, so richtig, mit Dauerblitz und Donnergrollen. Blitze, die Sekunden zählen, multiplizieren mit 330 Meter, gleich Entfernug, Gut, noch weit weg und entfernt sich….

Doch plötzlich klopfte es an. Ich ahnte und bekam Muffensauen… Fester Regen, allgemein als Hagel bekannt. Doch Gottseidank kam einige Sekunden später der Starkregen wieder als flüssige Form zu Boden. Gesamt 23 l je qm, innerhalb einer halben Stunde.

Vorfreude

22. April 2007

Morgen gehts zur Intervitis/Interfructa: “Die” Messe für den Winzer und Kellermeister. Alle drei Jahre trifft sich in Stuttgart die halbe Europäische Winzerschaft um Neuheiten und Innovationen zu sehen und um sich direkt bei den Herstellern zu informieren. Unser Kollege Thomas Lippert vom Winzerblog wird von dieser Leitmesse in seinem blog ausführlich berichten.

Ich freue mich schon auf diesen Messebesuch. In aller Frühe werde ich mit Kollegen nach Stuttgart fahren um meine geplanten Besuche bei einigen Ausstellern zu absolvieren. Auch ich werde hier berichten, was es neues gab, welche Investitionen bei uns geplant oder getätigt werden.

Kunst oder Pleitegeier?

15. April 2007

Der Pleitegeier ist es sicher nicht, der im Weingut unseres Kollegen Thomas Müller steht. Ich würde es eher als Kunst betrachten. Einen passenden Stein am Moselufer suchen und mit Edelstahlresten vom Schrotthändler einen Vogel bauen. Kreative Filigranarbeit, mit den kräftigen Winzerhänden von Thomas zusammengefügt. Ich werde diesen Vogel mal bei Tageslicht fotografieren. Oder besser noch, den ganz großen Edelstahlvogel, der in einer anderen Ecke steht.

“Beste Badische Bioweine 2007″

27. März 2007

Wie in jedem Jahr habe ich mich darüber gefreut, von meinen Kollegen in Baden als Jurymitglied für die Verkostung “Beste Badische Bioweine 2007″ berufen zu sein. Die Verkostung fand in der Alten Wache in Freiburg statt. Aus über 200 Bioweinen galt es die besten zum Sieger zu küren. Die Verkostung war harte Arbeit, aber die Weine haben mir und meinen Mitverkostern sehr gut gefallen. Die Siegerweine werden am 28 April im Freiburger Hotel Colombi bekannt gegeben.

Weitere information gibt es im Webblog der badischen Kollegen: www.ecovin-baden.de

Glück gehabt

4. März 2007

Wieder erwarten ist die Mosel stärker angestiegen als gemeldet. Da aber ein Ende abzusehen ist, habe ich den Wasserschacht, aus dem die Mosel kommt, abgedichtet. Eine alte Decke drüber, Eisenplatte drauf und mit einem kleinen Edelstahltank beschwert.

Nun liegen wir ca. 20 cm unter Moselniveau und hoffen, das das Hochwasser zurückgeht.