Berufswettbewerb

2017-02-16 Bodenprobe

Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend und ich habe mitgemacht. Nein, nicht als Berufsjugendlicher, sondern als Jurymitglied. In diesem Wettbewerb sollen die besten Azubis ihrer Zunft ermittelt werden. Diese Wettbewerbe gibt es in vielen Berufen.

In jungen Jahren habe ich auch daran teilgenommen und es sogar bis zum Bundessieger in der Sparte Weinbau gebracht. Natürlich viel Ruhm und Ehre eingeheimst, auch einiges dazu gelernt. So war es außer Frage, dass ich direkt für die Jury zusagte, als der  Landjugendverband anfragte.

Neben schriftlichen Aufgaben, wie z.B. einem Test des Allgemeinwissens, gab es etliche praktische Aufgaben. Wein degustieren und beurteilen war eine davon. Bei der Bodenbeurteilung und Entnahme einer Bodenprobe für eine Analyse waren ein Winzerkollege und ich als Jurymitglied eingeteilt. Warum, wann, und wie oft eine Bodenprobe genommen wird, mit welchen Gerätschaften diese gezogen wird, welche Analyseparameter benötigt werden und viele weitere waren unsere Fragen.

Dann ging es an die praktische Umsetzung. Der Rasen neben den Steillagenzentrum war Tabu und um Fahrwege in den Weinberg zu vermeiden, stand eine große Kunststoffkiste prall mit Schieferboden gefüllt bereit. Da es morgens noch lausig kalt war, wurde diese kurzerhand in den Versuchskeller des Staatsweingutes Bernkastel verbracht und so konnten die Trockenübungen in relativ warmer Umgebung durchgeführt werden.

Der Bohrstock wurde mit großem Hammer in die Erde getrieben. Die Azubis zogen dann mit diesem eine Bodenprobe, die für das Labor verpackt und bezettelt werden musste.

2017-02-16 Fass füllen

Zwischendurch, wenn es die Zeit erlaubte, schauten wir in den Nachbarkeller. Dort war Teamarbeit angesagt. In Zweiergruppen musste mittels Pumpe ein kleines Fass aus einem zweiten bis zum Rand gefüllt werden. Dabei wurde die Teamfähigkeit, das Produktschonende Arbeiten, der Arbeitsablauf und weitere Parameter überprüft.

Ab und zu schallte Gelächter der Jury durch den Keller. Manchmal bekam der Azubi am zu füllenden Fass eine Dusche ab, wenn der Partner an der Pumpe zu spät auf Zuruf reagierte oder dieser zu spät erfolgte, da dann der “Übungswein” – es wurde natürlich mit Wasser geübt – in weitem Bogen aus der oberen Fassöffnung spritzte.

Das Ausbildungsniveau war super und ich hoffe für die teilnehmenden Azubis, dass einer es bis zum Bundessieger schafft.

Nachtrag 18.02.2017

Da ich am Wettkampftag nicht bis zur Siegerehrung bleiben konnte, nun nachträglich einen Glückwunsch an Nico Zens – der schon beim ziehen der Bodenprobe geglänzt hatte –  und Lucas Bollig, die nun das Weinanbaugebiet Mosel im Bundesentscheid vertreten werden.

winterlich

2016-12-30-eiskristalle2Zwischen den Jahren verfärbte sich die Landschaft stellenweise ins winterliche weiß. Die Reben waren in höheren Lagen von Rauhreif umschlossen2016-12-31-eiskristalleund bizarre Eisnadeln  zu sehen.2016-12-30-eiskristalle3Die Moselweinberge hatten eine weiße Wintermütze auf.

In den kommenden Tagen soll uns der Frost erhalten bleiben. Innendienst für den Winzer. Zeit, sich um den jungen Wein zu kümmern. Zeit, um all den Kleckerkram zu erledigen, der meistens liegen bleibt oder aufgeschoben wird.

Bio-Glühwei(h)n-Nacht

2014-12-11 Bioglühweinhnacht

Gemütliches Beisammensein bei leckerem  Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau.

Am Samstag, den 10. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

Wie gehabt, spenden wir den Glühwein und der Erlös wird an eine wohltätige Organisation gespendet. Welche ist noch unklar. Der Familienrat wird sich noch beraten.

Für die, die von weiter herkommen und auch Durst haben: Der letzte Zug ab Reil fährt um 21.57 nach Bullay, dort besteht Anschluß nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 21.28 Uhr.

Heute Abend wird Probe gekocht. Unser Azubi ist dabei, lernt guten Riesling zum Glühwein zu veredeln, darf probieren und mit entscheiden, welcher Riesling genommen wird.

So sehen Sieger aus

2016-09-20-ecowinner

Foto: ECOVIN

So sehen Sieger aus – gleich 3 unserer Weine haben es geschafft!

Beim Weinwettbewerb EcoWinner unseres Ökoverbandes ECOVIN, haben wir sehr gut abgeschnitten. Gleich dreimal waren wir bei den Siegern dabei:

Der 2014er Rieslingsekt in der Kategorie Sekt, 2015er Reiler Goldlay Kabinett und 2015er Burger Hahnenschrittchen Riesling Spätlese in der Kategorie leichte, trockene Weine.

Abweichend von vergangenen EcoWinner Verkostungen und anderen Weinwettbewerben wurden die besten Weine ohne Punktenennung in einer Siegergruppe zusammengefasst.

Wie Sie als Leser meines Blogs wissen, halte ich sehr wenig von Weinwettbewerben mit Punktevergaben und Bestenlisten, da dort vieles dem Zufall überlassen ist und Weine sich nicht in ein starres Punktssystem pressen lassen. Daher freue ich mich über diese Art der Bewertung, so ganz ohne Punkte und Rankinglisten, da Wein ein viel zu emotionales Produkt ist und Qualität nicht durch Punkte erfassbar ist.

 “Da es aber dem eigenen Ego sehr gut tut, nehme ich trotzdem an einigen Weinwettbewerben teil und es schmeichelt, wenn mal wieder eine Urkunde oder eine lobende Erwähnung in Haus flattert…”

schrieb ich einmal hier im Blog. Für den langfristigen Reputationsaufbau sind, trotz oben aufgeführter Kritik, diese Weinwettbewerbe sehr gut geeignet.

Zum Nachlesen und um sich in die Materie zu vertiefen, empfehle ich folgende zwei Links: Gelddruckmaschine? und gebauchpinselt

Nachdem

2016-09-01-terassenNachdem wir einige Tage wundervolle Landschaften erleben durften, 2016-08-31-haferfeld

immer strahlend blauen Himmel hatten – Kaiserwetter genannt -,2016-09-10-kueste

fremde Küsten nebst2016-09-10-sonnenuntergang

wunderschönem Abendrot sahen und2016-09-10-muscheln

dass Abendessen in einer hier in Deutschland schwer zu findenden Qualität selbst kaufen und zubereiten durften, sind wir wieder erholt aus dem Urlaub zurück gekehrt und haben uns schon heute an die Vorbereitungen für die kommende Weinernte begeben.

Und in diesem Zusammenhang auch das Rezept für die Muscheln, da ich immer wieder danach gefragt werde:

Möhren und Lauch klein schnippeln, in Butter andünsten und mit Riesling, am besten Mosel, Bio und reichlich, ablöschen, etwas Gemüsebrühe dazu, bei starker Hitze aufkochen und pro Person 500 gr. Muscheln in den Sud geben. Deckel drauf und nach einigen Minuten mal nachsehen. Wenn die Muscheln dann alle geöffnet sind, sofort auf den Tisch, Baguette dazu reichen und ganz wichtig: Riesling dazu trinken, gegebenenfalls eine weitere Flasche öffnen, falls die Muscheln zu reichlich davon bekommen haben.

Fundsache

2015-08-12 Patrone

Erstaunlich, was man so im Weinberg findet. Dürfte sicherlich noch aus dem letzten Weltkrieg stammen. Ist in all den Jahrzehnten im Weinberg nicht gefunden oder nicht beachtet worden.

Das gibt mir Hoffnung, dass ich die beiden Ballastgewichte vom Kettenschlepper, die ich vor einer gefühlten Ewigkeit verloren habe,  irgendwann wieder finden werde. Dringlicher wäre jedoch, die im Sommer verlorene Rebschere zu finden, bevor sie durch Rost funktionsuntauglich wird.

Wetterkapiolen, die 4te: Weitere Schreckensbilder

2016-08-07 GoldlayWährend es bei uns in der Reiler Goldlay gut aussieht, hat andernorts das Wetter es nicht gut mit den Winzern und Landwirten gemeint.   2016-08-16 weingut-lorenz-at

Foto: Michi Lorenz, Weingut Lorenz

Am vergangenen Montag gab es heftige Hagelunwetter in der Steiermark, Österreich. Bei den ohnehin durch den Spätfrost stark geschädigten Weinbergen, ich berichtete hier und hier darüber, wurde der sehr kleine zu erwartenden Ertrag nochmals stark dezimiert.

“Ende April hat der Frost 90-95 Prozent vernichtet. Zum Glück trieb wieder was nach und wir konnten zumindest mit 30 Prozent rechnen. Der heutige Hagel hat auf 70 Prozent unserer Flächen zugeschlagen. Fazit: Ziemlich beschissen.”  so Michi Lorenz vom Weingut Lorenz.

Einen Videobericht zum Hagelereigniss in Östereich finden Sie hier bei der Kleinen Zeitung:

“20 Minuten Hagel: man war machtlos”
2016-08-18 Pressetext HagelHier finden sie den ganze Bericht

Einen Tag später traf es die Kollegen in der  südfranzösischen Region Languedos-Roussillon extrem heftig. Etliche hundert Hektar Rebflächen wurden von Riesenhagelkörnern vernichtet. Die Straßen mussten mit Radladern vom Eis befreit werden. Einen weiteren Bericht über das Hagelunwetter finden Sie hier.

Das ist sehr bitter für die Kollegen. Da sind unsere wetterbedingten Probleme mit dem falschen Mehltau (Peronospora) im Gegensatz dazu klein. Zumindest kann ich mich dagegen wehren.