
Herrlich die zugefrorene Mosel Mitte Februar, über die ich hier berichtete.

Mit den einsetzenden Temperaturen kam der Eisbrecher Josef Langen zum Einsatz, der die Mosel vom Eis befreite und die Schiffahrt wieder möglich machte. 
Im Weingut waren während der Eiszeit an der Mosel die Maler im Einsatz. Unsere Probierstube und der Vorraum wurden frisch gestrichen. Für den Vorraum gab es dazu noch neue Möbel.
Bei anderen Winzern heißt der Probierraum mittlerweile Vinothek. Weinraum bei Armin Kobler aus Südtirol genannt, der von einem Stararchitekten geplant wurde. In unserem denkmalgeschützten Haus hat der Probierraum halt eher den Charme einer Stube und so heißt der Raum halt auch Probierstube!
Passenderweise habe ich Armin Kobler Anfang März auf der Prowein, einer Weinmesse für Profis in Düsseldorf, kennen gelernt. Virtuell kennen wir uns schon länger aus dem Internet. Armin betreibt auch einen Winzerblog, der mit zu den besten im deutschsprachigen Raum zählt. Interessanterweise schreibt er zweisprachig: deutsch und italienisch. Als Highlight übersetzt er eingehende Kommentare in die jeweilige andere Sprache. So kann man auch die italienische Sichtweise der Kommentatoren verstehen und begreifen, da in anderen Ländern Themen anders betrachtet und beurteilt werden.
Trotz der Messehektik nahm er sich viel Zeit für mich und ich durfte sein Weinsortiment verkosten. Ich war von den Weinen begeistert. Super sauber vinifizierte Weine, sortentypisch und erkennbar, das die vollreifen Trauben im Weinberg penibelst selektiert wurden. Empfehlenswert!

Da ich Mitredakteur beim Blog unseres ECOVIN Verbandes bin und auch bei der Bloggeraktion “Zeit für Biowein” mitmischte, war ich zum Bühnenprogramm von ECOVIN auf der Prowein geladen. Unter dem Motto “Bloggen für Biowein – Neue Wege zum Weingenuss” begrüßte Moderator Dirk Würtz verschiedene Gäste und Blogger auf der Bühne. Hier der Bericht im ECOVIN Blog.
Eine Provinzposse spielt zur Zeit in unserem Nachbarstädtchen Traben-Trarbach.
Seit Ende 2010 der neue Tourismuschef Matthias Holzmann das Ruder übernommen hatte, wurde die beschauliche Stadt aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Binnen kürzester Zeit schaffte er es, mit zum Teil spektakulären Aktionen, die Aufmerksamkeit auf Traben-Trarbach zu ziehen. Ich berichtete hier über die Theatergruppe “Weinkörper” und die Weihnachtliche Unterwelt über die viele Zeitungen in unserer Republik schrieben. Neben vielen kleinen Aktionen und Veranstaltungen 2011, waren weitere Höhepunkte das Dinner in the Sky und die Unterwasserweinprobe, die bundesweit Werbung für Trarbach und auch die Mosel machten.
Laut einer Wertschöpfungsstudie sollen folgende positiven Auswirkungen entstanden sein:
!- Ca. 1,4 Mio Euro zusätzlich in den 6 Wochen in die Stadt Traben-Trarbach geflossen
– Ca. 28.000.- Euro direkte Steuern als zusätzliche Einnahmen für Traben-Trarbach
– Ca. 148.000.- Euro an zusätzlichen MwST-Einnahmen, die indirekt wieder an die Kommunen zurückfliessen
– 73 Voll-Arbeitsplätze für 1 Jahr gesichert
– Ca. 5.000.000- Euro an Werbefläche in Printmedien für Traben-Trarbach über redaktionelle Texte erzielt (Werte der offiziellen Clipping-Agentur)
– Ca. 45.000 Besucher!
Soweit so gut. Dann aber nahm das Drama seinen Lauf:
Die Hauptpersonen sind der Verbandsgemeindebürgermeister, die Stadtbürgermeisterin, beide CDU und die regierende CDU Fraktion im Trarbacher Stadtrat. Die Opposition und die Bürger der Stadt schauen nur noch entsetzt zu und keiner versteht es.
22. September 2010 Der Neue Tourismuschef.
24. Januar Stadtentwicklerin kommt nicht
Zwei Lokalpolitiker, Hauptfiguren in der Politposse, telefonieren mit der neuen Stadtentwicklerin, die am 1. April ihren Posten bei der Stadt Traben-Trabach antreten soll. Daraufhin kommt eine Absage der Stadtentwicklerin. Keiner weiß was telefonisch besprochen wurde , bzw. die betreffenden Telefonierer schweigen sich darüber aus. Der Streit nimmt Fahrt auf.
07. Februar Das Defizit des Weihnachtsmarktes aus Sicht der Politiker in Höhe von ca. 184 ooo€
07. Februar Die Gegenrechnung des Touristikchefs: Nur noch 115 000€
Das Defizit des Weihnachtsmarktes wird hoch und runtergerechnet, je nachdem welcher Seite man angehört. Es liegt, je nach Berechnungsgrundlage zwischen 115 000 und 185 000 €.
09. Februar Die Komunalpolitiker schlagen zurück
Bei einer Stadtratssitzung mit einer hohen Bürgerbeteiligung aufgrund des Defizites und ersten heftigen Streitigkeiten unter den Politikern kommt es zu Tumulten. Der Verbandsgemeindebürgermeister und die Stadtbürgermeisterin haben Angst, gelyncht zu werden.
“Ich hatte Angst, die würden mich und die Stadtbürgermeisterin an diesem Abend lynchen.”
13. Februar Jeder rechnet anders
Es wird weiter das Ergebniss des Weihnachtsmarktes schön- bzw. schlecht gerechnet. Die ersten Juristen werden eingeschaltet.
14. Februar Die Wahlzettelaffäre
Die ersten Diffamierungen, Verdächtigungen und Anschuldigungen sind zu hören. Die Gerüchteküche brodelt.
15. Februar Neun der zwölf CDU Vorstandsmitglieder treten zurück.
SPD und Freie Wählergruppe schauen entsetzt zu, der Stadtrat wird voraussichtlich handlungsunfähig.
19. Februar Die Wertschöpfungsstudie für den Weihnachtsmarkt ist da.
“- Ca. 1,4 Mio Euro zusätzlich in den 6 Wochen in die Stadt Traben-Trarbach geflossen
– Ca. 28.000.- Euro direkte Steuern als zusätzliche Einnahmen für Traben-Trarbach
– Ca. 148.000.- Euro an zusätzlichen MwST-Einnahmen, die indirekt wieder an die Kommunen zurückfliessen
– 73 Voll-Arbeitsplätze für 1 Jahr gesichert
– Ca. 5.000.000- Euro an Werbefläche in Printmedien für Traben-Trarbach über redaktionelle Texte erzielt (Werte der offiziellen Clipping-Agentur)
– Ca. 45.000 Besucher”
22. Februar Schwere Vorwürfe gegen die Stadtpolitiker in einem in Trarbach verteiltem Flugblatt
27. Februar Der erste Eklat im Stadtrat
Der Verbandsgemeindebürgermeister hat Angst, das er und die Stadtbürgermeisterin von den bei der Stadtratssitzung anwesenden Bürger gelyncht werden könnte.
27. Februar Der Eklat im Verbandsgemeinderat
Es geht so langsam unter die Gürtellinie.
27. Februar Stadtrat, zweiter Eklat
Die Gräben werden tiefer, da man nicht mehr mit anderen am gleichen Tisch sitzen möchte.
27. Februar Der Eklat bei der CDU
Neun der 12 Vorstandsmitglieder der CDU treten zurück.
27. Februar Die Flugblattaffäre
Die Vorsitzenden des Winzerverbandes, des Gewerbevereines und des Hotel- und Gaststättenverbandes verteilen ein Flugblatt ohne dies mit den jeweiligen Vorständen abgesprochen zu haben und der Streit schaukelt sich hoch und eskaliert.
27. Februar Durch Traben-Trarbach geht ein Riß
“Traben-Trarbach erlebt in diesen Tagen und Wochen ein noch nicht da gewesenes Polit-Drama. Der Streit um den defizitären “Wein-Nachts-Markt” droht die ganze Stadt zu spalten: Der Stadtrat ist beschlussunfähig, die CDU hat ihren Vorstand verloren, Winzer-, Hotel- und Händlervereinigungen stehen kurz davor. Und Friede ist keiner in Sicht. …Wo diese Risse verlaufen, flammt heftiger Streit auf, während ringsum ein Nebel aus Vorwürfen, Gerüchten und Verschwörungstheorien die Luft verpestet. Dieser ist so dicht, dass viele gar nicht mehr wissen, was eigentlich los ist. Kurz: Das Ganze ist so emotional wie komplex.”
29. Februar Die Stellungnahme zur Flugblattaktion
09. März Kommentar der Chefredakteurin des Volksfreundes
“Die Nachbarn des 5800 Einwohner zählenden Städtchens sorgen sich mittlerweile um den Ruf aller Mosel-Anrainer und das Image eines Touristengebiets mit einzigartigem Charakter.
Hinter vorgehaltener Hand wird geraunt, in Traben-Trarbach würden gerade alte Rechnungen beglichen – und das nicht mehr nur auf eigene Kosten. Was mit politischen Grabenkriegen innerhalb der führenden CDU begann, setzt sich in lokalen Verbänden fort und vergiftet die gesamte Atmosphäre.”
07. März Dienstreiseverbot für den Tourismuschef
Die Städtische Verwaltung zieht die Daumenschrauben an. Die Gerüchteküche tuschelt über Mobbing.
12. März Dem Leiter der Touristinfo geht es an den Kragen
“Nach Auskunft von Holzmann und seinem Anwalt fußen die Vorwürfe alleine auf den Inhalten einer chilenischen Internetseite, die die Stadtbürgermeisterin an Journalisten weitergegeben haben soll.”
12. März Der internationale Haftbefehl!
“Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus noch Ulrich K. Weisgerber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, wollen sich hierzu nicht äußern. Es handele sich um eine Personalangelegenheit.”
14. März Der nächste Höhepunkt im Politdrama
Erwin Haussmann, CDU-Stadtratsmitglied: “Wir möchten dazu derzeit nichts sagen, bis sich alles beruhigt hat. Wir befinden uns in einer unsicheren Phase.”
“Heide Pönnighaus, Stadtbürgermeisterin, will sich zu der Personalangelegenheit nicht äußern: “Wir machen das jetzt schön langsam und prüfen die Stellungnahme von Herrn Holzmann in aller Ruhe. Und dann werden wir uns dazu äußern.”
Und trotzdem reden alle darüber, die Gerüchteküche brodelt.
Die Risse in der Stadt sind mittlerweile riesengroß. Ob sie jemals zu kitten sind, bezweifele ich. Im Untergrund gibt es vielleicht noch weitere (?) Gründe für diesen Streit, der unsäglich entartet ist und von der Bevölkerung nicht verstanden wird. Innerhalb eines Jahres wurde Traben-Trarbach bundesweit bekannt und nun wird durch dieses unsägliche Kasperletheater einiger durchgeknallter Lokalpolitiker das neu gewonnene Image zunichten gemacht. Die Medien berichteten bereits darüber ausgiebig.
Ich lasse mich überraschen, was denn diese Schlammschlacht noch so bringt. Lieber wäre es mir, wenn sich alle zusammenraufen würden und den Blick nach vorne in die Zukunft richten würden. An einem Strick ziehen und das am besten in die gleiche Richtung. Wie es jetzt abläuft, schadet es nicht nur der Stadt Traben-Trarbach.
Bis auf einen Link zu einem Zeitungsartikel, der mittlerweile nicht mehr funktoniert, sind die mir bekannten Zeitungsartikel oben verlinkt. Falls ich einen Artikel übersehen oder vergessen habe zu verlinken, bitte ich um kurze Nachricht.
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