“Geh ich nicht ran”

10. April 2012

Wieder Festtage überstanden. Neben Weihnachten sind auch die Ostertage mit reichlich Essen und trinken verbunden. Natürlich Lamm, gehört einfach zum Osterfest und wurde in Form einer Haxe in meinem Lieblingsrestaurant genossen. Schneller weggegessen wie fotografiert.

Natürlich war auch selber kochen angesagt. Der Rotwein wanderte ausschließlich in die Soße für die Keule. Für mich beim Kochen noch eine angebrochene Flasche Chardonnay aus Kalifornien im Kühlschrank gefunden. Aus der Rubrick “Geh ich nicht ran”. Mein Sohn hatte diese Flasche geschenkt bekommen. Einfachste Ware aus dem Supermarkt.  In der Aromatik an Fisch  erinnernd. Geruchlich Richtung Miesmuschel beim Kochen. Nach der Probe wieder zurück in den Kühlschrank, wo sie jetzt noch steht und wahrscheinlich bald entsorgt wird.

Die Kategorie “Geh ich nicht ran” wird z.B. durch Reste der Partys meiner Kinder immer wieder in meinem Weinkühlschrank aufgefüllt.  Am Etikett teilweise schon anzusehen, das es sich um dürftigste und für das körperliche Wohlbefinden gefährliche Weine handelt. Wie dieser Riesling aus Brasilien, der vor einigen Monaten verkostet wurde. Mehr als zehn Freunde verkosteten, geschmacklich fast wie Jauche, der Rest fand den Weg zur Kläranlage.

Da lobe ich mir Gastgeschenke von Kunden, Winzerkollegen oder die berühmten Winzertauschpakete. So dieser Trollinger aus Württemberg, den ich nebst anderen Weinen gegen ein Rieslingpaket von uns getauscht hatte.  Typisch helle Farbe, sehr erfrischend mit guten Trinkfluss. Für einen Rotwein sehr hell, aber das sogenannte Schwabenblut sollte man als eigene Kategorie verstehen. Es muss nicht immer ein tiefroter, marmeladig und holzbetont schmeckender Rotwein sein. Darf auch mal leichter schmecken mit weniger Alkohol. Passte auf jeden Fall sehr gut zur Keule.

Wollestadium

30. März 2012

Das warme Wetter der vergangenen Wochen hat sein Spuren in der Natur hinterlassen. Der Weinbergspfirsich ist in der Vollblüte.

Bei den Rieslingreben sind die Knospen in den weniger guten Lagen im Wollestadium, kurz vor dem Austrieb. Drei Wochen vor der Zeit! Wieder Zeit sich Sorgen zu machen. Die Gefahr der Spätfröste ich noch nicht vorbei. In unseren Steillagen ist die Gefahr zwar etwas geringer als in flachen Weinbergen, aber einiges Unwohlsein habe ich trotzdem. Letztes Jahr gab es schon empfindlichen Ausfälle durch den Nachtfrost zum 04. Mai, wie ich hier berichtete. Gut, das es die nächsten Tage kühler werden soll und der Austrieb sich dann etwas verzögert.

Oder auch nicht! Im Wollestadium kann der  Rhombenspanner, die Raupe einer Schmetterlingsart, die Knospen ausfressen. Bei längerem Wachstumsstillstand durch kühles Wetter hat er jede Menge Zeit dazu und für den Winzer bleibt weniger übrig.

Ebenfalls wie letztes Jahr, die derzeit herrschende Trockenheit. Seit zwei Monaten gab es nur minimalste Niederschläge. Unser Kollege Bernhard Fiedler hat schon vor einigen Tagen darüber berichtet.

Ich hätte da einige Wünsche, aber…

Das ist halt die Arbeit und das Leben des Winzers, mit der Natur zu arbeiten und auch von ihr abhängig zu sein. Mit allen Vorteilen, Nachteilen und Risiken. Das macht ja diesen Beruf so ungeheuer spannend und abwechslungsreich. Jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr was anderes, und immer neue Herausforderungen auf die man Lösungen finden muß.

Innovativ

28. März 2012

Endlich da, der Traubenvollernter für den Steilhang. Nicht der, über den ich schon vor Jahren berichtet hatte, der nur Forschungsgelder gekostet hat und der falsche Lösungsansatz war. Ein Versuch Technologie der Flachlage an den Steilhang zu adaptieren. Einsatzgewicht von ca. 4 Tonnen, Bergauf mittels zweier Seilwinden gezogen und oben auf dem Weg entsprechende Gegengewichte. Das konnte nicht klappen, ich schrieb ich schon damals darüber. Über dieses Groschengrab redet mittlerweile keiner mehr.

Ein neuer Lösungsansatz wurde von einen Landmaschinenhändler ersonnen und vor einigen Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Aufgebaut auf eine große Weinbergsraupe, mit einer sehr leichten Bauweise und einem innovativem Erntesystem, wurden im letzten Herbst die ersten Versuche mit dem Prototyp durchgeführt. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Der Traubentransport innerhalb der Erntemaschine ist noch zu verbessern und die Konstruktion sollte noch von einem Maschinenbauingenieur optimiert werden. Steigfähigkeit bis 70% ist richtig gut und ich hoffe, das diese Maschine einsatzfähig wird.

Wenn in Jahren wie 2006 und 2010 fäulnissbedingt schnell abgeerntet werden muß, oder noch viele Trauben hängen und eine Schlechtwetterfront sich ankündigt und die Handlese zu zeitaufwendig ist, auch eine qualitativ positive Maßnahme. Natürlich nur in Verbindung der vorhergegangenen selektiven Handlese.

Lachrymae Vitis

21. März 2012

Die Rebe weint Tränen, auch Aqua Vitis oder Lachryma Vitis von den alten Gelehrten genannt. Die Rebwurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, welches an der Schnittstelle austropft bis die Leitbahnen verstopft sind. Für uns der Beginn der neuen Vegetationsperiode und eines Neuen Lebenszyklusses. Der Frühling ist da!

In früheren Zeiten sogar als Heilmittel verwendet:

  • Gegen Warzen aber für die Schwangere,
  • Für Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase
  • Ein Antialkoholicum?
  • Gegen Brechreiz
  • Gegen Sommersprossen und nicht bewältigte Schrecken
  • Gegen Zahnschmerz
  • Für Haut, Augen und Ohren aber gegen die Haare

Wobei letzteres mich auf eine Idee bringt. Da hatte ich doch schon mal vor ein paar Monaten über Wellness beim Winzer und Anti-Age-Creme in einem Newsletter geschrieben.

Liebe Leser: Ab sofort nehme ich Bestellungen entgegen. Nur kurz lieferbar für den sofortigen Verbrauch. Lachryma Vitis gegen alles und jedes, für die zarte Haut, besseres sehen und hören und gegen Damenbärte und Nasenhaare.

Treff der virtuellen Weinwelt

19. März 2012

Nun schon zum zweiten mal: Das VINOCAMP Deutschland, dass im letzten Jahr erstmalig in der Weinuni Geisenheim stattfand, wie ich hier berichtete.

Am letzten Freitag zuerst ein ungezwungenes Beisammensein im Alten Rathaus in Oestrich-Winkel. Die meisten Weinblogger kannte man bereits aus dem Vorjahr. Unbekannte Gesichter wurden schnell am großen Tisch beim Abendessen in die Gemeinschaft integriert. Nach der Begrüßung und Vorstellung der ca. 130 Teilnehmer des VINOCAMPS wurde die Vorträge festgelegt und den einzelnen Hörsälen zugeteilt. Bei Matthias vom Duesiblog ging es wie im letzten Jahr um rechtliche Fragen. Während er sich im letzten Jahr dem  Messwein und seinen Absatzchancen für Weinproduzenten gewidmet hatte, informierte er uns über die rechtlichen Grundlagen des Rebpflanzverbotes.

Im stündlichem Rhythmus wechselten die Vortragsangebote in drei Hörsälen.

Wie werde ich reich mit einem Weinblog, das österreichische Wein- und Bezeichnungsrecht im Vergleich zum deutschen, wieviele Weinshops braucht das Netz, Kundenbindung und weitere  Themen die angeboten wurden.

Natürlich stand der Wein im Mittelpunkt. Viele Weinproben wurden durchgeführt:

Frühstücksweinprobe, Elsässer Weine, Rieslingweine, Exoten, Südafrika, Orange Weine, Spätburgunder, natürlich Bioweine und einige mehr.

Die Samstagsabendparty in der Winebank in Hattenheim stand unter dem Motto gereifte Weine.

Reichlich gab es zu probieren. Jeder Teilnehmer am VINOCAMP brachte für die einzelnen Verkostungen und die abendliche Party Weine mit. Glücklicherwiese hatte ich das Glück, den ältesten Wein verkosten zu können. Hatte sich richtig gut gehalten!

Nach einer kurzen Nacht, neben weiteren Vorträgen, wieder eine Probe für alle Teilnehmer. Dieses mal ging es um Weinfehler. Prof. Junk von der gastgebenden Forschungsanstalt referierte über Weinfehler und bemusterte sie auch gleichzeitig.

Die ganze Veranstaltung war kostenlos da sich genügend Sponsoren gefunden hatten. Die Sponsoren durften ihre Produkte im Foyer präsentieren. Z.B Die Deutsche Weintasche für Weinfreunde, die zeigen möchten, welche Rebsorten sie aus welchem Anbaugebiet bevorzugen. Eine kreative Idee von Sponsorin Eva Wenke.

Und natürlich das ultimative Gruppenfoto von Andreas Baldauf, der das ganze VINOCAMP mit seiner Kamera begleitete. Weitere Fotos könen auf seiner Homepage angeschaut werden.

Hier an dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an das Organisationsteam. Weitere Informationen über das Vinocamp finden Sie im VinoCamp Blog hier, die Facebookseite mit weiteren Berichten über das VINOCAMP finden sie hier.

Newsletter No 6: Nebensächlichkeiten, nette Bekanntschaften, Hintergründe und eine Provinzposse die eher ein Kasperletheater ist

15. März 2012

Herrlich die zugefrorene Mosel Mitte Februar, über die ich hier berichtete.

Mit den einsetzenden Temperaturen kam der Eisbrecher Josef Langen zum Einsatz, der die Mosel vom Eis befreite und die Schiffahrt wieder möglich machte.

Im Weingut waren während der Eiszeit an der Mosel die Maler im Einsatz. Unsere Probierstube und der Vorraum wurden frisch gestrichen. Für den Vorraum gab es dazu noch neue Möbel.

Bei anderen Winzern heißt der Probierraum mittlerweile Vinothek.  Weinraum bei Armin Kobler aus Südtirol genannt, der von einem Stararchitekten geplant wurde. In unserem denkmalgeschützten Haus hat der Probierraum halt eher den Charme einer Stube und so heißt der Raum halt auch Probierstube!

Passenderweise habe ich Armin Kobler Anfang März auf der Prowein, einer Weinmesse für Profis in Düsseldorf, kennen gelernt. Virtuell kennen wir uns schon länger aus dem Internet. Armin betreibt auch einen Winzerblog, der mit zu den besten im deutschsprachigen Raum zählt.  Interessanterweise schreibt er zweisprachig: deutsch und italienisch. Als Highlight übersetzt er eingehende Kommentare in die jeweilige andere Sprache. So kann man auch die italienische Sichtweise der Kommentatoren verstehen und begreifen, da in anderen Ländern Themen anders betrachtet und beurteilt werden.

Trotz der Messehektik nahm er sich viel Zeit für mich und ich durfte sein Weinsortiment verkosten. Ich war von den Weinen begeistert. Super sauber vinifizierte Weine, sortentypisch und erkennbar, das die vollreifen Trauben im Weinberg penibelst selektiert wurden. Empfehlenswert!

Da ich Mitredakteur beim Blog unseres ECOVIN Verbandes bin und auch bei der Bloggeraktion “Zeit für Biowein” mitmischte, war ich zum Bühnenprogramm von ECOVIN  auf der Prowein geladen. Unter dem Motto “Bloggen für Biowein – Neue Wege zum Weingenuss” begrüßte Moderator Dirk Würtz verschiedene Gäste und Blogger auf der Bühne. Hier der Bericht im ECOVIN Blog.

Eine Provinzposse spielt zur Zeit in unserem Nachbarstädtchen Traben-Trarbach.

Seit Ende 2010 der neue Tourismuschef Matthias Holzmann das Ruder übernommen hatte, wurde die beschauliche Stadt aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Binnen kürzester Zeit schaffte er es, mit zum Teil spektakulären Aktionen, die Aufmerksamkeit auf Traben-Trarbach zu ziehen. Ich berichtete hier über die Theatergruppe  “Weinkörper” und die Weihnachtliche Unterwelt über die  viele Zeitungen in unserer Republik schrieben. Neben vielen kleinen Aktionen und Veranstaltungen 2011, waren weitere Höhepunkte das Dinner in the Sky und die Unterwasserweinprobe, die bundesweit Werbung für Trarbach und auch die Mosel machten.

Laut einer Wertschöpfungsstudie sollen folgende positiven Auswirkungen entstanden sein:

!- Ca. 1,4 Mio Euro zusätzlich in den 6 Wochen in die Stadt Traben-Trarbach geflossen
– Ca. 28.000.- Euro direkte Steuern als zusätzliche Einnahmen für Traben-Trarbach
– Ca. 148.000.- Euro an zusätzlichen MwST-Einnahmen, die indirekt wieder an die Kommunen zurückfliessen
– 73 Voll-Arbeitsplätze für 1 Jahr gesichert
– Ca. 5.000.000- Euro an Werbefläche in Printmedien für Traben-Trarbach über redaktionelle Texte erzielt (Werte der offiziellen Clipping-Agentur)
– Ca. 45.000 Besucher!

Soweit so gut. Dann aber nahm das Drama seinen Lauf:

Die Hauptpersonen sind der Verbandsgemeindebürgermeister, die Stadtbürgermeisterin, beide CDU und die regierende CDU Fraktion im Trarbacher Stadtrat. Die Opposition und die Bürger der Stadt schauen nur noch entsetzt zu und keiner versteht es.

22. September 2010 Der Neue Tourismuschef.

24. Januar Stadtentwicklerin kommt nicht

Zwei Lokalpolitiker, Hauptfiguren in der Politposse, telefonieren mit der neuen Stadtentwicklerin, die am 1. April ihren Posten bei der Stadt Traben-Trabach antreten soll. Daraufhin kommt eine Absage der Stadtentwicklerin. Keiner weiß was telefonisch besprochen wurde , bzw. die betreffenden Telefonierer schweigen sich darüber aus. Der Streit nimmt Fahrt auf.

07. Februar Das Defizit des Weihnachtsmarktes aus Sicht der Politiker in Höhe von ca. 184 ooo€

07. Februar Die Gegenrechnung des Touristikchefs: Nur noch 115 000€

Das Defizit des Weihnachtsmarktes wird hoch und runtergerechnet, je nachdem welcher Seite man angehört. Es liegt, je nach Berechnungsgrundlage zwischen 115 000 und 185 000 €.

09. Februar Die Komunalpolitiker schlagen zurück

Bei einer Stadtratssitzung mit einer hohen Bürgerbeteiligung aufgrund des Defizites und ersten heftigen Streitigkeiten unter den Politikern kommt es zu Tumulten. Der Verbandsgemeindebürgermeister und die Stadtbürgermeisterin haben Angst, gelyncht zu werden.

“Ich hatte Angst, die würden mich und die Stadtbürgermeisterin an diesem Abend lynchen.”

13. Februar Jeder rechnet anders

Es wird weiter das Ergebniss des Weihnachtsmarktes schön- bzw. schlecht gerechnet. Die ersten Juristen werden eingeschaltet.

14. Februar Die Wahlzettelaffäre

Die ersten Diffamierungen, Verdächtigungen und Anschuldigungen sind zu hören. Die Gerüchteküche brodelt.

15. Februar  Neun der zwölf CDU Vorstandsmitglieder treten zurück.

SPD und Freie Wählergruppe schauen entsetzt zu, der Stadtrat wird voraussichtlich handlungsunfähig.

19. Februar Die Wertschöpfungsstudie für den Weihnachtsmarkt ist da.

“- Ca. 1,4 Mio Euro zusätzlich in den 6 Wochen in die Stadt Traben-Trarbach geflossen
– Ca. 28.000.- Euro direkte Steuern als zusätzliche Einnahmen für Traben-Trarbach
– Ca. 148.000.- Euro an zusätzlichen MwST-Einnahmen, die indirekt wieder an die Kommunen zurückfliessen
– 73 Voll-Arbeitsplätze für 1 Jahr gesichert
– Ca. 5.000.000- Euro an Werbefläche in Printmedien für Traben-Trarbach über redaktionelle Texte erzielt (Werte der offiziellen Clipping-Agentur)
– Ca. 45.000 Besucher”

22. Februar Schwere Vorwürfe gegen die Stadtpolitiker in einem in Trarbach verteiltem Flugblatt

27. Februar Der erste Eklat im Stadtrat

Der Verbandsgemeindebürgermeister hat Angst, das er und die Stadtbürgermeisterin von den bei der Stadtratssitzung anwesenden Bürger gelyncht werden könnte.

27. Februar Der Eklat im Verbandsgemeinderat

Es geht so langsam unter die Gürtellinie.

27. Februar Stadtrat, zweiter Eklat

Die Gräben werden tiefer, da man nicht mehr mit anderen am gleichen Tisch sitzen möchte.

27. Februar Der Eklat bei der CDU

Neun der 12 Vorstandsmitglieder der CDU treten zurück.

27. Februar Die Flugblattaffäre

Die Vorsitzenden des Winzerverbandes, des Gewerbevereines und des Hotel- und Gaststättenverbandes verteilen ein Flugblatt ohne dies mit den jeweiligen Vorständen abgesprochen zu haben und der  Streit schaukelt sich hoch und eskaliert.

27. Februar Durch Traben-Trarbach geht ein Riß

“Traben-Trarbach erlebt in diesen Tagen und Wochen ein noch nicht da gewesenes Polit-Drama. Der Streit um den defizitären “Wein-Nachts-Markt” droht die ganze Stadt zu spalten: Der Stadtrat ist beschlussunfähig, die CDU hat ihren Vorstand verloren, Winzer-, Hotel- und Händlervereinigungen stehen kurz davor. Und Friede ist keiner in Sicht. …Wo diese Risse verlaufen, flammt heftiger Streit auf, während ringsum ein Nebel aus Vorwürfen, Gerüchten und Verschwörungstheorien die Luft verpestet. Dieser ist so dicht, dass viele gar nicht mehr wissen, was eigentlich los ist. Kurz: Das Ganze ist so emotional wie komplex.”

29. Februar Die Stellungnahme zur Flugblattaktion

09. März Kommentar der Chefredakteurin des Volksfreundes

“Die Nachbarn des 5800 Einwohner zählenden Städtchens sorgen sich mittlerweile um den Ruf aller Mosel-Anrainer und das Image eines Touristengebiets mit einzigartigem Charakter.

Hinter vorgehaltener Hand wird geraunt, in Traben-Trarbach würden gerade alte Rechnungen beglichen – und das nicht mehr nur auf eigene Kosten. Was mit politischen Grabenkriegen innerhalb der führenden CDU begann, setzt sich in lokalen Verbänden fort und vergiftet die gesamte Atmosphäre.”

07. März Dienstreiseverbot für den Tourismuschef

Die Städtische Verwaltung zieht die Daumenschrauben an. Die Gerüchteküche tuschelt über Mobbing.

12. März Dem Leiter der Touristinfo geht es an den Kragen

“Nach Auskunft von Holzmann und seinem Anwalt fußen die Vorwürfe alleine auf den Inhalten einer chilenischen Internetseite, die die Stadtbürgermeisterin an Journalisten weitergegeben haben soll.”

12. März Der internationale Haftbefehl!

“Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus noch Ulrich K. Weisgerber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, wollen sich hierzu nicht äußern. Es handele sich um eine Personalangelegenheit.”

14. März Der nächste Höhepunkt im Politdrama 

Erwin Haussmann, CDU-Stadtratsmitglied: “Wir möchten dazu derzeit nichts sagen, bis sich alles beruhigt hat. Wir befinden uns in einer unsicheren Phase.”

“Heide Pönnighaus, Stadtbürgermeisterin, will sich zu der Personalangelegenheit nicht äußern: “Wir machen das jetzt schön langsam und prüfen die Stellungnahme von Herrn Holzmann in aller Ruhe. Und dann werden wir uns dazu äußern.”

Und trotzdem reden alle darüber, die Gerüchteküche brodelt.

Die Risse in der Stadt sind mittlerweile riesengroß. Ob sie jemals zu kitten sind, bezweifele ich. Im Untergrund gibt es vielleicht noch weitere (?)  Gründe für diesen Streit, der unsäglich entartet ist und von der Bevölkerung nicht verstanden wird. Innerhalb eines Jahres wurde Traben-Trarbach bundesweit bekannt und nun wird durch dieses unsägliche Kasperletheater einiger durchgeknallter Lokalpolitiker das neu gewonnene Image zunichten gemacht. Die Medien berichteten bereits darüber ausgiebig.

Ich lasse mich überraschen, was denn diese Schlammschlacht noch so bringt. Lieber wäre es mir, wenn sich alle zusammenraufen würden und den Blick nach vorne in die Zukunft richten würden. An einem Strick ziehen und das am besten in die gleiche Richtung. Wie es jetzt abläuft, schadet es nicht nur der Stadt Traben-Trarbach.

Bis auf einen Link zu einem Zeitungsartikel, der mittlerweile nicht mehr funktoniert, sind die mir bekannten Zeitungsartikel oben verlinkt. Falls ich einen Artikel übersehen oder vergessen habe zu verlinken, bitte ich um kurze Nachricht.

Wer diesen Newsletter abonnieren möchte, kann sich in der linken Menüleiste registrieren.

 

 

 

Der Tote im Hochwasser

10. März 2012

Trier Krimis gibt es, Koblenz Krimis gibt es ebenfalls, aber dazwischen, an der Mittelmosel bei uns, da gab es bis jetzt gar nichts. Bisher eine heile, friedvolle Welt ohne Erpressung, Mord, Todschlag und vergiftete Hunde. Das hat sich nun geändert, seit dem sich Peter Friesenhahn, Musiker aus unserem Nachbarort Pünderich, dem Schreiben gewidmet hat.

Spannend die Texte, die er gestern abend bei der Autorenlesung vorlas. Da ich Peter Friesenhan schon seit langer Zeit kenne, gehe ich davon aus, dass die vier Kurzkrimis in seinem Buch mich begeistern werden. Daher, bevor ich das Buch gelesen habe, schon meine Leseempfehlung:

Der Tote im Hochwasser von Peter Friesenhahn, erschienen im Rhein-Mosel-Verlag ISBN Nummer 978-3-89801-050-4.

Ebenfalls zu empfehlen ist das Verlagsprogramm der Rhein-Mosel-Verlages, der sich auf Literatur von Rhein, Mosel, Eifel und Hunsrück spezialisiert hat und nebenbei auch ein Faible für die Autorin Clara Viebig hat.

Nebel

6. März 2012

Noch zweimal Nebel im Weinkeller, dann sind alle Weine abgefüllt: Morgendliches sterilisieren der Weinfilter und der Abfüllmaschine mit Heißdampf vor dem Abfüllen des 2011er Jahrgangs.

Am Freitag sollen die Etiketten fertig gedruckt sein, unser shop hier auf der Homepage wird am Samstag aktualisiert, die Rohfassung der Weinliste ist auch schon fertig und wird am Samstag zur Druckreife gebracht. Briefmarken und Versandkuverts kamen heute per Post, evtl. wird die Weinliste schon am Wochenende eingetütet und ist Anfang nächste Woche in den Briefkästen meiner Kunden.

“Flaschenpost” oder “In Gottes Frieden”

25. Februar 2012

Schon etwas länger her, bei einem mittelprächtigen Moselhochwasser. Meine Kinder kamen aufgeregt in den Weinkeller zu mir, den ich hochwassersicher machte. Eine Flaschenpost wäre die Mosel hinuntergeschwommen, sagten die Kiddies und weg waren sie wieder. Aber nur kurz, denn mit dem Ruf: Da kommen noch mehr Flaschen die Mosel runter geschwommen, kamen sie kurz darauf wieder zurück. Als ich selbst nach der Flaschenpost schaute, waren diese abgelöst von gelben Säcken, die die Mosel hinuntertrieben. Der Nachbar, einige Häuser weiter, war die Ursache….

Man hat das Gefühl, das es immer noch an Umweltbewußtsein mangelt. Einfach alles in die Landschaft werfen, entsorgen. Aus den Augen aus dem Sinn, soll sich jemand anderes drum kümmern.

Darum war heute Dreck-weg-Tag in Reil. In der Natur entsorgter Abfall wurde mühsam wieder aufgesammelt. In einzelnen Gruppen wurde heute die Gemarkung Reil durchkämmt. Mit meiner Gruppe suchten wir das Moselufer, einige Feldwege und einen Bachlauf ab, man kennt ja die Ecken.

Plastikverpackungen, Glasflaschen, Computer, volle Müllsäcke, Einzelteile eines Kühlschrankes und vieles mehr wurde aufgesammelt. Obigen Grabstein haben wir jedoch am Moselufer liegen gelassen. Zu schwer! Da hatte sich einer die Mühe gemacht, den Stein sehr weit vom Friedhof zu entsorgen. Wahrscheinlich vor längerer Zeit, denn bei dem heutigen Umweltbewußtsein und Strafen bei illegaler Entsorgung, wäre die Grabinschrift so gut wie eine Visitenkarte des Umweltfrevlers.

Am Ende war ein großer Abfallcontainer gefüllt, es gab ein gemeinsames Helferessen und Reil, zumindest die Gemeindeeigenen Flächen, sind nun müllfrei.

Es blieben nur die privaten Schandflecke…

Ökologische Weinkultur – über Winzer, Bioweine und Neues von ECOVIN

23. Februar 2012

Ganz Neu im Netz! Unser Ökoverband ECOVIN ist in den Internetnetzwerken angekommen. Seit zwei Wochen gibt es einen Blog: Ökologische Weinkultur – über Winzer, Bioweine und Neues von ECOVIN, seit gestern dazu passend die Facebookseite.

Noch jung und neu, hoffe ich, daß sich dort in Zukunft einiges tut. Das meinige werde ich dazu beitragen, denn ich bin einer der Administratoren und Redakteur dieser Seiten.

Zeitgleich läuft auch schon die erste Blogger-Aktion: Zeit für Biowein!  Infos und weiterführende Links gibt es bei Dirk Würtz, der die Betreung dieser Aktion übernommen hat.