Winterzeit an der Mosel, Februar 2005

Winterzeit ist auch Hochwasserzeit. Bisher hatten wir
noch Glück. Die Mosel hat nur den tiefer gelegenen Parkplatz vor
unserem Weingut überschwemmt.

Da die Mosel uns bisher verschont hat, konnten die
Arbeiten im Weinkeller zügig vorangehen. Und so ist der Flaschenkeller
zur Zeit nicht mit Wasser gefüllt sondern mit 2004er Weinen, die
auch jetzt zum Verkauf bereit stehen.

Diese alte Dekorationsflasche aus Pappmaché
hat uns eine Berliner Freundin geschenkt.

Wiedererkannt? Wie sagt man heute? Bekannt durch Funk
und Fernsehen!

Wie unsere Freundin erzählte, stammt diese große Dekoflasche
aus dem alten Berliner Hotel Esplanade und soll schon mit Heinz Ehrhard
Filme gedreht haben. Zwar nicht die Hauptrolle, jedoch spielte sie sicherlich
eine wichtige Nebenrolle.

Nun hat sie ihren Platz in unserer Probierstube gefunden.

Weinernte 2004

So sollten reife Rieslingtrauben aussehen: Gesund, ohne
Fäulnis, gelbe, leicht ins bräunliche übergehende Beerenfarbe
und äußerst aromatisch, so daß man fast schmecken kann
wie der spätere Wein wird.

Unser Lesehelfer Mathias konzentriert bei der Arbeit:

Faule, unreife oder pilzbefallene Trauben werden bei der Ernte verworfen,
damit keine negativen Geschmäcker in späteren Wein auftauchen.

Christoph, der ebenfalls bei der Weinernte half, ruft
die Erntemannschaft mit seinem Horn zum zweiten Frühstück und
versucht zugleich, den Nebel zu vertreiben.

Ob es Christoph mit seiner Tröte war oder die Sonne:
Der dichte Morgennebel lichtet sich unter einem strahlend blauen Himmel
und gibt den Blick auf Reil frei.

Wer viel arbeitet muß auch viel essen. Unsere Tochter
Alice hat mal wieder Heißhunger

Derweilen gärt im Weinkeller der Riesling. Die
Gärung wird etwas gekühlt, so daß die Gärung langsamer
verläuft und die Fruchtaromen im Wein bleiben. Der Duft soll im Faß
bleiben und nicht den Keller aromatisieren.

September 2004

Der gute Behang beim Riesling läßt
hoffen, das unsere Lieferschwierigkeiten behoben werden.

Im Weingut beginnen zur Zeit die Erntevorbereitungen.

Generalreinigung ist angesagt. Die
Stahltanks im Verarbeitungskeller werden für die neue Ernte
vorbereitet.

Aufwendiger gestaltet sich die Reinigung
unserer Holzfässer. Während beim Stahltank Wasser und
Bürste reichen, müssen beim Holzfaß zusätzlich
noch der Hochdruckreiniger mit einer speziellen Düse eingesetzt
werden. Unter Zuhilfenahme von Heißdampf und viel Wasser erfolgt
dann die endgültige Reinigung.

Unser neues Holzfaß!

Wir haben unseren Holzfaßkeller um ein Holzfaß erweitert,
damit unsere Rieslinge auch weiterhin in einem Naturprodukt heranreifen
können.

Die Böttgerei Aßmann, eine der letzten in Deutschland,
hat uns dieses Faß nach unseren Wünschen gefertigt.

Mai 2004

Am 24 Mai hatten wir noch einen Spätfrost,
der leichte Schäden beim Rivaner verursachte. Triebspitzen
und die oberen Blätter und Blütenstände sind teilweiser
erfroren.

In den anderen Weinbergen sieht es
dagegen gut aus. Es sind reichlich Blütenstände an den
Reben vorhanden. Ob jedoch alle Blüten befruchtet werden, hängt
allerdings vom Wetter während der Blüte ab.

Moselland auch Urlaubsland! Herrliche
Ausblicke bieten sich, wenn man die Moseluferstraße verläßt
und sich in den Weinberg begibt. Hier blicken Sie auf unser Burger
Hahnenschrittchen hinab.

Das ganze gibt es noch als 360
Grad Rundumblick, bzw. Kugelpanorama.

Eine Ruhepause an der Mosel? Die Aussicht
auf die Reiler Goldlay genießen? Die Gedanken schweifen lassen?
Romantische Ecken findet man überall am Moselufer. Und wenn
es zu heiß ist, kann man ein kühlendes Bad in der Mosel
nehmen. Sand- und Kiesstrände gibt es Einige.


Der Frühling naht, März 2004

Viele fragen
sich, was der Winzer im Winter macht. Winterschlaf? Urlaub? Den
jungen Wein probieren oder gar nichts?

Die Hauptarbeit im Winter/Frühjahr
ist der Rebschnitt. Durch den Rückschnitt der Reben wird die
Ertrags- und Qualitätsleistung gesteuert, bzw. in das richtige
Verhältnis gebracht.

Natürlich ist im Keller auch
sehr viel zu tun. Die jungen Weine werden beobachtet, filtriert
und abgefüllt. Arbeit für die ganze Familie. Auch unserer
Tochter Sophie hat viel Spaß beim Abfüllen.

Es muß natürlich auch getestet
werden, was in die Flasche kommt. Marita Keß und Ihr Vater
Reinhard beim Probieren des neuen Jahrgangs.

Im Weinberg werden die Flächen
vorbereitet, die neu bepflanzt werden sollen. Mit einem seilgezogenen
Pflug wird der Boden tief gelockert, damit die jungen Reben ihn
gut durchwurzeln können. Wenn die Pflanzstäbe stehen,
können die Reben im April/Mai gepflanzt werden.


Winter an der Mosel, Januar 2004

Winter an der Mosel, Januar 2004

Schneebedeckte Weinberge an der Mosel,
ein seltener Anblick. Die Kraft der Sonne reicht auch bei Minusgraden
aus, den Schnee auf den südorientierten Weinbergen innerhalb
einiger Tage weg zu schmelzen.

Weil uns das Schneebild so gut gefallen
hat, haben wir das ganze auch bei Nacht fotografiert.

Wir haben in unserem Archiv gestöbert
und einiges zur Geschichte unseres Hauses gefunden. In unserem Weingut
hatte früher (Jahrhundertwende?) die Weinhandlung Philipp Hayward
residiert.

Wie Sie aus dem Etikett und dem Kuvert
entnehmen können, ein wohl renommiertes Unternehmen. „Königlich
Niederländischer Hoflieferant! Eine Weltfirma mit Niederlassungen
in Bordeaux, Brüssel und Amsterdam…. mit Sitz in einem kleinen
Winzernest namens Reil!“

Die neuen Weine haben wir alle ausgiebig
probiert und wir werden sie in den nächsten Wochen abfüllen.

Weinernte 2003

Einen großen Jahrgang haben wir
in den letzten Wochen geerntet. Hochreife aromatische Rieslingtrauben,
wie sie selbst alte Winzer noch nicht zu sehen bekommen haben.

Die ganze Familie und weitere Erntehelfer
waren bei der Weinlese dabei. Wir ernten in mehreren Durchgängen,
also selektiv, um ein Maximum an Geschmack, Reife und Aromen in den
Trauben zu konzentrieren

Die Trauben werden in Kisten bis zur
Kelter transportiert. So wird die Qualität unserer Trauben nicht
durch Pumpvorgänge verringert.

Durch die anhaltend trockene Witterung
schrumpften einzelne Beeren rosinenartig ein. Das ist der Grundstoff
für Spitzenqualitäten wie Beeren und Trockenbeerenauslesen.
Konzentrate an Aroma und Bouquet.

Die einzelnen eingetrockneten Beeren
werden mühsam aus der Traube herausgezupft. und auf dem Sortiertisch
nochmals kontrolliert.

Nach Stunden an Arbeit, bleibt oft nur
eine kleine Menge rosinenartig eingetrockneter Beeren übrig.

Hochsommer 2003


Bei den Temperaturen zwar etwas warm,
aber eine Wanderung durch den Bremmer Calmont macht immer wieder Spaß.
Der Kletterstieg durch den steilsten Weinberg Europas, mit zum Teil
atemberaubenden Aussichten ins Moseltal, ist das Erlebnis für
den Moselbesucher.

Das Leid haben bei diesen Temperaturen die Winzer. Auch Reben können
verdorren….

Beginnende Trockenschäden. Erkennbar am vergilben und verdorren
der unteren Blätter

Wenn das Wasser ganz ausgeht, z. B. bei Reben, die direkt auf dem
Fels oder auf einer Weinbergsmauer stehen,

stirbt der ganze Stock ab.

Auch die Trauben leiden unter der Trockenheit. Die Rebe braucht nicht
nur alleine die Hitze, auch Wasser ist nötig.

Die Linke Traube stammt von einem Weinberg,
der seit Wochen kein Wasser mehr bekommen hat. Die Beeren sind klein,
hart und grünlich. Sie sind durch den Wassermangel noch nicht
in der Reifephase oder wie wir Winzer sagen: Sie sind noch nicht im
Wein. Die rechte Traube kommt aus Reil. Wir hatten das Glück,
das am 01. August ein Gewitter uns 40 Liter Regen pro qm brachte.
Die Traube hat größere Beeren, die Beeren werden weich,
haben eine gelbliche Farbe und sind schon eßbar. Der Vegetationsvorsprung
durch den Regen beträgt zur Zeit sicherlich 14 Tage.

Die Bilder von den Trockenschäden wurden in den Weinbergen von
Zell/Mosel aufgenommen. Dort regnete es am 01. August überhaupt
nicht, obwohl Zell keine 4 km Luftlinie von Reil entfernt ist.

Wir drücken den Kollegen dort die
Daumen, das es die nächsten Tage regnet, denn sonst gibt es herbe
Verluste.

Sommer an der Mosel, Juni 2003

Sommeranfang an der Mosel

Die Landschaft ist ergrünt und die
Reben wachsen und gedeihen. Jetzt, Anfang Juni, blühen die Reben
und die schnell wachsenden Rebtriebe müssen geordnet in die Spaliere
eingeschlauft werden.

Nach einem sehr trockenen Frühling,
gab es ergiebige Niederschläge, die von den Reben gut aufgenommen
wurden. Gott sei Dank sind wir bei den Gewittern der letzten Tage von
Hagel und großen Wassermassen verschont geblieben.

Die jung gepflanzten Reben (Stecklinge) in der Reiler Goldlay fangen
an zu wachsen. Allerdings wird es wohl noch drei bis vier Jahre dauern,
bis die jetzt 5 cm großen „Weinstöcke“, den ersten
Ertrag liefern.

Früher als unsere jungen Weinberge,
liefert unsere neue Photovoltaikanlage schon jetzt ihren Ertrag, den
Strom. Neben zwei Solarkollektoranlagen, die uns schon seit vielen Jahren
mit warmem Wasser versorgen, sind wir nun auch in die Stromproduktion
eingestiegen. Man müßte mehr Dachfläche haben, um noch
mehr ökologischen Strom produzieren zu können!

Frühling an der Mosel

So langsam wird es wieder grün in
der Landschaft. Die Bäume sind am Blühen und die Reben sind
am Austreiben.

Wir Winzer hoffen auf Regen. Seit acht Wochen gab es keine nennenswerten
Niederschläge und der Boden ist ausgetrocknet.

Die Frühjahrsarbeiten wie Rebschnitt und anbinden der Fruchtruten
sind weitestgehend abgeschlossen. Wenn es in den nächsten Tagen
regnet, können wir auch unseren neuen Weinberg in der Reiler Goldlay
neu bepflanzen.