Angespannt, sehr angespannt

2015-07-22 Riesling

In den guten Lagen, also den frühen, sind die Trauben sehr gut verblüht. Man sieht nur wenige kleine Beerchen, die von nicht bestäubten Blüten stammen.2015-07-22 Verrieselt

Vollkommen gegensätzlich die Trauben in den späteren Lagen. Zwei Tage Kälteeinbruch während der Blüte sind deutlich zu sehen. Ganz extrem – wie im obigen Bild – ist das Blüteergebnis bei Rebstöcken, die zum Zeitpunkt der Blüte schon unter Wassermangel gelitten haben. Der Riesling ist sehr empfindlich in der Blütephase.

2015-07-2 Triebspitze

In einer jungen Rebanlage mit sehr vielen nachgepflanzten Rieslingreben haben wir das Wachstum wieder angekurbelt. Nach zweimaliger Wassergabe sind die kurz vor den vertrocknen stehenden Triebspitzen wieder ergrünt und das Längenwachstum hat wieder eingesetzt.

Die Reben sehen besser aus, als aufgrund der hohen Temperaturen erwartet. Wir haben Weinberge, die immer noch ausreichend Wasser im Boden finden und an denen man die Trockenheit nicht ansieht, bis hin zu sehr stark trockengestressten Rebstöcken, bei denen die Triebspitzen und die unteren Blätter schon verdorrt sind. Leider auch schon Trauben, die ins bläuliche verfärben. Nicht so gut für die Qualität.

Jetzt wäre es an der richtigen Zeit, die Reben zu bewässern. Leider haben wir diese Möglichkeit nicht. Da beneide ich Kollege Armin, der die Möglichkeit zum Bewässern hat.

Uns bleibt nur die Möglichkeit zu warten. Die Lage ist leider angespannt, sehr angespannt.

Letzte Woche gab es etwas Regen. Kommende Woche sind weitere Niederschläge gemeldet. Es wird ein hangeln von Regen zu Regen, jeweils ein Tropfen auf den heißen Stein.

Gastgeberglas

2015-07-17 Glas

Das Gastgeberglas: Farblich markiert, damit man es immer wieder als sein Eigenes erkennt und wieder findet. Beim Weinausschank am Weinstand oder bei Präsentationen sehr gerne verwendet, damit man sich nicht immer wieder ein frisches Weinglas nehmen muss und das Gläserspülen so etwas verringert wird.

Bei Privatpartys als Gastgeber auch noch praktisch. Der Begrüßungssekt kann im Gastgeberglas durch Mineralwasser ersetzt werden, damit der Gastgeber länger einen klaren Kopf behält. :-)

Pollenhöschen

2015-07-12 Pollen

Die Bienen von Chefin Marita und Freundin Barbara fühlen sich mittlerweile wohl. Alle zwei Tage werden sie persönlich durch die beiden Imkerinnen betreut. Ab und zu bin ich auch dabei, darf dann mit der Motorsense das Grundstück mähen und bei den Jungimkerinnen zuschauen.

Die Bienen sind fleißig am Arbeiten. Der Bienenstock ist mit Waben gefüllt und die Arbeitsbienen schleppen in ihren Pollenhöschen jede Menge Blütenstaub in den Bienenstock. Bis jetzt scheint das Bienenprojekt geglückt zu sein. In den kommenden Wochen muss noch gegen die Varroamilbe behandelt werden, damit das Bienenvolk nicht geschwächt wird und stark in den Winter kommt.

2015-07-12 PuderzuckerDer Anfang wurde schon gemacht. Mit der Puderzuckermethode wurde eine Befallsgradschätzung durchgeführt und vorbeugend die Milbe bekämpft.

Ist ganz einfach: Puderzucker in den Bienenstock streuen – sieht lustig aus, wenn weiß bestäubte Bienen durch die Gegend fliegen – die Milben verlieren den Halt an den Bienen, bzw. der Putzdrang der Bienen fördert das Loslösen dieser, die Milben fallen nach unten aus dem Bienenstock auf eine weiße Unterlage und können dort für eine Befallsgradschätzung ausgezählt werden. Zudem entzieht der Puderzucker den Milben die Feuchtigkeit und diese verenden. Der Befall ist unserer Meinung nach noch sehr gering. Leider wirkt diese sehr schonende Methode nur auf die Milben, die direkt vom Puderzucker getroffen werden. Für die Milben, die in der Bienenbrut sitzen, müssen andere Mittel vorsichtig angewendet werden, z.B. Ameisensäure.

Apropos, wie das Weingut, wird auch die Bienenhaltung ökologisch betrieben und ist biozertifiziert. Wir können sonst nix anderes :-)

knapp, sehr knapp

2015-07-11 Triebspitze

Die Bodenwasservorräte sind knapp, sehr knapp. Die Hitze der vergangenen Woche hat viel Wasser verbraucht. In vielen Weinbergen sieht man schon die ersten Anzeichen von Trockenstress. Die Triebspitzen richten sich gerade auf und ein Ende des Rebwachstums ist in Sicht.2015-07-10 UV Schäden

Dort wo die Bodenmächtigkeit gering ist, der Fels hoch ansteht und die Reben schon seit längerem unter Wassermangel leiden, sieht man Blattaufhellungen aufgrund der übermässigen UV Strahlung der Sonne.2015-07-10 KurztriebStellenweise sind dort die Reben nur bis zum obersten Draht der Unterstützungsvorrichtung gewachsen. 2015-07-10 Trockenheit

Zunehmend drehen sich die Blätter von der Sonne weg, um weniger Wasser zu verdunsten.

Es wird allerhöchste Eisenbahn, dass es regnet. Die Trauben sind jetzt in der Phase des Dickenwachstums.

Es wäre jetzt die richtige Zeit, um die Reben zu bewässern. Die ganz jungen Reben kann ich ja noch wässern, aber die Anderen? Die Mosel anzapfen? So einfach ist das nun auch wieder nicht. Mal abgesehen davon das mir die benötigten Wasserrechte nicht gehören, die Mosel hat nicht genügend Wasser. Durch die Stauhaltung sieht es so aus, als ob genügend drin wäre, aber es kommt einfach nichts nach, um die Rebflächen an der Mosel zu bewässern.

Es wird wie jedes Jahr: Spannend!

frische, kühle Luft

2015-07-06 SpiegelungSeit heute endlich wieder frische, kühle Luft im Moseltal. Die vergangenen Tage waren doch etwas anstrengend. Morgens einige Stunden in den Weinberg, bis man von der Hitze nach Hause getrieben wurde. Im Haus hinter den meterdicken Bruchsteinwänden Schutz vor der Hitze suchen. Der Weinkeller wäre zwar besser gewesen, jedoch zu kalt. Oder abends am Moselstrand, um in der Abendsonne einen Riesling zu genießen.

Mittlerweile, nach dem Temperatursturz gestern Abend, ist es sehr angenehm wieder in Weinberg zu arbeiten. Man muss sich sogar anstrengen, um ins Schwitzen zu kommen.

hitzefrei

2015-07-01 entlaubenSeit vorgestern gibt es täglich hitzefrei. Mittags im Schatten fast vierzig Grad, in der prallen Sonne im Weinberg einiges darüber. Sobald morgens die Sonne aufgeht, wird es ungemütlich. Beim entlauben der Traubenzone mit dem Raupenschlepper – eine der wichtigsten kulturtechnischen Massnahmen –  kommt zudem die Abwärme der Maschine dazu.

Schon vor der Mittagsstunde sind Mensch und Maschine von der Hitze weich gekocht. Der Mensch kann nicht so schnell trinken wie er die Flüssigkeit wieder ausschwitzt. Das Hydrauliköl der Maschine ist, trotz zusätzlichem Ölkühler, überhitzt und die Leistung geht stark zurück.

So halte ich in der Mittagshitze eine etwas längere Siesta oder suche Arbeit im immer noch sehr kühlen Weinkeller.

Die Hitzewelle soll noch einige Tage andauern. Hoffentlich wird sie nicht mit einem massivem Gewitter beendet. Regen wäre schon sehr willkommen, da die Bodenwasserreserven sehr gering sind. Wenn Gewitter, dann aber bitteschön ohne die üblichen Begleiterscheinungen eines Gewitters, also die feste Form des Wassers.

Umweltschweine

2015-05-15 ReifenIch bin es ja gewohnt, weggeworfene Pizzakartons an der Ruhebank in der Reiler Goldlay aufzusammeln. Bierdosen sind seit Einführung des Dosenpfandes sehr selten geworden. Ärgerlich sind die Weinflaschen – interessanterweise meisten Billigplörre aus dem Discounter – die man des öfteren beim Mähen übersieht und sich in gefährlich herumfliegende Glassplitter verwandeln.

Eine absolute Frechheit dieser alte Traktorreifen, der vor meinem Weinberg lag. So unter dem Motto, der Ökowinzer wird ihn schon entsorgen. 2015-06-27 Reifen

Der Gipfel nun vergangenen Samstag. Ein achtlos in die Landschaft geworfener Pflanzstab, bzw. ein Rest davon, fand prompt den Weg in den Autoreifen. Nicht reparabel und ein neuer Reifen ist nun bestellt. Man sollte von den Kollegen, die von und mit der Umwelt leben, ein anderes Verhalten erwarten. Die Rechnung des neuen Autoreifens würde ich ja zu gern mit einer Anzeige wegen Umweltverschmutzung an den betreffenden Kollgen weiter reichen.

Aber leider war keine Visitenkarte dabei, wie ich es bei einer anderen Gelegenheit erlebt habe. In einer Feuerstelle im Weinbergsgelände – Altpapier wurde verbrannt, anstatt es zur Altpapiersammlung zu geben – fand sich noch der gut leserliche Adressaufkleber eines Versandhandelskataloges.

Und das in einem Land, das eine geregelte Müllabfuhr hat und Recycling in aller Munde ist. Bei vielen ist das Umweltbewusstsein noch auf einem sehr tiefen Niveau oder erst gar nicht angekommen, wenn man die Vermüllung der Landschaft betrachtet.

Gut und sehr gut

2015-06-22 Regen

Gut, sehr gut! Es regnet! Ein schöner Landregen, den ganzen Tag lang. Die Nacht soll es auch durchregnen. Zusammen mit den in den vergangenen Tagen gefallenen Regenschauern dürfte unser Trockenheitsproblem in den Weinbergen vorerst behoben sein. Zwar keine Luxusversorgung der Rieslingreben, aber es reicht vorerst. Nun noch wärmere Temperaturen, damit die letzten Rebblüten auch noch bestäubt werden und der Winzer schon Vorfreude auf die kommende Weinernte hat, falls nicht etwas anderes schief läuft. Aber daran denke ich noch nicht.

Laubarbeiten

2015-06-18 HeftenWir schlaufen die Rebtriebe zurzeit in den Drahtrahmen, damit kein Windbruch entsteht.  Die Reben haben dadurch eine optimale Belichtung und Besonnung. Der erste Durchgang erfolgte letzte Woche, nun sind wir bei der zweiten und letzten Runde.

Das Ganze dazu noch ganz gemütlich und stressfrei. Leider!

Die anhaltende Trockenheit bremst das Wachstum der Rieslingreben stark. Es gab zwar im Wochenrhythmus 15, 10 und heute 11 Liter Regen, aber das hilft nur einige Tage. Nicht wirklich befriedigend und ausreichend. In einer jungen Rebanlage wird es nur noch wenige Tage dauern, bis die ersten Trockenstressanzeichen massiv auftreten. Zumindest sind die Weinbergserdbeeren, die am verdorren waren, wieder ins Leben zurückgekehrt.

Die Meteorologen machen uns für die nächsten Tagen Hoffnung. Ich lasse mich überraschen.

Ich will nicht jammern und zu laut Regen herbei wünschen. Das ging schon im letzten Jahr schief, als wir bei der damals herrschenden Trockenheit viel Regen wünschten. Leider wurden diese Wünsche reichlich erfüllt und es regnete ab Juli fast ununterbrochen und wir hatten eine problematische Weinernte. Ich berichtete auch hier und hier.

Alle Jahre wieder

2015-06-12 Blüte

Alle Jahre wieder, so sicher wie das Amen in der Kirche: Die Rebblüte! Eine Woche später als im letzten Jahr, drei Wochen später als 2005, usw. Aber in jedem Fall etwas früher als der langjährige Vegetationsdurchschnitt.

Die Wetterbedingungen sind für die Blüte perfekt. Die Temperaturen optimal – nicht zu heiß und nicht zu kühl -, trockenes Wetter ist auch vorhergesagt – leider – und in einigen Tagen dürfte die Rebblüte vorbei sein. Ich gehe davon aus, dass die Bestäubung sehr gut sein wird, also quantitativ ein guter Jahrgang zu erwarten ist. Qualitativ kann ich natürlich noch keinerlei Aussage machen, aber es ist alles drin, wenn die Rahmenbedingungen in den nächsten Wochen stimmen.