Erfahrungsaustausch?

19. Mai 2013

Simon, der junge Betriebsleiter vom Weingut Böcking in Trarbach hatte zur Jungweinprobe eingeladen. Mehr oder minder bekannte oder renommierte Winzer brachten einige Ihrer Weine zum probieren mit. Neben dem Probieren war natürlich der Erfahrungsaustausch sehr wichtig. Dachte ich mir. Aber anders als in den Winzerkreisen in denen ich meistens verkehre – in denen sehr offen gesprochen wird und heftigste Diskussionen statt finden – gab es von vielen Anwesenden nur spärliche Informationen über den Weinbau und den Weinausbau. Es erinnerte mich eher an eine Werbeveranstaltung für ausgewiesene Weinkenner oder an Geheimwissensschaften. Schade…

Ich habe zwar nichts Neues dazu gelernt, jedoch einige Winzer/innen kennen gelernt und viele interessante Weine getrunken. Der Erfahrungsaustausch wird dann mit den offeneren Kollegen bei einem persönlichen Gespräch stattfinden.

brutzeln und braten

15. Mai 2013

Da morgen die Begrünung gemäht werden soll, sollte heute das Mulchgerät abgeschmiert werden. Leider blieb es nicht beim abschmieren. In der Konstruktion des Mähers gab es wieder einige Risse und das Schweißgerät musste ran. Risse zuschweißen und Verstärkungseisen befestigen. Von der Optik näher an brutzeln und braten als an einer sauberen Schweißnaht. Wird sicherlich – so wie ich meine Schweißkenntnisse kenne – halten, aber der nächste Materialriss ist mir gewiss. Mit guter Pflege und vielen Schweißnähten hat das Gerät jetzt schon 16 Jahre harten Steillageneinsatz hinter sich. Ich hoffe, dass es noch etliche Jahre mehr werden, natürlich mit noch mehr brutzeln und braten.

Ausbildung

13. Mai 2013

Unser Ausbildungsplatz für den Ausbildungsberuf Winzer ist ab sofort neu zu besetzen. Da bereits ein Ausbildungsvertrag ab September 2014 besteht, können wir nur für ein Jahr ausbilden. Die Lehrstelle ist für Lehrlinge interessant, die Ihre Ausbildung in mehreren Weingütern absolvieren möchten.

Alternativ kann der Arbeitsplatz auch für ein Vorpraktikum für das Studium im Bachelorstudiengang Weinbau und Getränketechnologie mit den Studienrichtungen Weinbau und Oenologie sowie Getränketechnologie und im Bachelorstudiengang Internationale Weinwirtschaft des Fachbereichs Geisenheim der Fachhochschule Wiesbaden besetzt werden.

Wir sind ein kleines Steillagenweingut an der Mosel und produzieren trockene Rieslingweine. Als Nebenprodukt wird noch Riesling-Weinessig produziert. Die Weinberge sind nach dem aktuellen Stand rationeller Bewirtschaftung gepflanzt und die Maschinenausstattung ist technisch auf dem neuesten Stand. Wir bewirtschaften unsere Weinberge seit 31 Jahren nach ECOVIN Richtlinien und sind Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Landbau.

Wir erwarten Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und, ganz wichtig, Motivation und Lernwille für den Winzerberuf. Mitdenken, die Fähigkeit selbstständig zu arbeiten und nach Einarbeitung Verantwortung zu übernehmen, ist ebenfalls erforderlich. Die Bereitschaft zu Überstunden, insbesondere während der Weinlese, wird vorausgesetzt.

Wir bieten die Möglichkeit, das klassische Handwerk des Winzers im Weinberg und Weinkeller mit all seinen Facetten zu lernen. Die Betreuung und Vermittlung von notwendigen Kenntnissen erfolgt in sämtlichen Bereichen der Traubenerzeugung, Weinbereitung und Vermarktung. Lerninhalte, die wir nicht vermitteln können, z.B. die Rotweinbereitung, können bei Partnerbetrieben erlernt werden. Ausbildungsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen werden von uns unterstützt.

Wir haben bereits Erfahrung in der Ausbildung und als Stellenanbieter für das Freiwillige Ökologische Jahr.

Wir würden uns über eine aussagekräftige Bewerbung freuen, gerne per Mail.

Pflanzen

7. Mai 2013


Genau passend vor dem heutigen Regen wurden heute morgen Rieslingreben gepflanzt. Der Lohnunternehmer kam mit seinem technischen Equipmet und binnen kürzester Zeit war die Pflanzung erledigt.

Ölfund

4. Mai 2013

Leider keine sprudelnde Ölquelle aus dem Weinbergsboden. Genau das Gegenteil. Leicht tropfend unter der Raupe in Richtung Boden. Welcher der vielen Schläuche ist es denn? Wie finde ich Ihn? Lässt er sich gut aus- und anschließend wieder einbauen? Das Kopfkino  malte sich schon Horrorszenarien aus.

Nachdem die schicke Motorhaube entfernt war, wurde die Leckage schnell gefunden. Eine Schlauchverbindung, gut sichtbar, war undicht. Mittlerweile wurde ein Neuer Schlauch verbaut und die Horrorszenarien einer komplizierten Suche mit schwierigem Aus- und Einbauens hatten sich erledigt. Dieses Mal bin ich noch glimpflich davon gekommen. Doch beim nächsten Mal? Vor lauter Hydraulikschläuchen ist der Motor nicht mehr zu sehen und jede Reparatur ist eine kniffliche Angelegenheit. Am besten hätte man Kinderhände mit Elefantenkräften.

Bodenbearbeitung

29. April 2013

Heute wurden in einigen Weinbergen die erste Bodenbearbeitung durchgeführt. Bodenlockerung, einarbeiten des Humusdüngers, Verminderung der Wasser- und Nährstoffkonkurrenten sind unter anderem das Ziel. Nebenbei werden die Bodenbakterien aktiviert, bauen mehr Humus ab und dadurch wird Stickstoff freigesetzt, der wiederum als Motor des Wachstums die Rebe vitaler wachsen läßt. Das soll dann wieder größere Trauben geben. So die Theorie, klappt aber bei mir nicht. Etwas mache ich falsch…

In jeder zweiten Rebgasse wird mit dem leichtzügigen Grubber die Begrünung gestört. Der Grubber ist Marke Eigenbau, ein ehemaliger Seilzuggrubber, der gegen eine Flasche Wein beim Schrotthändler getauscht wurde. Wir arbeiten ausschließlich von unten nach oben um keinerlei Bodenerosion zu verursachen.

Das Video ist zwar noch etwas wackelig, aber Übung macht den Meister. Demnächst dann in Spielfilmlänge und Oscar nominiert. Ich gebe mir Mühe ;-)

zur rechten Zeit

24. April 2013

Der Löwenzahn in den Weinbergsbegrünungen ist am blühen und die ersten Bienen lassen sich auch schon blicken.

Der Weinbergspfirsich ist in der Vollblüte, bei anderen Obstbäumen beginnt gerade die Blüte. Geschätzte zwei Wochen später als normal und alles gleichzeitig, wie ich hier schon schrieb.

Auch die Reben erwachen aus dem Winterschlaf. Die Knospen sind am schwellen und in einigen Tagen ist dann der Austrieb. Pünktlich – genau im langjährigen Durchschnitt – zur rechten Zeit! Trotz des kalten Winters und des bitterkalten Märzes keine Austriebsverzögerung.

Am kommenden Wochenende soll reichlich Regen fallen und die Bodenwasservorräte werden wieder aufgefüllt. Das sind sehr gute Startbedingungen für die kommende Vegetationsphase.

Allium vineale

17. April 2013

Steht einfach so zwischen der Begrünung im Weinberg rum. Allium vineale, auch als Weinbergslauch bekannt. In etwa der Frühlingszwiebel ähnlich, im Geschmack ganz anders. Wird auch als Wilder Knoblauch bezeichnet, da er einen ähnlichen Geschmack hat. Auf ein gebuttertes Brot schnippeln und fertig ist der kleine Snack für zwischendurch. Schon oft geübt im Weinberg, als zweites Frühstück.

Hat sogar eine Heilwirkung, insbesondere wenn er frisch und roh gegessen wird. Gut gegen Arteriosklerose, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche und der Samen soll sogar als Haarwuchsmittel brauchbar sein.

Frühlingsstart!

14. April 2013

Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die letzten wärmeren Tage bemerkt man schon bei den Pflanzen. Die Knospen werden dick und fangen an zu treiben. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es dürfte sehr schnell gehen. Heute ist die 20 Grad Marke an meinem Thermometer geknackt worden. Kollege Bernhard Fiedler berichtete hier schon über die aktuelle Mandelblüte. Würde ich jetzt auch gerne fotografieren, aber hier an der Mosel gibt es sehr wenige Mandelbäume.

Die Pfirsichbäume beginnen gerade die Blüten zu entfalten, die anderen Obstbäume werden sicherlich binnen weniger Tagen folgen. Es sieht so aus, dass innerhalb kürzester Zeit alles am blühen sein wird. Also nix mit längeren optischen Reizen für das Auge. Ist auch gut so, den die Natur muss endlich erwachen. Die Landwirtschaft und der Gemüsebau haben durch den langen Winter schon genügend Schaden gehabt, die Imker sorgen sich sogar um das Überleben Ihrer Bienenvölker. Auswirkungen des kalten Winters auf die Rebe sind nicht erkennbar.

“Für unsere Reben ist der lange Winter nicht von Nachteil. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit einer sehr frühen Lese in den letzten Wochen deutlich gesunken, aber einige wenige schöne Wochen im Mai oder Juni können die Verspätung deutlich reduzieren.”

so Bernhard Fiedler, dem ich voll zustimme.

Die Startbedingungen für die Reben sind auf jeden Fall hervorragend. Der in den letzten Tagen reichlich gefallene Regen, füllte die Bodenwasservorräte bis zu Überlaufen auf. Die Mosel hat nun ein kleines Hochwässerchen. Leidtragende sind die Ausflugsschiffe auf der Mosel, die hier in Reil keine Passagiere mehr aufnehmen können, da der Steg nicht erreichbar ist.

 

Küfergold

8. April 2013

Weinstein in seiner schönsten Form. Dunkle Kristalle, auskristallisiert aus Traubensaft.

Oder hier, über Jahre zu einer dicken Schicht in einem alten Holzfass gewachsen. Meistens für den Endverbraucher nicht sichtbar, da er im Faß schon auskristallisiert, selten in der Flasche. Absolut unschädlich für den Weintrinker und den Wein. Es gibt zwar chemische Stabilisierungsmaßnahmen gegen den Weinsteinausfall, aber wir verzichten selbstredend darauf.

Weinstein ist ein hochbegehrter Rohstoff. Verwendung findet er unter anderem als Backtriebmittel, hier als E 336 gekennzeichnet, in der Baustoffindustrie als Abbindeverzögerer,  im Pharmabereich als Trägerstoff und in der Lebensmittelbranche als Säuerungsmittel.

Küfergold bei den Kellerarbeitern (Weinküfer) in großen Weinkellerein genannt. Traditionell sammeln die Weinküfer den Weinstein, verkauften diesen auf eigene Rechnung und finanzierten sich den Betriebsausflug damit. Zu DM Zeiten lag der Preis bei 0,60 DM/kg bis hin zu 2,00 DM, je nach Nachfrage. Aktuell werden 0,60 € /kg bezahlt. Da in einer großen Kellerei mit den riesigen Weinmengen auch richtig große Weinsteinmengen zusammen kommen, war das das Gold des Weinküfers, mit dem dann ein mehr oder weniger aufwendiger Betriebsausflug finanziert wurde.

Schon vor längerer Zeit schrieb Thomas Lippert über das Küfergold und fragte, ob es das noch heute gibt. Gibt es noch, wie ein Freund mir gestern berichtete.