Umweltschweine

2015-05-15 ReifenIch bin es ja gewohnt, weggeworfene Pizzakartons an der Ruhebank in der Reiler Goldlay aufzusammeln. Bierdosen sind seit Einführung des Dosenpfandes sehr selten geworden. Ärgerlich sind die Weinflaschen – interessanterweise meisten Billigplörre aus dem Discounter – die man des öfteren beim Mähen übersieht und sich in gefährlich herumfliegende Glassplitter verwandeln.

Eine absolute Frechheit dieser alte Traktorreifen, der vor meinem Weinberg lag. So unter dem Motto, der Ökowinzer wird ihn schon entsorgen. 2015-06-27 Reifen

Der Gipfel nun vergangenen Samstag. Ein achtlos in die Landschaft geworfener Pflanzstab, bzw. ein Rest davon, fand prompt den Weg in den Autoreifen. Nicht reparabel und ein neuer Reifen ist nun bestellt. Man sollte von den Kollegen, die von und mit der Umwelt leben, ein anderes Verhalten erwarten. Die Rechnung des neuen Autoreifens würde ich ja zu gern mit einer Anzeige wegen Umweltverschmutzung an den betreffenden Kollgen weiter reichen.

Aber leider war keine Visitenkarte dabei, wie ich es bei einer anderen Gelegenheit erlebt habe. In einer Feuerstelle im Weinbergsgelände – Altpapier wurde verbrannt, anstatt es zur Altpapiersammlung zu geben – fand sich noch der gut leserliche Adressaufkleber eines Versandhandelskataloges.

Und das in einem Land, das eine geregelte Müllabfuhr hat und Recycling in aller Munde ist. Bei vielen ist das Umweltbewusstsein noch auf einem sehr tiefen Niveau oder erst gar nicht angekommen, wenn man die Vermüllung der Landschaft betrachtet.

Gut und sehr gut

2015-06-22 Regen

Gut, sehr gut! Es regnet! Ein schöner Landregen, den ganzen Tag lang. Die Nacht soll es auch durchregnen. Zusammen mit den in den vergangenen Tagen gefallenen Regenschauern dürfte unser Trockenheitsproblem in den Weinbergen vorerst behoben sein. Zwar keine Luxusversorgung der Rieslingreben, aber es reicht vorerst. Nun noch wärmere Temperaturen, damit die letzten Rebblüten auch noch bestäubt werden und der Winzer schon Vorfreude auf die kommende Weinernte hat, falls nicht etwas anderes schief läuft. Aber daran denke ich noch nicht.

Laubarbeiten

2015-06-18 HeftenWir schlaufen die Rebtriebe zurzeit in den Drahtrahmen, damit kein Windbruch entsteht.  Die Reben haben dadurch eine optimale Belichtung und Besonnung. Der erste Durchgang erfolgte letzte Woche, nun sind wir bei der zweiten und letzten Runde.

Das Ganze dazu noch ganz gemütlich und stressfrei. Leider!

Die anhaltende Trockenheit bremst das Wachstum der Rieslingreben stark. Es gab zwar im Wochenrhythmus 15, 10 und heute 11 Liter Regen, aber das hilft nur einige Tage. Nicht wirklich befriedigend und ausreichend. In einer jungen Rebanlage wird es nur noch wenige Tage dauern, bis die ersten Trockenstressanzeichen massiv auftreten. Zumindest sind die Weinbergserdbeeren, die am verdorren waren, wieder ins Leben zurückgekehrt.

Die Meteorologen machen uns für die nächsten Tagen Hoffnung. Ich lasse mich überraschen.

Ich will nicht jammern und zu laut Regen herbei wünschen. Das ging schon im letzten Jahr schief, als wir bei der damals herrschenden Trockenheit viel Regen wünschten. Leider wurden diese Wünsche reichlich erfüllt und es regnete ab Juli fast ununterbrochen und wir hatten eine problematische Weinernte. Ich berichtete auch hier und hier.

Alle Jahre wieder

2015-06-12 Blüte

Alle Jahre wieder, so sicher wie das Amen in der Kirche: Die Rebblüte! Eine Woche später als im letzten Jahr, drei Wochen später als 2005, usw. Aber in jedem Fall etwas früher als der langjährige Vegetationsdurchschnitt.

Die Wetterbedingungen sind für die Blüte perfekt. Die Temperaturen optimal – nicht zu heiß und nicht zu kühl -, trockenes Wetter ist auch vorhergesagt – leider – und in einigen Tagen dürfte die Rebblüte vorbei sein. Ich gehe davon aus, dass die Bestäubung sehr gut sein wird, also quantitativ ein guter Jahrgang zu erwarten ist. Qualitativ kann ich natürlich noch keinerlei Aussage machen, aber es ist alles drin, wenn die Rahmenbedingungen in den nächsten Wochen stimmen.

Regen?

2015-06-11 Trockenheit

Die ersten, im letzten Jahr nachgepflanzten, jungen Reben sind mittlerweile vertrocknet. Die vergangene Woche gefallenen Niederschläge haben die Reben nur kurz aufatmen gelassen.  Die Weinbergsbegrünungen sind am verdorren.

Das Hoffen auf reichliche Niederschläge geht weiter. Die tiefen Wurzeln der Reben finden zwar noch Wasser, aber – so mein Eindruck – das Längenwachstum der Rebtriebe ist langsam geworden.  Für heute sind Unwetter angesagt. Die erste Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes kam eben per mail.

Ich lasse mich überraschen, was denn vom Himmel kommt. Wie schon hier gesagt, ich nehme fast alles. Am liebsten Landregen. Nur die feste Form des Regens und Sturzbäche vom Himmel kann ich nicht gebrauchen.

Kann man kaufen, muss man aber nicht

2015-06-08 Rosen2

Kann man kaufen, muss man aber nicht. Selbst gemacht ist es immer besser und zudem multifunktional.

Man nehme zwei oder drei dicht mit Blütenblättern besetzte Rosenblüten einer stark duftenden Rose, am besten am Morgen eines warmen Tages geerntet – dann ist der Duft am intensivsten – und setzt die Blütenblätter mit einem halben Liter Rieslingessig in einer hellen Flasche an. Selbstredend empfehle ich diesen hier! Sie wissen, auf die guten Zutaten kommt es an, wenn das Endprodukt sehr gut werden soll. Die Flasche 14 Tage an einen warmen, sonnigen Ort stellen. Dann absieben, bzw. über einen Kaffeefilter filtrieren und fertig ist der Rosenessig.  Ideal für Obstsalate.

Und dann natürlich als Schönheitsessig verwendbar. Sehr gut für trockene, juckende und nervöse Haut geeignet, denn er stellt den Säureschutzmantel wieder her. Die Haut fühlt sich danach sehr angenehm und entspannt an. Für diesen Fall der äusserlichen Anwendung bitte den Ansatz nicht mit reinem Essig machen, sondern mindestens zur Hälfte destilliertes Wasser verwenden.

Auf jeden Fall besser als Gurkenscheiben oder Magerquark im Gesicht. Versuche Sie es einmal! ;-)

Es hat geholfen

2015-06-03 Autowäsche

Es hat geholfen! Sie wissen schon, das mit dem Auto und den Fenstern putzen. Wie auch schon im letzten Jahr praktiziert, der Notnagel, wenn es an Regen fehlt.

Letzte Nacht gab es ein Gewitter mit 15 Liter je qm und damit ist uns vorerst geholfen.  Für die Reben genau zum richtigen Zeitpunkt. 2015-06-02 Erdbeeren

Die Weinbergserdbeeren im Weinberg sind trockenheitsbedingt sehr klein geblieben. Also nicht mal kurz bücken, um eine Handvoll während der Arbeit ernten. Es ist schon etwas mehr Arbeit, um an diese köstliche Zwischenmahlzeit zu kommen.

Massentierhaltung

2015-06-03 BienenDer Einstieg in die “Massentierhaltung” ist geglückt. Ein Projekt von Chefin Marita und Freundin Barbara. Vorgestern die Ankunft der Bienen. Die erste Biene schaute bei Dämmerungsanfang neugierig aus dem Bienenstock, um die ungewohnte Umgebung zu erkunden.2015-05-04 Bienen

Gestern herrschte schon reger Flugverkehr. Hauptzweck der Bienenhaltung ist nicht die Honigproduktion – wir erwarten frühesten nächstes Jahr die erste Ernte – sondern schlicht und einfach die Förderung von Ökologie und Nachhaltigkeit.

Macht nebenbei natürlich auch eine Menge Spaß.

Weitere Informationen – bitte nicht zu ernst nehmen – finden Sie hier und dieses Video ist absolut sehenswert.

Wieder eine Chance vorbei

2015-05-28 Triebspitze

Wieder eine Chance vorbei. Es sollte heute und morgen passieren, aber die Wetterfrösche lagen schon wieder daneben. Schon seit einigen Wochen wurde für die nahe Zukunft, also vier bis fünf Tage im Voraus, Regen gemeldet. Mit jedem Tage, mit dem sich der gemeldete Regen näherte, verringerte sich die Prognose bis auf null. Heute Morgen waren es magere 5 Liter im Regenmesser, gerade genug um den Staub zu binden.

Die Bodenwasservorräte sind sehr knapp. Das Längenwachstum vieler Triebe hat sich verlangsamt und die Triebspitze ist bei vielen Reben schon gestreckt. Nachgepflanzte Reben leiden schon massiv unter der Trockenheit. Das bislang kühlere Wetter schonte zwar noch das Bodenwasser, aber diese Woche soll – den Meteorologen zufolge, wenn man diesen noch glauben darf –  die 30 Grad Marke überschritten werden.

Noch sind es kleine Sorgen, die jedoch zu großen Sorgen werden könnten, wie ich letztes Jahr schrieb.

Wir nehmen alles was an Regen vom Himmel kommt sehr gerne. Auch Starkregen mit 40 Liter je Quadratmeter, wenn es denn nur Eisfrei ist, wie Kollege Bernhard Fiedler schon vor zwei Wochen in seinem Blog anmerkte.

Vulpes vulpes

2015-05-28 FuchsVulpes vulpes, der gemeine Rotfuchs. Am helllichten Tag – heute Nachmittag – gesehen und mit dem Auto angehalten. Bilder gemacht, der Fuchs hat mich genauso angeschaut, wie ich ihn angeschaut habe. Keinerlei Scheu vor mir und meinem großem Auto. Er überquerte langsam den Wirtschaftweg und lief in einen Weinberg. Ich zu Fuß mit Kamera hinterher. Wie gesagt, das Tierchen hatte keinerlei Scheu vor mir.

“Der Rotfuchs ist ein relativ anspruchsloser Allesfresser. Er stellt seine Ernährung bei Bestandsschwankungen der Beutetiere kurzfristig um und nimmt generell mit dem vorlieb, was leicht zu erbeuten ist und einen hohen Energiegehalt bietet.” schreibt Wikipedia.

Ganz wichtig: “Er stellt seinen Ernährung kurzfristig um und…, was leicht zu erbeuten ist” und leicht zu erbeuten ist zur Zeit die Schermaus, die in auffallend übergroßer Anzahl in den Weinbergen wühlt und dort Schäden verursacht.

Wie in der Natur üblich, wenn es viele Mäuse gibt, gibt es auch viele Füchse und Greifvögel, die die Mäusepopulation – habe ich  heute auch zu sehen bekommen –  dezimieren helfen. Fehlt nur noch ein unterstützender, sehr kalter Winter.