Licht am Ende des Tunnels

2016-07-24 Traubenbefall sporulierend aus 2009

Foto: Archiv, Juli 2009

Wir sehen Licht am Ende des Tunnels.  Ich glaube, dass wir es geschafft haben. Den Kampf gegen den falschen Mehltau (Peronospora) haben wir zwar nicht gewonnen, uns aber auch nicht kampflos ergeben.

Nach den ersten größeren Verlusten durch eine Infektion vor der Blüte, ich berichtete hier, gab es nach der Rebblüte eine weitere Infektion, die zusätzliche Trauben vernichtete. Im obigen Bild zu sehen, wie der Pilz junge Beeren befallen hat.2016-07-21 Lederbeeren

Mittlerweile haben sich die Spaltöffnungen der Beeren verschlossen. Der Pilz kann diese nicht mehr infizieren, er kann aber auch keinen Pilzrasen mehr bilden. Infizierte Beeren nennt man dann Lederbeeren, da diese lederartig eintrocknen. Zurzeit kann der Pilz nur noch wenig Unheil anrichten.

Junge Blätter können noch befallen werden und evtl. die Traubenstiele. Gottseidank, dass wir trockenes Wetter haben, das uns in unseren Bemühungen gegen die Peronospora unterstützt.

2016-07-25 Riesling

Wie groß der Schaden ist, kann ich noch nicht sagen. Ein zweites Problem ist die wetterbedingt schlecht verlaufene Rebblüte. Erkennbar an den sehr lockerbeerigen Trauben mit jungfernfrüchtigen Beerchen. Ich rechne mit einer unterdurchschnittlichen Erntemenge.

Bis jetzt haben wir sehr viel Glück gehabt. Auf der anderen Moselseite, in der nächsten Gemeinde, an jeder anderen Windung der Mosel sieht es ganz anders aus. Riesig groß auch die Unterschiede in meinen eigenen Weinbergen. Rebstöcke gänzlich ohne Ertrag, daneben Rebstöcke gänzlich ohne Pilzbefall, Weinberge mit normalen Ertragserwartungen, 50 m weiter ein anderes Bild.

Kleinste Unterschiede, ein wenig kälter oder wärmer, ein Lüftchen mehr, das die Blätter trocknete, die Ausrichtung zur Sonne, oben oder unten im Moseltal, ein Quentchen mehr oder weniger Regen, bzw.  Luftfeuchtigkeit, Blütezeit und an welchen Tag der Winzer spritzen war, nebst weiteren Faktoren, haben über Erfolg oder Misserfolg entschieden.

Eine Gratwanderung über Messer Schneide, die wir nicht beeinflussen konnten.

Mein ruiniertes Nervenkostüm beruhigt sich so langsam wieder. Weitere katastrophale Wetterbedingungen kann ich für dieses Jahr nicht mehr gebrauchen.

Die Sekretärin hatte gesagt…

2016-07-19 Hydraulik

Die Betätigungsstößel Ventile der Joysticksteuerung unserer Raupe waren undicht und Hydrauliköl tropfte heraus. Also kurzerhand den Hersteller der Raupe angerufen und um Rat bzw. um Ersatzteile gebeten.  

Nach kurzer Zeit kam der Rückruf von den Bürodamen. Man hatte sich beim Techniker sachkundig gemacht, die Ersatzteile kommen und es wäre ganz einfach, kann jeder.

Die Sekretärin hatte gesagt… ja richtig, es war ganz einfach diese Ventile zu wechseln. Aber!

Die hinteren Hydraulikschläuche zu demontieren war noch das Einfachste, die Lenkeinheit auszubauen, eine andere Nummer. Zuerst verstehen, wie diese Komponente eingebaut ist und welche Schrauben zu lösen sind. Dann, bei der sehr kompakten, ganz engen Bauweise des Kettenschleppers, dass passende Werkzeug anzusetzen um die Schrauben zu lösen, weitere Teile abschrauben, weil der gedachte und mutmaßliche Lösungsweg doch der falsche war. Dann noch Schrauben suchen, die im Eifer des Gefechts herunter gefallen waren..

Nach zwei Stunden war es endlich geschafft! Ich konnte die Ventile wechseln, dauerte keine zehn Minuten. Der Zusammenbau ging dann schneller, ebenfalls vom suchen nach heruntergefallenen Schrauben unterbrochen.

Die Steuerung ist wieder dicht und ich weiß jetzt, wie es geht, falls es noch einmal zu Undichtigkeiten kommt.

Hieracium aurantiacum

2016-06-20 Habichtskraut2

Hieracium aurantiacum, auch als Orangerotes Habichtskraut bekannt: Mein Lieblingsunkraut Lieblingswildkraut!

Die Blattrosetten dicht am Boden, der Stängel mit der Blüte max. 40 cm hoch wachsend. Ideal, braucht man nicht zu mähen, der Blütenstand wächst im Unterstockbereich nicht in die Laubwand und diese Pflanze kratzt und brennt nicht wie Brombeere oder Brennnessel.

Die Wirkung dieses Krautes wird als schleimlösend, harntreibend, antibiotisch, krampflösend und entzündungshemmend beschrieben. In der alten Kräuterkunde wird das Habichtskraut innerlich bei Durchfall, grippalen Infekten, Blasen- und Nierenentzündung, Wurmbefall und Nierensteinen eingesetzt, äußerlich zur Wundbehandlung und als Augenspülung.

Leider sind nur Teilflächen meiner Weinberge damit bewachsen und so ist der Winzer zur Zeit am mähen und im Unterstockbereich muß zur  leidigen Brennnessel- und Brombeerbekämpfung per Hand nachgearbeitet werden.

Etwas Ruhe kehrt ein

2016-07-06 LaubschnittDie sommerlichen Hauptarbeiten sind erledigt. Die Rebtriebe sind geheftet, also in den Drahtrahmen eingeschlauft worden. Die Traubenzone wurde entblättert und der erste Laubschnitt ist auch schon gemacht.

Die Weinberge sehen jetzt akkurat wie nach einem Friseurbesuch aus. Etwas Ruhe kehrt nun ein. Nicht, dass wir arbeitslos wären, aber, wie sagt man so schön, der Druck ist raus.2016-07-07 HackenZeit, sich jetzt intensiv um die im Mai gepflanzten Rieslingreben zu kümmern. Mittlerweile konnten wir mit dem Kettenschlepper eine Bodenlockerung durchführen. Im Unterstockbereich muss händisch gearbeitet werden. Eine reichhaltige Auswahl an Hacken steht für meine Helfer zur Verfügung. Jeder kann sich nach seinem Gusto das passende Gerät aussuchen.

Die jungen Rieslingreben wachsen sehr gut und sind mittlerweile am Pflanzstab festgebunden.

Der Sommer mit trockenem Wetter ist auch gekommen. Etwas aufatmen für uns. Neuinfektionen durch den gefürchteten falschen Mehltau (Peronospora) werden unwahrscheinlicher und durch das starke Beerenwachstum verringert sich die Empfindlichkeit der Trauben.

mentale Vorbereitungen

2016-06-29 Peronospora2

Der heimtückische Peronosporapilz (falscher Mehltau), ich berichtete hier und hier, hat auch bei uns zugeschlagen. Seit Anfang der Woche sieht man auf der Blattoberseite vermehrt den sogenannten Ölfleck, eine gelbliche Aufhellung.2016-06-29 PeronosporaAuf der Blattunterseite dann der Pilzrasen von dem weitere Infektionen ausgehen. Bis jetzt sind wenige Blätter befallen. 2016-07-01 Pero2

Im Rebstock sieht es einiges übler aus. Bei stark wüchsigen Reben mit dichtem Blätterwerk finden wir viele vertrocknete Trauben, die schon vor der Blüte befallen waren und mittlerweile, ohne sichtbaren Pilzbefall, eingetrocknet sind.2016-07-01 PeroJunge Beeren, mit einem Pilzrasen überzogen habe ich beim Riesling noch nicht gesehen, in unserem kleinen Rivanerweinberg jedoch leicht zu finden.

Zurzeit treffen wir mentale Vorbereitungen für die kommende Ernte: Jetzt schon geistig auf eine nicht so üppige, vielleicht kleine, oder sogar sehr kleine Ernte vorbereiten.

Seit zwei Tagen sind die Weinbergsböden, nach wochenlanger Regenperiode, endlich wieder abgetrocknet und problemlos befahrbar. Das Wetter hat sich auch verbessert. Trotzdem heißt es aufgepasst. Durch die vielen infizierten Blätter und Trauben ist ein gewaltiges Sporenpotenzial in den Weinbergen.  In den letzten Tagen habe ich mit dem Laubsauger die Rebblätter aus der Traubenzone gezupft, damit diese besser durchlüftet wird und Feuchtigkeit besser verdunsten kann. Zudem können dann die junge Träubchen optimaler mit unseren Pflanzenpflegemitteln benetzt werden, um weiteren Pilzbefall (hoffentlich) zu verhindern.

Alarmstufe rot – lagenweise dunkelrot!!!

2016-06-24 Tau

Alarmstufe rot – lagenweise dunkelrot!!! So die Warnmeldungen der Agrarberatung in der Pfalz. Lagenweise ist dort schon ein massiver Traubenbefall erfolgt. An der Mosel ist es noch etwas ruhiger. Bislang konnte ich zwar immer noch keinen Befall unserer Rieslingreben mit dem falschen Mehltau feststellen, aber wir sind immer noch sehr angespannt. Beim Rivaner sieht es anders aus. Erste befallene Rebblätter habe ich schon gefunden. Der Sommer ist noch nicht vorbei und jetzt, kurz nach der Rebblüte, sind die jungen Beerchen in ihrer anfälligsten Phase. Sehr empfindlich und durch das sehr starke Wachstum wird der Spritzmittelbelag ganz schnell verdünnt und muss in sehr kurzen Abständen erneuert werden. Einen sehr guten Beitrag zu diesem Thema finden Sie im Blog vom Weingut St. Antony, Rheinhessen.

Leider spielt das Wetter auch nicht mit. Ein stabiles Hoch ist nicht in Sicht. Extreme Luftfeuchte verhinderte letzte Woche tagelang das Etikettieren. Minimalste Temperaturunterschiede lies die Flaschen beschlagen und durch die extreme Sättigung der Luft mit Feuchtigkeit trockneten diese tagelang nicht. 2016-06-20 Hagel

Etwas Hagel gab es auch schon. Gott sei Dank wurden nur etliche Rebblätter durchlöchert. 2016-06-24 Quelle

Mittlerweile sind wir im Besitz einer eigenen Quelle. In einem Weinberg im Burger Hahnenschrittchen hat sich im Vorgewende ein “kleiner” Bach gebildet. Ärgerlich nur, dass in diesem Bereich die Befahrbarkeit mit der Weinbergsraupe nicht mehr gegeben ist. Aber das ist das kleinste Problem, das wir im Moment haben.

Etwas Entspannung

2016-06-16 Blüte

Mittlerweile sind wir etwas entspannter – aber nur etwas – was die Pilzkrankheiten im Weinberg betrifft. Ich berichtete hier. Nächste Woche ist weitestgehend trockenes, sommerliches Wetter gemeldet. Unsere Weinberge sind bisher immer noch befallsfrei. Ob der Pilz in den letzten Tagen in die Rebe eindringen konnte, wissen wir noch nicht, da er erst sichtbar wird, wenn die Inkubationszeit abgelaufen ist. Noch bin ich guter Dinge. Vielleicht hatte ich bisher Dummenglück, unsere Weinberge stehen an der richtigen Stelle oder unser Weinbergsmanagment hat mit einem Quäntchen Glück zur bisherigen Befallsfreiheit geführt.

Jetzt muss noch die Rebblüte gut überstanden werden. Trocken soll es werden, also eine geringere Gefahr, dass die extrem empfindlichen Beerchen vom Peronosporapilz befallen werden. Die Temperaturen sollen steigen und die Wasserversorgung der Reben ist ja bekanntermaßen auch optimal. Das müsste eigentlich gut gehen.

Übelst

2016-06-15 Regen

Übelst spielt uns das Wetter mit. Seit über zwei Wochen Regen, Regen, Regen. Täglich immer wieder massive Regenschauer, die uns Schutz im Auto suchen lassen. Die Böden aufgeweicht bis zum geht nicht mehr, beim Fahren mit dem Kettenschlepper gib es eine Schlammschlacht und die Mosel hat auch schon wieder den unter unserem Haus gelegenen Parkplatz überschwemmt. Von der zeitweisen 100%igen Luftfeuchtigkeit ganz zu schweigen.

So langsam bekomme ich Muffensausen.  Die gefürchtete Pilzkrankheit Peronospora, auch falscher Mehltau genannt, bedroht uns. Vielleicht noch schlimmer als vor einigen Jahren, als es vereinzelt Totalschäden gab.

Die ersten Schreckensmeldungen laufen bereits über den Ticker:

“Die Situation ist zum Teil dramatisch. Am schlimmsten betroffen sind die Gebiete entlang des Rheins in Rheinhessen, Südliches Wonnegau, Zellertal, Worms und rund um Grünstadt. Desweiteren in Pfälzer Lagen in der Ebene, weniger am Haardtrand. An der Mosel und im nördlichen Rheinhessen zeigen sich erste Infektionen….
In den beschriebenen Extremgebieten überlagern sich die Infektionen und seit gestern sporulieren die vorhandenen Ölflecke. Teilweise sind komplette Blätter weiß, was so bisher noch nicht beobachtet wurde. Gescheine sind teilweise getroffen, manche Anlagen zeigen bereits jetzt Totalausfall. In dieser Woche ist keine Entspannung in Sicht, da es weiter nass bleibt.”

so unsere Ökoberaterin Beate Fader Anfang der Woche in ihrem Rundschreiben. Von den konventionell arbeitenden Winzern hört man ähnliches.

Etliche Kollegen sind von Totalausfall der Ernte bedroht. Auch an der Mosel gibt es schlechte Nachrichten. Unsere Reben sehen zwar “noch” sehr gut aus. Bis jetzt habe ich erst ganz wenige befallene Blätter gesehen, aber ich gehe davon aus, dass es bedeutend mehr werden wird. Wenn es nicht aufhört zu regnen, könnte es auch bei uns katastrophal werden.

Mythos Mosel: Eine Riesling Reise mit Spaß

2016-06-10 MagnumsDie Bilanz ist überwältigend positiv: Mit einer wunderbaren BigBottle-Party im Park des Hotels Moselschlösschen starteten mehr als 400 Gäste am Freitagabend zur dritten Auflage von “Mythos Mosel – Eine Rieslingreise”. Es gab kleine Speisen an verschiedenen Kochstationen im Garten und Weine aus großen Flaschen. Ca. 300 große Flaschen (Magnumflaschen mit 1,5 l Inhalt)  wurden geleert und im Garten auf der Mauer aufgereiht.

2016-06-12 SektfrühstückDie Veranstaltung war ein voller Erfolg. An den zwei Probiertagen fanden viele Weininteressierte den Weg in unser Weingut. Wir Winzer und unsere Helfer waren immer guter Laune.  Sei es am Sonntag morgen beim Sektfrühstück oder 2016-06-12 Relaxliegein Ruhepausen auf der Relaxliege.

Danke an meine Winzerfreunde Gerrit Walter vom Weingut Walter, Briedel, Karl-Josef Thul von Weingut K.-J. Thul, Thörnich und Timo Dienhard vom Weingut Römerkelter, Maring-Noviand. Danke natürlich auch an die Helfer Felix, Vanessa und Anne. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht und die Zusammenarbeit konnte nicht besser sein. Gerne wieder!

Hier finden Sie unsere vorherigen Berichte über Mythos Mosel: Eine Riesling Reise

Mythos Mosel: Eine Riesling Reise
Mythos Mosel: Eine Riesling Reise kann beginnen

Mythos Mosel: Eine Riesling Reise kann beginnen

2016-06-06 Mythos MoselDie Vorbereitungen für Mythos Mosel, die große Imageveranstaltung der Moselwinzer, am 11. und 12 Juni, sind am laufen. Das Banner hängt am Haus – zwar noch etwas schief, aber das wird noch gerichtet -, die Wegweiser zu unserem Weingut sind gedruckt und werden morgen in einer Gemeinschaftsaktion mit den gastgebenden Winzern aus Reil im Dorf aufgehängt, der Hof ist gekehrt und viele andere Kleinigkeiten sind auch schon vorbereitet.

Gestartet wird am Freitag mit der Eröffnungsveranstaltung in Trarbach. Am Samstagmorgen kommen meine Gastwinzer zum Aufbau und dann kann um 11.00 Uhr mit dem Probieren losgelegt werden. Abends gibt es in verschiedenen Weingütern noch Abendveranstaltungen.

Fürs leibliche Wohl ist auch gesorgt. Kleine Köstlichkeiten haben wir im Weingut vorrätig. Wer mehr möchte, dem lege ich den Reiler Hof ans Herz.

Eintrittskarten gibt es hier auf der Homepage von Mythos Mosel, oder direkt bei den Weingütern, also auch bei mir. Das Ticket beinhaltet auch die Bus- und Bahnfahrt im Trierer Verkehrsverbund. Zudem fahren Shuttlebusse  jeden Ort auf der Strecke zwischen Ürzig und Pünderich im 20 min Zeittakt an. In Reil steht zusätzlich noch die Moselweinbahn in Richtung Trarbach oder Bullay zur Verfügung.

Sie finden uns ganz einfach: Von der Shuttlebushaltestelle auf der Reil gegenüberliegenden Moselseite, die Brücke überqueren, rechter Hand sehen Sie schon unser Haus (siehe oben), nach rechts abbiegen und nach 40 m sind Sie an unserem Hintereingang. Vom Bahnhof einfach die Hauptstraße bergab gehen und nach 200 m sind Sie ebenfalls an unserem Hintereingang. Das wäre der schnellste und einfachste Weg. Auto- und Fahrradfahrer können auf dem Parkplatz unter der Brücke moselabwärts parken und unser Weingut ist auch schon in Sicht.

Weitere Informationen finden Sie in einem vorherigen Artikel von mir oder auf der Homepage von Mythos Mosel.