Der Bernhard hats grob geschätzt, Armin ist schon genauer und ich…

22. Juli 2014

2014-07-20 SonenbrandBernhard Fiedler vom Neusiedler See hats grob geschätzt: Lesebeginn zwischen dem 5. und 15. September. Armin Kobler, Südtirol,  ist schon genauer und prognostiziert: … im Bozner Unter­land werden in den ersten Sep­tem­ber­tagen die ersten Trauben der Sorten Char­donnay und Ruländer gelesen…

Ich werde es dann einmal genau für unseren Riesling bestimmen :

Erntebeginn für unseren Riesling ist bei uns am 06. Oktober, morgens um acht! Wahrscheinlich etliche Tage Vorselektion, damit die verbleibenden Trauben weiter reifen können. Danach die Haupternte und wenn uns das Herbstwetter gnädig ist, obenauf noch etwas ganz gutes, etwas richtig gutes!

Und wenn nun dieses Prögnöschen nicht zutrifft, dann halte ich es mit Konrad Adenauer: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Sie werden mich nicht daran hindern, schlauer zu werden.”

Aber nun zum Stand der Dinge: Die Trauben sind nach den ergiebigen Regenfällen vor zwei Wochen mächtig gewachsen. Einige Beeren haben durch den Wetterumschwung der letzten Tage von kühl zu extrem heiß Sonnenbrand bekommen und sind eingetrocknet. Nicht der Rede wert. Hätten wir nicht wie jedes Jahr die Traubenzone entblättert, es würde sicher anders aussehen.

Der Fisch will schwimmen

19. Juli 2014

2014-06-06 Ente Fisch

Da wäre ich jetzt gerne! Bei den jetzt herrschenden, hochsommerlichen Temperaturen mit den Eifelforellen im kühlen Teich plantschen und ebendiese, 2014-06-06 Forelle

der kurzen Wege halber, als Räucherforelle mit Sahnemeerrettich und Eifeler Landbrot verspeisen.…………………………………………………………………………………………………….2010-09-04 Forelle

Alternativ natürlich als Forelle Müllerin und auf jeden Fall einen leichten, trockenen und gut gekühlten Moselriesling dazu. Denn der Fisch will dreimal schwimmen: In Wasser, Schmalz und Wein, wie ein altes Sprichwort sagt.

Oder, vielleicht geht jetzt meine Phantasie zu weit – ich warte aufs Mittagessen und bin hungrig – einen leckeren Entenbraten..

Überversorgt

12. Juli 2014

Im Weinberg ist der dringend erforderliche Regen in den letzten Tagen gefallen. Über 70 Liter je qm und nun sind wir mit Wasser ausreichend versorgt. Schon fast überschüssig, aber ich möchte nicht meckern.

Auch im Weingut sind wir überversorgt. Vorletzte Woche fing es an. Das Finanzamt meldete sich und mahnte die Einkommens- und Umsatzsteuererklärung an. Der Zoll kam noch schnell, so ganz nebenbei, zur Buchprüfung.

Diese Woche dann massiv. Der TÜV checkte unseren Lastenaufzug in den Weinkeller. Zeitgleich checkte Gerhard Eichelmann vom gleichnamigen Weinführer unsere Weine, wobei diese “Überprüfung” die angenehmste diese Woche war.

2014-07-10

Einen Tag später kam die Berufsgenossenschaft um den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu prüfen. Neben einigen, mir schon bekannten, Kleinigkeiten, muss ich nun die Elektrik mit einem speziellen Fehlerstromschutzschalter (FI Schalter) ausrüsten, der mächtig ins Geld geht.………………………………………………………… 2014-07-11 Lacon

Gestern dann die Ökokontrolle. Schnell in die Weinberge und dann stundenlang Papier gewälzt. Meine Aufzeichnungen wurden penibel geprüft: Kellerbücher, die Dokumentation der Arbeiten im Weinberg, der Warenfluss usw. Dazu noch einige Blicke in die Finanzbuchführung, die intensive Überprüfung der Kennzeichnungspflichten auf den Flaschen, den Geschäftspapieren, der Weinliste, Homepage und so weiter und so fort. Nach vier Stunden bin ich unbeschadet aus dieser Kontrolle gekommen. Die Kontrolleurin merkte noch an, dass Sie lieber im Ökoweinberg nach der Ökologie schaut, als Formulare ausfüllt.

Für die nächsten Wochen hat sich kein weiterer Kontrolleur angemeldet. Gut so! Die Weinkontrolle wird sicherlich vor der kommenden Ernte vorbei schauen, das Eichamt hat mich “bisher” in Ruhe gelassen, der Kontrolldienst der Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion Trier ist auch schon seit längerem nicht mehr da gewesen.

Dann wären da noch…

Ich lasse es jetzt lieber sein, dass mit der Aufzählung. Fürs erste reicht es mir, dass mit den Kontrollen. Ich bin überversorgt!

Erste Nacht – Zweite Nacht – Erster Tag…

8. Juli 2014

2014-07-08 Regenmesser

Erste Nacht des angekündigten Regens: 5 Liter je qm. Nicht erwähnenswert.

Zweite Nacht: Endlich ergiebiger Regen, 14 Liter je qm. Schon besser.

Erster Tag, also heute: Nochmals 10 Liter obendrauf. Freude kommt auf!

2014-07-08 Traube

Heute schon den Eindruck im Weinberg gehabt, dass es den Reben besser geht und die jungen Trauben durch den Regen schon viel dicker geworden sind. Kann aber auch Einbildung sein…

Jetzt sind noch zwei weitere Regentage gemeldet. Leider ist die Regenmenge um einiges geringer prognostiziert wie noch vor zwei Tagen. Also doch nicht auf Vorrat Regen, eher knapp am Limit. Dieses Jahr, während der Vegetationsperiode, schon mit 136 Liter je qm Regen, im Vergleich zum langjährigen Mittel, im Rückstand.

Erbsengröße

6. Juli 2014

2014-07-03 TraubeDie jungen Beeren sind prächtig gewachsen. Erbsenstadium sagt der Winzer.  Man sieht deutlich die kleineren Trauben dazwischen. Durch die Hitzewelle während der Blüte nicht bestäubt und klein geblieben. Dadurch bleibt die Traube lockerbeerig. Die Gefahr, dass sich große Beeren bei weiterem wachsen gegenseitig kaputt drücken und faulen, ist dadurch geringer.

Nicht alle Trauben sehen so aus. Mangels Wasser ist das Dickenwachstum in etlichen Weinbergen noch nicht so weit fortgeschritten wie ich es gerne hätte.

2014-07-06 WetterDie Wetteraussichten für die nächsten Tage sind – zumindest für den Winzer – optimal. Es könnte reichlich geben, sozusagen auf Vorrat. Endlich!

Curiosa iuris vini

29. Juni 2014

 2014-06-28 DuesiCuriosa iuris vini – Kuriositäten des Weinrechts – so der Vortrag von Matthias Düsi vom duesiblog.de auf dem am diesem Wochenende stattgefundenen Vinocamp. Mittlerweile das vierte vinophile Barcamp in der Weinuni in Geisenheim am Rhein. 2014-06-28 Weinglas

Der Wein spielte naturgegeben ein große Rolle und so begleiteten Weingläser die Teilnehmer den ganzen Tag. Wein gab es fast bei jedem Vortrag in den Hörsälen der Weinuni zu probieren.

2014-06-28 HörsaalAuch beim Marketingvortrag der Medienagenten gab es die von dieser Agentur geschaffenen Markenweine zum probieren.

2014-06-28 WurstDa das Motto für das Vinocmap 2014 “Speis & Trank” war, gab es sehr viele Verkostungen zu diesem Thema. Es wäre zu viel, über alle hier zu schreiben. Ich machte bei der Verkostung “Wein und Wurst mit, die von Thorsten Goffin organisiert wurde. Über 20 Teilnehmer, gefühlte 30 verschiedene Wurstsorten und Weine.

2014-06-28 SpeckSehr spannend, wie die mitgebrachten Weine mit den verschiedenen Salami-, Blut-, Leber-, Fleischwürsten, Trockenfleisch von der Ziege, grüner gesalzener Speck usw. harmonisierten. Höchste handwerkliche Fleischqualität der Fleischwaren stand auf den Tischen. Ich brachte die legendäre luftgetrocknete Blutwurst und die Sommersalami meines Lieblingsmetzgers mit, die zum ebenfalls mitgebrachten Riesling Kabinett gut passten.

2014-06-28 Abstimmung

Samstag abend wurde auf dem Vinocamp der “Wein-Online-Award 2014″ vergeben. Die Jury hatte eine Vorauswahl getroffen und auch wir waren in den Kategorien Text und Bild nominiert.  Die Teilnehmer des Vinocamps durften dann per Stimmzettel entscheiden. Gewonnen haben wir zwar nicht, aber wir waren dabei gewesen. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner weinlagen.info, Christoph Raffelt und Kilian Franzen.

Und natürlich ein Dankeschön an das Organisationsteam und an die Sponsoren, die diese Veranstaltung ermöglicht haben.

Hoffnung in den Zeiten der Dürre

29. Juni 2014

2014-06-28 Regen

Der Transporter war sauber gewaschen, die Fenster am Haus auch und die Meteorologen hatten ausnahmsweise auch recht. Regen! Zwar nicht reichlich, aber immerhin soviel, das uns vorerst geholfen ist. Die für morgen geplante Bewässerung unserer zweijährigen Junganlage ist somit abgesagt und der Winzer ist seiner Sorgen enthoben, vorerst zumindest.

der Druck ist raus

26. Juni 2014

2014-06-25 FertigDie sommerlichen Hauptarbeiten sind erledigt. Die Rebtriebe sind geheftet, oder wie es in Österreich bei meinem Kollegen Berhard Fiedler heißt, eingestrickt. Die Traubenzone wurde entblättert und der erste Laubschnitt ist auch schon erledigt.

Die Weinberge sehen jetzt akkurat wie nach einem Frisörbesuch aus. Etwas Ruhe kehrt nun ein. Nicht, das wir arbeitslos wären, aber, wie sagt man so schön, der Druck ist raus.

Wenn denn jetzt das akute Problem der extremen Trockenheit noch gelöst würde, wären wir sehr zufrieden. Dann könnten die kleinen Beerchen zügig wachsen und uns volle Fässer bescheren.  Regen ist für das Wochenende gemeldet, der Praktikant hat den Transporter gewaschen und die Chefin die Fenster – Sie kennen das doch mit dem Auto und Fenster waschen und meistens regnet es direkt danach -.  Müsste Muss einfach klappen, dass mit dem Regen.

Aus kleinen Sorgen können große werden

22. Juni 2014

 

2014-06-21 verdorrtes Gras

Aus kleinen Sorgen können große werden. Die zur Zeit herrschende Trockenheit macht sich zunehmend bemerkbar. Seit über sechs Wochen ist kein Regen gefallen. Das bisschen Regen, das Pfingsten gefallen war, war schneller verdunstet als von Himmel geregnet. Etliche Begrünungen sind, je nach Pflanzenart, schon komplett verdorrt, mindestens stark leidend.  …………..2014-06-21 Triebspitze

Den Reben kann man die Trockenheit, bis auf wenige Ausnahmen, noch nicht ansehen. Die Triebspitzen sind noch gekrümmt und die Pflanze ist von der Wasserversorgung her noch auf Wachstum eingestellt. ………………………………………..2014-06-21 TrockenstressIn jüngeren Weinbergen, in denen die Rebe noch nicht tief genug wurzelt und an Stellen, an denen der Fels hoch ansteht, bietet sich schon ein anderes Bild. Das Längenwachstum der Triebe hat sich verlangsamt bis zum Stillstand, die Triebspitze ist gestreckt. In den nächsten Tagen werden sich sicherlich die Blätter von der Sonne weg drehen, um weniger Wasser zu verdunsten.

Etliche nachgepflanzte junge Reben sind schon verdorrt.

Gut, dass in den letzten Tagen die Temperaturen nicht so hoch waren, denn sonst würde es anders aussehen. Es wird Zeit, das es ausgiebigst regnet, um eine mengenmäßig und qualitativ gute Ernte einzufahren.

Wir sind nominiert und die wahre Geschichte dahinter

18. Juni 2014

2014-06-18 nominiert

Wir sind für den Social Media Preis der deutschen Weinbranche  “Wein-Online-Award 2014″ nominiert. Und das direkt zwei mal!

Zum ersten in der Kategorie Fotografie mit einem Champagner ausschenkenden Mund- schenk und zum zweiten in der Kategorie Text über den Besuch von Kurt Tucholsky in Reil.

Preisverleihung ist am 28. Juni. Drücken Sie uns die Daumen!

Aber nun die Geschichte dahinter:

Mein Freund Schorsch Huesgen schrieb diesen Text anlässlich eines Geburtstagsvortrages im Schreibstil von Kurt Tucholsky. Zusätzlich schrieb er diesen Text mit einer alten Schreibmaschine nieder. Bei mir alterte das Papier via Photoshop um etliche Jahrzehnte. In Laufe der letzten Jahre wurde diese Geschichte hier regional immer weiter verbreitet. Unter anderem auch bei der Bio-Glühwei(h)nacht in unserem Keller. Sogar alte Reiler Einwohner konnten sich nicht an den Besuch von Tucholsky erinnern – ich auch nicht – und die Frage tauchte  auf, wo das Bild in Reil denn gemacht wurde.

Mittlerweile wird diese Geschichte sogar von einem örtlichen Historiker als wahr weiter verbreitet und die Datierung des nominierten Artikels auf den 1. April hat auch keinen nachdenklich werden lassen. Aber jetzt wissen Sie es, nur ein Fake, ein großer Spaß für Schorsch und mich .

Den Tucholskyartikel “Panter, Tiger und Co” nebst dem “Originalskript” finden Sie hier: http://www.steffens-kess.de/cms/2014/04/01/panter-tiger-und-co-3/

Der Text von Schorsch fängt im kursiv gedruckten Text ab dem vierten Absatz an. Viel Spaß beim lesen!