unprofessionell

2016-12-06-dwzManchmal will man es nicht glauben, wie diletantisch und unprofessionell die Profis der schreibenden Zunft arbeiten. Nachdem ich obiges Bildchen in einem Blogeintrag während der Weinernte 2016 veröffentlichte, fragte die Moselweinwerbung an, ob sie dieses Bildchen für ihre Zwecke verwenden könnte.

Natürlich kein Problem. Das Originalbild wurde Ansgar Schmitz von der Regionalwerbung kostenfrei zur Nutzung überlassen, mit der Maßgabe, dass die Fotoherkunft bei Veröffentlichung angegeben wird. Also in meinem Fall mit Harald Steffens oder Weingut Steffens-Keß gekennzeichnet. Im verteilten Pressematerial der Moselweinwerbung wurde das auch so kommuniziert.

Einige Tage später fand ich das Bild in der hiesigen Tageszeitung wieder. Natürlich mit nicht existentem bzw. unkorrektem Bildquellennachweis. Das gleiche gestern in der Deutschen Winzerzeitung in einem Bericht über das extreme Weinjahr 2016. In beiden Fällen die Redaktionen angerufen und reklamiert. Man tat ahnungslos, hatte Ausreden und Ausflüchte. Ich kam mir vergackeiert vor.

Wenn ich schon kein Bildhonorar nehme, dann soll wenigsten Ruhm und Ehre für mich abfallen und die Bildunterschrift stimmen. Alternativ könnte ich eine Abmahnung nebst Rechnung für das entgangene Bildhonorar verschicken.

Bio-Glühwei(h)n-Nacht

2014-12-11 Bioglühweinhnacht

Gemütliches Beisammensein bei leckerem  Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau.

Am Samstag, den 10. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

Wie gehabt, spenden wir den Glühwein und der Erlös wird an eine wohltätige Organisation gespendet. Welche ist noch unklar. Der Familienrat wird sich noch beraten.

Für die, die von weiter herkommen und auch Durst haben: Der letzte Zug ab Reil fährt um 21.57 nach Bullay, dort besteht Anschluß nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 21.28 Uhr.

Heute Abend wird Probe gekocht. Unser Azubi ist dabei, lernt guten Riesling zum Glühwein zu veredeln, darf probieren und mit entscheiden, welcher Riesling genommen wird.

Veterinäramt!!! Hä?!?!??!

2016-11-25-veterinaeramt

Veterinäramt!!! Hä?!?!??! Etwas irritiert beendete ich den Telefonanruf, den ich im Weinberg von Chefin Marita bekommen hatte. Veterinäramt vor der Haustüre, Essig, Internet und kommt noch mal wieder, waren die Schlagworte.

Pünktlich nach der Mittagspause, wie mit meiner Frau verabredet, stand dann der Mann vom Veterinäramt vor der Haustüre. Da sie unter dem Motto “Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts” beim Erstbesuch reagiert hatte, war ich nun gespannt, was denn der Herr von der Lebensmittelkontrolle bei mir wollte.

War aber eher harmlos. Auf Landesebene gibt es eine Dienststelle, die Recherche im Internet betreibt und dann Kontrollmitteilungen an die Veterinärämter schickt. Big Brother is watching you. Vor allen Dingen hat man es auf Nahrungsergänzungsmittel abgesehen, insbesondere Mittel aus dubioser Herkunft, die illegal im Internet vermarktet werden. 

Nun ja, unser Essig zählt zwar nicht dazu – also Nahrungsergänzungsmittel aus dubioser Herkunft -, aber die Kontrolle unterliegt nicht der Weinkontrolle, sondern der Lebensmittelkontrolle, die bisher noch nichts von unserer Essigproduktion wusste. Also wurde ein kurzer Kontrollbericht angefertigt und nun sind wir bei einer weiteren Kontrollinstanz registriert.

Weinernte 2016: Vorläufiges Fazit

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Erst jetzt möchten wir ein vorläufiges Fazit aus der Weinernte 2016 ziehen. Das Wichtigste zuerst! Die Erntemengen waren größer als erwartet! Zwar immer noch eine unterdurchschnittliche Erntemenge, aber mit einigen Vorräten der mengenmäßig sehr guten 2015er Ernte werden wir hoffentlich gut über die Runden kommen und auch nächstes Jahr mit Ihnen anstoßen können.

Qualitativ dürfte der 2016er dem 2015er, den wir und andere sehr gut finden, in nichts nachstehen. Die Trauben waren äußerst gesund und die ersten vergorenen Weine präsentieren sich – obwohl sie noch hefetrüb sind – sehr gut.

Die Kollegen vom Kaulwein-Weblog haben schon kurz berichtet – ich möchte mich dem anschließen –  und den Nagel auf den Kopf getroffen:

“Und dies nach einem Vegetationsjahr, das  durch die Stress-Kombination aus einem sehr feuchtem, kühlen Frühsommer und dem Infektionsdruck des falschen Mehltaus den Winzern alles abverlangt hat –  schnelles Erkennen, praktikable Lösungen, entschlossenes Handeln, extremen Arbeitseinsatz, starke Nerven und eine doppelte  Portion Glück. Noch im Laufe des Sommers hatten wir einen Entwicklungsrückstand von über zwei Wochen  – …. Aber der September hat alles wieder gut gemacht. Mit sommerlichen Temperaturen hat er die Mostgewichte in die Höhe getrieben, die Trauben immer gut abgetrocknet, so dass der Mehltau keine Chance hatte ….

Die Qualität der geernteten Trauben war überall sehr gut, was vor allem der optimalen Aromareife der Trauben infolge sonniger Tage und kühler Nächte zu danken ist. Die Spitzenmostgewichte des 2015ers konnten nicht ganz erreicht werden, aber der neue Jahrgang spiegelt ein homogenes Bild von guten, reifen Trauben wider.”

Großes Lob

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Wir freuen wir uns immer wieder, wenn wir bei Weinverkostungen sehr gut abschneiden. Großes Lob gab es dieses Jahr wieder beim Eichelmann Weinführer. Mit drei Sternen zählen wir zu den sehr guten Weingütern in diesem Buch.

Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass unser Schoppenwein, der 2015er Riesling in der Literpulle, ein extra Lob bekommen hat: “Das Qualitätsniveau … und bereits an der Basis sehr voll überzeugend, wie der straffe, zupackende Literwein beweist.”

Weinernte 2016: Nach der Ernte ist vor der Ernte

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Nach der Ernte ist auch immer vor der Ernte. Immer hinterfragen, ob man alles richtig gemacht hat, um für das nächste Weinjahr zu lernen, um eventuell noch besser zu werden.

Waren alle Entscheidungen, wann, wo, wie und mit wem geerntet wurde, zum Zeitpunkt der Entscheidung richtig gewesen? Waren diese auch bei jetziger Betrachtung im Nachhinein richtig gewesen? Was kann ich daraus lernen?

Neben vielen richtigen Entscheidungen, war eine auf jeden Fall goldrichtig: Wir haben die nächste Generation am Start! Die beiden “Kleinen” haben sich wacker im Weinberg geschlagen. Es gab mal Zeiten, da war das Durchschnittsalter unserer Erntemannschaft so um die zwanzig. Wäre ein Ziel für die Zukunft, aber mein eigenes Alter steht dem entgegen und die damalige Stammmannschaft, die auch heute noch größtenteils mit ernten geht, ist auch gealtert ;-)

Weinernte 2016: Eingetütet

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Mit der bislang kleinsten Erntemannschaft seit Jahren beendeten wir gestern die Weinernte. Für einen kleinen  Weinberg, der letzte Woche übrig geblieben war, reichte die Minimannschaft. Am letzten Tag mit dabei waren (v.l.n.r) Jose, Chefin Marita und Azubi Ken, der immer gut drauf, lernwillig und eine wertvolle Hilfe im Weinkeller war.

Und wie jedes Jahr ein Dankeschön an unsere Erntehelfer: Valentin, Christian, Greta, Luis, Frederik, Felix, Vanessa, Opa Reinhard, Jana, Rosi, Elke, Felicitas, Thomas und Michael.

2016-10-18-fruehstueckWie immer: Rasend schnell, einsame Spitze im Selektieren, immer gut drauf und alle Neuigkeiten aus dem Dorf wissend, die während der Pausen im Weinberg zum Besten gegeben wurden.

Weinernte 2016: sechsmal Riesling

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Sechsmal Riesling, 2016er:

Traube 1:

Befall mit falschem Mehltau (Peronospora) nach der Rebblüte. Ernten wir natürlich nicht.

Traube 2:

Durch Hitze und hohe UV Strahlung Ende August geschädigte Beeren (Sonnenbrand), die vertrocknet oder eingeschrumpelt sind. Wird ebenso wie Traube 1 auf den Boden geworfen. Sind bei uns Gott sei Dank sehr wenige.

Traube 3:

Genau zum falschen Zeitpunkt verblüht. Sehr wenig Fruchtansatz durch Regen bzw. kühles Blütewetter.

Traube 4:

Lockerbeerige und reife Rieslingtraube, bei der nicht alle Blüten bestäubt wurden. Sieht man an der Gelbfärbung. Der Idealzustand! Gibt es in zwei Varianten.

  • Variante 1 mit viel Aroma, aber weniger Zuckereinlagerung, da die Weinberge bzw. einzelne Rebstöcke unter Wasserstress gestanden haben. Ich berichtete hier.
  • Variante 2 mit mehr Aroma und im Gegensatz zu Variante 1 mit höherer Zuckereinlagerung (Oechsle) von Weinbergen, bzw. Reben, die besser mit Wasser versorgt waren (wasserhaltigere Böden, tiefere Wurzeln)

Von der Optik fast nicht zu unterscheiden.

Traube 5:

Sehr gut verblühte Rieslingtraube, die extrem kompakt ist und leicht zur Fäulniss neigt. In diesem Jahr trotzdem komplett gesund. Optisch zeigt die grüne Beerenfarbe Unreife, aber beim probieren ist das Aroma viel besser wie die Farbe signalisiert. Aber nicht immer…

Traube 6:

Die gleiche Aussage wie bei Traube 5, nur die der Sonne zugewandten Seite. Die Rückseite ist ebenfalls grün, Unreife signalisierend. Die Sonnenseite ist gelblich, also Reife signalisierend. Geschmacklich sind beide Seiten gleich.

Die beiden letzten Traubenvarianten wurden in einem selektivem Erntevorgang in etlichen Weinbergen separat geerntet.

Extrem unterschiedlich präsentieren sich die Rieslingtrauben in diesem Jahr. Unterschiedlich “reife” Trauben an einem Rebstock, ja sogar innerhalb einer Traube. Der Klimawandel lässt grüßen.

Weinernte 2016: Online

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Nach einer Woche Internetabstinenz und ohne Telefon sind wir wieder online. Zwar anders als gedacht, aber  es geht.

Beim Wechsel unseres Telefonanbieters wurde die Leitung leider nicht von der Telekom umgeschaltet. Das Telefon ist immer noch tod, aber der Internetzugang läuft via Funk über die Telekom wie gehabt. Wir hoffen, das wir in der kommenden Woche wieder telefonisch erreichbar sein werden.

Wir stehen Ihnen weiterhin per Mail und unter der Mobilnummer 0151/65458004 zur Verfügung.

Mittlerweile haben wir rote Trauben im Anbau. Etwas verwundert begegnete ich bei der Rieslingernte einem jungen Rebstock, der erstmalig Trauben trug. Schmeckten Gut. Beim Lieferanten der Reben ist wohl ein Fehler passiert, als ich Jungreben zum Nachpflanzen für abgestorbene Reben kaufte.