Bis jetzt zufrieden

1. September 2010

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Nach einigen Tagen mit reichlich Regen und typischem, kühlem Herbstwetter, geht es jetzt in die diesjährige Endrunde. Die Reifephase der Trauben bis zu Ernte ist für uns die wichtigste Zeit im Vegetationsjahr. Wünschenswert wären kühle Nächte und warme Tage, damit die Aromaausprägung optimiert wird. Regen und Nebel sind dagegen unerwünscht, um die Trauben möglichst lange in einem gesunden Zustand weiter reifen zu lassen.

Die Trauben präsentieren sich zur Zeit, bis auf kleine Ausnahmen, sehr gesund. Beim Rivaner findet man hin und wieder einige faule Beerchen in sehr kompakten Trauben.

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Unsere gefiederten Freunde sind sehr zutraulich. Solange wir mit den fast handzahmen Meisen um die Nudeln in der Pfanne konkurrieren, ist das kein Problem.

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Kleine Fraßschäden durch Vögel habe ich auch schon in einem Weinberg gesehen. Neben den Ernteverlusten steigt dadurch die Gefahr der Essigfäule, die eine extreme Lesedisziplin erfordert, um die kranken Beeren auszusondern, damit der Wein keinen Schaden nimmt.

Bis jetzt sind wir zufrieden und sind gespannt auf die kommenden Tage und Wochen bis zur Weinernte.

Nur für richtige Männer

23. August 2010

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Letztes Wochenende fand in Kröv/Mosel das alljährliche Schleppertreffen statt. Jede Menge alte Traktoren konnte man bewundern. Viele davon habe ich in meinem Winzerleben schon fahren dürfen.

Neben uralten Kleinschleppern mit weit unter 10 PS bis hin zu Schlüter Großtraktoren war eine große Bandbreite alter Traktoren vertreten. Bei den Großtraktoren gab es  süffisante Warnhinweise auf der riesigen Motorhaube.

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Am faszinierensten finde ich die ganz alten Lanz Traktoren.  Zuerst minutenlang den Glühkopf des riesigen 10 Liter Einzylinderzweitaktmotores vorheizen, dann mittels Lenkrad den Motor anwerfen (Bilder und weitere Information gibt es hier.), dann ein Sound der seinesgleichen sucht, wenn  der Motor seine Höchstdrehzahl von 750 U/min erreicht.

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Fahrzeuge für richtige Männer: Der  45 PS Lanz Eilbulldog. Keinerlei Elektronik, Elektrik nur fürs Licht, Servolenkung und Sychrongetriebe unbekannt und die Unwucht des Einzylinders schüttelt zudem den Traktoristen energisch durch.

Weinrallye 36: Wein und Musik

20. August 2010

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Die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH hat auf ihren Blog die aktuelle Weinrallye ausgerufen:

“Wein & Musik. Zwei Genusswelten, die aufeinandertreffen und dann vielleicht miteinander verschmelzen (?), so stellen wir uns die Rallye vor.

Vor einiger Zeit sind wir über eine äußerst spannende Studie gestolpert, in der u.a. formuliert wird: „Rotwein schmeckt besser zur Musik von Jimi Hendrix oder den Rolling Stones.“ Oder „Der Geschmack von Cabernet Sauvignon wird von den Weintrinkern stärker mit ‚mächtiger und schwerer Musik’ empfunden. Chardonnay hingegen habe bei ‚schwungvollen und erfrischenden’ Melodien deutlich besser gemundet.“

Oder hier ein Marketing-Beispiel: In der Weinabteilung eines Supermarkts wurde über zwei Wochen entweder deutsche Blas- oder französische Akkordeonmusik gespielt. Es stellte sich heraus, dass die Käufer bei der französischen Musik etwa dreimal häufiger zu französischen Weinen griffen und bei der Blas-Musik zu den deutschen.

Naja, Studie hin oder her – wir hören bei Weitem keine Blasmusik und lieben die modernen deutschen Weine ;-)

  • Schreibt uns, zu welchen Weinen Ihr bei welcher Art von Musik greift oder ist es eher umgekehrt? Ihr freut Euch auf Eure Lieblingsmusik nach Feierabend und wählt dazu – ja genau, welchen Wein?
  • Oder gibt es ein besonderes Lied, in dem es um den „edlen Tropfen“ geht? Dann bloggt einfach dazu.”

Leider muß ich aus zeitlichen kreativen Gründen passen. Mir fällt einfach nichts ein… Halb so schlimm.

Bereits letztes Jahr zur Weinrallye 25: Wein in Literatur und Film, wurde das Thema Wein & Musik bei einem Gastbeitrag behandelt. Der Brüller schlechthin.  Das Video unten nochmals zum anschauen, das “Making of” gibt es hier.

Die Zusammenfassung der jetzigen Weinrallye gibt es in einigen Tagen hier bei WeinReich Blog.

 

Weinrallye 25 from Riesling on Vimeo.

Jeden Tag werden die Karten neu gemischt!

19. August 2010

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Den ganzen Sommer über war ich über die extreme Trockenheit am jammern. Im Nachhinein vielleicht ein Glücksfall, wenn man die Situation in anderen Deutschen Weinbaugebieten oder in anderen teilen der Mosel betrachtet:

“…wir hatten fast 40 Liter. Die angeschlagenen Beeren sind ständig eingeweicht. Das Laub ist (noch) gesund. Bin mal gespannt, wie´s weitergeht…”
so Kollege Reinhard Schäfer aus Württemberg.

Auch Beate Fader, unsere Ökoberaterin, berichtet in ihren Weinbauinformationsbriefen aus Rheinhessen und der Rheinpfalz wie folgt:

“In der letzten Woche kam es zum Teil zu ergiebigen Niederschlägen. Nach einer kurzen Trockenphase am Freitag und Samstag regnet es seit Sonntag. Bis einschließlich Mittwoch ist keine Änderung in Sicht. Ab Donnerstag soll es wieder trockener und wärmer werden. Hoffen wir, dass die trockener Witterung anhält, sonst wird sich die bereits vorhandene Fäulnissituation weiter verschärfen. Manche befürchten bereits eine Wiederholung des Jahres 2006.

Der Peronospora-Befall im Gipfellaub explodiert zurzeit auch in Weinbergen mit schwachem Vorbefall. Hier wird es zum Verlust des Gipfellaubes kommen. In gefährdeten Weinbergen keine späte Entblätterung der Traubenzone vornehmen, um nicht den völligen Verlust der Assimilationsfläche zu riskieren.”

Ähnliches berichtet Bernhard Fiedler aus Österreich in seinem Blog.

Durch die Trockenheit in der Beerenwachstumsphase nach der Blüte sind unsere Trauben etwas kleiner geblieben. Sie sind lockerbeerig und Feuchtigkeit kann sehr gut abtrocken. Trauben, die während dieser Wachstumsphase genügend Wasser hatten, sind extrem dicht gepackt, einzelne Beeren können abgedrückt werden und Fäulniss findet seinen Nährboden.

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Gut, daß von den letzter Woche gemeldeten Niederschlägen gerade mal 20 Liter je qm fielen. Bis jetzt sind alle unsere Trauben gesund und wir hoffen, daß sie es bis zur Ernte bleiben.

Aber jeden Tag werden die Karten neu gemischt und es sind noch einige Wochen, bis wir das Ergebniss eines Jahres im Keller liegen haben.

Ausnahmewein!

17. August 2010

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Ein Ausnahmewein! Ich bin ja gar nicht empfindlich, habe auch eine robuste Nase und Geschmacksnerven, aber das habe ich noch nicht erlebt. Natürlich trinke ich am liebsten gute und sehr gute Wein, aber gestern hatte ich den Höhepunkt meiner Weintrinkerkarriere im Glas.

Es war schlicht eklig! Gerochen, kurz die Zunge in diese rote Flüssigkeit gesteckt, zustimmendes Nicken meiner Gattin und sofort ins Spülbecken entsorgt. Ich wage erst gar nicht den Versuch, den mir aus dem Glas entgegewabbernden Duft Gestank verbal zu beschreiben, geschweige denn den Namen und die Herkunft des Weines zu nennen.

Wie kann man so etwas produzieren? Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich eine solch schräge Brühe im Keller hätte. Doch sicherlich gibt es Weintrinker, die solch ein Getränk gerne trinken und für eine gute Qualität halten. Eine Geschmacksfrage?

Schon alleine das Biertrinken bei Tisch erzeugt bei etlichen Gourmets widerwillen, wie unten stehendes Zitat belegt. Ich wäre gestern trotzdem froh gewesen eins zu haben…

“Das gemeinste nach dem Wasser ist Bier. Man nannte es (wie man wahrscheinlich glaubte: poetisch) flüssiges Brot. In vielen Städten, Marktflecken und Dörfern Deutschlands wird es auch bei Tisch getrunken. Die Grönländer trinken bekanntlich Fischtran. Es sind Angelegenheiten des individuellen Geschmacks. Wie aber ein Mensch, der irgendeine Zunge hat, bei Tisch Bier trinken kann, ist ein Problem, über welches ich oft ernstlich und reiflich nachgedacht, dessen Auflösung mir aber bis auf diesen Augenblick immer noch nicht gelingen wollte. …. Dieses Biertrinken bei Tisch scheint mir nahe am Gipfel des Ungeschmacks und barbarischer Roheit zu liegen….”

so die Worte von Antonius Anthus

Laubschnitt

10. August 2010

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Eine der wenigen Weinberge, in dem sich heute ein Laubschnitt lohnte. Nur alte Weinberge die auf “fetteren” Böden stehen und ihre Wurzeln tief genug in den Schieferfelsen treiben konnten, sind bei der Trockenheit in den letzten Wochen noch gewachsen. Flachgründige Rebstandorte und insbesondere die jüngeren Rebanlagen haben massiv gelitten und das Wachstum fast vollständig eingestellt. Leider ist auch das Dickenwachstum der Trauben beeinträchtigt und wir müssen die Erntemenge voraussichtlich nach unten korrigeren.

Ich habe den Eindruck, das wir hier für dieses Jahr die “Arschkarte”  gezogen haben. Während ringsum reichlicher Regen fiel, sind wir bisher fast leer ausgegangen. Es reicht für die Reben gerade zum Überleben. Entspannung ist evtl. für nächstes Wochenende vorhergesagt.

Doch so richtig den Regen herbeisehnen? Lieber nicht! Es kann auch nach hinten losgehen, wie es die Hochwässer in Sachsen und Pakistan zeigen oder wie wir es an der Mosel alle Jahre selbst erleben.

Weinfestzeit

7. August 2010

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Weinfestzeit! Wie in jeden Jahr seit ???? ist an diesem Wochenende Weinfest in Reil. Mit Musik wurde die neue Weinkönigin im elterlichen Weingut abgeholt.

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 Der Zuschauer waren viele.

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Sogar von oben wurde zugeschaut,

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und mit Blasmusik  wurde die zukünftige Weinkönigin zum Festplatz geführt.

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Die Weinmajestäten der umliegenden Weinorte waren ebenfalls anwesend und sprachen die Laudatio zu Ehren der alten und neuen Weinhoheit.

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Als mittäglicher Höhepunkt die Krönung von Corinna, die von iher Vorgängerin vorgenommen wurde.

Am Ehrentisch der Gemeinde konnte ich schon einige, sehr gute,  Weine probieren, die gleich, beim zweiten Besuch des Weinfestes in den Abendstunden, intensiver verköstigt  werden.

Ominös oder Unseriös?

2. August 2010

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Über die Idee einer Gelddruckmaschine hatte ich mich schon geäussert, als ich über die vielen Weinwettbewerbe schrieb. Die ersten Abzocker, die diesen Versuch machten, bekamen kräftigen Gegenwind, wie hier bei Dirk Würtz zu lesen ist.

Heute ein weiterer Versuch Proben für eine Verkostung einzusammeln und dabei kräftig zu kassieren. 75,- € (+ 19% Mwst.)  je Probe und dazu noch drei Probeflaschen. Das hört sich nach Abzocke an. Dazu noch eine Homepage die nichtssagend ist, bzw. keine weiteren Informationen bereithält, der Veranstalter ebenso in der Weinbranche unbekannt.

Diese Geschäftsidee habe ich leider verschlafen, vielleicht bin ich viel zu gerne Winzer und kein Abzocker.  Also werde ich mir selbst eine repräsentative Urkunde gestalten, der Lehrling probiert, bewertet den Wein und unterschreibt die Urkunde. Den Wein gibt es dann in meinem Showroom/Weinlounge - heißt bei uns Weinprobierstube - zu Probieren und Kaufen.

Entspannung

28. Juli 2010

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Nach mehreren Regengüssen in den letzten Tagen ist etwas Entspannung angesagt. Zudem sind die Temperaturen stark zurück gegangen, so das die Niederschläge nicht direkt wieder verdunsten. Die ärgsten Probleme der Trockenheit der vergangenen Tage sind beseitigt.

Morgen sollen in unseren neuen Weinbergen noch einige Topfreben nachgepflanzt werden, die die nicht angewachsenen Reben oder beim unvorsichtigem Fahren mit der Raupe geplätteten Reben ersetzen.

Es wird brenzlig

23. Juli 2010

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Mitte der Woche sah die Regenprognose noch ganz gut aus, am Tag darauf verringerten sich schon die prognostizierten Niederschläge nach unten und von den für gestern avisierten 12 Liter Regen pro qm  fand sich nur ein kläglicher Rest im Regenmesser. Die Situation wird für einige Weinberge brenzlig. Nicht nur, das die Trauben klein bleiben, es besteht sogar die Gefahr einer Notreife mit Vegetationsabschluss der Rebe unter ungünstigen Wachstumsbedingungen, was wiederum der Qualität abträglich ist.