Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Glühwein für Kenia

15. Dezember 2014

2014-12-13 Glühweihnnacht

Ein voller Erfolg war die Bio-Glühwei(h)n-Nacht am vergangenen Samstag. Schon vor Veranstaltungsbeginn kamen die ersten Gäste. Unser Verkaufslager war den ganzen Nachmittag und Abend mit Gästen gut gefüllt. Glühwein, Kinderpunsch, Waffeln und Kürbissüppchen fanden regen Zuspruch: Alles weg!

Das als Überraschung angekündigte outddoor Weinkino mit einigen Filmen über die Mosel, Wein und Moselaner musste regenbedingt nach innen verlegt werden. Da unser Verkaufslager recht klein und eng ist, wurde kurzerhand der Lastenaufzug in eine Kinokabine umgewandelt. Das der Beamer die Filme leider nur in schwarz-weiss auf die Leinwand brachte, störte niemanden.

Und wie es so bei uns üblich ist: Der Glühwein usw. wurde gegen Spende ausgeschenkt. Dieses mal ist der Erlös von fast 900,- € für ein Projekt der Uni Trier in Kenia.

Danke an alle, die geholfen haben das Spar-Spendenschwein zu füllen!

Hier noch die kurze Projektbeschreibung:

“Im März 2015 ist wieder ein Projekt in Nairobi/Kenia geplant, an dem jeweils 15 Studierende der Universität Trier und der Kenyatta University teilnehmen werden. Das Thema dieses Jahres  lautet:  “Health Care for the Poor in Nairobi Slums – Needs and Demands“ („Gesundheitsversorgung für die Armen in den Slums von Nairobi“).

Diese Thematik ist von höchster Aktualität und Brisanz. In den Slums leben etwa 65% ( = rd. 2,5 Millionen Menschen) der Stadtbevölkerung auf nur 6% der Gesamtfläche Nairobis. Die Umweltsituation ist menschenunwürdig. Stinkende Müllhalden sind überall. In den 9 qm “großen” Wellblech bzw. Lehmhütten spielt sich das ganze Leben einer etwa sechsköpfigen Familie ab. Toiletten gibt es keine in den Ein-Raum-Behausungen, sodass die menschlichen Bedürfnisse zumeist in Form von in Plastik oder Papier verpackten “Flying Toilets” außerhalb der Hütten entsorgt werden müssen. Die sanitäre und hygienische Situation spottet jeder Beschreibung.

Die Kindersterblichkeit der unter 5-Jährigen ist erschreckend hoch. Unterernährung, Typhus, Magen-Darm-Erkrankungen, Lungenentzündungen, Asthma, Malaria, Diabetes und HIV/AIDS sind die vorherrschenden Krankheiten im Slum.

Das Projekt, das unter anderem mit den “German Doctors” und mit dem Health Sector der GIZ im Slum Mathare durchgeführt werden soll, versucht im Rahmen eines Mixes von Methoden (Beobachtung, Kartierungen, quantitative und qualitative empirische Sozialforschung) die reale Situation abzubilden, um daraus konkrete Empfehlungen an die in der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsplanung Verantwortlichen in Kenia zu formulieren.”

Bio-Glühwei(h)n-Nacht

12. Dezember 2014

2014-12-11 Bioglühweinhnacht

Wann?

Samstag, den
13. Dezember 2014,
ab 16.00 Uhr

 

Wo?

Weingut
Steffens-Keß
Moselstr. 63
56861 Reil

 

Was?

Alles Bio:
Glühwein vom Riesling, Kinderpunsch,
Waffeln

Und eine Überraschung!

Infos und Gespräche zum
Ökoweinbau

Frühlingsgefühle

9. Dezember 2014

2014-12-09 Nachtschattengewächs

Alles durcheinander, zumindest durch das Wetter in den vergangenen Wochen und Monaten. Ich schrieb hier schon einmal über den nicht enden wollenden Altweibersommer. In der Begrünung der Weinberge entdeckt man so manche Überraschung.

Der schwarze Nachtschatten ist immer noch – oder schon wieder – am blühen,

2014-12-09 Wilde Möhre

die wilde Möhre ebenso.

2014-12-09 Blüte

Die Magerwiesen-Margerite sollte auch seit seit längerem verblüht sein

2014-12-09 Oranges Habichtskraut

und das orangerote Habichtskraut hat das Blühende, so normalerweise im August, schon lange verpasst.

Die Reben haben bei uns mittlerweile das Laub fallen gelassen. Es gibt, nicht bei uns, aber z.B. beim Kollegen Bernhard Fiedler das Phänomen, das die Reben, bedingt durch die warme Witterung der vergangenen Wochen suggeriert bekommen hatten, es ist Frühjahr und ein erneuter Rebaustrieb im November (!) war zu sehen.

Jetzt fehlen nur noch die Bienen um Honig zu sammeln…

Kacken für den Biowinzer

2. Dezember 2014

2014.09.20m Spiegelkugel

Unsere Fledermäuse in Dachstuhl der Reiler Kirche waren auch dieses Jahr sehr fleissig und haben für unsere Weinberge den Fledermausguano produziert. Heute wurde ausgemistet!

Die Population der Tiere hatte im letzten Jahr stark gelitten. Im Frühjahr störte ein Waldkauz die Fledermäuse beim beziehen des Sommerquartiers. Zu Höchstzeiten waren bis zu 5000 Tiere im Dachstuhl, letztes Jahr waren es so um die 1500.

Als Abwehrmaßnahme wurde eine Spiegelkugel vor die Haupteinflug- und Hauptausflugöffnung montiert. Funktioniert ganz einfach. Sie kennen das sicherlich, zumindest meine männlichen Artgenossen: Der morgendliche Blick nach einer kurzen und durchzechten Nacht in den Spiegel!

Gegen den Waldkauz hat die Spiegelkugel geholfen und die Sommerkolonie wuchst dieses Jahr auf 2700 Tiere.

Riesling für Afrika

30. November 2014

Gerade, eben erst, eine Mail eines Kunden erhalten. Ein Karton Wein ist angeliefert worden, der zweite fehlt noch. Also bei der Sendungsverfolgung von DHL nachgeforscht.


Sendungsnummer 56688352xxx
Ausländische Sendungsnummer CL7725297xxxx
Verlauf Ihrer Sendung
Produkt / Service Paket ins Ausland (Sambia)
Status vom Fr, 28.11.2014 13:50 Die Sendung wird ins Zielland transportiert und dort an die Zustellorganisation übergeben. (Homepage / Online Sendungsverfolgung: http://globaltracktrace.ptc.post/gtt.web/)
Nächster Schritt Die Sendung trifft im Zielland ein.

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Großes Erstaunen, nachdem ich den aktuellen Stand der Dinge erfahren hatte. Das Paket ist ausgewandert und flüchtig! Befindet sich auf dem Weg nach Sambia in Afrika.

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Item summary

Tracking number Origin Destination Status
CL7725297xxx GERMANY ZAMBIA On route

Activity summary

Local date/time Activity Location Remarks
27.11.2014 14:08 Posting/Collection NEUWIED
28.11.2014 13:43 Arrival at outward office of exchange FRANKFURT/M
28.11.2014 13:50 Departure from outward office of exchange FRANKFURT/M

No tracking information is available from ZAMBIA

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Auch die Sendungsverfolgung des DHL Partners hat den Wein schon registriert. Keine Ahnung was dort passiert ist! Also den Kunden über den Verbleib des Weines informiert und morgen geht eine Ersatzlieferung an diesen. Ich werde jetzt täglich in die Sendungsverfolgung schauen und ich bin gespannt wo unser Riesling verbleiben wird und wie der weitere Reiseweg des Kartons ist.

So kostengünstig würde ich auch einmal gerne in ferne Länder reisen ;-)

“….wenn der Wein zurück kommt…. dann ist vielleicht eine neue Kreation ähnlich dem Madeira-Wein entstanden. Zum Beispiel der “ZAMBIA-Mosel-Riesling – nach traditionellem Verfahren “DHL Transport-Service gereift”….”

schrieb unser Kunde auf unsere Antwortmail.

Der Stift berichtet: Vinocamp Mosel Update #vcm15

29. November 2014

Nachdem ich vergangene Woche auf den Seiten des Vinocamp Deutschland das Programm zum ersten regionalen Moselcamp veröffentlicht habe, gibt es an dieser Stelle nun ein kleines Update.

vinocamp-Mosel-Logo

Das Warm-up bleibt wie geplant – allerdings ziehen wir im Schlosshotel Petry, der Gemütlichkeit wegen, ins Kaminzimmer um.

Am Samstag verschiebt sich aufgrund einer gemeinsamen Session über historische Hintergründe des Weinbaus und Weinhandels an der Mosel um 14 Uhr mit Dr. Deckers der Zeitplan ein wenig – Mittagswein und Maifelder Kartoffelsuppe gibt es bereits ab 12 Uhr – und bis 14 Uhr ist ausführlich Zeit, die Lieblingsweine der Teilnehmer auf Herz und Nieren zu überprüfen und den Mittagswein zu zelebrieren. Um 15:00 Uhr geht es dann wie gewohnt mit den Teilnehmersessions weiter.

Um 18 Uhr mündet das Ganze in eine gemeinsame Verkostung von Moselriesling aus dem Jahr 2011 (mit dem ein oder anderen 2001er für die Liebhaber von reiferen Rieslingen). Im Anschluss geht es dann in die obere Etage, um dort den Tag bei Musik, Wein und regionalen Speisen ausklingen zu lassen.

2014-06-28 Wurst

Um schon einmal einen groben Überblick zu geben, hier eine Auflistung der mir bekannten und bisher von Teilnehmern geplanten Sessions, gerne könnt Ihr die Kommentarfunktion des Blogs nutzen, um mir Eure geplanten Sessions mitzuteilen und kurz zu erläutern.

  • Gutswein trifft Wurst, was funktioniert und was nicht ?
  • Weinverkauf im Bioladen
  • Kellergeheimnisse ?
  • Onlinehandel & lokale Geschäfte, Freund oder Feind ?
  • Regionale Vernetzung von Produzenten und Handel

Teilnehmer, die bereits am Donnerstag in der Region sind, lege ich abends eine Koblenzer Veranstaltung im Restaurant  Saubar ans Herz – 6 Gänge treffen auf edle, regionale Brände der Westerwälder Brennerei Birkenhof. Anmeldungen hier.

Grobabstich

28. November 2014

2014-10-29 Faßprobe

Die ersten hefetrüben Jungweine wurden in den letzten Tagen grob von der Hefe getrennt. Der Bodensatz im Faß, allgemein als Hefe bezeichnet,  besteht nicht nur aus reiner Weinhefe. Restliche Fruchtfleischteilchen und Trubstoffe, die bei der Mostklärung nicht erfasst wurden, sind neben Weinstein ebenfalls in diesem Sediment zu finden. Diese könnten evtl. zu mikrobiologischen Problemen führen.

Auch nach dem Grobabstich verbleibt noch genug Feinhefe im Wein.  Die jungen Weine können so noch von den positiven Geschmacksstoffen der Hefen profitieren.

Die Rieslinge zeigen sich mommentan von der besten Seite. Delikate Rieslingaromatik, für dieses junge Entwicklungsstadium sehr fruchtig und durch den hohen Weinsteinausfall weicher als sonst in der Säure. Ich habe das Gefühl, dass wir bis jetzt alles richtig gemacht haben um einen leckeren Riesling zu produzieren.

Während der Azubi nach dem Abstich den leeren Tank reinigt, probiere ich schon das nächste Fass das auf den Abstich wartet und der leidige Papierkram, die Weinbuchführung, wird auch noch nebenbei erledigt.

Der Stift berichtet : Weinrallye #80 – Herbst 2014

28. November 2014

Der letzte Freitag im Monat – es ist wieder Weinrallye Zeit. Christin vom Weingut Daalgard & Jordan hat in Ihrem Blog zu Beiträgen zum Thema Herbst 2014 aufgerufen.

2014-10-29 Clauer3

Der Kellerschoppen, Quelle der Inspiration

Wir haben hier in den Bildergeschichten schon recht ausführlich über den Herbst berichtet, momentan sind wir dabei die ersten Weine abzustechen und in den Weinbergen die ersten Parzellen zu schneiden. Auch haben wir schon die ersten neuen Triebe entdeckt.

2014 – ein spannendes Jahr – kaum Niederschläge im Frühjahr, dafür sehr viele im Sommer – es hätte eine reiche Ernte werden können, wenn denn nicht der Regen vor und in der Lese gewesen wäre – aber kein Grund zu klagen….2014-10-08 Riss1

 Manche wollten nicht auf die Presse warten…

Die Jungweine verkosten sich schon sehr gut, im Vergleich zum Vorjahr mehr Schmelz bei dezentem Alkohol – die Frucht versteckt sich noch ein wenig, aber die wird sich im Januar nach der Filtration der Weine schon wieder rauskitzeln lassen. Alles in allem freue ich mich auf den ersten Jahrgang, bei dem ich mitwirken durfte.

Kleines Update zum Projektwein – die Aufsprittung ist erfolgt und kommende Woche werden wir eine Hälfte abschwefeln, um Ihn dann Ende Dezember unfiltriert abzufüllen,  die andere Hälfte wird zur Oxidation vorbereitet und später abgefüllt.

Zum Schluss noch ein kleiner Veranstaltungshinweis für Köln:

Joerg Utecht  von Utecht schreibt… veranstaltet mit Marco Krämer vom Marieneck den ersten Kölner Schwarzmarkt am 28.12.2014.……………………………………. p

 

 

Urtica dioica L.

23. November 2014

2014-11-21 BrennesselSo sehr wie ich Urtica dioica L. hasse – ich berichtete hier schon einmal über die Große Brennessel als Wirtspflanze der Grasflügelzikade -, so vielfältig ist der Nutzen für den Menschen. Die Verwendungsmöglichkeit als Brennesselspinat dürfte den meisten bekannt sein.

Aber auch heilende Wirkungen in der Medizin sind beschrieben. Brennessel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bei Arthritis, bei Harnwegserkrankungen, für die Prostata, zur Stärkung der Abwehrkraft und Blutdruckabsenkung.

Dieses Zauberpflänzchen kann sogar noch viel mehr. Die Samen der Brennessel bergen die Sensation. Lässt Haare wachsen und soll als Pimpermittel eine aphrodisierende Wirkung haben. “Durch die Samen werden die Körperfunktionen angeregt, außerdem wirken sie tonisierend, was für die Luststeigerung vorteilhaft ist.” schreibt diese Kräuterseite über den Brennesselsamen.

Aber machen wir es nicht so kompliziert. Probieren sie einmal den Samen! Mit anderen Kräutern die ideale Zutat für einen pikanten Salat. Um den Geschmack zu verbessern, bei mittlerer Hitze 15 min in den Backofen, bis sie dunkelgrün bis leicht bräunlich geworden sind. Nicht rösten!

am liebsten nur winzern

15. November 2014

 2014-11-13 GoldlayImmer noch in Altweibersommerstimmung präsentieren sich die Weinberge in der Reiler Goldlay. Eine Augenweide bei der Weinbergsarbeit, insbesondere wenn die Sonne dazu scheint.……………………………………………………………………………………………………. 2014-11-14 Rebschnitt

Mittlerweile haben wir mit den Rebschnitt angefangen. In einem ersten Arbeitsgang wurden die alten Fruchtruten entfernt. Der zweite Arbeitsgang ist dieses Jahr schon schwieriger: Das Anschneiden der Fruchtruten für nächstes Jahr. Da man bei den noch teilweise belaubten Rebtrieben nicht sieht, ob die ausgewählte Fruchtrute lange genug ist, bzw. das Rebholz ausgreift ist, dauert es etwas länger, bis die Auswahl getroffen ist.

Während der Stift, also unser Azubi, und Praktikant Pierre den ganzen Tag draußen bei bestem Herbstwetter arbeiten dürfen, muß ich leider im Büro das ausbaden, was sinnlose und sinnfreie Politik so an Nebenarbeiten für den Winzer bringt.

Aktuell steht  die Lebensmittelinformationsverordnung an, die ich bis zum 13. Dez. im Internetshop umsetzen muß, heute morgen habe ich mich schon mit dem IT-Verfahren EMCS, also der Zollanmeldung, herumgeschlagen. Gleich werde ich mich mit dem Landschaftselemente-Kataster mittels Flächeninformationen Online (Internet-GIS für Landwirte) befassen und dann wäre der Schreibtisch vorerst mal aufgeräumt.

Dabei würde der Winzer am liebsten nur winzern und könnte gut auf diese bürokratischen Nebentätigkeiten verzichten.