königliche Sänfte

2017-02-20 Sänfte

In einer königlichen Sänfte wurden heute Morgen die Bienen von ihrem bisherigen Standort, einem steilen Hang, abtransportiert. Kreuzweise mit Spanngurten stabilisiert, an einer Fassdaube aufgehängt und einige Nägel in die Daube geschlagen, damit der Gurt mit dem Bienenstock nicht verrutschte, ging es problemlos den steilen Abhang hinab.

2017-02-30 Bienentransport

Die Fahrt zum neuen Standort erfolgte gesichert mit Traktor und Anhänger. Nun stehen die beiden Bienenstöcke auf einer flacheren Obstwiese, die uns ein Kollege zur Verfügung gestellt hat. Bequemer zu erreichen als der bisherige steile Hang und bei der kommenden Ernte wieder ein anderer Honiggeschmack.

Berufswettbewerb

2017-02-16 Bodenprobe

Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend und ich habe mitgemacht. Nein, nicht als Berufsjugendlicher, sondern als Jurymitglied. In diesem Wettbewerb sollen die besten Azubis ihrer Zunft ermittelt werden. Diese Wettbewerbe gibt es in vielen Berufen.

In jungen Jahren habe ich auch daran teilgenommen und es sogar bis zum Bundessieger in der Sparte Weinbau gebracht. Natürlich viel Ruhm und Ehre eingeheimst, auch einiges dazu gelernt. So war es außer Frage, dass ich direkt für die Jury zusagte, als der  Landjugendverband anfragte.

Neben schriftlichen Aufgaben, wie z.B. einem Test des Allgemeinwissens, gab es etliche praktische Aufgaben. Wein degustieren und beurteilen war eine davon. Bei der Bodenbeurteilung und Entnahme einer Bodenprobe für eine Analyse waren ein Winzerkollege und ich als Jurymitglied eingeteilt. Warum, wann, und wie oft eine Bodenprobe genommen wird, mit welchen Gerätschaften diese gezogen wird, welche Analyseparameter benötigt werden und viele weitere waren unsere Fragen.

Dann ging es an die praktische Umsetzung. Der Rasen neben den Steillagenzentrum war Tabu und um Fahrwege in den Weinberg zu vermeiden, stand eine große Kunststoffkiste prall mit Schieferboden gefüllt bereit. Da es morgens noch lausig kalt war, wurde diese kurzerhand in den Versuchskeller des Staatsweingutes Bernkastel verbracht und so konnten die Trockenübungen in relativ warmer Umgebung durchgeführt werden.

Der Bohrstock wurde mit großem Hammer in die Erde getrieben. Die Azubis zogen dann mit diesem eine Bodenprobe, die für das Labor verpackt und bezettelt werden musste.

2017-02-16 Fass füllen

Zwischendurch, wenn es die Zeit erlaubte, schauten wir in den Nachbarkeller. Dort war Teamarbeit angesagt. In Zweiergruppen musste mittels Pumpe ein kleines Fass aus einem zweiten bis zum Rand gefüllt werden. Dabei wurde die Teamfähigkeit, das Produktschonende Arbeiten, der Arbeitsablauf und weitere Parameter überprüft.

Ab und zu schallte Gelächter der Jury durch den Keller. Manchmal bekam der Azubi am zu füllenden Fass eine Dusche ab, wenn der Partner an der Pumpe zu spät auf Zuruf reagierte oder dieser zu spät erfolgte, da dann der “Übungswein” – es wurde natürlich mit Wasser geübt – in weitem Bogen aus der oberen Fassöffnung spritzte.

Das Ausbildungsniveau war super und ich hoffe für die teilnehmenden Azubis, dass einer es bis zum Bundessieger schafft.

Nachtrag 18.02.2017

Da ich am Wettkampftag nicht bis zur Siegerehrung bleiben konnte, nun nachträglich einen Glückwunsch an Nico Zens – der schon beim ziehen der Bodenprobe geglänzt hatte –  und Lucas Bollig, die nun das Weinanbaugebiet Mosel im Bundesentscheid vertreten werden.

Männerwanderung

2017-02-11 NebenkircheWarm angezogen starteten wir vergangenes Wochenende zur alljährlichen Männer-, bzw. Winterwanderung an die Untermosel. Der Moselsteig zwischen Treis-Karden und Hatzenport sollte erwandert werden. Wie immer, wenn ein Wanderstart in Treis-Karden ist, wurde ein kurzer Blick in die Stiftskirche St. Castor geworfen, die nahe des Bahnhofes am Wanderweg liegt.

Per Zufall war die Küsterin in der Kirche. Sie sprach uns an, ob wir denn Zeit für eine Führung hätten. Hatten wir! So bekamen wir eine kleine Führung zu sonst nicht, bzw. weniger zugänglichen Teilen der Kirche.

In der Kreuzgangkapelle von St. Castor sahen wir eine verborgene Kostbarkeit, der dreiflüglige „Broy-Altar“. Der gemalte Flügelaltar stammt aus dem 16. Jahrhundert, dazu gab es viele Erläuterungen der Küsterin.

2017-02-11 KryptaIn Anschluss ging es in den Keller in die Krypta. Dort gab es Information zur Baugeschichte der Kirche, der Vorgängerkirche und weitere Informationen.

2017-02-11 SchildDa das Wetter winterlich, Schnee über Nacht gefallen war und das Wetter trübe, dachten wir gar nicht daran jungen Mädchen nachzujagen, wie das Schild an einer Weingasstätte reimte, sondern wanderten wie geplant, natürlich mit etlichen Rieslingweinflaschen bewaffnet, über den Moselsteig2017-02-11 MoselsteigSehr reizvoll waren, insbesondere auf der ersten Etappe, Treis-Karden/Moselkern, die “ausgedehnten” Buchsbaumwälder, die die größten wilden Buchsbaumbestände nördlich der Alpen darstellen.

Unterwegs Riesling trinkend – zwischendurch gab es einen Grillo von unserem italienischen Mitwanderer – erreichten wir Hatzenport, wo wir unsere Heimreise mit der Bahn starteten.

Ein gelungener Tag. Einige Teile dieser Etappe des Moselsteiges hatten wir zwar ausgespart, aber es war weit genug und etliche Höhenmeter wurden auch überwunden. Gefühlte 30 km, eher wirkliche 20 km und ein Wandertag neigte sich dem Ende zu.

Wir sind zufrieden!

2017-02-09 Probeflasche

Das Steffens-Keß Verkosterteam hat gestern wieder zugeschlagen. Alle waren da, bunt gemischt: Der Oberkellermeister, zwei Winzerkollegen, der Azubi, ein Endverbraucher und die Jugendmannschaft des Steffens-Keß Verkosterteams.

Wie jedes Jahr standen die aktuellen Jungweine, also diesmal 2016er, auf dem Tisch. Nach einer kurzen Unterrichtung meinerseits, was denn so ungefähr auf dem Tisch stand, startete die Probe.

Fast wie jedes Jahr. Diskussionen, ob der Wein in der qualitativen Reihenfolge richtig eingereiht war oder nicht. Bei der zweiten und dritten Proberunde wurden einzelne Weine in eine andere Reihenfolge gestellt. Die Jungweine waren mittlerweile wärmer geworden, hatten etwas Luftsauerstoff gezogen und probierten sich wieder anders.

Nur bei einem Wein waren sich alle – ausnahmslos – einig. Ganz an der Spitze stand der Wein mit der Weinnummer 1620. Der beste in diesem Jahr.

Heute werden noch einige Weine nachprobiert und dann kann es an die Abfüllplanung gehen.

Die Qualität ist sehr gut, frische Frucht, Eleganz und saftig. Die Alkoholgehalte wie immer  moderat, sodass diese wieder als Spaßweine bezeichnet werden können. Wir sind zufrieden!

Wenn da nur die kleine Ernte nicht wäre. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, es ist zu wenig da, insbesondere bei den Kabinettweinen und den Spätlesen. Viel zu wenig! Das dürfte kann hinten und vorne leider nicht bis zur nächsten Ernte reichen.

Frühlingshaft

2014-12-08 Ranken Bei frühlingshaften Temperaturen schreitet in den Weinbergen der Rebschnitt voran. Leider beim Riesling sehr zeitaufwendig, da er viele Ranken hat, die mit der Rebschere abgeschnitten werden müssen.

Kommende Woche soll noch eine Aushilfskraft zusätzlich unsere Mannschaft unterstützen, damit wir zeitig mit dem Rebschnitt fertig werden.

2017-01-30 Eis

Letze Woche gab es noch kalte Finger, wenn man sich nachmittags in die Kälte zum Rebschnitt traute. Das Eis auf der Mosel ist mittlerweile talwärts entschwunden. Die nächste Kältewelle – nicht so kalt wie die vergangene – ist schon von den Meteorologen voraus gesagt. Hoffentlich etwas “wärmer”, damit wir, auch wenn es etwas frostig sein sollte, den ganzen Tag draußen arbeiten können.

innovativer Glashalter

2017-01-25 WeinglasWie jedes Jahr besuchte ich gestern die Agrartage in Nieder-Olm, Rheinhessen, eine kleine, aber feine Messe für Winzer.

Der Azubi war auch dabei. Ich war an jedem Ausstellerstand gefordert, ihm die Verwendung der dort gezeigten Weinbau- und Kellereigeräte zu erklären. Spezielles Augenmerk des Lehrlings lag auf der Filtertechnik, da wir in den letzten Tagen den 2016er Jahrgang filtriert hatten und natürlicherweise das Interesse groß war.

Dort fanden wir die innovativste Idee auf der Messe, zumindest in unseren Augen: ein Glashalter! Am Filter fest geschweißt, damit man jederzeit weiß, wo das Glas ist, um die laufende Produktionskontrolle durchführen zu können. Hält das Glas sicher an dem dafür vorgesehenen Platz fest und sichert es gegen herunterfallen.

Kleckerkram

2017-01-11 SchweißenDer Winter hat uns in den letzten Tagen wetterbedingt zum Innendienst im Weingut vergattert und der ganze Kleckerkram konnte im Weingut erledigt werden. Ich schrieb vor einigen Tagen darüber.

So wurde auch die Werkstatt aufgeräumt – wurde auch langsam Zeit – und nebenbei bekam der Azubi eine Lehrlingsunterweisung: Gebrauch des Winkelschleifers und anschließendes  verschweißen der zurecht geschnittenen Eisenstücke.

Die kritischen Schweißnähte machte ich selbst und dann war Azubi an der Reihe. Er machte sich ganz gut, die Schweißnähte sahen so ähnlich wie meine aus, also nicht sehr schön. Eher nach brutzeln und braten, aber ich denke, das sie ihren Zweck erfüllen. 

leichte Nachwirkungen

2016-08-23-pero-stiel

Der letztjährige Befall der Reben mit dem falschen Mehltau, ich berichtete hier, hat noch leichte – Gott sei Dank! – Nachwirkungen auf die kommende Ernte. Im Extremfall wurden nicht nur Blätter und Trauben befallen, sondern auch das Rebholz, das für den 2017er wichtig ist.2016-12-22-pero-holz

Die Saftleitbahnen geschädigter Rieslingreben sind beim Anschnitt teilweise oder ganz vertrocknet, die Knospen, aus denen sich die neuen Rebtriebe und Trauben bilden sollen, zerstört.

Beim Rebschnitt achten wir darauf, das keine beschädigte Fruchtruten angeschnitten werden. In der letztjährig gepflanzten Rebanlage wird der Rebtrieb zum Stammaufbau benötigt und es wird penibel darauf geachtet, dass dieser Rebtrieb gesund ist. Eine Teilschädigung der Saftleitbahnen verringert die Vitalität und die Lebensdauer der Reben.

winterlich

2016-12-30-eiskristalle2Zwischen den Jahren verfärbte sich die Landschaft stellenweise ins winterliche weiß. Die Reben waren in höheren Lagen von Rauhreif umschlossen2016-12-31-eiskristalleund bizarre Eisnadeln  zu sehen.2016-12-30-eiskristalle3Die Moselweinberge hatten eine weiße Wintermütze auf.

In den kommenden Tagen soll uns der Frost erhalten bleiben. Innendienst für den Winzer. Zeit, sich um den jungen Wein zu kümmern. Zeit, um all den Kleckerkram zu erledigen, der meistens liegen bleibt oder aufgeschoben wird.