Terroir Marche incontra la Borgogna, Teil 1: ospite speciale

2017-05-18 Terroir Marche Festival

Als ospite speciale, also als special guest, ist La Mosella mit ihren Biorieslingen eingeladen worden. Ich habe den Eindruck, dass wir Moselwinzer uns im letzten Jahr in Italien, auf dem Terroir Marche Festival, der Weinpräsentation der Italienischen Biowinzerkollegen, gut benommen haben. Terroir Marche trifft auf die Mosel und ihre Rieslinge, das Motto der letztjährigen Präsentationen und Verkostungen.

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Verkostungen auf Weinen aus dem französischen Burgund von der Winzervereinigung Artisans Vignerons de Bourgogne du Sud.

La Mosella wird durch mich vertreten. Eine Auswahl von Biorieslingen der Mosel werde ich persönlich in Macerata, Italien, vorstellen. Der Riesling ist schon da und ist hoffentlich gut gekühlt. Ich werde morgen anreisen und freue mich schon auf die Kollegen und die Verkostungen im Palazzo Buonaccorsi.

Ich berichtete im vergangenen Jahr über diese sehr gute Veranstaltung:

Terroir Marche incontra la Moselle e il suo Riesling, Teil 1: Die Präsentation

Terroir Marche incontra la Moselle e il suo Riesling, Teil 2:  Die Abendgestaltung

Wachstumsschub

2017-05-15 RieslingrebenDie Wärme der vergangenen Tage hat den Reben gut getan. Das Wachstum ist nach einigen Wochen mit kalten Temperaturen förmlich explodiert. Mittlerweile treiben auch die Nebenaugen der Knospen aus, die durch den Spätfrost am 20. April oder die Fraßschäden des Rhombenspanners verloren gegangen sind.

Die nächsten Tage soll es regnen. Ich hoffe reichlich, denn die Trockenheit hat weiter zugenommen und man sieht an den Wegrändern schon erste Trockenstreßsymptome der Begrünungspflanzen.

Flaschenlager

2017-05-06 Rohzustand Lager

Unser zukünftiges Flaschenlager für den Weinversand! Der Rückbau ist in den Räumen des “Neuen” Betriebsgebäudes größtenteils erfolgt. Alte Wasser- Strom- und Heizungsleitungen, sowie die  Deckenverkleidung wurden demontiert und fachgerecht entsorgt.

Diese ersten Schritte konnten wir noch mit eigenem Personal zwischendurch selbst erledigen. Jetzt warten wir auf die Profis, die mit entsprechendem Gerät einen Gebäudeteil abreißen und neu erstellen müssen. Dann wäre der Rohbauzustand erreicht.

Die Vorfreude auf das Arbeiten im neuen Betriebsgebäude steigt! Endlich Platz und Raum für die Zukunft.

Weinreise ins Piemont Teil 2: Essen und trinken

2017-04-25 Barolo Rotwein

Auf hohem Niveau, das Trinken im Piemont, das Essen auch. Schon bei der Begrüßung in der Familie meiner Gastgeberin gab es einen richtig ordentlichen Basiswein, dazu in Kräuter, Knoblauch und Olivenöl eingelegte Sardellen.

Ein Besuch galt dem Familienweingut Fratelli Revello in La Morra. Keine Touristenführung, sondern eine Winzerführung mit Keller- und Weinbergsbesichtigung. Es gab einen kleinen Erfahrungsaustausch mit dem Winzer und der Winzerin, bevor es in die Vinothek zu probieren ging. Beginnend beim Dolcetto, über Barbera bis hin zu verschiedenen Qualitäten an Baroloweinen, konnte ich die ganze Bandbreite des Angebotes kennenlernen.  2017-04-25 Genoosenschaft Barolo Traubenannahme

Ein ganz anderes Kaliber war die Genossenschaft Terre del Barolo in Crinzane Cavour. Draußen vor der Kellerei die große, moderne Traubenannahmestation.2017-04-26 Barolo Genossenschaft

Im Weinkeller, neben modernen Tankanlagen, überraschenderweise sehr viele Holzfässer, in denen der Wein vinifiziert wird. Bei der Verkostung gab es zuerst einen Weißwein. Einer der wenigen die ich auf dieser Reise verkosten durfte. Danach ein ähnliches Sortiment wie im Weingut Fratelli Revello, zum Schluss noch Barbera und Nebbiolo aus ökologischem Anbau. Fand ich natürlich klasse, also das mit dem Ökowein.

2017-04-25 Piemont Haselnüsse

Zwischen den großen Mahlzeiten die legendären gerösteten Piemonteser Haselnüsse oder die richtig gute weltbeste  Eiscreme der Gelateria in Crinzane Cavour in der Via Garibaldi.2017-04-25 Dinieren PiemontDas leibliche Wohl wurde ergänzt durch ausgiebiges Dinieren, meistens in den Abendstunden. Ausgezeichnet das Essen, z.B. im L’ Argay in Castiglione Falletto. Die Weinkarte war bestens sortiert und der Service aufmerksam und zuvorkommend.2017-04-25 Azienda Agricola Fratelli Aimasso

Quirliger dagegen das Leben im Civico Undici in Alba.

“Civico Undici ist kein Restaurant, es ist ein Ort, um die Liebe zu den Produkten zu teilen, die die Natur saisonal… gibt. Wir haben keine Speisekarte, die Gerichte des Tages variieren je nach Saison und Angebot. Es kommt immer von kleinen lokalen Produzenten.” so die grobe Übersetzung der Idee der Eigentümer, die dahinter steht. 

Eine gemütliche und ungewungene Athmosphäre. Das Essen war bodenständiger wie im L’Argay, aber ebenfalls sehr hochwertig. Man kam sehr schnell ins Gespräch mit dem Nachbartisch zur Rechten und trank noch ein Fläschchen Wein zusammen.

2017-04-25 civico undici Alba

Auch der Tisch zur linken prostete uns zu und der Abend verging in dieser netten Gesellschaft wie im Fluge. 2017-04-23 Il Falstaff Verduno

Ein kurzer Besuch im Il Falstaff in Verduno am letzten Tag. Die Küche hatte noch geschlossen, aber Küchenchef und Besitzer Franco Giolitto nahm sich Zeit für ein kurzes Gespräch und es gab wieder einen Wein zu probieren. Eine etwas unbekanntere Rebsorte – den Namen habe ich vergessen -, frischer, leichter und würziger schmeckend, als die bekannten Rebsorten im Barologebiet. Das Il Falstaff werde ich mir vormerken für meinen nächsten Besuch im Piemont. Die Speisekarte lässt einiges erwarten.

Zum ersten Teil meines Reiseberichtes: Weinreise ins Piemont Teil 1: Die Landschaft

Weinreise ins Piemont Teil 1: Die Landschaft

2017-04-25 Barolo WeinbergeDer Winzer war mal wieder unterwegs um ferne Weinländer zu besuchen.  Die Reise ging nach Italien ins Piemont. Genauer gesagt in die Region Langhe mit seinen berühmten Baroloweinen. Eine sehr reizvolle  Hügellandschaft.2017-04-25 Barolo Landschaft Alpen

Bei schönem Wetter sind die Ligurischen Alpen am Horizont zu sehen.   2017-04-25 Barolo Dorf

Auf jedem Weinhügelchen ein Dörfchen mit einer Burganlage oder stattlichen Kirche. Sei es Castiglione Faletto, Crinzane Cavour, Diano d’Alba, La Morra und viele mehr. Pittoreske Dörfer mit Jahrhunderte alten Burgen, Kirchen und Häusern. Sehenswert auch die Stadt  Alba, die durch ihre Trüffel bekannt ist.
2017-04-26 Frostschaden barolo

Natürlich schaute sich der Winzer in den Weinbergen um. Die Rebkultur ähnlich wie bei uns, natürlich angepasst an das regionale Klima und Rebsorten. Querterassiert und mit großen Raupenschleppern mechanisierbar.

Auch dort gab es Schäden durch die Spätfröste Ende April. Im Talgrund waren Rebtriebe durch den Frost erfroren. Nur einige, nicht der Rede wert. Kein Vergleich zu anderen Weinbauregionen. Jedoch, Hagel soll es auch schon gegeben haben, berichtete mir ein Winzer. 2017-04-26 Piemont Haselnüsse

In den Tälern viele Haselnussplantagen, in denen die berühmten Piemonteser Haselnüsse wachsen.

2017-04-25 Korkenzieher Brarolo

Neben den vielen mittelalterlichen Dörfern mit musealem Charakter, besuchte ich in Barolo das dortige, sehr moderne Weinmuseum, das sich im Schloß befindet. Daneben das Korkenziehermuseum mit über 500 Exponaten. Wann, wo und wie wurde der Korkenzieher erfunden: Der Schwerpunkt der Ausstellung.

Viele der ausgestellten antiken und modernen Korkenzieher waren waren mir bekannt, aber obige Variation eines Stoppelziehers hatte ich noch nie gesehen.

Das Kopfkino reagierte… ;)

Schadenshöhe?!

2017-04-26 Beiauge treibt nach Frost aus

Im Bild: Erfrorener Haupttrieb und neu treibendes Nebenauge, das vom Frost verschont wurde.

Nach einigen Tagen Abwesenheit kam ich erst heute dazu, die Schäden durch den Spätfrost der vergangenen Woche zu begutachten.

Die gute Nachricht: Trotz der eisigen Kälte von -4 Grad haben sehr viele Rebtriebe überlebt. Die extrem trockene Luft hat schlimmeres verhütet.

Nach vorsichtigen Schätzungen meinerseits – ich bin nicht wirklich gut im schätzen, einer meiner Mankos – gehe ich davon aus, dass durch den Frost und die Knospenfraßschäden des Rhombenspanners, ca. 30 bis 40 % der Rebtriebe verloren sind. Das ist aber nicht die Schadenshöhe!

Die Rebe ist durchaus in der Lage, diese Ertagsverluste teilweise auszugleichen. Zu einem können an den verbliebenen Rebtrieben die Trauben größer werden, zum anderen gibt es neben den jetzt verlorenen Rebknospen bzw. Rebtrieben noch die sogenannten Nebenaugen, die beim Riesling in der Regel nur austreiben, wenn das Hauptauge ausfällt. Dort ist der Blütenansatz und später der Traubenbehang geringer wie beim Hauptauge.

Jetzt noch hoffen, dass die Blüte sehr gut verläuft und andere Widrigkeiten der Natur keine weiteren Ertragreduzierungen verursachen. Ende Juni weiß ich mehr. Jetzt aber schon weiß ich, dass es keine allzu üppige Erntemenge gibt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Winzern sind wir glimpflich davon gekommen. Europaweit gibt es beträchtliche Schäden bis hin zum Totalausfällen. Ein Spätfrostereigniss, dass in nie dagewesenem Ausmaß im Wein- und Obstbau gewütet hat.

Übelst, weitere Bilder

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Einige Stunden nach dem Spätfrost von heute morgen, sieht man die Schäden an den Rebtrieben. Die schon länger gewachsenen Reben haben Totalschaden.tmp_18086-IMG-20170420-WA00031879610421Die, die noch nicht soweit waren, haben nur leichte Frostschäden. Die äußeren Blätter sehen etwas “abgebrannt” aus. Eine Schadenshöhe kann ich noch nicht beziffern.

Danke an Alex Arns für die Bilder.

Übelst

2017-04-20 Frost Blechdach

Schon der Blick heute Morgen, kurz nach Sonnenaufgang, aus dem Fenster ließ mich erschaudern. Das Dach des Geräteschuppens war stark bereift. Doch kälter wie gemeldet…

Satte 4 Grad Minus gab es an unser Wetterstation. Nachdem ich die ersten Schreckensmeldungen aus anderen Weinbaugebieten im Internet gelesen hatte, startete ich zu einer Weinbergsbesichtigung. 2017-04-20 Spätfrost RieslingIn der letztjährig gepflanzten Junganlage sah es genau so aus wie gestern, als ich noch darin arbeitete. Nur die Triebe waren steif gefroren. Um es einfach auszudrücken: Erfroren und kaputt.

In den Ertragsanlagen hatte ich einen gemischten Eindruck. Bei Trieben, die schon länger gewachsen waren, gehe ich von einem Totalschaden aus. Weniger lang gewachsene und noch nicht ausgetriebene Knospen dürften es großteils  schadlos überstanden haben.

Die genauen Schäden kann ich noch nicht abschätzen, sie werden auf jeden Fall nicht unbedeutend sein. Erst wenn die Triebe und Blätter aufgetaut sind, fängt das geschädigte Gewebe an zu welken.

Zitterpartie

2017-04-17 Wetter4

Diese Vorhersage für Mittwoch und Donnerstag dieser Woche ist noch harmlos.2017-04-17 Wetter3
Diese schon macht schon Angst.
2017-04-17 Wetter1
Wenn diese zutrifft, dann gute Nacht.
2017-04-17 Wetter2
Seit Tagen sind sich die Wetterfrösche einig, dass es sehr kalt wird, bedrohlich kalt für die Reben. Es gibt schon eine amtliche Warnung vor Frost. Nur ob und wie tief die Temperaturen fallen, da sind sich die Wetterportale noch nicht so ganz einig.

Uns und auch vielen Kollegen in Europa geht der momentan der Arsch auf Grundeis. Es wird auf jeden Fall grenzwertig und eine Zitterpartie. Ich hoffe, dass es nicht wieder zu solch katastrophalen Spätfrostschäden wie im April letzten Jahres kommt.

Ich wünsche uns und allen Winzerkollegen viel Glück in der kommenden Woche.

Gute Landluft

2017-04-15 Fledermausguano streuenDa saß ich nun gestern in der Pritsche der Raupe, auf dem Fledermausguano sitzend, mit dem grünen Schippchen in der Hand. Eine Duftwolke zog hinter uns her – es roch beschissen richtig schlecht -, während mein Sohn den Kettenschlepper fuhr und ich die Fledermauskacke in den Weinberg streute.

Leider war dieser Naturdünger beim aufkehren im Reiler Kirchendach etwas feuchter als in den letzten Jahren und wurde beim Lagern durch Regen zusätzlich angefeuchtet. Ammoniak bildete sich aus dem im Guano enthaltenen Stickstoff und sorgte für eine entsprechende Duftwolke. Trotz Schutzanzug dauerte die Körperwäsche ein bisschen länger..