ZIEH-Max

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Der legendäre ZIEH-Max, das erste Motorgerät für den Steillagenwinzer in den Nachkriegsjahrzehnten: Eine tragbare Motorseilwinde zur Bodenbearbeitung.

Zusammengeklappt die Weinbergstreppen hochgeschleppt, das Gerät dann in Zeilenrichtung ausgerichtet (Bild unten links). Das Seil bergauf gezogen, einen dicken Nagel ein Rundstahleisen mit dem 10 kg Hammer in den Boden getrieben und das Seil daran befestigt. Währenddessen versuchte der Mann an der tragbaren Seilwinde den Motor zu starten, was in dieser Schräglage nicht sehr einfach war und das Gerät hangelte sich am Seil den Berg hoch.  Oben abgekommen wurde der ZIEH-Max auseinandergeklappt (Bild oben), das Seil nach unten zum Seilzugbodenbearbeitungsgerät gezogen und der dickste und schwerste Weinbergsarbeiter setzte sich als Ballast auf den Sitz der Seilwinde um sie zu bedienen. Waren nur halbe Hemden (Homo aspargillus) im Weinberg, mußte obiges Rundstahleisen bei jeder Rebzeile neu in den Boden geschlagen  und das Gerät daran befestigt werden.

Der legendäre 4,5 PS Fichtel & Sachs Zweitaktmotor zog mit Leichtigkeit, fast im Standgas, den Seilzugrubber nach oben, bzw. wenn der Maschinist zu leicht war, das ganze Gerät unten.

Vergangene Zeiten, zumindest für mich. In meinen Jungendjahren habe ich noch viel damit gearbeitet. Bis zu vier Mann wurden täglich damit müde gemacht. Mit dem späteren Wegebau, breiten, geraden Rebzeilen und größeren Weinbergen verschwand der ZIEH-Max fast gänzlich.

Aber nur fast gänzlich. Die passende Maschine zum obigen Prospekt habe ich nach der Ernte verkauft. Bei unserem Erntehelfer Michael, Hobbywinzer aus Sachsen,  ist Sie wieder in Betrieb. Ich freue mich darauf, Michael in Frühjahr zu besuchen, nach dem alten  Teil zu schauen und vielleicht noch einmal damit zu arbeiten.

Kommentare

  1. Benedikt Weckbecker meint

    Hallo

    hier spricht ein kollege von der Untermosel aus Lehmen!

    Nur ne Frage habt ihr zu dem Ziehmax noch mehr von der Anleitung ?? Evtl. Ersatzteillisten ?? Bin unseren gerade wieder am Instandsetzen und lönnte sowas evtl. gebrauchen!

    Viele Grüße

    B. Weckbecker

  2. harald meint

    Bei den vielen Anfragen wegen dem Ziehmax wäre es fast lohnend die Produktion wieder aufzunehmen. Ersatzteile, bzw. weitere Hilfen müßten eigentlich über die Fa. Clemens in Wittlich erhältlich sein, da diese die Produktion, bzw. den Vertrieb von der Fa. Werner, Trier, übernommen hatten.
    Viele Grüße an die Untermosel
    Harald

  3. risacher meint

    Guten tag ich bin von Alsace und ich habe ein ziehmax ich machte gern ein buch fur richtig wissen wie es fonctioniert und fur die réparatur. viele dank Thomas.

  4. Walter Zwick meint

    Von der DEULA-Schule in Bad Kreuznach erhielt ich freundlicherweise einen “Ziehmax”, den ich mit Erfolg in der Entwicklungshilfe in Kambodscha einsetze um Fischteiche in unwegsamen Gelände zu sanieren. (Bodenschlamm aus leeren Teichen herausziehen) .
    An anderem Ort in Kambodscha brauche ich einen zusätzlichen “Ziehmax” Wer könnte mir einen abgeben?
    Walter Zwick, Spitzenrheinhof2; 67346 Speyer, Tel 06232-44202 oder 0173 3240016

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